Bin ratlos! Unser Sohn (3) ist so ein Dickkopf!

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von juni_juli 15.10.10 - 13:21 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

unser Sohn ist am 10.10. drei Jahre alt geworden und eigentlich unser Sonnenschein. Er ist aufgeweckt, munter, klug, an allem interessiert und sehr verständig. Eigentlich könnte alles so leicht sein. Aber eines hat er schon immer: einen Dickkopf.

Das wurde zwar schon häufig deutlich, aber war nie besonders besorgniserregend. Seit er jedoch im Kindergarten ist (seit 1.9.) hat er einen dermaßenen Dickschädel, dass ich mir langsam nicht mehr ein noch aus weiß. Alles muss genauso laufen, wie er es sich vorgestellt hat. Und wehe, es passt ihm was nicht. Dann ist Holland in Not.

Gerade hatten wir mal wieder einenhalbstündigen Wutausbruch, weil ich ohne ihn die Flaschen weggebracht habe. Dabei hatte ich nicht geahnt, dass es ihm so wichtig ist dabei zu sein.

Wir sind durchaus kompromissbereit und respektieren ihn uns seine Wünsche. Aber es gibt eben auch Regeln, die es einzuhalten gilt. Ich kann ja nicht zu allem "Ja und Amen" sagen. Da mach' ich mich ja bis zu einem bestimmten Punkt lächerlich.
Ich versuche in den Situationen auch ruhig zu bleiben und mit ihm zu reden, aber dringe gar nicht zu ihm vor, weil er so in Rage ist.
Ihn mal eben "links-liegen-lassen" funktioniert auch nicht, weil er mir am Bein hängt. In seinem Zimmer bleibt er auch nicht mehr, aber einsperren
will ich ihn ja auch nicht. Er beruhigt sich generell nur schwer. :-(

Außerdem bin ich wieder schwanger und will mich nicht ständig innerlich so aufregen müssen.

Nun meine Frage: Habt Ihr auch schon solche Erfahrungen gemacht? In unserem Umfeld sind viele der Gleichaltriggen im Moment so. Ist das ein Phase? Geht das vorrüber? Versteht er es irgendwann? Ich frage mich wirklich, was ich falsch mache. Ich liebe ihn und das weiß er auch, aber im Moment bin ich echt ratlos. :-(

Für ein paar Ratschläge wäre ich also wirklich dankbar!

Viele Grüße,
Juli

Beitrag von bessi 15.10.10 - 13:36 Uhr

Liebe Juli,

wer hat gesagt, dass Kinder-Großziehen immer wie am Schnürchen läuft???

Was soll man Dir da für Tipps geben, außer in bestimmten Situationen, wie Du es dann ja auch zu sein scheinst, konsequent bleiben.

Ob es nur eine Phase ist...? mit Sicherheit, bis dann die nächste kommt...;-)

Die Kleinen entwickeln sich, lernen unglaublich viel in kurzer Zeit...für unsere Mäuse auch nicht immer ganz einfach. Sie lernen ihr eigenes ICH kennen, testen die Grenzen aus, alles um noch mehr zu lernen und zu verstehen.

In manchen Situationen würde ich mich nicht auf eine Diskussion einlassen oder alles in epischer Weise erklären. Dein Beispiel mit den Flaschen ist so etwas: Es hätte gereicht zu sagen: Tut mir leid, ich wußte nicht, dass Du mitkommen wolltest, bei nächsten Mal nehme ich Dich wieder mit!" FERTIG!!!

Kriegt er sich dann nicht ein, würde ich ihm erklären, dass Du jetzt nichts mehr daran ändern kannst, Du aber nicht die ganze Zeit sein Geschrei ertragen kannst und wenn er sich nicht in sein Zimmer zum Ausschreien verfrachten läßt, würde ich mich an Deiner Stelle selbst für einige Zeit zurückziehen.

Erklären ist gut, aber nur in einem bestimmten Rahmen, denn zuviel schafft negative Aufmerksamkeit, mit denen sich die Kleinen dann auch mal zufrieden geben und noch einen drauflegen...;-)

Nimms nicht so schwer, da müssen wir alle durch!!!

LG Bessi

Beitrag von buzzelmaus 15.10.10 - 13:37 Uhr

Hallo Juli,

zum Beginn eines neuen Kindergartenjahres liest mal viele Beiträge wie Deinen! Sei also bitte nicht zu besorgt, weil sich dein kleiner im Moment so 'aufführt'!

Er geht ja nun noch nicht lange in den Kindergarten und war wohl vorher zu Hause. Für ihn ist die Umstellung nun sehr groß! Er muss sich an die Einrichtung gewöhnen, die neuen Spielsachen, die neuen Abläufe, die neuen Regeln, die neuen Menschen (kinder und Erzieher)! Das ist sehr, sehr viel für einen 3-jährigen!

Das bedeutet nun nicht, dass Du zu allem Ja und Amen sagen sollst. Aber sich in seine Situation zu versetzen hilft Mama ja meistens schon ein Stückchen. Ist für ihn wie für uns einen neuen Job anzufangen.

Bleib unbedingt konsequent. Wenn er nur am toben ist, dann ignoriere ihn - auch wenn es schwer fällt. Du kannst ihn ja sowieso nicht von was anderem überzeugen, solange er bockig ist. Er muss noch lernen, dass er anders als mit purer Wut zeigen kann, wenn etwas für ihn schief läuft. Und er muss auch erst noch lernen, wie er seine Wünsche an den mann bzw. die Frau bringt - und das auch möglichst frühzeitig ;-).

Aber du wist lachen:-D, selbst von meiner Tochter wird oft vorausgesetzt, dass ich hellseherische Fähigkeiten habe. Und wehe ich ahne mal nicht voraus, dass sie was mitmachen wollte - dann ist auch bei uns Holland in Not (finde den Ausdruck sooooo klasse :-D).

Geb Euch Zeit und noch eine schöne Kugelzeit!

Susanne + Emily Fiona *05.08.05

Beitrag von zahnweh 15.10.10 - 16:20 Uhr

Hallo,

da könnstest du meine 3jährige beschreiben ;-)
beruhigt sich zwar schneller. Aber Flasche wegbringen ohne sie geht mal gar nicht. Oder Wasser nachschenken, wenn noch ein kleiner Rest im Becher ist. Das ist für sie ein Weltuntergang.
Was soll's. Auf manche ihrer Eigenheiten habe ich mich schon eigestellt. Hatte ich als Kind ja auch und war furchtbar verletzt, wenn ich nicht ernst genommen wurde.

Seit dem Kindergarten ist es etwas ärger: sie ist deutlich müder.

Und wenn ich innerlich gestresst bin, dann überträgt sich das auf sie. Besser gesagt, sie bringt meine Gefühle zum Ausdruck.
Ich Dickkopf innerlich - sie verhält sich so. :-p
Ich die Ruhe in Person - sie auch :-)

Wenn sie sich beruhigen möchte/sollte, hilft bei meiner nur eines. Dabeibleiben, nicht anfassen, nicht ansprechen, abwarten. Kann 5 Minuten dauern, kann eine halbe Stunde dauern. Selbst Ruhe bewahren, an NICHTS denken, wirklich jeden Gedanken abschalten! und einfach abwarten.
Sie kommt dann von selbst.

Beitrag von kaoh 15.10.10 - 17:19 Uhr

Unsere 3jährige ist auch ein Bocki, da wir aber 5 Kinder haben, ist uns unsere Zeit der Bockigkeit hinzugeben zu schade. Unser Trick, wir schicken sie immer wenn sie anfängt zu schreien und toben sofort in ihr Zimmer. Mittlerweile ist ihr das zu langweilig und sie unterbricht das Gezeter sobald sie merkt es geht ins Zimmer. Beruhigt sie sich darf sie wieder zu uns. Ob das nun alles pädagogisch wertvoll ist..keine Ahnung jedoch eines ist klar diese Phase geht bald vorbei. Bis zur Pubertät dauerts dann etwas so das wir Eltern ein Päuschen haben. Unsere älteste ist 18 Jahre und mit der Pubertät fast fertig. ;-)
Will dir damit sagen...alles ist halb so schlimm, denk nicht daran was andere wohl dabei denken sondern wie es euch dabei geht. Kinder sind auch nervig, bockig, schlecht gelaunt und vorallem genervt von ihren eigenen Gefühlen. Sie können ihre Wut noch nicht so gut unterdrücken und toben sich dann auf unseren Nerven aus. Darum schick ihn in sein Zimmer, gib ihm einen Wutsack den er anschreien oder boxen kann(Kopfkissenbezug mit Lumpen gefüllt, zugeschnürt, aufgehängt). Er sollte lernen das er in seinem Zimmer toben und schreien darf, jedoch nicht woanders. Auch ihm wird das irgendwann uninteressant wenn niemand mehr reagiert.


Trink viel Melissentee das stärkt die Nerven.#tasse#winke