Mein Patenkind soll zu uns ziehn, geht das?!

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von kleinnadine 17.10.10 - 20:40 Uhr

Hi,

vllt kennt sich hier der ein oder andere aus... es geht um mein Patenkind und dessen etwas verzwickte Familiensituation.

Also kurz vor ab. Die Mutter meines Patenkindes kommt aus der Familie meines Ex-Mannes. Was weiter nicht "schlimm" ist, da wir uns gut verstehen. Mit der Trennung bin ich allerdings 600km weit weg gezogen und sehe somit mein Patenkind auch nicht mehr regelmäßig. Wir telefonieren, es gibt GEschenke und KArten zu den wichtigsten Anlässen und ich versuche auch immer mal wieder sie zu Besuchen, was so 2 - 3 mal im Jahr klappt.

Jetzt ist es so, dass die Mutter meines Patenkindes viele Probleme mit dem Jugendamt hat, ich möchte allerdings nicht näher darauf eingehen. Auf jeden Fall wurde ihr jetzt gesagt, dass die Kinder in eine Pflegefamilie komme würden, wenn eine bestimmte Bedingung nicht erfüllt wird. Die Mutter rief mich an und meinte, dass nun meine "Pflicht" als Patentante zu tragen komme und ich sie nehmen muss. Mein Patenkind hat noch 2 Geschwister, die sie dann jeweils bei den weiteren Paten "untergebracht" haben möchte. Sie möchte also mit mir ein Schriftstück aufsetzen, dass sagt, wenn die Kinder in eine Pflegefamilie kommen, dass mein Patenkind zu mir kommt.

Ich will ihr ja helfen! Und habe der Patenschaft auch ganz bewußt zugestimmt. Nur ist es so, dass ich selbst gerade mein 3. Kind bekommen habe und in unser Haus kein weiteres passen würde. Außerdem sind wir 600km weit weg und die Kinder würden getrennt werden. Ich schätze am Ende würde ich es doch machen.... aber es gibt so viele "abers"...

Jetzt ist eigentlich erstmal zu klären, ob sowas überhaupt geht. Kann man als Elternteil einfach bestimmen zu wem die Kinder kommen sollen? Die Mama meinte dann auch zu mir, dass es auch nur auf bestimmte Zeit wäre, bis sie eine Therapie gemacht hat und dem Jugendamt beweisen kann, dass sie in der Lage ist wieder für ihre Kinder zu sorgen....

Das Gespräch war gerade eben erst, daher bin ich noch etwas von der Rolle....

Gruß
Nadine

Beitrag von mimi1410 17.10.10 - 20:51 Uhr

Hi Nadine,
generell hast du als Pate ja schon die Aufgabe, deinem Patenkind beizustehen etc... allerdings nicht eine Sorgerechtsverpflichtung. Wie alt ist denn das Kind? Und über welchen Zeitraum sprecht ihr denn? Therapie etc ist ja nun nichts, was innerhalb von 2-3 Wochen erledigt ist,oder?
Generell kann sie wohl den Vorschlag machen, das Kind zu dir zu geben, aber nur mit deinem eEinverständnis.

LG und alles Gute
Mimi

Beitrag von kleinnadine 17.10.10 - 20:58 Uhr

HI Mimi,

sie ist jetzt 4 geworden und es geht wohl um ca. 3 Jahre Therapiezeit, wenn alles gut läuft.

Sie würde dann hier in den Kindergarten gehen, evtl. sogar schon in die Schule.... au man....

Gruß Nadine

Beitrag von alkesh 17.10.10 - 22:12 Uhr

Eigentlich ist die Aufgabe eines Paten das Kind in seinem christlichen Glauben zu begleiten!

LG

Beitrag von anyca 17.10.10 - 20:53 Uhr

Das war vor 200 Jahren mal so, daß die Kinder zur Patentante kamen, wenn den Eltern etwas zustieß o.ä. Heute ist Patenschaft ein rein kirchliches Amt, das keinerlei Bedeutung für Sorgerecht o.ä. hat.

Wenn Du grade das dritte Kind gekriegt hast, kein Zimmer für das Patenkind hast, 600 km weit weg wohnst und ohnehin keine sooooo feste Bindung zum Patenkind besteht, wird das Jugendamt Euch wohl kaum als Pflegefamilie in Betracht ziehen, selbst wenn ihr das wollen würdet. Abgesehen davon wäre es ja nun besser, die Geschwister könnten zusammenbleiben.

Also, sag möglichst zeitnah nein, damit das betroffene Kind nicht unnötig verwirrt wird.

Beitrag von kleinnadine 17.10.10 - 21:02 Uhr

Hi,

ja, das die Patenschaft keinerlei rechtlihce Verpflichtungen hat, weiß ich. Es ist mehr eine stumme Übereinkunft zwischen uns. Und daher ist das "nein" sagen auch ziemlich schwierig... sie hofft auf meine Hilfe und ist völlig aufgelöst. Sie will wissen, dass es dem Kind gut geht und das es zu Menschen kommt, die es lieb haben.

Das wir aufgrund der aufgeählten Tatsachen wahrscheinlich nicht in Frage kommen ist mir fast klar. Es ist so unheimlich schwierig....

Beitrag von anyca 17.10.10 - 21:12 Uhr

"Sie will wissen, dass es dem Kind gut geht"

Ja, eben ... und Du mußt ihr sagen, daß Du das Kind zwar lieb hast, daß es dem Kind bei Euch aber evtl. NICHT gut gehen würde, weil Du eben mit Baby nicht die Zeit und Kraft hast, die die Situation des Kindes erfordern würde. Man würde dem Kind KEINEN Gefallen tun, wenn es umzieht, sich bei Euch eingewöhnt und dann doch wieder weg muß, weil es nicht geht.
Außerdem müßte ja auch Dein Partner einverstanden sein ...

Sei dem Kind lieber eine gute Patentante als eine schlechte Pflegemutter - und sag das auch so der leiblichen Mutter.

Beitrag von dore1977 17.10.10 - 21:19 Uhr

Hallo,

es scheint bei Euch im Moment ja nicht so gut zu passen mit Deinem Patenkind. Du hast schon drei Kinder zu Hause und schreibst das die Mutter möchte das es dem Kind gut geht. Wieso geht sie den davon aus das es dem Kind in einer Pflegefamilie nicht gut gehen wird ?
Eine Pflegefamilie ist doch nicht das Ende für das Kind. Vielleicht solltest Du darauf hin arbeiten das sie die Pflegefamilie nicht als Unmenschen ansieht sondern als Chance für die ganze Familie.

LG dore

Beitrag von bruchetta 17.10.10 - 21:42 Uhr

Ich denke auch, es ist besser, wenn das Kind zu Pflegeeltern kommt.
Vielleicht können die auch noch wenigstens ein Geschwisterkind zusätzlich aufnehmen, denn das Trennen der Kinder finde ist schon fast das Schlimmste in dieser Situation.
Wenn sie die Kinder wieder haben will, ist es wichtig, dass regelmäßiger Besuchskontakt besteht und eines Tages auch eine Rückführung durchgeführt wird.
Hierfür MÜSSEN die Kinder in erreichbarer Nähe der Mutter sein.
Sag ihr das mal so!
Nur Kinder, die definitiv nicht mehr zu den Eltern kommen und keine oder kaum Besuchskontakte haben, können auch in eine Familie, die weiter weg lebt.
Anders wird es nicht gehen.

Beitrag von tweety12_de 18.10.10 - 06:30 Uhr

hallo,

ich bin/war pflegekind.

für mich wäre es das allerschlimmste gewesen, von meinen beiden geschwistern getrennt zu werden.

wir wurden alle drei in der gleichen pflegefamilie groß.....

gruß alex

Beitrag von zubbeline 18.10.10 - 09:58 Uhr

bei mir stand damals mal im Raum, ob ich Kinder aufnehme, von denen ich zwar nicht Pate war, aber zu denen ich einen engen Bezug hatte.
Auch da ging es absehbar um einen begrenzten Zeitraum.
Ich wohnte knapp 100 km entfernt.

Das war dem Jugendamt in dem Fall eigentlich schon zu weit. Denn wenn die Kinder ja eh wieder zurück sollten, dann sollten sie auch in ihrem gewohnten Umfeld bleiben und nicht Schule, Freunde etc wechsen müssen.

Sie waren dann letztendlichin einer Wohngruppe untergebracht und sind nach etwa 2 Jahren wieder in die Familie zurückgeführt worden.

Beitrag von ja-wer-schon 18.10.10 - 10:59 Uhr

Liebe Nadine,
meine Meinung ist: Pate hin oder her, das ist hier nicht allein das Entscheidende.
Man muß einfach die Für und Wider einer solchen Pflegschaft abwägen, das stell ich mir ganz schön schwierig vor. Da gibts soviel Kriterien, die da eine Rolle spielen... wie ist das Kind, wie wirds mit deinen Kindern harmonieren, ganz normale Alltagssituationen... wie gehts euch wenn das Kind eines Tages zur Mutter zurückkommt....! Mir fallen da gerade ganz viele Punkte ein

Ich denke wenn die Mutter nicht dagegen ist, dürfte es möglich sein, daß ihr als Pflegefamilie fungiert.

Eine Nachbarsfamilie hier hat den Neffen des Mannes als Pflegekind aufgenommen. Der Pflegejunge war damals 11, die eigenen Kinder etwa drei und fünf. Der Pflegesohn wurde auch von seinen vier Geschwistern getrennt, er ist heute erwachsen (20) und berufsbedingt seit einem Jahr unter der Woche in einer eigenen Wohnheim.
Das hat im Großen und Ganzen recht gut geklappt, soweit ich das von außen beurteilen kann. Es ist eine recht nette Familie, der Pflegesohn hat Abitur gemacht (die zwei leiblichen Kinder gehen zur Realschule) und er ist auch ein wirklich netter junger Mann geworden.
Als damals bei dieser Nachbarin das Thema anstand, den Jungen aufzunehmen, war sie schon sehr skeptisch, es hat wohl auch immer wieder Mal Unstimmigkeiten mit der Mutter gegeben (das ist aber eher eine Person, die von ihren fünf Kindern kaum was wissen will). Die Mutter ist auch ca. 500 km entfernt.

Ich persönlich habe großen Respekt vor jemand, der das durchzieht und dabei sein Sache gut macht. Ich wünsch dir die richtige Entscheidung!!

LG
C.

Beitrag von zoezoe2000 18.10.10 - 17:12 Uhr

Hallo Nadine,

die Kinder zu trennen, wäre für sie sicher das allerschilmmste. Das Jugendamt versucht immer, Geschwister zusammen unterzubringen.

Mal davon abgesehen, ist auch zu bedenken, dass das Kind viel Zeit und Zuwendung brauchen wird:
Plötzlich getrennt von der Mutter, den Geschwistern, den Freunden, der gewohnten Umgebung/Schule/ Kindergarten... das steckt ein Kind nicht so einfach weg.

Da würde ich ganz "egoistisch" an mich und meine Kinder denken. Die müssen sich jetzt an ein Euer "neues" Baby gewöhnen, das auch viel Zeit und Aufmerksamkeit braucht.

Einer wird, wenn Ihr das Kind aufnehmt, auf jeden Fall zu kurz kommen... und für Dich wird es ein Riesenstress.

LG

Beitrag von bruchetta 18.10.10 - 19:41 Uhr

Das Jugendamt versucht immer, Geschwister zusammen unterzubringen.

Warum stellst Du solche Behauptungen auf? Bei unserem JA ist es defintiv nicht so!
Da geht die Pflegeeltern - ´Pflegekind VOR die Geschwisterbeziehung, das weiß ich definitiv
Stimmt also nicht! #aerger

Beitrag von alpenbaby711 18.10.10 - 20:10 Uhr

Wenn du das machen willst finde ich das toll, aber verpflichtet bist du nicht. Denn ganz klar grundlos wird nie ein Kind aus der Familie geholt oder sagen wirs mal so in den wenigsten Fällen. Fakt ist die Mutter will es sich wahrscheinlich leichter machen wenn das Kind bei dir ist weil sie dann sicherlich meint mehr reinpfuschen und mit reden zu können. Bei ner Pflegefamilie hätte sie nämlich nichts mehr zu sagen daher will sie dir jetzt ein schlechtes Gewissen einreden. WEnn du den Kontakt hälst, toll, aaaaaaber wenn du gar nicht kannst weil ihr keine Platz habt und selbst gerade erst ein 3. Kind kam würde ich mir das auch sehr gut überlegen.
Ela