Trotzphase? Hilfe, ich erkenn meine Kleine nicht wieder

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von marusha210377 18.10.10 - 12:06 Uhr

Hallo Ihr,

muss mich mal "ausschreiben": Meine Kleine (25 Monate) ist seit ein paar Tagen wie ausgewechselt. Sie ist ein total anschmiegsames, liebes Kind, das (anderen gegenüber) eher oft zu Schüchternheit neigt, aber einen sehr starken Willen hat. Sie kann schon sehr gut sprechen und entwickelt grad einen totalen Kommandoton. Seit ein paar Tagen will sie ihre (neue) Winterjacke nicht anziehen. Sie wehrt sich, schreit, brüllt, weint, strampelt etc.... Es ist nun mal kalt und ich muss morgens los.... Was soll ich denn tun? Ich will sie nicht mit Gewalt dazu bringen, das tut mir in der Seele weh. Erst dachte ich "okay, sie mag die Jacke nicht", warum auch immer. Aber heute war es schon die Strumpfhose! Ein riesen Theater. Was ist nur mit ihr los? Sie hat heute 1 Stunde! geschrien und es war kein Ende in Sicht. Irgenwann hab ich ihr dann den Schnulli gegeben und da war sie erschöpft und dann konnte ich ihr etwas anziehen. Ich bin erziehungstechnisch eher der "smart love" typ, also eigentlich hab ich bisher versucht, alles auf die sanfte Tour und mit viel Nachsicht zu machen. Aber es gibt nun mal Dinge, die MÜSSEN SEIN. Und was ist es morgen? Das Wickeln? Das Zähneputzen? Wir haben grad einen echten machtkampf und das tut mir auch irgendwie weh, obwohl ichs versuche, nicht persönlich zu nehmen. Bisher waren wir halt eine totale Einheit.... Wie geht Ihr damit um? Hat jemand ein tröstendes Wort für mich? Schnief.....
Danke und lg

Beitrag von lyss 18.10.10 - 12:24 Uhr

Ich denke, jeder der Kinder bekommt, weiss, dass es die Trotzphase gibt und dass man da eben durch muss - bis dann die nächste Phase kommt. So ist das eben ;-) Persönlich nehme ich dieses Getrotze aber nie. Oh, sicher, es strapaziert sehr meine Nerven - aber traurig macht es mich nicht. Warum auch? Es ist doch auch ein wichtiger Entwicklungsschritt. Die Kleinen entdecken ihren eigenen Willen und lernen, ihn durchzusetzen. Wer will denn schon ein Kind grossziehen welches später nur kuscht wenn andere etwas sagen?
Siehst du, die Trotzphase ist wichtig und gut ;-) Nur leider eben auch nervtötend :-p

Ich versuche halt eben, nicht immer alles bis zu einem Machtkampf auswachsen zu lassen. Es gibt eben Dinge, die müssen sein - und da müssen die Kinder durch, basta. Und dann gibt es eben Dinge, die nicht so wichtig sind und da lasse ich mich auf einen Kompromiss ein oder "beuge" mich eben dem Willen meines Kindes ;-) Som hat es auch seine Erfolgerlebnisse und lernt dennoch, dass es auch manches hinnehmen muss.

Gute Nerven wünsche ich dir!

LG,
Lyss

Beitrag von marusha210377 18.10.10 - 12:28 Uhr

Ja, Du hast Recht. ich seh's auch so. Es ist nur einfach so neu für mich.... Danke für Deinen Rat!!!!
Lieben Gruß

Beitrag von amadeus08 18.10.10 - 12:29 Uhr

eine Heilpädagogin, bei der wir wegen Schlafproblemen waren, hat neulich zu mir gesagt "im Spiel bestimmt das Kind, im Leben die Eltern"...ich glaube das ist total wichtig.
Mein Kleiner fängt mit Trotz erst an (17Monate), aber das kann auch schon heftig sein. Nun versuche ich ihn erst einzubinden, dass er irgendwas helfen darf oder aussuchen darf im Rahmen dessen, was er eh anziehen muss (also eine von zwei Mützen, etc), aber wenn alles nicht hilft, dann wird es einfach gemacht, auch wenn man dabei ein bisschen durchgreifen muss. Natürlich tue ich ihm nicht weh dabei, aber dann muss ich den Arm halt ein bisschen fester packen, wenn er sich mit Händen und Füßen wehrt, seine Jacke anzuziehen. Wie gesagt, ich tue ihm nicht weh, aber ich handle entschlossen.
Dass das aber an den Nerven zehrt, das ist ganz klar und ich denke das trifft die meisten von uns :-)

Beitrag von alex1971 18.10.10 - 13:03 Uhr

Ich kann mich lyss nur anschliessen, wir müssen da durch, denn die Kinder müssen es auch. Ich glaub nämlich auch nicht, dass es für die kleinen angenehm ist, ständig zu kämpfen, vielleicht ist es eine Art Intuition die sie dazu treibt zu bocken. Ich hatte immer so das Gefühl, dass auch Janos erleichtert war, wenn wir dann irgendwie einen Kompromiss gefunden haben.
Ich schreibe in der Vergangenheitsform weil....... und jetzt kommt der Trost.......wir zumindest die erste schlimme Böckchenphase komplett hinter uns haben!
Momentan ist es absolut geil mit ihm!
Beispiel: Wir waren neulich in einem großen Möbelhaus und dort gab es Hochbetten mit Leitern, auf die er klettern wollte. Ich sagte dann "Du hör mal das darfst Du nicht, das ist hier verboten!"
Janos: "Ich will aber da hoch klettern!"
Ich "Nein, das geht aber nicht und wenn das nicht klappt muss ich Dich leider in den Wagen setzen!"
Er: "Na gut ich höre!"

#schock#schock#schock#schock#schock:-p

Also mit SO einer Antwort hatte ich echt nicht gerechnet.
Aber das ist der Lohn der Geduld die man eben braucht, deshalb wünsche ich Dir viel Kraft und Geduld, dann überstehst Du das auch locker!!!

Gruß
Alex

Beitrag von gsd77 18.10.10 - 13:41 Uhr

Hallo,
ich habe 3 Kinder und arbeite auch mit Kindern zusammen und ich kann Dir versichern in diesem Alter ist das vollkommen normal!!!!! Zwischen 2 und 3 Jahren ist eben diese Trotzphase da und das müssen alle durch :-)

Ich kann Dir nur einen kleinen Tipp geben wegen dem anziehen/Zähne putzen usw. stell die kleine Maus immer vor die Wahl wenn sie sich weigert "Ziehst Du Dir die Jacke alleine an, oder soll die Mama sie Dir anziehen", "gehst Du alleine ins Bett, oder soll ich Dich tragen" usw. in 90% wirkt dies Wunder :-)

Alles Liebe!!!!