Der Abend-Dauerlauf meiner Tochter ...

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von emestesi 14.10.10 - 21:36 Uhr

Hallo Zusammen,

Emelén wird nun bald 6. Fast jeden Abend kommt sie nach dem "Gute-Nacht-Sagen" zwei-, dreimal nach unten, weil sie angeblich noch Hunger, Durst oder sonstwas hat. So langsam nervt es. Natürlich weiß ich, dass es weder Hunger, noch Durst ist, sondern sie lediglich ihre Grenzen testet. Diese ziehe ich. Und zwar konsequent. Es gibt NIX mehr zu essen und NIX mehr zu trinken (ja, meine Kinder dürfen vor dem schlafen-gehen noch ausreichend essen und trinken ;-)) - am nächsten Tag sind alle Eventualitäten wieder besprechbar.

Okay, ich BEKOMME sie dadurch ins Bett. Aber wirklich JEDES Mal gibt es Gemaule und ich würde gern mal wissen, wann das aufhört. Zu wenig Zuwendung vor dem Schlafengehen kann es nicht sein, da ich mir für jedes Kind einzelnd Zeit nehme (ich habe noch einen Sohn), kuschele, Geschichten erzähle und halt das übliche Abend-Ritual abziehe. Nur bei Töchterchen klappt es nicht :-(.

Was tun?? Habt ihr noch Tipps für mich? :-)

#danke
Emestesi

Beitrag von zarah89 14.10.10 - 21:44 Uhr

Also ich selbst habe zwar erst einen 10Mon alten Sohn und dieses Problem (noch) nicht.
ABER meine Mutti hat das immer so gemacht, zu trinken gab es nur noch Wasser (das mochte weder ich noch meine Schwester) und zu essen gar nichts mehr.
Dann wurden wir wieder ins Bett geschickt, klar haben sowohl ich als auch meine Schwester gemault aber irgendwann haben wir es aufgegeben.
Scheint wohl ne normale Phase zu sein. Mal kucken wenn mein kleiner damit anfängt.

Beitrag von maddytaddy 14.10.10 - 22:03 Uhr

Hi,

Zumindest wegen dem Trinken: Das Problem wäre ja schon mal gelöst wenn sie nen Becher Wasser auf dem Nachttisch stehen hat.

Klar sind es Versuche länger auf zu bleiben, aber mit dem Trinken wäre ich doch etwas vorsichtiger und würd ihr wie gesagt was geben. Ich kenne es nämlich von mir, dass ich oft wenn ich 5-10 Minuten im Bett liege plötzlich nochmal einen wahnsinnigen Durst bekomme.

LG

Beitrag von hailie 14.10.10 - 23:09 Uhr

Ich würde einem Kind nie das Trinken vorenthalten.

Da müssen schon andere Grenzen gesetzt werden.

LG

Beitrag von dominiksmami 15.10.10 - 12:29 Uhr

genau das habe ich auch spontan gedacht!

lg

Andrea

Beitrag von meckikopf 15.10.10 - 18:31 Uhr

<<Ich würde einem Kind nie das Trinken vorenthalten.>> #pro#pro

Ich auch nicht!


<<Da müssen schon andere Grenzen gesetzt werden.>>

Und zwar die, dass es dann halt (nach dem Zähneputzen!) halt nur noch Wasser gibt. Und wer WIRKLICH DURST hat, der trinkt nämlich auch Wasser; ansonsten ist es auch kein richtiger Durst.


Gruß

Beitrag von sassi31 15.10.10 - 12:31 Uhr

"Zumindest wegen dem Trinken: Das Problem wäre ja schon mal gelöst wenn sie nen Becher Wasser auf dem Nachttisch stehen hat."

So würde ich das auch machen.

LG
Sassi, die auch mal nachts Durst hat

Beitrag von tauchmaus01 14.10.10 - 23:09 Uhr

Meine Tochter kommt auch immer wieder und möchte dann doch nochmal was trinken. Auch wenn sie vor dem ins Bett gehen noch was hatte.
Und sie bekommt es dann auch denn.....ich war nicht anders. Ich lag im Bett und nach wenigen Minuten hatte ich einfach noch das Bedürfnis einen Schluck Wasser zu trinken. Meine Mama hat mir immer noch etwas gebracht.

Besonders im Winter wenn die Luft trocken ist trink ich ja auch mal Nachts noch was, obwohl ich vor dem Schlafengehen was hatte.
Vielleicht gibt es einfach Menschen die noch was brauchen.

Essen gibt es bei mir dann aber nichts mehr, die Zähne wurden ja schon geputzt.

Stell ihr doch einfach was zum Trinken neben das Bett.

MOna

Beitrag von diaka 15.10.10 - 10:18 Uhr

Jaaaa, ich kenne dieses Problem auch. Nur ist es bei meiner Tochter (4 Jahre) nicht essen und trinken, sondern sie denkt sich irgend einen fadenscheinigen Grund aus: "Mama weißt du, ...meine Puppe läßt mich nicht schlafen ...im Kindergarten gab es folgendes zu essen ... kannst du mich noch einmal zudecken ... mir ist so langweilig" usw. Sie ist einfach nicht müde. Irgendwann bin ich dann total genervt, da unser Abendritual auch schon lange dauert und ich dann einfach auch mal Zeit für mich möchte. Sie geht sowieso schon relativ spät ins Bett (gegen 20 Uhr) Eine Wasserflasche (so eine tropffreie Flasche) hat sie immer mit im Bett liegen, da kann sie sich also nicht beschweren. Wenn es mir dann zu bunt wird, drohe ich an, ihren CD-Player mit rauszunehmen. Das wirkt dann meistens, denn sie hört noch gern Musik zum Einschlafen. Aber mir wäre es ohne Androhungen natürlich viel lieber. Bin auch froh, wenn diese Phase mal vorbei ist...

Beitrag von grundlosdiver 15.10.10 - 11:36 Uhr

#liebdrueck Das Problem hab ich auch gerade bei meiner 2jährigen. Sie liegt kaum im Bett... "Mama, möchte noch trinken" #aerger
Ich hole ihr was, aber nur Wasser, was anderes gibt es nicht.
Meistens macht sie noch 40-60 Minuten Theater... "Muss pullern" "Möchte kuscheln" etc... Es geht mir schon ein bißchen auf den Nerv, aber da sie erst 2 ist... ist meine einzige Alternative, dass ich sie in den Schlaf brüllen lasse...#schmoll Das mache ich nicht. Ich sehe es als Phase und bleibe eben abends länger an ihrem Bett sitzen, schmuse mit ihr, streichele über ihr Gesicht und singe das 100. Schlaflied...Irgendwann gehe ich aus dem Zimmer, manchmal ruft sie mich nochmal, manchmal erzählt sie sich noch was und manchmal schläft sie... Ich denke auch, dass unsere Maus momentan viel zu verarbeiten hat und somit mehr Mama braucht...

Bei Deiner "Großen" ist das natürlich schon anders... Ist sie abends schon richtig müde? Braucht sie jetzt vielleicht weniger Schlaf? Beschäftigt sie irgendwas oder ist es wirklich nur "testen"?!?
Ansonsten würde ich es auch so handhaben: Wasserbecher auf Nachttisch stellen, Essen gibt es nichts mehr - wenn sie kommt, immer wieder zurück ins
Bett schicken!
Vielleicht hilft auch ein Kompromiss?! Wenn sie in der Woche brav ins Bett geht, darf sie am Wochenende mal länger aufbleiben?!

Gutes Durchhalten!!!#winke

Beitrag von mamavonyannick 15.10.10 - 11:51 Uhr

Hallo,

wann geht denn deine tochter zu bett? Mein Sohn ist 4. In der Kita MUSS Mittagsschlaf gemacht werden, sodass er abends immer noch nicht müde ist. Demnach dauert es deutlich länger und er ist viel unruhiger als am WE, wenn er keinen Mittagsschlaf machen braucht. Kann es sein, dass sie einfach noch nicht müde genug ist?

vg, m.

Beitrag von thu 23.10.10 - 08:49 Uhr

hallo,

hab das grad 2 mal gelesen, dein sohn muß mittagsschlaf halten?
welch alterstümlicher kiga ist denn das?

die können doch nciht verlangen dass die kinder mittags schlafen?! mein sohn schläft mittags nciht mehr seit er 1,5 jahre alt ist, den würd ich abends erst um 23:00 uhr ins bett bekommen, wenn er schlafen müßte.

och ich könnt mich über sowas tierisch aufregen... muß auch nen anderen kiga nehmen, da die angeblich flexiblen öffnungszeiten, nur als abholzeiten ab 13:30 für tageskinder sind. echt klasse

naja schönen gruß´thu

Beitrag von landmaus 15.10.10 - 12:46 Uhr

Hallo,

meine Kinder haben abends das große Bedürfnis nach Nähe, wenn sie nochmal rauskommen. Ich wundere mich immer, dass andere Kinder dadurch (angeblich) ihre Grenzen testen. Wir kuscheln dann nochmal fünf Minuten und dann bringen mein Mann oder ich den Nichtschläfer nochmal liebevoll ins Bett.

Schon mal ausprobiert?

Liebe Grüße

Beitrag von claerchen81 15.10.10 - 16:26 Uhr

Ja, an geduldigen Tagen ist das bei uns auch so, da hast du vollkommen Recht.

Aber ich verstehe auch die TE (soweit ich weiß berufstätig und unter der Woche allein mit 2 Kids):
Wenn ich abends soooo müüüüüüüde bin nach der Arbeit und meine Ruhe brauche, dann überschreitet das Nähebedürfnis des Kindes meine "Belastbarkeits"-Grenze. Manchmal muss ich ihm dann sagen, dass ich jetzt seinem Wunsch nach Nähe nicht mehr nachkommen kann. Nicht immer bin ich dabei geduldig (je nach Tagesform). Aber ich glaube fest daran, dass Eltern authentisch sein dürfen. An guten Tagen gebe ich ihm also nach, an schlechten schicke ich ihn zurück mit Hinweis auf meinen eigenen Zustand. Er versteht das erstaunlich gut.

Nur an den allerschlechtesten Tagen, an denen es zu einem Machtkampf kommt, geht das ewig hin und her mit Tränen, Gebrüll und Gezeter - und irgendwann schalte ich dann mein Hirn wieder ein, lege mich zu ihm und in 20 Minuten ist alles gegessen....und dann ärgere ich mich wieder, dass ich nicht früher drauf gekommen bin ;-).

Wie gesagt: ich mache täglich zwischen 20 und 50 Erziehungsfehler und stehe dazu ;-)

Gruß, C.

Beitrag von landmaus 15.10.10 - 22:44 Uhr

Oh ja, das mit dem Hirn einschalten und dann über sich selbst den Kopf schütteln, das kenn ich. Mein Mann und ich teilen uns zum Glück auch die Aufgaben bezüglich der Kinder. Wenn einer mal am Rad dreht, klatschen wir sozusagen ab und derjenige kriegt ne Pause.

Ich finde es super, wenn Eltern authentisch sind. Für die Kinder ist es viel besser zu verstehen, wenn man von sich und den eigenen Bedürfnissen spricht. Man kann ja auch aushandeln, dass z.B. am nächsten Morgen eine extra Kuschelschicht eingeschoben wird, wenn auch Mama wieder fit ist.

Liebe Grüße

Beitrag von meckikopf 15.10.10 - 18:41 Uhr

Hallo,

Tipps hast du ja schon einige - und zwar RICHTIG GUTE(!), wie ich finde - und da hänge ich mich mal mit dran.

Also ESSEN würde es bei mir nach dem Zubettgehen auch nicht mehr geben, aber das TRINKEN würde ich nicht verbieten, denn Durst kann ja bekanntlich sehr quälend sein. Und da würde ich ihr an deiner Stelle - wie dir ebenfalls bereits geraten wurde - eine Flasche Wasser samt Glas ins Zimmer bzw. ans Bett stellen, wo SIE sich SELBST bedienen kann.

Und - wie ich ebenfalls bereits - hier in deinem Strang - geschrieben habe, dann auch nichts anderes als Wasser, denn süße Getränke; geschweige denn Kakao und so Scherze, gibt es nach dem Zähneputzen nicht mehr!

Denn auch als Mutter/Eltern möchte man abends ja auch mal seine Ruhe haben und fertig werden. Und du sagst ja selbst, dass sie sich vor dem Zubettgehen satt isst und sie auch genügend Aufmerksamkeit und Kuscheleinheiten von dir bekommt. Von daher - bleib' weiterhin so konsequent, aber verbiete ihr um Himmels Willen nicht das Trinken!


Gruß

PS: Woher kommt der Name Emelén eurer Tochter und wie seid ihr darauf gekommen??? Denn diesen Namen habe ich noch NIE gehört oder gelesen - und ich finde ihn irgendwie schön. Ist auch mal etwas anderes als EmelY und Co.

Beitrag von tragemama 15.10.10 - 18:48 Uhr

Vielleicht testes sie nicht Grenzen, sondern sucht Nähe? Das war für mich in dem Alter der Grund, wieder runterzugehen, ich wollte bei Mama sein - und durfte nicht.

Beitrag von antonia0383 16.10.10 - 07:03 Uhr

Hallo

Ich lege mich sowohl zu meiner Tochter (2,5Jahre) also auch zu meinem Sohn (7Jahre) bis sie eingeschlafen sind.

Wir reden noch etwas und kuscheln. Bei meiner Kleinen dauert es meist 5 minuten bis sie schläft und bei meinem Großen höchstens 15 min.

Ich habe also damit überhaupt keine Probleme.

Vielleicht möchte deine Tochter einfach noch ein wenig in deiner Nähe sein.?

Beitrag von hailie 16.10.10 - 11:12 Uhr

So läuft es bei uns auch. Und wir hatten noch NIE Probleme damit. Ich würde keinen Machtkampf aus dem Thema Schlafen machen... allerdings sind meine beiden noch jünger, wer weiß was noch auf mich zukommt. ;-)

LG

Beitrag von heike74 16.10.10 - 19:40 Uhr

Ich bin bei meinen Kindern konsequent, habe ihnen erklärt, dass ich mich abends auch ausruhen muss und es eine absolut schlechte Idee ist, abends noch zu nerven (und nerven tuts ja nun mal, wenn die lieben Kleinen noch 1 - 32 x rauskommen und was wollen).
Sie dürfen zur Toilette gehen, die ist gleich neben dem Kinderzimmer, könnten sich auch im Notfall am Wasserhahn bedienen (unser Leitungswasser hat 1a Qualität). Da das ja aber langweilig wäre, machen sie das auch wirklich nur, wenn es unbedingt nötig ist, sie also wirklich mal müssen oder echten Durst haben.
Wir lesen und kuscheln jeden Abend, sagen liebevoll "Gute Nacht", dann ist einfach Schicht im Schacht.
Wenn Kinder tagsüber ausreichend Liebe und Nähe bekommen, ist es völlig legitim, abends mal Ruhe haben zu wollen.
Ja, ich gebe zu, dass ich bei den wenigen Versuchen meiner Kinder, zu testen, wie ernst es mir damit ist, ein deutliches Machtwort gesprochen zu haben. Das hat ihnen nicht geschadet.
Sie wissen, sie können jederzeit zu mir kommen, wenn es einen echten Grund dafür gibt - Schmerzen, Albträume etc.
Damit lautet mein Tipp für dich, konsequent zu bleiben, es ihr noch einmal zu erklären, warum jetzt Ruhe herrschen soll und dann notfalls auch mal zu schimpfen.
Jedes Kind braucht da unterschiedliche Ansprache. Während bei meiner Großen meist Erklärungen reichen, braucht meine Kleine da schon mehr Strenge, sie ist vom Wesen her da schon deutlich fordernder.

LG Heike

Beitrag von emestesi 21.10.10 - 15:40 Uhr

Erstmal vielen Dank für eure zahlreichen Antwort und eure vielen guten Ratschläge. Entschuldigt, dass ich nicht Jeder von euch schreibe ...

Also, die Idee mit dem Wasser am Bett finde ich gut. Werde das mal versuchen. Ich glaube nicht, dass es an zu wenig Nähe oder Kuscheleinheiten liegt, da ich mit meiner Tochter vor dem Schlafen-Gehen immer noch ausführlich schmuse. Dass sie zu früh ins Bett, denke ich nicht. Eher zu spät (meist gegen 20:00 Uhr) und wesentlich später lasse ich sie auch nicht ins Bett gehen, da wir morgens um 06:00 Uhr aufstehen müssen.

Also nochmal: Besten Dank für den wirklich guten Rat hier! Dafür gibts auch ne Runde #torte & #tasse!

VLG von Emestesi

PS: Jemand fragte nach der Herkunft des Namens unserer Tochter: Ist eine von uns selbst kreierte Variante aus Helén (so hieß meine Oma) und Emily (den wir zwar schön fanden, aber der sich so sehr zu einem Dutzend-Namen gewandelt hat).