Familien-u. Jugendhilfe-bringt das was?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von mel.77. 18.10.10 - 13:48 Uhr

Hallo!
Seit mein Sohn 5 J. einen Bruder bekommen hat, er ist inzwischen 1,5J. dreht er regelmäßig durch.
Er schlägt den Kleinen, er hört auf garnichts was man ihm sagt, alles ist Nein. Sobald wir das Haus verlassen, bekommen es die Nachbarn mit, da er schreit, weint oder wütend rausgeht. Er sucht ständig nach Gründen um auszuticken. Ich meide es mit den Kindern an Festen oder ähnlichem teilzunehmen, da wir jedesmal im Mittelpunkt der Leute stehen, die uns anstarren, da unser Sohn mal wieder macht was er will. Einen normalen Ton findet er auch nicht mehr, er schnautzt uns an und behandelt uns wie Idioten. An den freien Tagen meines Mannes und Sonntags ist es besonders schlimm. Da die ganze Familie zusammen ist. Bei uns herrscht nur noch Terror. Manchmal sitze ich da und weine, ich kann einfach nicht mehr.
Bin ich oder mein Mann mit ihm alleine ist er ein Engel. Auch im Kiga ist er lieb und hilfsbereit.
Wenn der Kleine schläft, habe ich gut 2 Stunden Zeit mit ihm was zu spielen, zu lesen oder zu kuscheln. Abends geht er ca. 1/2 Stunde später ins Bett als der Kleine, auch da habe ich Zeit zum Kuscheln. Liebe bekommt er jedenfals genug. Doch sobald wir alle zusammen sind dreht er durch.
Oft sagt er, ich solle seinen Bruder wegtun. Er will ihn nicht haben.
Was haben wir nur falsch gemacht, frage ich mich oft. Wir haben ihn doch genauso lieb wie vor der Geburt seines Bruders. Und das sagen wir ihm auch oft.

Wir wußten uns nicht mehr zu helfen und sind zum KiA.Der meinte, wir sollten eine Familien- u.Jugendhilfe in Anspruch nehmen.
Bringt das wirklich was? Was wird da gemacht? Wer hat Erfahrung?

Vielen Dank im Voraus.
LG Mel

Beitrag von lisasimpson 18.10.10 - 14:15 Uhr

Du hast einen Anspruch auf Hilfe zur Erziehung nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz.

Welche Hilfen in welchem Einzelfall gewährt werden hängt eben von der Problematik, den Wünschen, den zielen, den Möglichkeiten... der Beteiligten ab sowie von Finanzgeber- dem Jugendamt.

So wie sich das problem darstellt würde ich euch im ersten Schritt eine Erziehungsberatungsstelle empfehlen.
Dort habt ihr die Möglichkeit fachlich angeleitet eure Beziehung zu eurem Sohn mal beleuchten.
Dort wäre auch ein Ort um zu klären, welche Hilfen ihr evtl. zusätzlich benötigen würdet und was euch gut tun würde.

lisasimpson

Beitrag von clazwi 18.10.10 - 18:23 Uhr

Hallo Mel,

ich schliesse mich den Worten von Lisa an: einfach mal unverbindlich zur Erziehungs- bzw. Familienberatungsstelle gehen und Deine Situation schildern.
Familienberatungsstellen können als unabhängige und der Schweigepflicht unterworfene Stelle ins Jugendamt eingegliedert sein (so ist das bei uns) oder sie können einen freien Träger haben, wie z.B. die AWO, Diakonie, Caritas.

Ich arbeite als Adoptiv- und Pflegemama eines schwerbehinderten Kindes viel mit unserer Familienberatungsstelle zusammen, bekomme dort bei Bedarf z.B. Supervision.

Meine Erfahrungen sind sehr gute!

Darüber hinaus arbeite ich selbst Teilzeit in einer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung und gehe praktisch (ich bin KEINE Fachkraft) einer Familienhelferin "zur Hand" .
Was ich in meinem Job mitbekomme ist, dass die Familienhelfer viel positive Unterstützung anbieten und auch sehr wertschätzend mit den Müttern/Eltern umgehen.

LG
Claudia

Beitrag von lula222 18.10.10 - 20:19 Uhr

Wir sind eine Patchwork-Familie und haben uns vor ca 1 Jahr Tips und Hilfe bei einer Familienberatung geholt...

Diese war/ist absolut goldwert!!! Viele Dinge laufen sehr schnell ungewollt schief und durch winzige Veränderungen kann man vieles bewirken, allerdings sieht man diese Kleinigkeiten selber meistens nicht.
Daher kann ich nur jeden zu einer Familienberatung schicken, der sich evtl "überfordert" oder "hilflos" fühlt!

Wir hatten uns allerdings für eine private Familienberatung entschieden, die wir selber zahlen mussten ~ die Kosten hierfür sind relativ hoch, aber ich denke öffentliche Beratungsstellen sind genauso geeignet.

Lg und den Kopf nicht hängen lassen sondern das Problem angehen... #liebdrueck