Soll ich eingreifen?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von lilly7686 16.10.10 - 13:27 Uhr

Hallo!

Ich hadere schon etwas länger damit, ob ich das JA einschalten soll oder nicht :-(

Ich weiß nicht genau, wo ich anfangen soll, also probier ichs mal am Anfang.
Meine Freundin, K., kenne ich noch von der Schule. Wir kennen uns nun also gut 10 Jahre, hatten uns aber eine Zeit lang aus den Augen verloren. Seit etwa 1 Jahr haben wir nun regelmäßigen Kontakt.
Sie hat mittlerweile eine Tochter, 15 Monate alt. Ich hab zwei Töchter, fast 7 Jahre alt und die Kleine 4 Monate alt.
K. und ich gehen manchmal zusammen frühstücken oder Mittagessen. Oder sie kommt mal auf einen Kaffee vorbei.

In letzter Zeit wird ihr Verhalten immer schlimmer. Anfangs fiel es mir nicht so auf. Aber je öfter wir uns sehen, umso schockierter bin ich oft von ihren Erzählungen und ihrem Verhalten.
Zum Beispiel rät sie mir immer wieder, ich solle meiner Großen doch endlich mal eine auf den Po geben, wenn sie nicht "brav" ist.
Ich solle die Kleine schreien lassen und endlich ins eigene Bett legen. Und das Stillen und das Tragen im Tuch wären auch Blödsinn, das würd ich alles noch bereuen.
Nun, ich muss ja nicht auf ihre Ratschläge hören, das hat sie mittlerweile auch gemerkt. Ich erziehe meine Kinder so, wie ich es für richtig halte.

Aber ihre eigenen Erzählungen und ihre Verhalten dem Kind gegenüber machen mich langsam traurig wenn nicht sogar ängstlich!
Die letzten Wochen musste ich mir immer wieder anhören, dass ihre Kleine Nachts wieder ständig wach wird. Und weil sie nicht mehr einschlafen will, K. aber schlafen will, wird das Kind ins Bett gelegt und die Türe zugemacht. So können K. und ihr Mann schlafen.
Sie erzählte mir auch schon öfter, dass sie "vergessen" hätte, den Hund aus der Küche wieder rauszulassen, wo sie ihn eingesperrt hat. Zur Info: der Hund ist, was man als "Kampfhund" bezeichnet. Keine Ahnung wie die Rasse heißt. Er ist nicht unbedingt klein, die Küche dagegen schon. Die hat knappe 10m² (wir hatten uns das Haus damals auch angesehen, daher kenn ich die Maße).
Ich habe mehrmals beobachtet, wie sie ihrem Kind auf die Finger gehauen hat. Einem Kind, das gerade 15 Monate alt ist! Das erste Mal gesehen hab ich das, da war die Kleine gerade 1 Jahr alt. Sie hat sie geschlagen, weil das Baby ein Stück Brot auf den Boden geworfen hatte.
Sie beschimpfte ihre Kleine kürzlich als "dummes Kind".

Ich habe ihr schon öfter gesagt, dass ich es nicht okay finde, wie sie mit dem Kind umgeht. Selbiges beim Hund.
Der Hund hatte kürzlich meine Große anfallen wollen. Sie hatte Panik weil der Hund so groß war, das hat der gespürt und wollte ihre Hand fassen. Meine Hand war dazwischen. Es tat eine Woche lang weh, obwohl er mich nicht gebissen sondern nur mit den Zähnen gestreift hatte.

Nun ist es so, dass meine Nachbarin direkt neben K. eingezogen ist.
Gestern waren wir dort zu Besuch weil unsere beiden Großen beste Freundinnen sind und ihr Sohn zwei Wochen älter ist als meine Kleine.
Meine Ex-Nachbarin, R., fragte mich, ob ich denn wüsste, was mit K. los sei? Ihr tut das Kind so leid, sie hört es nachts immer stundenlang brüllen.
R. hat auch mehrmals beobachtet, wie K. den Hund behandelt. K. schleift ihn auf zwei Beinen durch den Garten, tritt ihn oft auch (was K. mir gegenüber auch schon erwähnt hat).

R. hat K. nun schon mehrmals gesagt, sie soll mit dem Hund besser umgehen. R. hat im Tierheim gearbeitet und weiß genau, was mit Hunden passiert, wenn ihre Besitzer so mit ihnen umgehen :-(
R. hat mir gesagt, sie würde bald den Amtstierarzt einschalten, wenn sie weiter beobachtet, dass K. den Hund misshandelt. Finde ich auch richtig so.

Nun hab ich wie gesagt, schon länger darüber nachgedacht, das JA einzuschalten. Ich habe halt immer gehofft, K. würde sich ändern.

Was meint ihr? Soll ich noch weiter zusehen? Weiter hoffe, dass sich was ändert? Oder endlich was tun?
Angefangen hat das vor etwa einem halben Jahr. Und es hat sich immer mehr gesteigert. Wie gesagt, ihrer Kleinen einen Klaps auf die Hand zu geben, hat vor 3 Monaten angefangen. Davor hab ich das nicht gesehen. Aber beschimpft hat sie ihre Kleine schon länger. Ca. ein halbes Jahr geht das so.

Was soll ich machen? Ich kenne sie schon so lange. Aber sie ist nicht mehr die, die ich in der Schule kannte.
Reden fruchtet ja offenbar nicht. Im Gegenteil. Ich hab ihr schon öfter erklärt, dass ihre Kleine einfach ihre Nähe braucht. Vorallem Nachts.
Ich hab ihr den Rat gegeben, sich die KLeine ins Bett zu holen, wenn sie nicht schlafen kann.
Tags darauf hat sie mich angerufen und war nicht sehr freundlich. Sie meinte, das würde gar nicht funktionieren.
Im Endeffekt wars so, dass die Kleine super schlafen konnte, K. selbst aber gar nicht.

Habt ihr Tipps? Soll ich zum JA gehen? Gibt es andere Möglichkeiten?

Beitrag von tauchmaus01 16.10.10 - 16:25 Uhr

Leider hatte meine Nichte und meine Neffen eine solche "Mutter".
Als sie heranwuchsen litten sie natürlich nicht nur, ihnen wurde auch bewußt dass das falsch war was ihnen angetan wurde.
Nun sind sie Erwachsen..mit dem Ergebnis dass mein Neffe seinem Sohn auch was auf die Finger gibt und meine NIcht ihre Katzen wegsperrt bis MIttags oder sie haut wenn sie nicht parieren.

Diese Mutter zerstört systematisch eine Kinderseele. Ich würde ihr sagen dass Du das nicht mit ansehen wirst und wenn es nicht besser wird, dem Kind helfen wirst.

Mona

Beitrag von froehlich 16.10.10 - 18:11 Uhr

Wenn das Kind nachts stundenlang brüllt und schon die Nachbarn aufmerksam werden ist es auf jeden Fall Zeit, etwas zu unternehmen. Ich würde sagen: ja, schalte das Jugendamt ein. Hier geht das Wohl des Kindes vor Eurer Freundschaft, ganz klar.

Leider werden Klappse auf die Hand oder Ähnliches nicht reichen, daß sich das JA der Sache annimmt, aber das Brüllen nachts......das klingt schon sehr stark nach Vernachlässigung und schlimmer emotionaler Misshandlung. Ebenso die Hundegeschichte.....fokussiere also darauf, wenn Du das JA informierst, sonst nimmt man Dein Problem womöglich nicht ernst. In der Hoffnung, daß sich die Dinge zum Guten wenden...

Babs

Beitrag von unilein 16.10.10 - 20:04 Uhr

Ich kann dir kaum weiter helfen, aber wollte mal folgendes schreiben: Wenn sie deinen Rat, die kleine mit ins Bett zu nehmen, zumindest ausprobiert hat, dann scheint sie ja selbst nich komplett von ihrer Vorgehensweise überzeugt zu sein. Sie weiß es halt nur nicht besser. Dann ist die Situation nicht ganz so verfahren als wenn sie ihre Meinung für das Maß aller Dinge halten würde. Dass sie dir gegenüber trotzdme so tut, als wüsste sie besser bescheid als du, ist reiner Selbstschutz.

Vielleicht könntest du noch weiterhin versuchen, ihr möglichst wohlwollend Tipps zu geben, von denen du auch weißt, dass sie leicht umsetzbar sind und auch Erfolg bringen. Das mit dem gemeinsamen Schlafen war ja insofern doof, dass die Mutter so nciht schlafen konnte und sie es deshalb nicht als praktikabel empfand. Das war ja quasi vorherzusehen. Aber in anderen Bereichen kannst du ihr vielleicht Tipps geben, die sie selbst nciht beeinträchtigen, sondern ihr auch gut tun. Eine Alternative fürs Kind schlagen, die trotzdem fun ktioniert zum Beispiel.

Die Nachbarion (R.) würde ich unabhänbgig davon darin bestärken, sich ans Veterinäramt zu wenden.

Beitrag von lissi83 16.10.10 - 20:30 Uhr

Hallo!

Deine Gefühle wie Trauer und Angst, kann ich verstehen, bei kommt da noch was anderes hoch und das ist Wut!
Ich könnte mit einer "Freundin", die mir Ratschläge dieser Art gibt, dessen Hund fast mein Kind verletzt hätte, nicht mehr wirklich was anfangen! Die Freundschaft scheint ja nicht die Welt zu sein, wenn ihr euch erst seit einem jahr wieder trefft! Wieviel Möglichkeiten soll es da geben? Du hast versucht zu reden! Es bringt nix! Ich weiß ja nicht wie du geredet hast aber ich würde bei sowas mal Klartext reden! Ihr genau vor Augen halten, was sie ihrem Kind und auch dem Hund antut! Natürlich sollten Hilfsangebote folgen! Such das Gespräch ganz direkt und versuche ihr auch ihre Veränderung vor Augen zu halten! Wieso, weshalb, warum eben!
Wenn das nix bringt, ganz ehrlich, dann würde ich zum JA gehen! Mir tut das Kind jetzt schon leid, wenn ich lesen muss, dass es Nachts nach der Mutter weint, von der es am Tag gehauen wird! Da könnt ich echt loskotzen-sorry! Und ich kenn das Kind noch nicht mal! Andere Möglichkeiten sehen ich da nicht! Das JA ist auch nix Böses! Die sind zum Helfen da, das musst du dir vor Augen halten! Wenn das JA reagiert, bekommt sie Hilfe. Die Hilfe, die sie scheinbar braucht! Nicht nur das Kind sondern auch sie wird am Ende durch eine Professionelle Unterstützung, glücklicher werden! Daran musst du denken! Das JA kommt nicht einfach rein und nimmt das Kind mit! Ich würde da nicht lange überlegen! Und wegen dem Tier würde ich auch was unternehmen! Das kannst du auch dem JA mitteilen! Hallo? Wo gibts denn sowas...-Der Hund wollte dein Kind beißen?!?! Wer weiß wie der abgeht, wenn er mal von der Kleinen deiner "Freundin" genervt ist!

Tja, was soll ich sonst noch sagen...? Ich bin bei sowas etwas "radikal"! Weil ich weiß, wie es enden kann und weil ich weiß, was eine Erziehungs-/Familienhilfe bringen kann!

Ob du das anonym machen willst oder nicht, ob du deiner Freundin vielleicht sogar sagst, dass du das nicht mehr weiter mit ansehen kannst, das bleibt dir alles überlassen!
Hab ich ja schon geschrieben- auf eine Person, die mir rät mein Kind zu schlagen, könnte ich getrost verzichten und das würde ich ihr wenn es sein muss, knallhart sagen! Vielleicht mit dem Zusatz, dass du immer für sie da bist um sie aufzufangen, wenn sie sich helfen lässt usw.!

Alles Gute!

Beitrag von zahnweh 17.10.10 - 01:47 Uhr

Hallo,

leider kann ich dir nicht viel raten.

Je nachdem bei wem man vom JA landet, wird einem sogar zum Schreien lassen geraten :-(
Hatte mal Familienhilfe vom JA und die mit der hab ich mehr als einmal gestritten deswegen. Ich weigerte mich mein Kind schreien zu lassen und sie fand das schrecklich und zeigte mir immer wieder auf, dass sie am längeren Hebel sitzt. Auch Tragen usw. war bei ihr verpönt.

Könnte also sein, dass du dort auf taube Ohren stößt und dir noch anhören darfst, dass du dein Kind zu sehr verwöhnst :-( während sie genau richtig handelt, weil es ja so in einigen Ratgebern steht und "Ferber" als Patentrezept gesehen wird :-[ (hatte darüber wie gesagt schon so einige Diskussionen)

Was das auf die Finger schlagen angeht, da müsste ich mein halbes Umfeld beim JA melden. Auf den Po würde sie dort sicher nicht zugeben.
Unterstützung, die ins Haus kommt, wäre vllt auch eine hilfe für deine Freundin. Wenn's blöd läuft, unterstützt sie sie sogar noch in ihren Ansichten.

Ich finde es gut, dass du reagieren möchtest, aber wie, weiß ich leider auch nicht.
Vllt. ist es ja mal ein Anfang mit dem Amtstierarzt! Das kann deine fachkundige Nachbarin machen. Wer weiß, wenn da was geschieht, wird vllt auch auf's Kind geschaut. Bei den Tieren wird teilweise eher reagiert.

Beitrag von redrose123 17.10.10 - 08:04 Uhr

Der Hund ist eine Tickende Zeitbombe, früher oder später wird es schlimm ausgehen, ruf das Veterinäramt an um die Kleine mitzuschützen, wie die mit dem Hund umgeht geht gar nicht, und dann schreien die Bestie.

Nun zum wirklich wichtigen, verständige das JA damit sie Ihr helfen, sie ist überfordert und das merkt man.....