ich bin langsam ratlos....hat jemand gute tipps?

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von crazy_lazi 18.10.10 - 20:45 Uhr

Es geht um meine Tochter. Sie wird in 3 Wochen 4 Jahre alt.

Seit September geht sie in den Kindergarten. Vom ersten Moment an, war sie total begeistert, ich musste immer auf sie warten bis sie fertig war mit spielen, sie hat dort alles immer mitgemacht, mitgesungen, sport gemacht. sie war der sonnenschein der gruppe haben sie gesagt. und seit mittwoch weint sie nur noch. möchte dort nicht mehr hin, zum sport nicht mehr. sie macht dort nichts mehr mit. seit freitag weint sie sogar frühs im kindergarten und möchte gar nicht rein gehen. heut morgen kam sie um 6 uhr zu mir und hat schon geweint. und abends im bett fing sie wieder an.

ich weiß nicht was sie hat. sie erzählt mir nichts und im kindergarten ist auch niemanden was aufgefallen.

was könnte sie nur haben und was kann ich tun?

Beitrag von sternenzauber24 18.10.10 - 21:10 Uhr

Das klingt, als wenn sie wirklich etwas arg bedrückt, nicht?

Kann es denn sein, das sie dort irgendwie geärgert wurde / wird?

Das ist natürlich schwierig, wenn sie nichts erzählt, ich würde einen Termin mit den Erziehern machen, und nach einer Lösung suchen.

Irgendwas muß ja sein...

Das Kinder so Phasen haben, wo sie mal nicht in die Einrichtung mögen, das ist ganz normal. Aber Du schreibst ja sie weint schon Morgends, und Abends wieder. Da würde ich vermuten, sie hat richtig Kummer!

Drücke die Daumen, das es bald besser wird..

LG,
Julia

Beitrag von mama0102 18.10.10 - 21:45 Uhr

Huhu!!

Also ich würde sagen, es gibt da zwei Möglichkeiten. Vielleicht hatte sie irgendwie Streit, wurde geärgert oder sowas und das bedrückt sie jetzt einfach ganz dolle, veilleicht auch gerade weil in der Einrichtung niemand etwas gemerkt hat. Da hilft natürlich nur, wie meine Vorschreiberin schon sagte, einen Termin machen und gemeinsam mit dem Personal und dem Kind nach einer Lösung suchen.
Die zweite Möglichkeit ist, dass sie einfach eine Phase hat, die jedes Kind mal durchmacht, die einen mehr, die anderen weniger. Ich kenne Fälle, da waren die Kinder "auf Kommando" morgens krank,richtig mit Fieber und allem, so lange, bis sie wußten, dass sie nicht in den Kindergarten müssen und dann war alles wie weg geblasen. Meine Große bekam immer Bauchschmerzen, ständig musste ich sie abholen, ich habe keine Ahnung, wie oft ich mit ihr beim Kinderarzt war. Das einzige was half war Konsequenz. Irgendwann war es mir zu bunt und ich habe ihr erklärt, dass sie da hin muss, weil ich nicht zu Hause bin und der Erzieherin habe ich in ihrem Beisein gesagt, dass ich nichtmehr wegen Bauchschmerzen komme, es sei denn, sie ist wirklich ganz offensichtlich richtig krank........mein Kind hatte nie mehr Bauchweh.
Du solltest auf keinen Fall vorschnell nachgeben und sie zu Hasue lassen. Wenn auszuschließen ist, dass im Kindergarten irgendwas passiert ist, bring sie hin, erklär ihr, dass es wichtig und richtig so ist und steh dazu. Tröste sie, aber eben so, dass sie verstehen lernt, dass man da hin muss. Ich finde das deshalb so wichtig, weil ich 2 Fälle kenne, in denen die Kinder dann nichtmehr in die Einrichtung mussten und dann riesen Probleme in der Schule bekamen, weil sie nicht verstanden haben, dass das nun wirklich sein muss....
Viel Erfolg und liebe Grüße

Sandra

Beitrag von bine3002 18.10.10 - 22:08 Uhr

Bei meiner Tochter war es ähnlich. Sie hat es immer auf einen Jungen geschoben, der sie "kitzeln" würde. Im Nachhinein war es vermutlich nur eine allgemeine Überforderung. Z. B. haben die Kinder gelacht und sie hat es auf sich bezogen. Es waren keine bösartigen Hänseleien, eher so kleine Neckereien, aber meine Tochter musste erst lernen, dass das eher nett gemeint ist. Das Ganze hat sich wieder gegeben. Bleib dran, rede mit ihr, aber nimm es nicht zu schwer. Wenn man hinter den Kindern steht und ihnen den Rücken stärkt, dann stecken sie das weg.

Beitrag von zahnweh 18.10.10 - 22:17 Uhr

Hallo,

zu uns hat die Erzieherin gesagt, dass das wohl jedes Kind durchmacht.

Die einen weinen am Anfang und gehen dann fast immer gerne.
Andere gehen anfangs sehr gerne und nach 1-3 Monaten wollen sie nicht mehr (dann ist es nicht mehr so spannend und neu...)
und andere gehen die ersten zwei Jahre sehr gern und wollen dann das dritte Jahr nicht mehr.

Meine ist noch eine von den erstgenannten ;-) Mal schauen wie lange.

Ansonsten immer mal wieder nachfragen oder raushorchen OHNE zu bedrängen. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten aus Erwachsenensicht, Weltuntergänge aus Kindersicht.
Kappelei mit der besten Freundin, anderes Kind hat aus Versehen nicht die eigenen Hausschuhe angezogen. Eimal gestolpert und keiner hat's bemerkt...
Immer mal wieder genauer hinhören und ansonsten, macht das wohl jedes Kind durch diese Zeit
(haben mir übrigens schon mehrere Erzieherinnen unabhängig voneinander erzählt)

Beitrag von crazy_lazi 19.10.10 - 21:12 Uhr

Hallo

Erstmal danke ich euch für eure Tipps.#pro

Heute glaube ich, die lösung gefunden zu haben.

Da ich seit letzter woche täglich mit den erziehern spreche, wussten wir alle nicht mehr was sie haben könnte. Heute habe ich den ganzen vormittag mit meiner kleinen (8 WOchen alt) beim Arzt gesessen. Dadurch sind wir nach dem Kindergarten noch kurz einkaufen gefahren. Im kindergarten hat es heute recht gut geklappt. Als sie abends im Bett lag und wahrscheinlich den Tag verarbeitet hat, fing sie wieder an zu weinen. Ich fragte sie was sie hat und sie meinte, sie möchte nach hause fahren. Ich wusste erst gar nicht was sie wollte. doch dan fing ich an zu begreifen. Ich fragte, ob sie nicht einkaufen fahren wollte. nein, wollte sie nicht. und im kindergarten meinte die erzieherin heute. die ganze zeit ging es, aber als sie sich anziehen sollte, weil heut endlich mal wieder einigermaßen gutes wetter war um draußen zu spielen, fing sie wieder an zu weinen.


Also denke ich mir jetzt, dass sie im Moment probleme damit hat, wenn etwas nicht wie gewohnt abläuft. Also wie heute das einkaufen, war ja auch außer plan. und im kindergarten waren sie über eine woche auch nicht mehr draußen und heute dann auf einmal. sie möchte auch immer nur noch das gleiche mitnehmen. also sonst gabs mal möhren und äpfel oder paprika und mandarine oder so. jetzt soll es immer gurke und apfel sein.

Hat das jemand von euch schon mal erlebt?


mfg crazy_lazi#winke

Beitrag von froehlich 21.10.10 - 22:51 Uhr

Hallo, JA, ich!!! ;-)....Mein großer Sohn hatte das ganz lange so, begann ungefähr mit 3 und hat bestimmt mindestens 1 Jahr gedauert. Ich glaube, solche Phasen haben viele Kinder mal, gerade in diesem Alter. Kommt oft in Umbruchsituation, vor Wachstumsschüben (oder wie bei Euch, nach der Geburt eines Geschwisterchens etc.) vor. Dahinter steckt der (eigentlich sehr verständliche Wunsch), in die für Kinder manchmal doch etwas verwirrende Welt Ordnung und Klarheit zu bringen. Mein Sohn hatte richtige "Drehbücher" im Kopf (z.B. musste die Tür auf eine ganz bestimmte Weise geöffnet werden, ich musste in Situation A immer dieselbe Antwort geben etc.) und wenn irgendwas anders lief, bekam er richtige Anfälle. Mein Mann und ich haben das nicht groß kommentiert und sind so weit wie eben MÖGLICH drauf eingegangen. Ansonsten haben wir ihn gelassen. Irgendwann hat sich die Sache von selbst gegeben. Wenn's wirklich das ist, was Deine Tochter bedrückt hilft es ihr, wenn ihr sie einfach liebevoll begleitet und ihr den Raum lasst, den sie braucht. Was nicht heisst, daß nichts mehr "anders" laufen darf - denn das geht ja gar nicht. Aber eben einfach da sein, Verständnis zeigen - und Geduld haben. ;-)

Viel Glück!