Wenn er mal nicht der Erste ist...

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von coronacora 16.10.10 - 21:19 Uhr

Guten Abend,

ich habe zwei Kinder. Mein Sohn ist 3,5 Jahre alt, meine Tochter wird im Dezember 2 Jahre alt.

Meine zwei sind zueinander so, wie Geschwister eben so sind: sie lieben und sie hassen sich ;-).

Kommen wir zu meinem eigentlichen Anliegen: Mein Sohn WILL immer als Erster drankommen, egal ob Anziehen, Zähneputzen, aus der Tür rausgehen oder An- und Abschnallen im Auto (sogar beim Ein- und Aussteigen).

Ein kleines Beispiel: Er kann sich in seinem Alter natürlich alleine an- und ausziehen und das macht er auch sehr gut. Meistens besteht er auch darauf, sich alleine anzuziehen, was er selbstverständlich auch machen darf. Ich ziehe derweil meine Tochter oder mich selbst an. Dabei muss ich immer darauf achten, dass ich ja nicht vor ihm fertig bin #augen. Wenn er dann mal nicht Erster ist, wird er richtig wütend und schreit wie ein Wilder rum. Furchtbar!

Ich habe ihm schon oft erklärt, dass es okay ist, wenn er mal nicht der Erste ist. Aber bislang hat es nicht gefruchtet.

Was meint ihr? Soll ich ihn um den lieben Friedens willen immer als Ersten gewähren lassen? Oder sollte ich ihm zeigen, dass er auch mal zweiter sein kann und Mama und Papa ihn trotzdem ganz doll lieb haben?

Liebe Grüße,

cora

Beitrag von froehlich 16.10.10 - 21:31 Uhr

Als Mama von zwei Söhnen (7 und 1) kann ich Dir verraten, daß dieses "immer der Erste sein wollen" sich wahrscheinlich wie ein roter Faden durch die ersten Kinderjahre zieht - wenn nicht noch weiter..;-)... . Da können wohl viele Mütter ein Lied davon singen... . Mit 3,5 reagieren die Kinder dann eben extrem, aber auch später kann da noch großes Gemaule kommen...(oder WEHE wenn man verliert! Oh Graus, oh nein!). Nein, ich würde ihn nicht immer "lassen". Er kann nicht immer der Erste sein und er wird auch jedes Mal wieder eine Show abziehen, wenn er's nicht ist - aber so ist's nun mal im Leben. Ich würde gar keine große Sache draus machen, sondern seine Anfälle einfach ignorieren. Würde das auch gar nicht groß kommentieren, daß er eben auch mal der Zweite sein muß. Das merkt er dann schon von selbst. Da heisst's einfach starke Nerven bewahren und durch!

LG, Babs

Beitrag von coronacora 16.10.10 - 21:39 Uhr

Danke für deine Antwort.

Dann werde ich mich mal für die nächsten 10 Jahre wappnen ;-).

Liebe Grüße,

cora

Beitrag von froehlich 16.10.10 - 23:48 Uhr

Ja, wahrscheinlich....;-)......naja, irgendwann lassen zumindest die Wutanfälle nach.... . Wenn ich bedenke, daß mein Bruder (der's immerhin zum Historiker mit Doktorhut gebracht hat und heute der liebevollste Familienvater ist) als kleiner Kerl wutentbrannt JEDES Mal das Mensch-Ärgere-Mich-Nicht-Spiel an die Wand geknallt hat, wenn er nicht "der ERSTE" war....au weia..... . Das erzähle ich dann immer meinem Großen. Findet er lustig. Alles Gute!!!

Beitrag von zahnweh 17.10.10 - 01:36 Uhr

Hallo,

meine ist 3 Jahre und fängt auch damit an. Ich selbst war als Kind auch so :-p

Nun, bei den Dingen, bei denen ich vorher fertig bin, stelle ich mich schon mal auf eine Extra-Runde trösten ein. Nur, wenn so gar keine Zeit übrig ist, lass ich sie bewusst schneller sein. Ansonsten ist es der/die, die schneller ist + trösten.

Im Kindergarten hat sie zum Glück noch mehr und wenn da jeder erste/r sein will #schwitz dann bin ich wenigstens nicht dabei ;-)

Nach Möglichkeit schimpfe ich nicht, sondern versuche kein großes Thema draus zu machen. In den Arm nehmen, bei Frust ja, aber jetzt nicht dauernd erwähnen. Gelegentlich vergisst sie es nämlich auch schon mal :-)

Beitrag von redrose123 17.10.10 - 08:07 Uhr

Das wollen meine Stiefkinder auch immer sein, aber das sollen sie unter sich machen, ich zieh mich so an wie ich fertig bin und gehe auf das gezorne nicht ein.


Du machst das spiel mit also treibt er es.....Er muss es lernen das er nicht immer der Erste sein kann, wie soll das in Sportlichen Betätigungen denn mal sein wenn er in der Schule ist? Da nehmen die anderen und die Lehrer auch keine rücksicht auf die Wehwechen deines Sohnes.....

Beitrag von dodo0405 17.10.10 - 10:44 Uhr

Das war bei uns eine sehr heilsame Wirkung des Kindergartens: Dass meine Tochter gelernt hat, nicht ständig die Erste sein zu können...

Was für mich sehr hart war (als Mama denkt man sich ja dann immer, ist nicht so schlimm wenn sie immer die erste sein will) wurde im Kindergarten sehr konsequent ab-erzogen :-)

Geht er schon in den Kindergarten? Wenn ja, wie verhält er sich da?

Im übrigen ist das "ich bin erster" oder "ich hab gewonnen" bei uns mittlerweile spielerisch geworden. Sprich: Wer hat als erster seine Schuhe angezogen,etc.

Beitrag von coronacora 17.10.10 - 11:45 Uhr

Hallo,

ja mein Sohn geht seit zwei Jahren in den Kindergarten. Dort habe ich bislang nichts davon gehört, dass er ein Problem damit hat, nicht Erster zu sein. In seiner Gruppe sind aber schon ältere Kinder, die nächstes Jahr eingeschult werden.

Liebe Grüße,

cora

Beitrag von clautsches 18.10.10 - 21:41 Uhr

Das ist bei meinem Sohn exakt das Gleiche - und ich bin froh zu lesen, dass das offenbar doch kein Einzelkind-Syndrom ist. ;-)

Wenn er schneller ist, ist er schneller - wenn nicht, muss er da durch.
Und manchmal ist es ja auch ganz praktisch... wenn man´s morgens eilig hat und so... ;-)

LG Claudi