die Beerdigung meiner Oma - ich bin so sauer!!!

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von krompi 16.10.10 - 14:39 Uhr

Hallo Leute!

Ich muss mich grad mal ausklagen und vielleicht hat der ein oder andere auch einen Rat für mich.

Meine liebe Oma starb am 1. Oktober infolge einer Lungenentzündung. Es ging ihr längst nicht mehr gut und sie lebte auch bereits 5 Jahre im Pflegeheim. Ich denke, ihr geht es nun besser als zuvor ... auch wenn es natürlich trotzdem sehr traurtig ist, dass sie gehen musste.

Gestern war dann die Beerdigung. Ich muss dazu sagen, dass ich an der Organisation nicht beteiligt war als Enkelin. Zumal ich 300 km entfernt wohne und in der 38ten Woche schwanger bin und mich somit wohl niemand "mitbelasten" wollte.

Mein Opa starb bereits vor 13 Jahren, es gibt also schon eine große 2-Personen-Grabstätte und auf dem Grabstein steht bereits seit Jahren "Familie sowieso..."
Und gestern dann der Hammer: meine Großmutter wurde NICHT neben meinem Großvater bestattet sondern auf einem Urnensammelgrab ca. 100 m entfernt #schock .. weil es billiger war!!

Ich war nicht die einzige der sämtliche Gesichtszüge entglitten sind.
Das ist so krass und sie hat das mit Sicherheit auch nicht verdient.
Mein Bruder wollte schon nachts auf den Friedhof gehen und sie selbst umbetten, was ich ihm zum Glück ausreden konnte.

Es muss aber doch eine Möglichkeit geben, meine Oma umzubetten. Und obwohl ich keine Ahnung habe, was sowas kostet, denke ich, dass wir das finanziell hinkriegen, wenn wir alle zusammenlegen.
Nur mein Onkel wird vermutlich sauer sein, weil er alles so ziemlich allein organisiert hat .. es täte mir Leid, da jetzt rumzumosern, aber das was passiert ist, geht ja wohl gar nicht!!
Oder seh ich das etwa zu eng?

Am Montag werde ich bei der Friedhofsverwaltung vor Ort anrufen und hoffen, dass ich befugt bin wenigstens zu erfahren, ob es eine Möglichkeit der Umbettung gibt.

Hat jemand eine Idee, was ich tun könnte?

LG

Krompi

Beitrag von arkti 16.10.10 - 15:27 Uhr

Mal dran gedacht das es vielleicht Gründe hat?
Wie alt ist dein Onkel?

Meine Oma hat damals auch ein Doppelgrab gekauft, mein Opa ist schon länger tot ( 11 Jahre).
Wenn sie jetzt sterben würde, was jederzeit passieren kann weil sie schon sehr alt ist müssen wir auch überlegen was passiert.
Das Grab müsste wieder für 30 jahre gekauft werden. (Erdbestattung)
Wer soll das Grab solange pflegen?
Mein Onkel geht auf die 70 zu, meine Tante ist etwas jünger.
Deren Kinder wohnen woanders.
Der andere Onkel und Familie wohnt auch woanders.

Das mein Onkel 100 wird ist sehr unrealitsisch, wie lange er noch körperlich fit ist ist die nächste Frage.

Also wer soll das Grab 30 jahre lang pflegen?

Das sind einfach Fragen die man sich stellen muss.

Beitrag von krompi 16.10.10 - 15:47 Uhr

hallo!

gründe hat das sicherlich. das mit der pachtdauer hat er auch gesagt. also die grabstätte meines opas ist noch für 12 jahre bezahlt und die urnenstelle nun für 15 jahre. hätten sie sie dazu gebettet, hätte er beide auf volle 25 jahre auffüllen müssen! das schien der hauptgrund gewesen zu sein!
Mein onkel ist ca 60 jahre alt. ist aber auch nicht mehr gesund, so dass es in der tat so ist, dass die grabpflege organisiert werden müsste. meine mutter kümmert sich leider überhaupt nicht und ich wohne zu weit entfernt um das regelmäßig machen zu können!

.. vermutlich hast du recht und ich sollte das nicht so eng sehen. ich war aber irgendwie so schockiert, weil es für mich klar war, dass sie neben meinen opa kommt!

lg

Beitrag von arkti 16.10.10 - 16:35 Uhr

Meine Oma möchte natürlich auch in das Doppelgrab, aber ich denke da wird sie nicht hinkommen.
Ich habe allerdings auch kein Problem damit und mal ganz krass gesagt sie merkt es ja dann eh nicht mehr.
Auch wenn es irgendwie blöd ist aber dabei muss man einfach die vielen Jahre sehen und mein Onkel kümmert sich jetzt schon wenig um das grab das haben wir jetzt schon von vielen seiten gehört.
Mein Vater hat sich immer sehr drum gekümmert bis er krank wurde und dann leider auch gestorben ist :-(
Wenn ich dann bedenke das mein Onkel irgendwann vielleicht auch körperlich schlechter dran ist, nee dann lieber Oma woanders hin, es gibts nichts schlimmeres als vernachlässigte Gräber.

Beitrag von landmaus 16.10.10 - 22:21 Uhr

Hallo,

um genau sowas zu verhindern, haben wir testamentarisch festgelegt, dass wir in einem Grab bestattet werden und die Kosten der Grabstätte un der Grabpflege aus dem Nachlass im Voraus zu bestreiten sind. Ich hab überhaupt keinen Bock in getrennten Gräbern beerdigt zu werden, ob ich das jetzt noch mitkriege oder nicht.

Liebe Grüße

Beitrag von arkti 17.10.10 - 01:29 Uhr

Ist nur doof wenn da kein Nachlass mehr ist weil alles vorher für das Pflegeheim draufgeht.
Das einzige was noch da ist sind Beerdigungskosten.
Wie will man bitte Grabpflege 30 jahre im voraus bezahlen?
Man weiß doch nie wie lange sich Geschäfte halten.

Beitrag von redrose123 18.10.10 - 10:07 Uhr

Ich denke sie finden woimmer sie auch sind zusammen, dazu muss man nicht nebeneinander liegen

#liebdrueck

Beitrag von nala22 16.10.10 - 15:29 Uhr

Ich kann Dich gut verstehen!!!#schmoll

Aber es ist nun auch sehr teuer so eine Beerdigung, habt Ihr denn mal mit dem Onkel gesprochen?
Vielleicht wollte sie das auch selber?
Meine Oma wollte auch auf die "grüne Wiese" was ich am Anfang sehr traurig fand, denn man steht da so vor diesem Gemeinschaftsgrab und weiss eigentlich nicht so genau, wo genau sie eigentlich begraben ist.
Aber ich habe mich damit abgefunden, denn wichtig ist das man den Menschen im Herzen trägt, denn vergraben ist nur der Körper bzw. die Asche.
Man sollte solch eine Art der Beerdigung nicht als Abwertend sehen, es ist auch eine grosse Geldsache so eine Beerdigung und man darf nicht vergessen, dass es den Menschen auch nicht zurück bringt.
Wer kümmert sich um die Grabpflege bei Deinem Opa?
Beerdigungen sind sehr teuer, also bei meiner Oma sind mir auch die Gesichtszüge entglitten...wahnsinn!!!#schock

Frag doch einfach mal nach was eine Umbettung kosten würde und dann könnt Ihr ja die Überlegung in Betracht ziehen, oder nicht.

Deine Oma ist denke ich trotzdem mit Deinem Opi vereint, egal ob sie nebeneiander liegen oder nicht.

Ganz liebe Grüsse und mein Beileid!!!!

Beitrag von nadine0084 16.10.10 - 15:41 Uhr

hallo,

ich würde erstmal deinen onkel fragen was das für gründe hat.
meine oma ist im september gestorben und ich kann dir mal sagen wie es da war.

mein opa ist schon lange tot, das grab gibt es auch nicht mehr aber mein onkel (ihr sohn) ist seit 20 jahren tot und liegt in einem doppelgrab das jetzt noch für 5 jahre gemietet ist und was wurde gemacht?
meine oma wurde verbrannt und anonym auf einer urnengrabstätte beigesetzt wo nur auf einer tafel ihr name steht und soll ich dir sagen warum
1. das doppelgrab hätte man in 5 jahren wieder für 25 jahre mieten müssen.
2. die ständige grabpflege

auch wenn meine oma die beste auf der ganzen welt war und wir sie alle geliebt haben aber es wäre auch einiges finanziell und an arbeit wieder auf die familie zugekommen deshalb hat man sich dazu entschlossen.

vielleicht sind es bei euch ja ähnlich gründe und überlege mal du wohnst weit weg du kannst gut reden aber hast du lust alle paar wochen z.b. das grab zu pflegen??

nadine

Beitrag von ss120875 16.10.10 - 16:34 Uhr

Hallo Krompi,

erst einmal mein herzliches Beileid.

Meine Mama ist Anfang Mai gestorben und es war vereinbart, dass sie ins Familiengrab ihrer Familie kommt.

So ist es dann auch geschehen. Ich hab nur nicht gewusst, dass as Thema Kosten nicht zwischen meiner Mutter und meiner Oma geregelt wurde, so wurden die Kosten auf mich abgewälzt. Ich hab die Bestattung, den Kauf der Grabstätte etc. bezahlt. Mir wurde aber auch klar gemacht, dass ich nichts zu veranlassen habe ohne die Mutter meiner Mum um Erlaubnis zu fragen. Heißt, zahlen durfte ich, zu melden hab ich aber nichts.

Dann wollte ich für das Geld was den Grabkauf ausgemacht hätte ein Urnengrab kaufen auf dem dann meine Schwester und ich hätten machen können was wir wollen.

Nun war das Problem, dass meine Mutter bereits bestattet (Urne) wurde. Lt. Aussage der Friedhofsverwaltung muss die Totenruhe von mind. 10 Jahren eingehalten werden. Somit hat sich das Thema Grab für mich erledigt.

Ich trag meine Mutter jetzt im Herzen, hab eine Rose für sie im Garten gepflanzt und das wars. Aufs Grab gehe ich nicht mehr.

LG
Silke

Beitrag von zwiebelchen1977 16.10.10 - 17:09 Uhr

Hallo

Das tut mir sehr leid für euch.

Aber. Wenn dein Onkel die Entscheidung so getroffen hat, werdet ihr kaum was dagegen machen können. Denn als Sohn ist er derjenige, der das zu entscheiden hat.

Bianca

Beitrag von krompi 16.10.10 - 18:34 Uhr

Hallo!

Ihr habt mir alle super geholfen, die Sache aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten!
Ich muss sagen, dass ich meinen Onkel inzwischen recht gut verstehen kann und vielleicht hatte er auch gar keine andere Wahl. Denn die Frage, wer sich um das Grab kümmern wird, wenn er nicht mehr da ist, ist absolut berechtigt .. und unter den Umständen um 25 Jahre aufzustocken, wäre unsinnig (dann wäre er bereits 85 und so alt wurde in unserer Familie leider noch niemand).

Ich hab nun auch mit meinem Bruder telefoniert, er sieht es jetzt auch etwas anders/ lockerer! .. wer weiß schon, was in 20 Jahren ist!

Und vereint sind meine Großeltern nun sicher so oder so, egal wer wo genau liegt!

Vielen Dank und LG

Krompi

Beitrag von myimmortal1977 17.10.10 - 17:43 Uhr

Auf einem Familiengrab ist nur begrenzt Platz. Ggf. war dort kein Platz mehr für eine Urne. Auf einem Einzelgrab darf man nur 1 Sarg und 1 Urne platzieren.

Wir haben das Grab meines Vaters für 30 Jahre gekauft. Meine Mutter hätte dort in der Urne mit bestattet werden können. Sie wollte aber in die See.

Ganz ehrlich, ich werde das Grab meines Vaters in 20 Jahren so wie so nicht wiederkaufen.

Ich habe da aber auch eine andere Einstellung zu dem Thema. Für mich liegen in einer Grabstätte nur die Gebeine des verstorbenen Menschen. Seine Seele, seine Stimme, seine Bewegungen, alles das, was die Persönlichkeit eines Menschen ausgemacht hat, ist fort. Von daher habe ich keinerlei Verbindungen zu Gräbern.

Den Menschen, so wie er war, mit allem was ihn ausgemacht hat, trage ich in meinem Herzen und in meiner Erinnerung. Und dafür brauche ich keine Stätte, um hinzugehen. An einen Toten denken, kann ich jeden Tag 24 Stunden rund um die Uhr von jedem Ort dieser Welt.

LG Janette