Weihnachten macht mich dieses Jahr so traurig

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Forum: Weihnachten

Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsbäume, Weihnachtsschmuck, Weihnachtsgebäck, Weihnachtsfeiern ... hier dreht sich alles um die Weihnachtszeit. Tipp: Schaue doch einmal in unsere Artikel zum Thema: Geschenke für die Kleinsten, Zauberhafte Adventszeit mit Kindern.

Beitrag von helikopta 17.10.10 - 15:52 Uhr

Hallo,

vorweg, ich liebe Weihnachten und ich freue mich auf die kommende Zeit.
aber bei aller Vorfreude mischt sich in diesem Jahr immer wieder verstärkt die Trauer um meinen verstorbenen Vater ein.
Er war schon lange schwer krank und wir konnten ihn im letzten jahr am 24.12 aus dem Krankenhaus nach Hause holen. Er konnte den heilig Abend noch mit uns verbringen aber es ging ihm da schon sehr schlecht. Ich habe mit meiner mutter und meiner Schwester gemeinsam versucht ihm ein schönes fest zu bereiten.
Am 26.12 mussten wir ihn mit schwerer Unterzuckerung ins Krankenhaus bringen. Seine nieren versagten und uns wurde schon im Krankenhaus gesagt, das es nur eine Frage der zeit sein würde bis die restlichen Organe versagen würden.
Ich habe gemeinsam mit meiner Mutter an seinem Bett gesessen und wir waren bei ihm, als es zuende ging.
Mein mann war die ganze Zeit mit unseren Kindern zu Hause und hat den kindern immer wieder erklären müssen was los ist und warum Mama so viel weint.
Heute kam unsere Tochter an und erzählte mir das sie sich schon auf die Weihnachstzeit freut, auf Kekse backen und darauf zusammen zu sitzen, bei Kerzenschein usw.
Ich freue mich auch darauf, ich möchte diese Zeit genießen.
Und doch fehlt mir mein Vater so sehr und es fällt mir so schwer an diese Zeit zu denken.
Ich habe Angst davor, das es mich runter ziehen wird und das ich es nicht schaffen werde die zeit zu genießen.
Ich weiß das den Kindern der Opa auch fehlt, aber ich wünsche mir so sehr das die Zeit trotzdem schön werden wird.
Vieleicht wäre das ganze in Trauer und Trost besser aufgehoben, aber ich lese gern hier und wie am Anfang gesagt, eigendlich liebe ich weihnachten und die Vorweihnachtszeit.

Danke an alle die es geschafft haben bis hier her durch zu halten :-)

helikopta

Beitrag von silsil 17.10.10 - 18:30 Uhr

Hallo Helikopta,

ich kann deine Trauer gut nachvollziehen. Mein Papa ist vor 2 Jahren kurz vor Weihnachten an Bauspeicheldrüsekrebs verstorben. Egal welche Jahreszeit es ist, es gibt immer Tage, an denen einen die Trauer erwischt.

Aber frag dich mal, ob dein Papa es wollen würde, dass ihr euch an so einem schönen Familienfest wie Weihnachten von der Trauer um ihn runterziehen läßt? Ich denke mal, dass ist nun wirklich nicht in seinem Sinn.

Außerdem denke an deine Kinder. Die Kleinen haben so feine Antennen, die spüren sowieso, dass die Mama und die Oma traurig sind, aber sie haben auch ein Recht auf schöne Weihnachten!

Meine Mutter hat jahrelang unter Depressionen gelitten und mein Bruder und ich, wußten genau, was Weihnachten auf uns zu kam und wollten schon gar nicht mehr feiern und als wir älter wurden hätten wir den Tag am liebsten ausfallen lassen. Beim Abendessen haben wir auf jede Regung, auf jedes Wort geachtet um zu erahnen wie schlimm es werden wird. Ich habe ohne Zweifel schöne Erinnerungen an Weihnachten als Kind, aber es schleicht sich in manchen Jahren ein bitterer Beigeschmack ein --- Vielleicht ein hartes und nicht ganz passendes Beispiel. Aber meine Tochter soll nur schöne Erinnerungen an Weihnachten haben.

Auch für die Trauer ist Platz. Wir gehen in die Kindermesse und anschließend zünden meine Tochter und ich für die Opas (auch mein Stiefpapa ist vor 3 Jahren verstorben) eine Kerze an. Da ist dann Zeit für meine Trauer. Auf dem Heimweg liefen mir letztes Jahr auch verstohlen die Tränen. Aber dann ist auch wieder genug und wir feiern ein schönes Familienfest.

Für meine Mutter ist Weihnachten nach dem Tod meines Stiefpapas immer noch ein schwieriger Tag und ich gestehe ihr auch ein einigeln zu Hause zu. Sprich ich überrede sie dann auch nicht lange. Frag deine Mutter, wie es ihr am liebsten ist zu feiern und akzeptiere auch, wenn sie kurzfristig absagt.

Und wenn die Traurigkeit ganz schlimm kommt, lass deinen Mann die Kinder ablenken, verkrümmel dich, heul ne Runde und dann rappel dich auf und denke daran, was dein Papa dazu sagen würde #liebdrueck

lg
Silvia

Beitrag von minimoeller 17.10.10 - 19:51 Uhr

Lass Dich mal#liebdrueck!

Das erste Weihnachtsfest nach einem Todesfall ist das Schlimmste!

Deine Trauer braucht Zeit und Raum, um verarbeitet zu werden. Gerade das Weihnachtsfest ist das Fest der Familie und dieses Jahr fehlt ein Teil eurer Familie.

Aber lass die Trauer zu und verdräng sie nicht.

Vielleicht kann ja ein neues Ritual zum Weihnachtsfest eingeführt werden, dass Deinem Vater gewidmet ist. Ihr könntet vielleicht zum Friedhof gehen und ihm ein besonders weihnachtliches Gesteck bringen. Oder ihr backt Plätzchen die er gerne mochte. Vielleicht singt ihr ja zu Weihnachten? Hatte er ein Lieblingslied, dass am Weihnachtstag nur für ihn gesungen wird? Stellt ein Foto von ihm auf mit einem kleinem Weihnachtslicht davor... es gibt bestimmt etwas, was zu Eurer Familie passt.

Trauer muss man durchleben - mit all den Schmerzen, die dazu gehören. Aber es wird besser. Dein Vater wird immer in Deinem Herzen sein und irgendwann wird die Zeit kommen, wo sich Dein Herz nicht mehr schwer anfühlt, wenn Du an ihn denkst.

Alles Gute für Dich und Kopf hoch!

GLG

Beitrag von flomie2006 17.10.10 - 22:15 Uhr

hi

las dich mal lieb drücken #liebdrueck

Ich kann dich total verstehen von mein mann der opa ist dieses jahr januar gestorben er war für mich wie mein eigener opa.

letztes jahr weihnachten waren wir alle zusammen die ganze familie das heisst seine 4 kinder plus enkelkinder und den ihre partner waren ca 22 personen.
das war immer total schön meine maus wird am 6 dezember 2 jahrer alt unt war das erste urenkel ich kann mich noch genau an sein lächeln erinnern und hab ein foto wo das erste weihnachten mit ihm und meiner mausi war.

Nun wird es so sein das wir weihnachten nur noch zu 8 feiern und das macht mich sehr traurig.

ich muss immer an ihn denken und wie wird das erste weihnachten ohne ihn sein??

ich habe davor angst das ich in tränen ausbreche weil ohne ihn ist alles so komisch.

wisst ihr was das komische ist meine mausi ruft mit ihren fast 2 jahren ganz viel nach ihm und das ist so schwer.

ich kann dich total verstehen es ist nicht leicht das erste weihnachten ohne die lieben leute die man mag zu verbringen.

wir versuchen das beste draus zu machen und werden am 23.12 nochmal auf friedhof gehen und ihm was schönes bringen.

lg mandy

Beitrag von spark.oats 17.10.10 - 23:37 Uhr

Hallo Helikopta,

ich kann deine Trauer ebenfalls sehr gut verstehen! Ich hätte das Jahr 2008 Weihnachten meinen Bruder wiedersehen sollen. Nach qualvollen 12 Jahren die mein Vater uns nicht aufeinander treffen lassen wollte.

doch dieser starb im November... Traurig wird man wohl jedes Jahr irgendwie sein, aber trotzdem wird man auch immer wieder etwas haben, woran man sich fest halten kann. Sei es die Familie, Freunde oder sonst was. :)

Liebste Grüße und trotz allem schonmal eine wunderschöne Vorweihnachtszeit mit deiner Familie :)

Beitrag von helikopta 18.10.10 - 08:34 Uhr

Hallo zusammen,

ich danke euch für eure lieben und aufmunternden Worte.
Wir werden auch in diesem Jahr wieder zusammen feiern, meine Jüngste Schwester und meine Mutter und wir (Mann+Kinder).
Aber gerade jetzt kommen so viele Erinnerungen auf, an das was wir im letzten Jahr noch gemacht haben, was wir mit ihm erleben konnten, oder was auch schon nicht mehr ging, weil er im krankenhaus war.
Wir haben im letzten Jahr nach 17 Jahren wilder ehe geheiratet, das war für ihn ein wichtiges rlebnis, von den er gerne allem und jedem erzählt hat. Er war immer ein sehr aufgeschlossener und bei allen sehr beliebter Mann, der viel Jugendarbeit in verschiedenen Bereichen geleistet hat.
Es ist schwer zu wissen, das er die letzte Weihnachtszeit schon mit dem Bewusstsein das es die letzte sein wird erlebt hat.
Wir werde das beste daraus machen. werde viele Dinge tun die wir mit ihm getan haben und werden sicher für ihn eine Kerze zu seinem Bild stellen, damit er bei uns sein kann.
Es tut gut zu wissen, das man nicht allein ist, und das andere diese auch schweren Stunden gut überstanden haben.
Naja und ihr habt recht, ich will das meine kinder sich mit freude an Weihnachten erinnern und das sie es als schön erleben.
Mein Mann und meine Schwiegermutter sind da um sich im Notfall um die Kinder zu kümmern, damit ich auch Zeit für mich haben kann.

Ich wünsche euch allen ebenfalls ein Licht in dieser Zeit, an das ihr euch halten könnte wenn es gerade mal wieder schwer ist.

#liebdrueck helikopta

Beitrag von eumele 18.10.10 - 09:29 Uhr

Hallo!

Auch für uns wird dieses Jahr Weihnachten nicht das Gleiche sein.

Mein Vater ist im März im Alter von 56 Jahren verstorben.

Ich weiß noch nicht, wie meine Mum damit umgeht. Eigentlich ist sie relativ gut drüber weg, aber Feiertage sind doch schon was anderes.

Keiner hält eine kurze witzige Rede. Keiner meckert, dass der Wein alle Jahre wieder zu sauer ist oder die Kartoffeln zu hart....

Selbst mein Bruder(32) kann dieses Jahr Weihnachten nicht dazukommen. Aufgrund einer schweren Krankheit, ist es ihm unmöglich, das Bett länger zu verlassen. Im Rollstuhl kann er sich grad mal ein paar Stunden aufrecht halten. Er hat MS und ist leider jetzt in einem Pflegeheim für MS-Kranke untergebracht.

Dann hat sich mein Mann mit seinem Stiefvater zerstritten und es herrscht Funkstille. Schwiegermutter hängt wieder mittendrin.

Wir wissen noch nicht, wie wir das alles an den Feiertagen machen.:-(

Dieses Jahr hat es die ganze Familie echt gebeutelt.

Ich drück Dich ganz doll#liebdrueck und hoffe, dass du und ich die Vorweihnachtszeit sowie die Feiertage entspannt und glücklich durchleben können.
Das sind wir unseren Zwergen schuldig. #verliebt Die freuen sich doch so!

LG, eumele

Beitrag von sunny2006 18.10.10 - 12:23 Uhr

Hallo Du,

meine Mutter ist 1998 am 23. Dezember an Krebs gestorben. Ich kann mich noch an das Weihnachten 1989 erinnern als wäre es gestern gewesen. Ich war 12, meine Schwester 4. Mein Vater war mit seiner Trauer und der Sorge um seine Kinder völlig überfordert (hat er mir nach vielen Jahren erzählt) und hat dennoch versucht für uns dieses Weihnachtsfest besonders schön zu gestalten.

Ab dem Jahr darauf haben wir es zur Tradition gemacht am 23. Dezember, wenn zuhause alles schon auf Weihnachten geschmückt ist, alle Erledigungen gemacht sind etc. zum Friedhof zu fahren und unsere "Oma-Runde" zu machen.
Inzwischen ist das ganze seit ein paar Jahren so, dass wir morgens losfahren, meine Omas besuchen (dieses Jahr nur noch eine, die andere ist im Januar verstorben) und wir dann zum Friedhof zu meiner Mama fahren. Dort verbringen wir meist so eine halbe Stunde, auch meine Kinder sind dabei. Aus welchem Grund auch immer sind meine Kinder (fast 3 und 5) dort völlig entspannt und streiten nicht. Meine Tochter hat dann als sie 2 Jahre alt war angefangen auf dem Friedhof "Ihr Kinderlein kommet" zu singen. Zuerst haben wir alle etwas sparsam geguckt, aber dann doch mit eingestimmt. Inzwischen machen wir das jedes Jahr. Irgendwie gehört es dazu. Ausserdem lassen wir seit 1989 an Sylvester eine einzige Rakete steigen. Auch das fand ich damals und finde ich auch heute noch eine schöne Sache.

Was ich damit sagen will...natürlich ist gerade die Weihnachtszeit besonders schwer, wenn man gerade einen lieben Menschen verloren hat. Gerade dann wenn Familien doch eigentlich zusammensitzen sollten. Aber mit der Zeit wird es wirklich besser. Auch so eine abgedroschene Phrase für die ich die Menschen immer hätte anschreien können. Aber sie hatten irgendwie Recht. Ich vermisse meine Mama heute noch und wünsche mir so sehr, dass ich noch einmal die Gelegenheit haben würde mit ihr zu sprechen, dass sie ihre Enkelkinder sehen könnte. Sie wäre bestimmt sehr stolz gewesen und eine tolle Oma! Ich habe jedoch die Erinnerungen an sie, die ich mir bewahre. Ich erinnere mich noch gut an sie, und kann mich noch an viele Situationen erinnern. Meine Schwester kann das leider nicht mehr, da sie noch so klein war.
Halte dir die schönen Momente in Erinnerung und gerade an Weihnachten, wenn alles ruhig und gemütlich ist, finde ein paar Momente um ganz für Dich an Deinen Papa zu denken. Mir hilft das immer, wenn ich mich wirklich für einen Moment ganz auf das "Erinnern" konzentriere. Irgendwie fühle ich mich meiner Mama dann nah, und das ist ein schönes Gefühl.

Deine Kinder werden schon dafür Sorgen dass Du an Weihnachten nicht all zu viel Zeit hast zum Traurig sein. Und wenn Du traurig bist hast Du alles Recht dazu!

Ich wünsche Dir trotz allem dass es ein schönes Weihnachtsfest wird. Dein Papa hätte bestimmt nicht gewollt, dass Du so traurig bist!

wenn auch unbekannterweise - von Herzen liebe Grüße,
Tina

Beitrag von delphinchen27 18.10.10 - 21:57 Uhr

Fühl dich mal gedrückt.

Mir geht es genauso.
Vor 5.Jahren starb mein Paps.
Mittlerweile kann ich gut damit umgehen, das er an Feiern nicht dabei ist.

Vor 3 Wochen starb plötzlich und unerwartet meine Mama.
Donnerstag ist die Beerdigung.
Es war bei uns seit mein Paps nicht mehr ist, immer tradition, das sie am 1.Weihnachtsfeiertag zu uns kam.
Hab dann für sie und meinem Mann eine Gans gemacht und es war einfach nur schön.

Diesmal wird es nicht so sein.
Ich kann einfach keine Gans nur für meinen Mann machen.
Da fehlt doch jemand an unserem Tisch *schnief*

Am liebsten würde ich Weihnachten ausfallen lassen.
Aber meinem Kind zuliebe werde ich es, so gut es geht ihm schön und auch fröhlich machen.

Wünsch dir viel Kraft für die Weihnachtszeit

Beitrag von helikopta 19.10.10 - 19:11 Uhr

Hallo,

mein herzliches Beileid zum Tod deiner Mutter. #liebdrueck #kerze

Gerade jetzt ist es für dich ja eine doppelt schwere Zeit.
Ich versuche auch wegen der Kinder dabei zu bleiben und es trotz allem schön zu machen.
Als mein vater letztes Jahr an Weihnachten verstorben ist, habe wir uns trotzdem wegen der Kinder an Sylvester getroffen und zusammen gesessen, er hätte nicht gewollt das wir alle alleine zu Hause sind, aber es war sehr bedrückend und nicht wirklich schön.
Ich es war schön, das er nocheinmal aus der Klinik nach Hause durfte, und das er bei uns sein konnte, aber gerade an so emotionalen Feiertagen ist es sehr schwer wenn ein geliebter Mensch fehlt.
Meine eltern waren in den letzten Jahren immer gemeinsam bei uns zu Hause und nun werden wir die Tage mit meiner Mutter alleine verbringen.

Ich wünsche dir unheimlich viel Kraft für die vor dir liegende Zeit.

LG

helikopta