Neid auf Stiefsohn

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von josilyn 18.10.10 - 10:32 Uhr

Wir sind eine typische Patchworkfamilie. Mein Mann hat einen Sohnen aus erster Ehe ( 14), der bei seiner Mutter lebt und uns unregelmässig nach Lust und Laune besucht ( meist in den Ferien). Ich habe eine Tochter ( 13) und zusammen haben wir eine Tochter (7). Meine Tochter hat keinen Kontakt zu ihrem leiblichen Vater ( er lehnt diesen konsequent ab). Ich verstehe mich mit meinem "Stiefsohn" gut. Nur einen Punkt gibt es da komme ich mit meinem Mann immer wieder in Streit. Der Junge hat mit seinen 14 Jahren alles aber wirklich alles, was es auf dem Elektronikmarkt so gibt. I-Pod, Handy, PC, Laptop,Playstation II und III und ich glaube ich könnte diese Aufzählung noch um einiges erweitern. Klar weiss ich das es in diesem Alter vorallem für Jungs sehr wichtig ist. Doch ich spüre ihm gegenüber Neid und ich kann mir das nicht erklären. Es ist so ein Gefühl, dass weil ich dies alles meiner Tochter nicht kaufen kann komme ich mir vor wie ein Looser. Ich bekomme für meine Tochter keinen Unterhalt und unser Einkommen wird natürlich zwischen allen unseren Kindern aufgeteilt. Mein Mann zahlt Unterhalt und auch die Omi und der Onkel geben immer wieder Geld in grösseren Mengen an den Jungen für die Finanzierung seiner Wünsche. Bevor ich meinen Mann kennenlernte war es für mich oft schwer mein Leben mit meiner Tochter zu finanzieren. Für Sparbücher oder ähnliches blieb nichts übrig. Mein Mann hat immer gut verdient und für seinen Sohn ein Sparbuch angelegt und auch noch einen Bausparvertrag, alles in allem hat er so 5.000 Euro zusammengespart, was er ihm bei der Volljährigkeit geben will. Wenn ich daran denke wird mir schlecht. Denn nur ein Jahr später wird meine Tochter auch volljährig und was sage ich ihr dann?
Wie kann ich meinen Neid nur abschalten, denn ich leide darunter das ich meinem Mann immer Vorwürfe machen, obwohl er nichts dafür kann.
Josilyn

Beitrag von anarchie 18.10.10 - 11:13 Uhr

Hallo!

Ich verstehe dich...

Wie steht denn dein Mann dazu?

Könnt ihr nicht für sie auch etwas anlegen und für die Kleine auch?
Müssen ja keine Unsummen sein...

Ich finde, dass dein Mann indem er dich geheiratet hat, auch für deine Tochter verantwortlich ist ...und da versuchen sollte auszugleichen.

arbeitest du?
Wenn nicht könntest du doch nen nebenjob machen und das geld anlegen...

lg

melanie mit 4 kids

Beitrag von josilyn 18.10.10 - 11:31 Uhr

Hallo Melanie,
danke für deine Antwort. Ja ich arbeite und das in der Pflege, also Schichtarbeit, Wochenenddienst usw. Da bleibt leider keine Zeit für einen Nebenjob. Ich kann mit meinem Mann nicht mal drüber reden. Er fühlt sich sofort persönlich angegriffen. Er steht auf dem Standpunkt, dass das was früher war nun mal nicht mehr zu ändern ist. Und wenn er damals das Geld nicht über gehabt hätte, dann hätte er auch nicht so viel für seinen Sohn anlegen können. Jetzt sieht unsere finanzielle Situation nicht mehr so gut aus. Mein Mann hat nach einem Schlaganfall seine Arbeit verloren, konnte er nicht mehr ausüben und jetzt macht er eine Umschulung. Ob er dann eine Arbeit findet in diesem neuen Beruf können wir nur hoffen. Mein Mann soll ja auch den Unterhalt zahlen, steht ja auch für mich nicht zur Debatte, aber dann zahlen wir noch die Fahrtkosten für den Jungen und wenn er bei uns ist, dann will mein Mann natürlich auch was mit ihm unternehmen oder ihm mal was schönes kaufen. Das geht dann natürlich von unserem Haushaltsgeld ab. Und unterm Strich bleibt für uns dann nichts viel übrig und meine Tochter kann nie wegfahren und bekommt immer vorgeführt, was er sich jetzt schon wieder gegönnt hat, wie er es nennt. Ich habe halt keine Verwandtschaft. Und jetzt fängt die Omi auch schon an, unserer Kleinen jeden Wunsch zu erfüllen. Find ich ja lieb, aber ich hänge total zwischen den Stühlen.

Beitrag von anarchie 18.10.10 - 11:39 Uhr

oh, das klingt übel...

kann man denn mit der Omi reden, dass sie beide Kinder gleich behandelt?
Also auf ihr verständnis setzen?

ich persönlich wäre da vermutlich auch ziemlich hart und würde , wenn die oma das nicht einsieht, geschenke nur erlauben, wenn ale etwa den gleichen wert bekommen .
Auch wenn es nicht ihr enkelkind ist, so ist es die schwester ihrer enkel und muss als vollwertiges Familienmitglied gesehen werden.

Ich finde, dass ihr dann im Alltag die Große bevorzugen müsst um irgendwie Ausgleich zu schaffen...und ich finde, sie ist alt genug, um es ihr zu erklären, wie es ist.
Ehrlich und unverschnörkelt.

das ihr hakbbrunder eben geld bekommen wird, weil es damals übrig war und sie eben nicht, weil du es nicht konntest und ihr es jetzt auch nicht könnt.
dass du weisst, wie fies das für sie ist, es aber nicht ändern kannst...
Wichtig wäre mir, dass sie weiss, dass sie nicht absichtlich benachteilligt wird..

ui...echt fies...


lg

Beitrag von schullek 18.10.10 - 12:20 Uhr

hallo,

ist ne schwierige situation. ich kann verstehen, wie du dich fühlst.
aber versuche doch mal bissl rationaler an die sache ranzueghen:

dein mann hat das geld angelegt, als er es hatte. das ist ok und richtig so. zu der zeit gab es euch auch noch nicht.
was die oma dem jungen schenkt ist ihre sache.
da er nicht ständig bei euch lebt finde ich das jetzt auch nicht so schlimm.
wenn es aber große unterschiede bei den zuwendungen zwischen den beiden mädchen gibt, die ja zusammen wohnen etc., dann würde ich wahrscheinlich versuchen mit der oma zu reden. ihr nichts verbieten, sondern versuchen ihr zu erklären, wie blöd das für deine große ist. sie hat nun schon den vater nicht, der große bekommt sehr viel, nun die kleine udn für sie selber bleibt kaum was übrig.

wo ein gleichgewicht reingebracht werden sollte ist das leben bei euch zu hause, wenn der junge bei euch ist. es sollte für ihn keine extrawürste geben. es kann nicht sein, dass dein mann euer weniges geld für den jungen ausgobt und alle anderen zurückstecken. das ist weder für den jungen etwas gutes (erziehungstechnisch, noch für alle anderen. ihr müsst einen ausgleich finden. sei es mehr taschengeld für die große oder eben aufteilen. hast du nicht die möglichkeit 20 im monat zurückzulegen, ganz privat, und das dann für ausgaben deine große betrffend auszugeben?

ausserdem: wieso bekommst du keinen unterhalt? dieser steht deinem kind gesetzlich zu und in ihrem sinne solltest du das ganze einklagen!

lg

Beitrag von litalia 18.10.10 - 13:38 Uhr

um ehrlich zu sein wäre ich da knallhart.

die beiden mädchen sind DEINE kinder und die haben gefälligst gleich behandelt zu werden.

ich würde kein einziges geschenk von der oma annehmen wenn es NUR für die kleinere ist.

dein mann hat dich mit kind geheiratet. alleine gab es dich nicht :-)

und jetzt habt IHR zwei kinder, es völlig unerheblich ob eines davon nicht leiblich ist oder nicht. beide kinder sollten völlig gleich behandelt werden. nicht nur von euch sondern auch von der verwandschaft.

ich würde es nicht dulden das eines meiner kinder offensichtlich benachteiligt wird.


zu dem sohn deines mannes, das kannst du nicht ändern;-)
er hatte eben glück das sein papa für ihn was gespart hat als es ihm finanziell gut ging etc.
du kannst seinen sohn nicht mit deiner tochter vergleichen.

ALLERDRINGS: sollte dein mann lernen sich einzuschränken. ER hat jetzt3 kinder und nicht nur eines.
sprich: es kann nicht sein das er teure anschaffungen für seinen sohn macht während die anderen beiden kinder in die röhre gucken und ihr euch einschränken müsst weil das geld zum leben fehlt.

IHR solltet gemeinsam besprechen ob das geschenk für den sohn drin ist oder nicht.

z.b. weihnachten: da kann es nicht sein das er geschenke im wert von 500 euro bekommt und deine tochter im wert von 50 weil für sie kein geld mehr da ist.

gleichberechtigung sollte sein unter allen 3 kindern.

Beitrag von redrose123 18.10.10 - 13:53 Uhr

Immer dieses Materielle gedöns....Meine Stiefkinder erfreuen sich an kleinigkeiten bin ich froh drum wirklich.....Ich denke nicht der Geldwert eines geschenkes ist wichtig sondern ob es von Herzen kommt....

Beitrag von juniorette 18.10.10 - 14:10 Uhr

"Stiefkinder erfreuen sich an kleinigkeiten bin ich froh drum wirklich...."

Das ist ja alles schön und gut, aber würden sich deine Stiefkinder noch an diesen Kleinigkeiten erfreuen, wenn eines der Kinder deutlich mehr Spielzeug oder Geld oder teure Freizeitaktivitäten bekäme als jedes deiner anderen Stiefkinder? Die benachteiligten Stiefkinder müssten ja schon Heilige sein, wenn sie das nicht stören würde.

Ehrlich gesagt möchte ich kein Kind haben, welches sich offensichtliche Benachteiligung (ob von der Verwandtschaft, im Kindergarten, Verein oder später Schule) kommentarlos gefallen lässt. Hier rede ich natürlich nicht nur von "materiellem Gedöns", sondern von absichtlicher und offensichtlicher Benachteiligung allgemein.

Beitrag von josilyn 18.10.10 - 15:35 Uhr

Ich finde das kommt auf das Alter an. Unsere "Lütte" freut sich auch sehr über Kleinigkeiten oder einen Bastelnachmittag. Aber zwischen dem Grossen, seinem Vater und eigentlich seiner ganzen Verwandtschaft geht es nur noch um Geld, Anschaffungen oder Wünsche. Ein Ferientag ohne ihn kann bei uns schon ziemlich langweilig sein. Wenn die Freunde verreist sind. Wenn er bei uns ist, dann muss vom ersten Tag an das Spassprogramm laufen. Jeden Tag einen Ausflug und wenn das nicht geht, dann sitzt er stundenlang vor laptop oder playstation und spielt. Wenn sein Papa dann einsieht das es so nicht weitergeht, dann muss er sich was einfallen lassen, denn Langeweile wäre das Schlimmste was passieren kann. Also ein Ausflug, Fussballbesuch im Stadion ( HSV) usw. Jedenfalls fallen den Beiden immer Dinge ein die Geld kosten, sonst macht er nicht mit. Bei Langerweile wird auch schon mal gedroht, dass er nicht mehr kommen will. Und davor hat mein Mann panische Angst. Und ich meine einfach, dass solche Sonderaktionen durchaus mal von dem Geld auf dem Sparbuch finanziert werden können oder?

Beitrag von juniorette 18.10.10 - 16:03 Uhr

"Und ich meine einfach, dass solche Sonderaktionen durchaus mal von dem Geld auf dem Sparbuch finanziert werden können oder? "

Da bei euch deswegen die Mädchen zu kurz kommen - auf jeden Fall :-)

Beitrag von litalia 18.10.10 - 17:50 Uhr

dein mann scheint ein kleines weichei zu sein was seinem sohn nicht die stirn bieten kann ;-)

söhnchen möchte alles und papa springt ..... wenn papa nicht schnell genug springt dann droht söhnchen eben.

sehr schlechte erziehung.

pass auf das er deine mädels nicht auch so erzieht sonst tanzen ihm bald 3 kinder auf der nase rum ;-)

Beitrag von litalia 18.10.10 - 17:44 Uhr

schmarrn!


du scheinst den sinn nicht verstanden haben!

es geht nicht um kleinigkeiten oder riesen geschenke sondern um gleichberechtigung.

schön wenn sich kinder über kleinigkeiten freuen aber ob sich ein kind über eine kleinigkeit freuen würde währen das andere kind supertolle mega riesen sachen bekommt?


sehr sinnig deine antwort

Beitrag von gismomo 18.10.10 - 11:20 Uhr

Hallo,

ich hätte auch ein Problem damit, wenn ich an deiner Stelle wäre. Ich würde von meinem Mann erwarten, dass er zumindest einen kleinen Betrag für deine Tochter regelmäßig anlegt. Für die Geschenke der Großeltern/Onkel und Tante kann dein Mann nichts. Aber etwas für deine Tochter anlegen, müsste drin sein. Je nach eurer finanziellen Situation müsste es doch auch drin sein, dass er für deine Tochter den gleichen Betrag anlegt, den sein Sohn bekommt? Auch, wenn es viel Geld auf einmal ist, aber wenn es ihm wichtig wäre...
Arbeitest du? Wie steht dein Mann dazu? Falls du nicht arbeitest, würde ich mir an deiner Stelle überlegen, einen Job auf 400 Euro-Basis anzunehmen. Ergo müsste dein Mann mehr im Haushalt machen. Das Geld könntest du für deine Tochter anlegen. Oder du arbeitest nicht, machst mehr im Haushalt, und dein Mann legt dafür Geld für deine Tochter an. So würd ich das machen.

lg
K.

Beitrag von redrose123 18.10.10 - 11:45 Uhr

Man kann es erwarten es ist aber nicht seine Pflicht. Ich würde erst mal den KV so in die Pflicht nehmen das er zahlen muss es ist dessen Pflicht die Kosten zu übernehmen......

Beitrag von josilyn 18.10.10 - 12:09 Uhr

Ja das würde ich wirklich sehr gern, aber das ist sehr schwierig. Er hat nach unserer Tochter noch 4 weitere Kinder gezeugt. Und lebt jetzt schon fast 10 Jahre von Hartz IV. Eigenbemühungen gleich NULL. Und so wie es im Moment auf dem Arbeitsmarkt aussieht, wird er sich auch weiterhin dürcken können.

Beitrag von redrose123 18.10.10 - 12:21 Uhr

Dann musst dud amit umgehen können das dein Stiefsohn eben einen besseren Vater hat. Klar er kann deiner Tochter auch was geben, müssen tut er es aber nicht....Was sagt dein Mann denn?

Beitrag von josilyn 18.10.10 - 12:31 Uhr

Also mein Mann fühlt sich sofort persönlich angegriffen, wenn ich ihn darauf anspreche. Er meint, wenn er damals nicht so gut verdient hätte, dann hätte er das auch nicht gemacht. Eigentlich ist er ja auch der Meinung, das der Junge soviel nicht braucht, aber er hat es nun mal gemacht, voller Stolz auf sein erstes Kind und dann ist das eben so. Irgendwie habe ich schon den Eindruck, dass er fürchtet, dass bei dem "Jahresumsatz", den sein sohn jetzt schon hat das Geld in vier Jahren garnicht mehr einen so grossen Stellenwert für ihn haben wird. Und bei unserer gemeinsamen Kleinen schiebt er das Problem weit weg. Der glaubt seinen Grossen finanziell entschädigen zu müssen, weil er halt die Familie verlassen hat ( seine Ex hat ihn betrogen). Unsere intakte Familie sei ihm mehr wert als Geld.

Beitrag von schullek 18.10.10 - 12:35 Uhr

"Unsere intakte Familie sei ihm mehr wert als Geld. "

womit er ja nun eigentlich recht hat, oder?

siehe meine worte weiter unten!

lg

Beitrag von redrose123 18.10.10 - 12:53 Uhr

Wo ich deinem Mann recht geben muss. Wir haben das Problem nicht, die Kinder bekommen das was wir uns Finanziell leisten können nach raten abzahlung fürs Haus, Rechnungen fix Kosten eben. Und dem Unterhalt für die Kinder, und da bleibt eben nicht so viel da bekommen sie dann meist nützliche günstige sachen. Sparbuch haben wir auch für sie wo Monatlich was drauf kommt....Schau das du immer mal wieder was abzwacken kannst, und wenn es im monat nur 5 euro sind und anderen Monat ein wenig mehr usw.

Sei froh das du deinen Mann hast, der eben meint er muss bei seinem ersten Sohn materiell mehr bringen da er so nicht mehr tun kann.....

Beitrag von juniorette 18.10.10 - 12:08 Uhr

Hallo,

ich bin der Meinung, dass dein Mann zumindest moralisch verpflichtet ist, jedem seiner Kinder dieselbe finanzielle Zuwendung zu geben, zumindest so, dass es sich innerhalb eines Jahres ausgleicht.

Dein Stiefsohn bekommt ja anscheinend nur in den Ferien finanzielle Extras von deinem Mann, während die beiden Mädchen auch im Alltag mal das eine oder andere Extra bekommen, oder? Solange sich das insgesamt ausgleicht, finde ich das noch okay.
Wenn dein Mann allerdings im Alltag sagt "kein Geld da" und in den Ferien ist plötzlich Geld da, um es für den Sohn auszugeben, würde ich auf die Barrikaden gehen.

Nicht okay ist es, wenn die Oma nur ihre leiblichen Enkelkinder mit Geschenken überhauft, während deine 13Jährige außen vor bleibt. Da solltet ihr Eltern ein ernstes Wörtchen mit Oma und den restlixhen Verwandten deines Mannes reden.

Was das Sparbuch betrifft:
blöd gelaufen für deine Tochter, aber du kannst nicht erwarten, dass das Geld, was er vor eurer Beziehung mal für seinen Sohn angelegt hat, jetzt durch 3 teilt. Über solche vermeintlichen Ungerechtigkeiten sollte man sich Gedanken machen, BEVOR man eine Patchworkfamilie gründet.

Wäre die Ex deines Mannes Multimillionärin und dein Stiefsohn bekäme 1000 € Taschengeld im Monat, dürftest du dich ja auch nicht darüber beklagen, dass dein Stiefsohn viel mehr Geld als deine Tochter zur Verfügung hat, denn du würdest wohl kaum von der Ex deines Mannes erwarten, dass deine Töchter von ihr dasselbe an Geld bekommen, oder? ;-)

LG,
J.

Beitrag von schullek 18.10.10 - 12:33 Uhr

ich habe weiter oben schon geantwortet. hier nur ein kleiner nachtrag:

ich finde nicht, dass der stiefvater die moralische verpflichtung hat für die große auch geld anzusparen.
wenn die finanzen in einen topf gehen und nicht viel übrig bleibt, dann kann man sehen, was man ab nun tun kann. aber einen ausgleich schaffen finde ich unpassend.

ein beispiel:

meine mutter und ihr jetziger mann kamen zusammen als ich gerade 18 wurde. ich habe eine jüngere schwester und bekam einen noch jüngeren stiefbruder, der mit bei uns lebte. seine mutter hat immer unterhalt gezahlt. aber mein stiefvater hatte nie so viel geld zur verfügung, wie meine mutter.
meine schwester und ich haben beide jeweils mit 18 notariell auf das erbe unseres vaters verzichtet, meine mutter im gegenzug ein testament aufgesetzt.
mein stiefvater hat immer etwas angesprat für seinen sohn. aber sicherlich nicht in dem maße, wie meine mutter.
ist sie jetzt dafür zuständig einen ausgleich zu schaffen? sollte mein stiefbruder einen teil des hauses erben, nur damit er nicht weniger hat als wir?
sicherlich nicht.
gut, bei meinen eltern besteht kein genereller gemeinsamer topf. da mag das ganze etwas einfacher sein.

aber ich denke dennoch, dass er auch nicht moralisch verpflichtet ist jetzt in dieser finanziellen situation einen ausgleich zu schaffen.

natürlich ist das unfair ggü. dem mädchen. aber nicht von seiten des stiefvaters oder der mutter. es sind unfaire umstände!

meine schwester hat viel länger als ich eine rel. hohe halbwaisenrente bekommen, einfach weil sie jünger war als ich. da sie selbst nicht viel davon benötigte, konnte sie ne menge ansparen. soll ich jetzt dagegen demonstieren? ich hatte früh eine eigene wohnung und mehr ausgaben. kalr konnte ich weitaus weniger ansparen. sollen sie oder meine mutter mir deshalb jetzt einen ausgleich verschaffen? fände ich albern!

das leben ist nicht fair und das hat auch nie jemand versprochen.
materielles ist nicht das a und o, wenn auch wichtig in unserer gesellschaft.
niemand in der diskussion betrachtet die emotionalen faktoren!
so hat die große eine intakte familie, wächst mir ihrer schwester zusammen auf! der bruder hat zwar mehr technik blabla, aber immer und jederzeit diese familie? nein!
er musste seinen papa rel. früh teilen mit einer stiefschwester, die ihn auch viel mehr gesehen hat und bekam noch eine kleine schwester, zu der er wahscheinlich nie so ein verhältnis haben wird, wie die große. ist das fair? nein, eben die umstände!

lg

Beitrag von schnuffelschnute 18.10.10 - 12:43 Uhr

Hallo!

Ich kann dich gut verstehen.
Bei uns ist die Situation ähnlich - meine Tochter (fast13), sein Sohn (lebt bei der Mutter, fast 11), unsere Tochter (4)
Meine Große hat auch keinen Kontakt zum Vater, Unterhalt wird nicht gezahlt.
Mein Mann behandelt die Kinder (finanziell) gleich.
Die Großeltern allerdings nicht. Der Sohn bekommt alles, was er will, er darf sich auch alles erlauben, denn er ist ja ein "armes Scheidungskind" - er ist ihnen heilig.
Für ihn können sie sich selber Gedanken machen, was sie ihm schenken wollen zu Geburtstag und Weihnachten, für die Mädchen bekommen wir Geld in die Hand gedrückt mit dem Kommentar "Kauft irgendwas".

Ich weiß bis heute nicht, was ich tun soll.

LG

Ariane

Beitrag von grundlosdiver 18.10.10 - 21:39 Uhr

Ich kann Dich sehr gut verstehen!!!
Unsere Konstellation ist etwas anders: Tochter meines Mannes ist 10, bald 2 gemeinsame Kinder (2 Jahre und Säugling)...
Aber auch ich verspüre das manchmal... WIR behandeln unsere Kinder gleich, aber das ist genau das Problem:
Stewie bekommt immer doppelt - Weihnachten - sie bekommt von ihrer Mutter und ihrem Freund, dann bekommt sie noch von uns.

Wenn Stewie zum Umgang da ist, "müssen" große Ausflüge gemacht werden und meist bekommt sie auch irgendwas (CD, Zeitung o.ä.)

Stewie fährt mind. 4x im Jahr in den Urlaub... (mit Mutter, Großeltern und uns) - uns kostet es ein Vermögen, da wir ja auch in den Ferien fahren müssen. Unsere Kinder können so nur 1x in den Urlaub...

Wir sparen für alle Kinder gleich, aber Stewie wird mehr haben, da ihre Mutter
wohl auch für sie spart, klar, wir zahlen ja auch jeden Monat 433Euro Unterhalt...
Ja, das ist jetzt alles nicht überlebenswichtig... Aber manchmal kann es doch wurmen...#aerger


Bei Euch ist die Situation natürlich noch drastischer! Zumindest würde ich versuchen von Euch aus alle 3 Kinder gleich zu behandeln!!!
Dafür dass ihr nun nichts mehr sparen könnt, dafür kann ja keines der Kinder was! In wie weit leidet denn Deine Große dadrunter?

Ich finde im Übrigen, dass ein 13jähriger nicht jeden Schnickschnack braucht! #augen

Beitrag von imzadi 19.10.10 - 00:09 Uhr

Stewie wird nie MEHR haben, sie hat wohl nie mehr Vater und Mutter in einer Familie. Geld/Geschenke können dieses Los vielleicht leicht bertünchen, aber nie ersetzen. Dem Kind wurde eín wichtiger Anhaltspunkt im Leben entzogen, die Familie. Muss man da wirklich neidisch auf eine Playstadion/Urlaub mehr oder weniger sein?

Beitrag von grundlosdiver 19.10.10 - 08:22 Uhr

Natürlich sind materielle Werte nicht so wichtig!
Aber man kann es auch so und so sehen!!! Sie hat ihre Eltern nicht mehr ZUSAMMEN, aber sie hat ihre Mutter und ihren "Stiefvater", sie hat ihren Vater und ihre Stiefmutter- während "ihre" Familie/Verwandschaft sich einen Sch*** für die Halbgeschwister interessieren, kümmert sich unsere Familie dennoch aufopferungsvoll. Und das sind nicht nur materielle Dinge!!!

Wie die TE außerdem schrieb, geht es irgendwo auch um die Zukunft der Kinder! Kein Urlaub und keine PlayStation ist so wichtig wie finanzielle Unterstützung für Führerschein/Studium etc. Wenn meine Stieftochter mehr Geld hat, weil 2 Seiten sparen, hat sie mehr Möglichkeiten - das ist nun mal so!!!
Wer nicht in unserer Situation steckt, mag das nicht verstehen. Es gibt viele Ungerechtigkeiten, aber weder Erstgeborene noch Zweitgeborene können was für solche Situationen.

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