Dumme Fehler bei Klassenarbeiten und überhaupt keine Anpassung

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von tinkerbell007 18.10.10 - 12:02 Uhr

Hallo,

Meine Tochter geht in die 4. Klasse. Leider in Berlin. Was also heißt, sie geht nicht ab nächstes Jahr in die Oberschule. Sie ist auch 8.

In Mathe ist sie zu Hause ein Ass. Wir waren am WE einkaufen im Kaufland, hatten eine Einkaufszettel von über 80€. Zu Hause hat sie ihn im Kopf nachgerechnet. Ohne muß oder Probleme.
In der Schule (im normalen Matheunterricht) versagt sie total, ist unkonzentriert, verhaspelt sich total bei den Aufgaben, schluderig oder hält sich an einer Aufgabe stundenlang auf. Sie benimmt sich, als wenn sie von "Tuten und Blasen" keine Ahnung hätte. Zu Hause ist sie das ganze Gegenteil.
Zum Glück hat sie eine tolle Lehrerin und die Schule ist auch gut. Die Schule bietet in Mathe ab der 4. Klasse so eine Art Leistungskurse an. Da ist meine Tochter eine der Besten. Den Kängeruh-Wettbewerb im letzten Jahr hat sie als Jahrgangsdritte (in der Schule) abgeschlossen.
Wie kann ich ihr nur beibringen oder verständlich machen, dass sie auch im "normalen" Unterricht Leistung bringen soll?
Die Rechtschreibung ist eine einzige Katastrophe. Diktate sind eigentlich ganz gut. Aber sie hat uns eine Karte von der Klassenfahrt geschrieben. Ich dachte, meine Tochter kam gerade in die Schule ist Legastenikerin und beherscht die deutsche Sprache erst seit 2 Monaten.#zitter Den Aufsatz über die Erlebnisse auf der Klassenfahrt hat sie richtig gut gemacht. Läßt sich sehr unterhaltsam und witzig lesen, kaum Rechtschreibfehler,

Und ich kann nicht sagen, dass sie die Schule bald wechselt. In Berlin muß sie bis zur 6. Klasse die Grundschule absolvieren.

Sie wurde mit 4 getestet - 135. Wegen Verhaltensauffälligkeiten in der Schule mußte sie nochmals zum Psychologen mit 6. Natürlich wieder ein Test - 115. Ich weiß, dass sie sehr intelligent ist. Aber wenn ihr etwas zu langweilig ist, verfällt sie wieder ins Kleinkindalter mit ihrem Verhalten, stört den Unterricht und schaltet ab. Leider ist das auch bei den Arbeiten so. Sie könnte 1 und 2 schreiben. Aber nein, nur 4. Die Pflichtaufgaben wurden nur mit Mühe und Not geschafft. Hätte sie nicht die Zusatzaufgaben (richtig) gemacht, wäre die Arbeit in Mathe eine glatte 5. Lt. Lehrerin soll sie natürlich die Pflichtaufgaben machen und dann die Zusatzaufgaben. Was ich ja verstehen kann.

Ich habe mit der Lehrerin schon viel gesprochen. Sie kommt sozial leider auch nicht so gut in der Klasse zurecht. Lt. Lehrer sind die Kinder in der Klasse sehr "angepasst", d.h. pflegeleicht. Meine nicht. Wenn ihr etwas nicht passt, dann sagt sie es auch und handelt leider auch danach. Deshalb wurde mir schon sehr früh von der Direktion nahegelgt, dass sie zum Psychologen gehen solle. Ihr Verhalten ist nicht altersgerecht. Die "lieben" Kinder wollen natürlich auch nichts mit ihr zutun haben. Den Zickenkrieg können sie aber perfekt mit ihr ausfechten.

Probleme gibt es genug. Sie ist sehr unglücklich, weil sie mich sehr oft fragt: Mama, warum bin ich so Anders. Ich möchte auch dazugehören. Aber sie kann eben keinen Schalter setzen und dann ist sie das angepasste Kind. Habe manchmal das Gefühl, dass die Kinder mit Ritalin ruhig gestellt werden. Und so etwas mache ich nicht. Wenn ich mich mit den Eltern unterhalte, nehmen mindestens 50% der Kinder dieses Medikament. Und ADS oder ADHS wurde von beiden Psychologen bei meiner Tochter nicht festgestellt.
Die Schule ist sehr leistungsorientiert. Deshalb vielleicht auch die Zusatzkurse in Mathe. Soll es wohl ab der 5. Klasse auch in Englisch geben. Meine Tochter freut sich schon darauf.
Aber immer nur Leistung, ist ja auch nicht sehr kindgerecht. Nur Freunde zum Spielen hat sie auch nicht.

Ist etwas länger geworden, aber vielleicht hilft mir ja jemand weiter.

LG
Tinkerbell007

Beitrag von lady_chainsaw 18.10.10 - 14:28 Uhr

Hallo Tinkgerbell007,

hast Du das Gefühl, dass sie in der Grundschule unterfordert ist?

Es gibt in Berlin Gymnasien, die einen Besuch ab der 5. Klasse anbieten!!

Erkundige Dich da mal - ich z.B. war auf der Bertha-von-Suttner ab der 5. Klasse (und mein Bruder später auch), weil wir in der Grundschule unterfordert waren.

Zu unserer Zeit gab es nur 3 Schulen, aber inzwischen sind es einige mehr, die ab der 5. Klasse anbieten.

Vielleicht würde das auch das "Problem" mit der Klassengemeinschaft, bzw. der Umgang dort, lösen #gruebel

LG

Karen

Beitrag von connie36 18.10.10 - 14:44 Uhr

hi
wohne zwar nicht mehr in berlin, aber weiss von meinem cousin, das es dort mehrere gymnasien gibt, die kinder ab der 5.klasse aufnehmen. aber ich glaube da gibt es einen numerus clausus. erkundige dich mal.
lg conny

Beitrag von leiahenny 18.10.10 - 15:54 Uhr

Auch in Berlin gibt es das Gym ab Klasse 5 - allerdings muss der Durchschnitt stimmen. Zudem gibt es Schulen welche auch in Klasse 5 besondere Angebote fördern. Zur Schulwahl in Berlin gibt es hier eine gute Hilfe.
http://www.berlin.de/sen/bildung/schulverzeichnis_und_portraets/anwendung/

Beitrag von benutzer22 19.10.10 - 21:27 Uhr

Hallo Tinkerbell,

ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sich mit einem Wechsel auf ein Gymnasium besonders viel ändern wird: Auch dort müssen sich die Schüler angepasst verhalten und in den KLassenarbeiten auch die leichteren Aufgaben gewissenhaft bearbeiten - zudem haben die Lehrer bei den großen KLassenstärken weniger die Möglichkeit (und auch die Ausbildung) auf Verhaltenauffälligkeiten einzugehen.

Wie sieht es denn sonst mit dem Durchhaltevermögen und der Angepasstheit deiner Tochter aus? Beim Sport? Bei anderen Hobbys, wo sie sich evtl. anpassen muss? Wenn es in einem dieser Bereiche gut läuft, kann man oft darauf aufbauen.
Überhaupt ist viel Sport und zuckerarme Ernährung sowie wenig Medienkonsum für Kinder, die sich schnell ablenken lassen, ganz, ganz wichtig. Da würde ich extrem drauf achten.

Grundsätzlich bin ich auch dagegen Kinder mit Medikamenten ruhig zu stellen, aber in meinem Bekanntenkreis ist ein 15-jähriges ADHS-Mädchen, das erst jetzt Medikamente bekommt und es etwas bereut, dass ihre Eltern, dies nicht früher entschieden haben. Sie kommt jetzt nach ihrer eigenen Aussage mit ihrem Leben viel besser klar.
Was ist damit sagen will: vielleicht helfen euch die psychologischen Test doch weiter...ein Versuch ist es wert.

Ansonsten würde ich erstmal darauf achten, dass sie körperlich ausgelastet ist (Sport) und ihre Konzentrationsfähigkeit mit Übungen stärkt (würde ich mal googeln). Weiterhin das Gespräch suchen und kleine Erfolge belohnen, z.B., wenn sie im nächsten Mathetest bei allen Aufgaben sichtlich mühe gegeben hat (vollständig bearbeitet, ordentlich geschrieben).

Viel Erfolg und nicht aufgeben!#blume