"Alte" Paare: Wie schafft man es 15 Jahre und länger zusammen?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von nele27 18.10.10 - 10:36 Uhr

Moin Ihr Lieben,

da die Scheidungsrate ja bei 40% liegt, wollte ich mal die anderen 60% fragen, wie Ihr es schafft zusammenzubleiben....

Vor allem:
Wie meistert man Krisen? Wie schafft man es, in schlechten Zeiten wieder umzukehren und am Partner festzuhalten? Wie überwindet ihr Durststrecken?

Höre oft von älteren Paaren "Wir wollten uns mal trennen, haben es aber doch geschafft und sind jetztn 30 Jahre verheiratet".
Sowas würde mich doch mal genauer interessieren :-)

LG, Nele

Beitrag von lichtchen67 18.10.10 - 10:45 Uhr

Du schon wieder - ich schon wieder #freu

Also zusammenbleiben ist das eine.... was ich wichtig finde ist zusammen bleiben und glücklich sein miteinander. Ich habe 17 Jahre geschafft in meiner Ehe - mehr auch nicht.

Meine Eltern sind noch in erster Ehe zusammen - aber glücklich? nein, wirklich glücklich miteinander kommen sie mir nicht vor, sie strahlen mehr Frust aus als Liebe, Respekt und Glück. Meine damalige Schwiegermutter sagte zu mir auch, wenn ich damals gekonnt hätte, wäre ich gegangen aber es waren andere Zeiten, die sind auch noch zusammen.

bei Freunden meiner Eltern weiß man, dass er seine Frau früher oft betrogen hat, jedem Rock hinterherstieg - heute tun sie so alters-glücklich dass es eher alle nervt.

Wie schafft man es so lange UND glücklich mit dem Partner zu sein? ich habe zwei Paare im Freundeskreis, die über 25 Jahre verheiratet sind und glücklich wirken, ein Rezept können die mir auch nicht sagen. Gibts sicher auch nicht. die haben einfach Glück miteinander gehabt - und sind auf den richtigen Menschen getroffen.


Lichtchen

Beitrag von nele27 18.10.10 - 10:52 Uhr

Ja klar, ich meinte natürlich GLÜCKLICH zusammen - des Geldes wegen oder aufgrund der Moral muss ja heutzutage keiner mehr zusammenbleiben.

Nichtsdestotrotz gibt es ja Paar, die scheitern in der Krise und andere, die schaffen es da raus, obwohl es vll anstrengend ist. Da würde mich mal interessieren, wie die es schaffen. Sind die nur so stur? Oder so verliebt? Oder mehr bereit zu tun als andere?

Meine Eltern waren 20 Jahre verheiratet, davon waren 19 Jahre für die Tonne - das ist jetzt NICHT mein Vorbild :-D

Beitrag von emestesi 18.10.10 - 10:48 Uhr

Mein Mann und ich sind seit bald 13 Jahren verheiratet und seit 17 Jahren ein Paar. Sicher, wie überall gibt es Höhen und Tiefen, aber wir waren bisher noch nie so weit, dass wir ernsthaft an Trennung dachten. Ich denke, unsere Partnerschaft klappt deshalb so gut, weil wir sehr offen und ehrlich miteinander umgehen, uns in unseren Eigenheiten sehr gut ergänzen und weil wir beide kompromissbereit sind. Wenn wir uns "streiten", ist das Ganze eher eine Diskussion und keiner von uns bleibt beharrlich auf seinem Standpunkt; jeder lässt sich mal vom Anderen überzeugen.

Wichtig ist in meinen Augen bei einer guten Partnerschaft auch, dass man sich gut versteht; nicht ohne Grund sage ich auch, dass mein Mann gleichzeitig mein bester Freund ist. Was ich im Laufe der Jahre auch gemerkt habe ist, wie sich manche Prioritäten, die man früher ungemein wichtig fand, verschieben und man andere Dinge wichtig findet bzw. anders beurteilt - und sich damit arrangiert. Natürlich flattern nach sovielen Jahren nicht mehr täglich die Schmetterlinge im Bauch, die Sexualität verändert sich - und zwar zum Positiven -, man nimmt bestimmte körperliche Mankos, die einen an einem selbst häufig zu Anfang einer Beziehung stören (wie z.B. oh, Gott - hoffentlich fällt ihm nicht so auf, dass mein Hintern platt wie Flunder ist ;-)), nicht mehr so Ernst, sondern genießt die Vertrautheit zum Partner.

Ich glaube, dass die "Kunst" des langjährigen Zusammenseins aus einer Mischung aus Geduld, Kompromissbereitschaft, Respekt und Innigkeit sowie Gefühl für den Anderen besteht. Und das man nie aufhören sollte, an sich selbst zu arbeiten.

LG Emestesi

Beitrag von gustav-g 18.10.10 - 10:50 Uhr

1. Glücksfall, den passenden Partner gefunden zu haben

2. sexuelle Harmonie

3. gegenseitige Zuneigung, Wertschätzung und Respekt

4. Das Bedürfnis, den Partner glücklich zu machen. Das ist Liebe

5. einander zuhören


Beitrag von seelenspiegel 19.10.10 - 12:20 Uhr

Genau so !

Beitrag von antwort 18.10.10 - 12:42 Uhr

vielleicht geben viele paare einfach nur zu schnell auf?
man hört und liest hier ja auch oft, dass der eine partner nicht zufrieden ist und überlegt, sich zu trennen. aber tut man auch wirklich was für die beziehung? sicher kann man einfach weglaufen wenn probleme auftauchen oder es nicht mehr "rund läuft" und ist für den oder anderen einfacher, aber dann haben diejenigen das prinzip einer partnerschaft wohl nicht ganz "verstanden" #kratz
wie in guten, als auch in schlechten zeiten...#aha
stress und meinungsverschiedenheiten gibt es in jeder partnerschaft mal und geben und nehmen ist auch das A und O.

was mir z.b. oft auffällt, ist, daß paare schon jahrelang (bspw. 10 und mehr) zusammen sind ohne trauschein und alles läuft gut und glücklich. dann wird irgendwann doch geheiratet und schwups, geht die ehe kurz danach in die brüche. wie kann das angehen?

Beitrag von anke78 18.10.10 - 13:54 Uhr

Hallo,

ich gehöre zu den Leuten, die 10 Jahre oder mehr mit ihrem Partner zusammen waren, einiges zusammen aufgebaut und durchgestanden haben, dann wurde geheiratet und nach nicht mal 2 Jahren Ehe sind wir getrennt.

Wie es dazu kam: Mein Mann ist extrem spielsüchtig. Ich wusste vor der Eheschließung, dass er ins Casino ging und hab eine Spielersperre verlangt, die er sofort unterschrieb. Zusätzlich haben wir einen Ehevertrag, da er enorme Zuwendungen von seiner Familie für den Hausbau bekommen hatte.

Was ich nicht wusste, nicht ahnen konnte: All das, was er mir versprochen hatte: Familie, Spielertherapie, etc., war ihm nach der Hochzeit egal. Er ging sogar noch häufiger spielen (in Spielhöllen kam er weiterhin rein, an privaten Kartenspielen nahm er auch teil und da ging es nicht um Kleingeld :-[, nahm keinerlei Rücksicht mehr auf mich und veränderte sich vom Wesen her komplett. Ich hätte das nie für möglich gehalten.

Ein Außenstehender sieht so etwas nicht, einem Spielsüchtigen siehst du seine Sucht eh nicht an; wir waren das perfekte Paar mit perfektem Haus, Freunden, Bekannten, einer Traumhochzeit, wir führten (für andere) ein sorgenfreies Leben und gönnten uns was, es war für viele nur eine Frage der Zeit, bis zu meiner ersten Schwangerschaft und somit zu einem Leben wie eine Bilderbuchfamilie...

In Wahrheit hat er mehrmals hinter meinem Rücken Geld aufgenommen, mich höchstwahrscheinlich betrogen und belogen eh die ganze Zeit. Er hat mich nicht geachtet und respektiert, nicht so geliebt wie ich es verdient gehabt hätte und wohl nach der Hochzeit gedacht, dass er sich jetzt keine Mühe mehr geben müsse, er "habe mich ja sicher"; von nachlassendem / nicht mehr vorhandenem sexuellen Interesse fange ich jetzt gar nicht erst an (trotz seines ebenfalls vorhandenen Kinderwunsches, wie er immer wieder beteuerte)...
Ich bin übrigens auch nicht ganz schuldlos, denn ich hab diesen Mann mindestens ein Jahrzehnt angehimmelt, vielleicht hat er deswegen den Respekt verloren. Zum Spielen und gegen eine Therapie hat er sich allerdings aus freien Stücken entschieden.

Dies ist nur ein Beispiel von vielen, wie ich denke. Wie gesagt, du kannst in keinen reingucken. Und wie zwei Menschen miteinander in ihren eigenen vier Wänden umgehen, kann komplett anders zu dem sein, was sie dir auf Dorffesten, Geburtstagen, auf Vereinsfeiern, etc. zeigen.

Viele Grüße

Anke

Beitrag von antwort 19.10.10 - 09:06 Uhr

oh je, tut mir sehr leid für dich!
es stimmt natürlich, man kann in keinem reinschauen! es ist mir halt nur öfters aufgefallen, egal ob im privaten bereich bei bekannten oder hier im forum oder im tv.
mir kam auch gleich der erste gedanke, vonwegen nach der eheschließung brauchen sich die partner keine mühe mehr geben und "haben ja jetzt alles" #augen
ist natürlich nicht sinn einer ehe.
bei dir war es natürlich sehr extrem mit deinem mann.

Beitrag von Krisenmeisterin 18.10.10 - 14:36 Uhr

Wie ich Krisen meistere?
Indem ich mir sage, dass ich mich scheiden lasse, sobald die Kinder aus dem Gröbsten raus sind. Das bringt mir dann meinen Seelenfrieden wieder und schwuppdiwupp sind wir auch wieder irgendwie aus der Krise draußen. Dann denke ich mir: "Siehste, gut, dass du nicht so eine bist, die sich eben mal trennt, ist doch ein ganz Lieber, dein Schatz!" Das geht dann bis zur nächsten Krise, wo ich wieder denke: Ich lass mich scheiden, sobald....

Tja, und so geht das jetzt 10 Jahre :-).
Wirklich superglücklich bin ich mit meinem Exemplar Mann nicht. Aber ich hätte es durchaus auch schlimmer erwischen können und ich besinne mich enfach auch auf die guten Eigenschaften.

Grüße

Beitrag von glücklich?.....ja 18.10.10 - 15:31 Uhr

gelten 10 Jahre auch? Will auch mitmachen....

> Nicht auf dem eigenen Standpunkt beharren
> Sich die Unterschiedlichkeit gönnen...man muss nicht immer die gleichen Ansichten haben
> Wenn man streitet, auch mal ins Alberne kippen können, statt bis aufs Blut streiten, den anderen kitzeln;-)
> Nicht nur zuhause rumhängen, sondern raus, was unternehmen
> gleiche Lebensziele (egal ob christlich, materialistisch, buddhistisch, familienorientiert...)
> Rituale (morgens zusammen Kaffee trinken, gemeinsam auf dem Sofa lesen, alberne Insider, Guten-Abend-Kuss, Löffelchen-Schlafen, beten, Kochrituale, Kosenamen erfinden)
> Ähnliches Ordentlichkeits-Sauberkeitsbedürfnis...oder eine Putzfrau;-)
> RESPEKT....NIEMALS verletzend sein...ich habe einmal "F*** Dich" gesagt vor ca. 5 Jahren, das tut mir jetzt noch leid...

Ja, ich denke, das ist es...

Beitrag von clazwi 18.10.10 - 17:08 Uhr

Hallo Nele,

mein Mann und ich haben sich vor 21 Jahren kennengelernt, sind seit 20 Jahren zusammen und seit 19 Jahren verheiratet - und unsere Ehe und Liebe lebt immernoch.

An was das liegt?
Ich kann kein Rezept dafür geben - was uns wichtig ist:

- wir reden miteinander: wir reden über unseren Tag, über unsere Gefühle, über unsere Differenzen, über unsere Träume, Wünsche und Sehnsüchte.

- Wir benennen unsere Gefühle. "Ich liebe Dich" ist bei uns nicht, wie bei sovielen Paaren, eine Art "NoGo" aus Angst, dass sich dieser Satz abnutzen könnte. Er gehört in unserem Alltag, weil er aufrichtig gemeint ist und weil wir beide nicht unseren Arbeitstag ohne diese drei Worte starten möchten, wenn wir uns an der Haustüre trennen.

- Wir halten NICHT (!!!) aneinander fest. Mein Mann ist ein freier Mensch und ich bin es auch. Wir gehen immer wieder mal getrennte Wege. Bei meinen Mann ist das schon durch Geschäftsreisen so bedingt und ich verreise ganz gerne auch mal alleine.

- Wir blenden unsere unterschiedlichen Meinungen und sehr unterschiedlichen Herangehensweisen (Problemlösungen) nicht aus, sondern stellen uns den möglichen Konflikten.

- Wir sind immernoch attraktiv füreinander.

- Ich fühle mich von meinem Mann als Frau begehrt.

- Ich begehre meinen Mann als Mann.

- Obwohl wir zwei Kinder haben und eines davon schwerbehindert ist, nehmen wir uns Auszeiten und gestalten gemeinsame Paarabende, ganz nach Lust und Laune.

- Wir haben heftige Krisenjahre hinter uns gebracht, die uns verbinden und nicht getrennt haben.

- Wir arbeiten jeden Tag neu an unserer Beziehung und sehen sie nicht als Gewohnheit.

Keine Ahnung, ob das ein allgemeingültiges "Erfolgsrezept" ist...???? Soll es auch gar nicht sein.

Das mal spontan....

LG
Claudia

Beitrag von pumukel75 18.10.10 - 18:30 Uhr

Zuerst einmal sollte es der richtige Partner sein...
Ich bin mit meinem Mann 25 Jahre zusammen, 23 Jahre verheiratet.
Es war die grosse Liebe auf den ersten Blick und die ist es auch heute noch.
Wir sind zwei eigenständige, selbständige Menschen die sich gegenseitig respektieren, in privater und beruflicher Hinsicht.
Wir konnten und können super gut miteinander reden, haben beide unabhängig voneinander Hobbys, die keiner für den anderen aufgegeben hat.
Mußten Schicksalsschläge meistern, was nicht einfach war uns aber noch enger verbunden hat als wir jemals zuvor, andere Beziehungen zerbrechen an so etwas.
Bei uns gibt es nichts getrenntes (Geld), ein wird aus einem Topf geschöpft.
Und vielleicht das wichtigste, wir führen die Beziehung, alles was uns betrifft bleibt auch bei uns und hat ausserhalb (Freunde, Bekannte,Familie) nichts zu suchen.
Wir schaffen uns trotz 4 Kinder Freiräume, vernachlässigen unsere Beziehung Mann und Frau zu sein nicht.
Mittlerweile verstehen wir uns blind...sind aber aber nicht blind wenn es einem mal nicht so gut geht.#verliebt

Beitrag von dominiksmami 19.10.10 - 10:39 Uhr

Huhu,

mein Mann und ich sind erst 7 Jahre verheiratet und 8 Jahre zusammen, von daher kann ich da aus eigener Erfahrung nicht wirklich mitreden.

Meine Eltern hingegen sind jetzt seit 42 Jahren verheiratet.

Es gibt Dinge die man beobachtet...die eindeutig bei so einer Beziehung anders sind als bei vielen "kürzeren" Beziehungen.

Um nur das gravierenste aller Beispiele zu nennen ( sonst wirds ein endlos Beitrag und das will ja keiner):

Mein Vater hatte eine Phase in der er zu Hause viel rumschrie...aus heiterem Himmel, die wüstesten Beschimpfungen gegen meine Mutter und mich losließ.
Gleichzeitig fing er an alles mögliche zu kaufen, Dinge die wir nicht wirklich brauchten und für die wir zu der Zeit eigentlich auch kein Geld hatten ( ich war 13 und er schenkte mir einen "Schreibtischsessel" im Wert von 1000,- DM damals...einfach so zwischendurch) und was noch viel schlimmer war, er fing an alles mögliche zu verschenken.
Fahrräder, die wir eigentlich noch brauchen konnten, Klamotten, Werkzeug, dies und das und jenes.

Das ging so weit das meine Mutter vorsorglich sämtliche Papiere die Haus, Ferienhaus und Auto betrafen vor ihm versteckt hat.

Es war schlimm, wirklich schlimm.

Nun, wenn ich hier so etwas über meinen Mann schreiben würde bekäme ich 2 mögliche Antworten:

a) rede mit ihm ( aber mit ihm war nicht zu reden, definitiv nicht)

b) trenn dich von ihm


und genauso machens die meisten in meinem Alter die ich so kenne auch.

Meine Mutter hat oft darüber nachgedacht....sie war völlig mit den Nerven runter und sie wollte ja auch mich schützen.
Aber dennoch hat sie nicht aufgegeben..sie wußte dass das nicht der Mann war den sie fast 20 Jahre zuvor geheiratet hatte.

Sie lief die Ärzte ab, sprach stundenlang mit unserem Hausartz und einem Psychologen und obwohl das fast unmöglich schien ( weil mans als Arzt ja auch nicht so ohne weiteres "darf") halfen die beiden uns.

Der Hausarzt fand meinem Vater bei der jährlichen Routineuntersuchung plötzlich so "gestresst", das wäre nicht gut und da müsse man doch was machen. Er solle mal zum "Neurolorgen" gehen damit der mal ein eeg macht etc.

Der "Neurologe" ( der ja auch Psychologe ist) hat dann tatsächlich was auf dem EEG gesehen und ihn ins Klinikum überwiesen..wo, so ein böser Zufall, nur noch ein Platz auf der psychiatrischen Abteilung frei, die Neurologie was voll belegt ( bei so einem riesen Krankenhaus fast unmöglich...aber mein Vater war auch weit entfernt von logischem Denken).

Und da ist er dann auf links gedreht worden. Freiwillig wäre er nie dorthin, aber schon nach 2 Tagen und einigen vorsichtigen Gesprächen mit den wirklich guten Ärzten merkte er selber das etwas absolut nicht mit ihm stimmt und Gott sei dank arbeitete er ab da mit und wollte wirklich das ihm geholfen wird ( ohne diesen Willen funktioniert sowas ja auch nicht).

Es dauerte 8 Wochen bis er wieder entlassen wurde....er hatte schlicht einen schleichenden Nervenzusammenbruch erlitten und eine lange nicht erkannte manische Depression dazu bekommen ( alles leicht erklärbar aus seiner damaligen Arbeitssituation).

Die Medikamente wird er lebenslang nehmen müssen, aber so ist er wieder so gut wie der Mann den wir kennen und lieben.

Es war eine verdammt harte Zeit für meine Mutter, ich habe zwar einiges davon mitbekommen ( z.B. das sie mitten in der Nacht das Haus verliess und stundenlang mit den Auto umherfuhr weil sei einfach nicht mehr schlafen konnte etc.) aber vieles auch erst später verstanden und erfahren.

Sie hat uns alle zusammengehalten und ihren Mann nicht aufgegeben...auch wenn da wirklich wüste Beschimpfungen kamen für die ein Mann hier absolut verteufelt würde.

Beide haben diese Krise überwunden und sind dadurch noch viel enger zusammen gewachsen.

Das ist nur einer Unterschiede die ich zu manch kurzlebigen Beziehungen sehe.

liebe Grüße

Andrea

Beitrag von asimbonanga 19.10.10 - 13:42 Uhr

Hallo,
in allen langjährigen Ehen, in die ich Einblicke hatte gab es diese Krisen.Auch wenn einige aus wirtschaftlichen Überlegungen zusammen blieben ,konnten diese überwunden werden--die Liebe kam wieder.Erstaunlicherweise konnten sich diese Krisen auch mal über ein oder zwei Jahre hinziehen.Allerdings hat sich meist ein Partner in seinem Verhalten deutlich geändert.
Meine Eltern waren 58 Jahre verheiratet, es gab eine wirkliche Krise.Ich habe oft darüber nachgedacht, wie es meiner Mutter im Laufe der Jahre gelungen ist,meinen Vater großzügiger und toleranter werden zu lassen.Vielleicht gab es Zeiten, wo wir Kinder und das gemeinsam Erarbeitete der Hauptgrund für ihre Ehe war.Trotzdem wurde die Liebe immer stärker----
vielleicht muss man diese längeren Durststrecken nicht einfach nur durchhalten, sondern schon grundsätzlich den passenden Partner gewählt haben.
Für heutige Ehen würde ich immer zu fachlicher Hilfe tendieren.
Diese habe auch ich in erster Ehe in Anspruch genommen und konnte daher die Entscheidung zum Aufgeben zweifelsfrei treffen.Ich habe es also nicht geschafft, wäre auch lieber verheiratet geblieben.Nach etwas mehr als 6 Jahren, bin ich sehr zuversichtlich es dieses Mal zu schaffen.

L.G.

Beitrag von gustav-g 19.10.10 - 19:05 Uhr

"Nach etwas mehr als 6 Jahren, bin ich sehr zuversichtlich es dieses Mal zu schaffen"

Ich wünsche dir Erfolg und werde im Jahr 2034 bei dir nachfragen, wie es gelaufen ist.

:-)

Beitrag von asimbonanga 19.10.10 - 19:14 Uhr

#liebdrueck

Beitrag von nele27 19.10.10 - 18:31 Uhr

Ein spätes Dankeschön für alle Antworten #freu