Welches Märchenbuch für 6 Jährigen?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von momplonoel 15.10.10 - 13:21 Uhr

Hallo zusammen,

hab gerade meine Jungs(3+6) aus der Kita geholt.Der Kleine machte Mittagsschlaf,also beschloss ich,meinem Großen ein Märchen vorzuzlesen.

Er hatte sich dann aus dem dicken Buch "Schneewittchen"ausgesucht....

ABER:Da sind ja teilweise so brutale Stellen drin#schock#schock!!!

Z.B.da,wo die Königin dem Jäger befiehlt,Schneewittchens Herz rauszuschneiden und es ihr zu kochen#schock#zitter...

Oder die Königin ihr einen vergifteten Kamm ins Haar steckt um es zu "töten"!

Hilfe,ich mußte beim Lesen den Text dann etwas umformulieren-sonst hätte mein Sohn wahrscheinlich noch angefangen zu weinen(ist ein Sensibler:-p)


Gibt es irgendwo "kindgerechte"Märchenbücher ohne solche brutalen Texte???Bei Google war ich schon,aber da kann man ja nicht in das Buch hinein schauen...


Vielleicht hat auch einer von Euch sogar eins und kann es mir empfehlen?

Vielen Dank schonmal#winke

Beitrag von schullek 15.10.10 - 14:29 Uhr

hallo,

du bist seine mutter, du kannst am ehesten einschätzen, was genug für ihn ist oder was er vertragen kann.
ich habe die brutalen stellöen in märchen auch umgedichtet, bis mein sohn etwa 4 war (wir lesen schon sehr, sehr lang...). dann habe ich angefangen einfach normal vorzulesen. und habe auch einiges gelesen zum thema und mir meine eigenen gedanken gemacht. gekommen bin ich zu folgendem schluss:

kinder brauchen märchen (gibts auch ein buch zu mit gleichem titel). Märchen führen stets zu einem guten Ende, sie spenden Trost und weisen Wege in unterschiedlichen Lebenssituationen.
Mein Sohn bspw. wird wirklich sehr sehr selten mal handgreiflich anderen kinder etc. ggü. dabei ist er ein serh wildes (aber auch sehr sensibles) kerlchen. aber er ist fasziniert vom bösen! und das schon immer. ich bin zum schluss gekommen, er nuttz das böse um abgrenzungen im leben zu finden. das böse ist das gegenstück zu seinem leben und darüber definiert er sich.
wählrt er eine figur, die er im spiel darstellt, ist es immer der böse. selten der superheld. wie gesagt, er grenzt sich ab. würde ich z.b. im märchen nun das ende weglassen, wo der böse hart bestraft wird, wäre er eigentlich verunsichert. denn so ist seine weltsicht und die braucht er, um sich sicher zu fühlen: das böse wird nicht geduldet, das gute überlebt.

daher suchen kinder im kiga oft auch aus den eltern schleierhaften gründen die nähe zu den kindern, die fluchen, schlechte worte verwenden etc. es ist etwas anderes, und sie wissen, etwas, dass nicht richtig ist. es fasziniert sie und auch hier lernen sie sich abzugrenzen. deshalb sollten eltern wenn möglich auch nicht in die freundeswahl eingreifen, es sei denn es liegt eine gefährdung nahe. denn kinder suchen sich zumeist die kinder als freunde aus, die sie für ihre entwicklung derzeit brauchen. und aus manchen freundschaften wachsen sie dann auch heraus.
aber writ abgeschweift: ich habe die erfahrung gemacht, dass meinen sohn die brutalität in märchen weniger ängstigt, als andere dinge. udn er hat oft auf grund seiner weitschweifenden phantasie angst. so macht es ihm aber eher angst, wenn wir z.b. im park ganz alleine sind und kein mensche weiter zu sehen ist. oder wenn er ein für ihn gruseliges geräusch hört. aber er weiß, dass märchen märchen sind und eben nicht real.
vielleicht hilft dir das ein wenig.

lg

Beitrag von bine3002 15.10.10 - 14:52 Uhr

Märchen werden seit Jahrhunderten Kindern erzählt (und später auch vorgelesen). Ich frage mich immer wieder, warum ausgerechnet den Kindern unserer Generation diese Geschichten schaden sollten?!?

Ich lese meiner Tochter Märchen in der Originalfassung vor seit sie 3 Jahre alt ist und Interesse daran hat. Ich lasse nichts weg oder formuliere es um. Ich beobachte sie aber dabei (Blickkontakt halten) und bemerke so, wenn sie etwas nicht versteht oder sie etwas beschäftigt. Und dann reden wir darüber und ich erkläre es. Sie ist auch sensibel... sehr sogar, z. B. mag sie keine Hexen im Puppentheater, mit Märchen hat sie aber kein Problem. Im Gegenteil: Sie liebt sie... genauso wie sie sind.

Sehr schön ist auch die Idee dieses Herrn: http://www.koenigachim.de/galerie.htm
Er erzählt Märchen frei und hat für jedes Märchen Requisiten dabei, z. B. einen kleinen Brunnen für den Froschkönig, einen Ball, einen Gummifrosch usw. Bei Schneewitchen legt er mittels Fußschalter sogar Hall in seine Stimme, wenn der Spiegel antwortet oder er setzt 7 Kindern Zwergenmützen auf und lässt sie durch die Gegend marschieren. Entscheidende Stellen wie "Frau Königin, Ihr seid die Schönste..." wiederholt er häufig und lässt es die Kinder nachsprechen. Und auch er lässt nichts weg oder formuliert es anders. Die Kinder sind begeistert, selbst kleine Kinder starren ihn gebannt an. Ich habe ihn jetzt schon mehrfach gesehen und nie fing ein Kind an zu weinen. Kinder können das ab, wirklich....

Beitrag von h-m 15.10.10 - 15:33 Uhr

Aus dem Grund habe ich meiner Tochter keine Märchen vorgelesen. Es gibt genug andere, in meinen Augen schönere, Kinderliteratur.

Klar, Märchen sind "Tradition" und werden schon seit Generationen vorgelesen/erzählt. Aber muss etwas allein deshalb gut sein, nur weil es "schon immer" so gehandhabt wurde? Generationen von Kindern wurden auch mit der Prügelstrafe "erzogen" und es hat ihnen angeblich nicht geschadet - heute wissen wir es besser und Kinder haben zumindest in Deutschland ein gesetzlich festgelegtes Recht auf gewaltfreie Erziehung.

Beitrag von bine3002 15.10.10 - 15:49 Uhr

Also die Prügelstrafe mit Märchen zu vergleichen.... ich weiß nicht... dann hast Du die "Magie" der Märchen überhaupt nicht verstanden. Und das ist so schade.

Beitrag von momplonoel 15.10.10 - 19:37 Uhr

Vielen Dank für Eure Antworten.Ich werde trotz dessen die Märchen "abwandeln",denn ich glaube,ich hätte es als Kind auch nicht sooo toll gefunden,Geschichten zu hören wo solche Passagen vorkommen#zitter

Bleibe dann doch bei anderer Literatur;-)

LG Melek

Beitrag von bine3002 15.10.10 - 22:05 Uhr

Hm?!? Aber wie soll das Gute siegen, wenn das Böse nicht existieren darf?