Alter Wasserschaden in frisch bezogener Wohnung - Rechtslage?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von liebelain 16.10.10 - 21:30 Uhr

Hallo,

in meinem Umfeld habe ich gerade den Fall, dass ein Herr von Anfang 70 in seiner erst vor sechs Wochen bezogenen Mietwohnung einen Wasserschaden hat, weil die Immobilie zuvor drei Monate mit tropfenden Wasseranschlüssen leergestanden hatte. Der Hausmeister hatte - bei der ersten Besichtigung direkt auf die Wasserränder an der Küchenwand bis auf ca. 70cm Höhe angesprochen - behauptet, es sei etwas defekt gewesen, aber längst schon instand gesetzt worden.

Nun kam das Wasser zwischenzeitlich beim Nachbarn darunter an der Zimmerdecke an und der Installateur meinte, das hätte schon längst in Ordnung gebracht werden müssen. Offenbar ist in der Küche der Boden durchweicht, weshalb die Feuchtigkeit durch die Fugen den Weg ins untere Geschoss genommen hat. Die Anschlüsse waren - offenbar von einem absoluten Fachmann - durch Auflegen von einem 2- und einem 1-Cent-Stück "verschlossen" worden (ich könnte schon beim Beschreiben dieses Sachverhalts wieder schreien!). Schraubkappen zur Abdichtung waren nicht vorhanden. Die Geldstücke hatte der Hausmeister bei der Erstbesichtigung dann auch prompt an sich genommen.

Da der Installateur nicht hundertprozentig ausschließen konnte, dass ein Rohrbruch vorliegt, wurde die Einbauküche komplett abgebaut, der Fußboden in der Küche wurde aufgestemmt und ein Loch von ca. 20x15cm in die Wand zwischen Küche und Bad geklopft. Aber auch bei einer Druckprüfung von offenbar bis zu 10bar war nach Austausch der beiden undichten Anschlüsse alles einwandfrei.

Der alte Herr hat nun seine Einbauküche quer durch die Wohnung verteilt in Einzelstücken stehen, kann nicht kochen, nicht spülen, hat keinen Bewegungsfreiraum mehr durch die herumstehenden Möbel und das riesige Guckloch ins Bad und WC ist sicher auch kein Vergnügen.

Kennt sich hier jemand aus, wie die Rechtslage ist? Besteht nur die Möglichkeit der Mietminderung? Wieviel darf er hier mindern? Oder besteht sogar Anspruch auf eine Ersatzunterkunft bis zur endgültigen Beseitigung aller Mängel?

Ab Montag sollen für voraussichtlich zwei Wochen Trocknungsmaschinen aufgebaut werden - kann er den Mehraufwand für Strom geltend machen?

Der Hausverwalter hat sich offenbar schon dahingehend geäußert, er mache das wieder gut, aber das ist ja kein Gefallen, sondern seine Pflicht. Interessant wäre eben, welche Ansprüche tatsächlich rechtlich bestehen.

Danke Euch ganz herzlich für Euren Rat.

Gruß, liebelain

Beitrag von arkti 16.10.10 - 21:48 Uhr

Bei meiner Schwiegermutter wurden die Wohnzimmermöbel solange ausgelagert.
Den Strom für die Trockengeräte bekommt man erstattet.
Sie bekam neuen Laminat und es wurde wieder renoviert.
Bei ihr war etliche Wochen ein Loch im Boden.
Ausquartiert werden wollte sie nicht, von daher weiß ich nicht was genau bezahlt worden wäre.

Das Haus wird ja versichert sein.


Beitrag von liebelain 16.10.10 - 22:10 Uhr

Ja natürlich. Der Herr von der Versicherung war schon zweimal da.