Mein Papa!

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von dimitpo 18.10.10 - 23:45 Uhr

Hallo und eine schoene Nacht wuensche ich euch allen,

Ich wusste gar nicht das es dieses Forum gibt. Ich wuenschte ich haette es ein paar Monate vorher entdeckt.
Ich habe vor 11 Monaten ganz ploetzlich meinen Vater verloren und es vergeht kein Tag an dem ich nicht an ihn denke. Ich kann es manchmal immer noch nicht fassen dass er nicht mehr da ist.
Ich frage mich nur ob der Schmerz irgendwann weggeht.
Es macht mir manchmal verrueckt dass ich ihn nie wiedersehen -hoeren-umarmen werde.
Nie ist verdammt lange.

Danke fuers Zuhoeren und wuerde mich freuen zu hoeren wie es auch anderen ergeht.

lg,

Dimitra

Beitrag von marmita 19.10.10 - 00:02 Uhr

Liebe Dimitra!

Es tut mir sehr leid für dich.
Meine Mama ist Mitte August nach langer Krankheit verstorben. Neben dem Vermissen selbst, tut mir vor allen Dingen so sehr weh, dass sie zum Schluss an der Krankheit zerfallen ist. Sie war noch relativ "jung", und wir hatten noch so viel vor.

Ich kann mir gut vorstellen, dass nach 11 Monaten noch keine Wunde verheilt ist.

Wie bzw woran ist dein Vater denn verstorben? Hattet ihr denn keine Möglichkeit, euch darauf vorzubereiten?

Liebe Grüße Katrin

Beitrag von dimitpo 19.10.10 - 00:26 Uhr

Hallo Katrin,

Er hatte einen Herzinfarkt und ist sofort gestorben einfach so. An einem sonnigen Sonntagnachmittag er wollte sich neben meine Mutter aufs Bett legen und fiel auf sie...
Ich werde nie den Telefonanruf meiner Mutter vergessen"Der Papa ist tot"
ich dachte ich traume das kann doch nicht sein
Gott sei Dank wohnen wir in der Nahe und waren in 5 min da, aber es war schon alles vorbei. Er war noch warm und es sah aus als ob er einfach nur friedlich schlafen wuerde bis zum letzten Moment dachte ich er schlaegt die Augen auf...
Kann man sich denn ueberhaupt darauf vorbereiten?
Wie geht es dir denn so? Es ist bei dir ja noch ziemlich frisch.

lg,

Dimitra

Beitrag von mami-5 19.10.10 - 08:37 Uhr

Hallo,

meine Mama ist am 13.Jänner verstorben, sie ging anfang Dezember ins Spital, wegen ihrer Zuckerkrankheit, dass es dann jedoch Krebs sein sollte, konnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnen. Am 27.Dezember bekam sie dann endlich ihre Diagnose, leider zu spät. Den Sonntag bevor sie verstarb waren wir sie noch besuchen, da war sie noch auf und im Besuchungsraum mit uns, aber dann ging alles so schnell, am Montag machten die Ärzte noch Untersuchungen ob ihre inneren Organe auch von alleine arbeiten würden, das war Voraussetzung dass sie eine Chemo machen könnten, aber leider war das nicht der Fall, mein Papa wollte sie nachhause holen, zum sterben, hat am Dienstag alles organiesiert, aber dann am Mittwoch die erschreckende Nachricht,dass sie nicht mehr transportfähig ist, um halb sieben am Abend war ich dann endlich bei ihr im Spital, musste solange warten bis ich jemanden für die Kinder hatte, und um halb zehn kam dann der letzte Atemzug, es war schlimm ewig zu warten , war es das nun kommt noch ein Atemzug. leider kam keiner mehr und es war aus.
mich verfolgt es bis heute und ich kämpfe noch immer mit der Trauer , sie war egrademal 53 Jahre alt, mein Vater hat noch schwerer damit zu kämpfen.
Vorbereitet ist man nie , auch wenn man weiß, dass sie sterbenskrank sind, wenn es dann wirklich passiert trifft es einen.

Ich wünsche dir viel Kraft und viele schöne Erinnerungen an deinen Vater!

lg.Petra

Beitrag von dimitpo 19.10.10 - 18:24 Uhr

Vielen,vielen lieben Dank fuer deine e-mail.
Ich wuensche dir auch ganz viel Kraft fur dich und deine Familie, besonders deinem Papa, der nach sovielen Jahren auf einmal ohne seine Partnerin auskommen muss.
Kraft,Verstandnis und Menschen die einem beistehen und zuhoeren sind fuer mich glaube ich die wichtigsten Dinge in so einer Situation. Die Wunde heilen lassen, denn sonst wird sie tiefe Narben hinterlassen.
Ich bin manchmal richtig froh wenn ich denke das er wenigstens keine Schmerzen hatte, denn es ging so schnell ich glaube er hat es nicht gemerkt.
Es muss sehr schmerzhaft fuer euch gewesen sein eure Mama so zu sehen.
Ich wuensche euch auch ganz viel Kraft und hoffe dass ihr nie wieder so etwas durchmachen muesst.

Ganz liebe Gruesse,

Dimitra

Beitrag von kikra02 19.10.10 - 09:52 Uhr

Hallo, Dimitra!

Ich kann Dich sehr gut verstehen! Meine Mama (53) ist am 17.11.2009 auch ganz plötzlich an einer Hirnblutung verstorben. Fast ist ein Jahr schon um und ich weiß nicht wie wir es bisher geschafft haben, es ging so schnell vorbei, aber der Schmerz und die Trauer werden nicht weniger. Mir graut es vor dem Todestag und ihrem Geburtstag im Dezember.
Es ist wie du sagst, nie wieder ein Wort von ihr, keine Umarmung. Eines der schlimmsten Dinge ist für mich, dass ich ein paar Tage vor ihrem Tod unseren AB mal wieder "geputzt" habe. Da hätte ich ihre Stimme noch gehabt.
Sie hatte solche Freude an ihren Enkeln. Mein Großer 3,5 Jahre hat sie wenigstens noch richtig kennengelernt, aber meine Kleine 15 Mon., damals war sie 4 Mon., wird sich nie an sie erinnern. Das ist auch sehr schlimm für mich.
Heute hab ich ein kleines Gesteck für sie gekauft. Ein schönes Herz aus Reißig und Moos mit einer Rose.
Ich zünde Kerzen an für deinen Papa und meine Mama. #kerze#kerze
Mein Großer sagt immer die Oma ist ein Engel und passt auf uns auf.
Fühl dich #liebdrueck

Lg, Anja

Beitrag von dimitpo 19.10.10 - 18:36 Uhr

Hallo Anja,

Vielen lieben Dank fuer deine e-mail. Ich fuehle mit dir, mir graut es auch vor dem Todestag. Ich kann es nicht fassen dass schon fast ein Jahr vorbei gegangen ist ohne IHN. Es kommt mir wie gestern vor als wir noch hier bei mir den Geburtstag meiner Mama gefeiert haben (es war der Sonntag vor seinem Tod). Er war so gluecklich.
Wir haben noch keine Kinder und ich dachte immer wie gluecklich meine Kinder sein werden einen solchen Opa zu haben, da mein Schwiegervater auch nicht mehr lebt. Ich weiss nicht....
Ich hoffe das es irgendwann besser wird.
Ich wuensche dir und deiner Familie ein Leben voller Liebe und Freude, besonders fuer deine 2 Kinder.

Viele liebe Gruesse,

Dimitra

Beitrag von kugel2010 19.10.10 - 11:45 Uhr

Auch mein Papa ist Ende Juli ganz plötzlich und unerwartet im Alter von 59 Jahren an einer Gehirnblutung verstorben!

Ich kann also auch bestens mitfühlen! Für mich ist allerdings auch echt schlimm, dass ich mit seinem 1. Enkel, auf das er sich soooo gefreut hatte, schwanger bin! Er starb als ich in der 27. Woche war! Habe ihn in den 10 Tagen Koma vor seinem Tod noch jeden Tag den nackten Bauch fühlen lassen! Mehr durfte er von seinem Enkel leider nicht haben! Bin auch am Boden zerstört!!!

Ich weiß, das alles ist kein Trost! Aber irgendwie doch, denn es gibt so viele, denen es genauso geht!!

Liebe Grüße

Kugel2010

Beitrag von dimitpo 19.10.10 - 18:43 Uhr

Vielen Dank fuer deine suesse e-mail.
Du hast recht es hilft schon wenn man weiss dass andere Menschen genauso fuehlen wie man selbst.
Es tut mir schrecklich leid dass du sowas durchmachen musstest in deiner Schwangerschaft. Eins der schoensten Dinge der Welt (dein SS und dein Kind) mit der schrecklichsten Erfahrung der Welt, den Tod.
Ich hoffe du hast Menschen um dich, die sich um dich kuemmern und dir beistehen.
Ich hoffe dein kleiner Engel gibt dir Kraft deinen Schmerz zu verkraften.
Ganz viele #liebdrueck von mir und viel viel Kraft und Liebe.

Liebe Gruesse,

Dimitra

Beitrag von wartemama 19.10.10 - 12:45 Uhr

Liebe Dimitra,

mein Vater hat heute seinen 8. Todestag. Er ist mit 62 Jahren auch ganz plötzlich verstorben.

Wenn wir uns heute Geschichten über ihn erzählen, lachen wir ganz viel dabei. Aber manchmal habe ich auch heute noch Momente, wo mir die Tränen in die Augen schießen, wenn ich an ihn denke.

Mein Schmerz ist also vergangen - nur ab und zu kehrt er für einen kurzen Moment zurück.

LG wartemama #blume

Beitrag von dimitpo 19.10.10 - 18:52 Uhr

Vielen lieben Dank fuer deine e-mail.
Es macht mir Trost zu wissen dass es besser wird, denn manchmal denke ich es wird nie aufhoeren.
Wir "basteln" auch gerade an unserem 1. Kind und manchmal denke ich es kann doch nicht sein dass er nicht da sein wird. Er war so ein toller Opa und ich wollte immer dass auch meine Kinder diesen Opa kennenlernen.
Hast du auch solche Gedanken, da ihr ja auch in der gleichen Situation seit.

Nochmal vielen Dank fuer deine Worte es hilft zu hoeren dass es weitergeht und er nie vergessen wird.

#kerze fuer deinen Papa.

Liebe Gruesse,

Dimitra

Beitrag von wartemama 20.10.10 - 18:15 Uhr

Im Mai habe ich geheiratet und habe abends zusammen mit meinem Mann meinen Brautstrauß auf das Grab meines Vaters gelegt. Das sind Momente, die besonders schmerzen.

Ich finde es so schade, daß mein Vater meinen Mann nicht mehr kennenlernen konnte - denn ich glaube, sie hätten sich sehr gern gehabt. Und wenn ich mal schwanger sein sollte und das Baby wird da sein, werde ich sicherlich auch - trotz wahnsinniger Freude - mit ein bißchen Traurigkeit an meinen Vater denken.

Ich glaube, solche Gedanken kennt fast jeder, der einen geliebten Menschen verloren hat.

Auch für Deinen Vater eine #kerze!

Alles Gute für Dich! #blume

LG wartemama

Beitrag von niki2007 19.10.10 - 21:41 Uhr

Ich kann dich so gut verstehen!!!! Ich habe meinen Papa vor 5 Jahren verloren! Er war gerade 2 Monate 44 Jahre alt.....Ist ja kein alter oder???
Ich saß zuhause und hab auf ihn gewartet, aber er kam einfach nicht#schmollWollte ihm die Haare schneiden......und dann kam der anruf von der Polizei!!!!!!
Ich sollte schnell zu meiner Mama kommen, mein Vater wäre gerade bei einem Verkehrsunfall um leben gekommen#schock
Es war der schlimmste Tag meines Lebens!!!!Er war mein ein und alles! wir haben sogar am gleichen Tag Geburtstag....naja seitdem wird mein Geburtstag auch nicht mehr gefeiert....es wird an diesem Tag halt immer jemand fehlen!!!!
Ich wünsche dir und deiner familie ganz viel Kraft!!!!!#liebdrueck
Lg Nadine

Beitrag von dimitpo 20.10.10 - 00:06 Uhr

Du liebe Guete nein es wirklich kein Alter seinen Papa zu verlieren.
Auch wie du es erfahren hast ist wirklich schmerzhaft und hast auf ihn gewartet, wie furchtbar.
Ich kann dich so gut verstehen mein Papa war auch mein ein und alles.
Ich habe meinen Felsen in der Brandung verloren, den Menschen der mich seitdem ich ein Baby war geliebt hat und mich immer in den Arm genommen hat.Es tut so weh zu wissen dass er nicht mehr da ist.
Ich wuensche mir immer so sehr ihn in meinen Traumen zu sehen aber er kommt nicht.
Ich wuerde fast alles geben ihn noch einmal zu sehen mit ihm sprechen umarmen....
Vielen Dank fuer deine Mail.
Ich wuensche dir auch alles alles Gute fuer dich und deine Familie.

Eine grosse Kerze fuer unsere Vaeter#kerze

lg,

Dimitra