Keine Bestattung

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von marmita 18.10.10 - 23:47 Uhr

Hallo!

Mich interessiert, ob hier jemand einen geliebten Menschen verloren hat, der sich nicht hat bestatten bzw beerdigen lassen wollen.
Meine Mama starb Mitte August an Krebs und hat ein Jahr vorher schriftlich festgelegt, dass aus ihrer Asche ein "Erinnerungsdiamant" gemacht werden soll. Sprich: es gab keine Trauerfeier (im herkömmlichen Sinn), es gab keine Bestattung, es gibt kein Grab.
Aus der Asche ihrer sterblichen Überreste wird in einem langwierigen Verfahren ein künstlicher Diamant hergestellt.
Gibt es hier jemanden, der Erfahrung damit hat, oder so etwas vielleicht sogar für sich selbst beschlossen hat?

Beitrag von rienchen77 19.10.10 - 07:48 Uhr

meine Nachbarn wurden mit ihren Urnen in der Nordsee versenkt....

ich hätte bei einen Diamanten Angst das ich diesen wohl verlieren könnte und dann würde ich nie wieder Seelenfrieden finden...weil du hast ja dann diesen Menschen verloren....

Beitrag von parzifal 19.10.10 - 09:52 Uhr

Ich gehe davon aus, dass die meiste Asche zur Bestattung übrig bleibt. Die Diamanten sind doch sehr klein.

Beitrag von risala 19.10.10 - 16:46 Uhr

Hi,

meine Oma väterlicherseits, mein Opa mütterlicherseits und meine Oma B. wurden alle nicht im herkömmlichen Sinn beerdigt:

meine Oma starb 1979 an Krebs - und stellte ihren Körper der Uni Marburg zur Verfügung. Dafür übernahm die Uni die Einäscherung und sie wurde unbekannt beerdigt.

Mein Opa starb 1995 ebenfalls an Krebs - und wurde unbekannt und ohne Feierlichkeiten am Starnberger See unbekannt beerdigt. Eine Trauerfeier gab es nicht - ich hatte mich, unbewusst, am Abend vor seinem Tod für immer von ihm verabschiedet.

Meine Oma B starb letztes Jahr kurz vor ihrem 100. Geburtstag - und stellte ihren Körper der Uni Göttingen zur Verfügung. Einäscherung übernahm auch hier die Uni und die Beerdigung.

Nur einen Unterscheid gab es: Bei Oma B. gab es einige Tage nach dem Tod eine Trauerfeier für alle, die sich nicht zu Hause am Bett verabschieden konnten. Ich habe an der Feier nicht teilgenommen - hatte meiner Oma alles wichtige erzählt als sie noch zu Hause war. Ich hoffe, sie hat es auch wirklich hören können.

Mir haben die Trauerfeiern nicht gefehlt - im Gegenteil! Die einzige, an der ich teilgenommen habe (Urnenbeisetzung des LG meiner Mutter vor 10 Jahren), hat mir sehr zu schaffen gemacht. Wenn ich es vermeiden kann, werde ich auch auf keine Beerdigung mehr gehen.

Es fehlen mir auch keine Gräber, an die ich gehen könnte. Auch hier muss ich sagen, dass mir die Besuche an Günters Grab mehr Probleme bereitet haben, als dass sie mir geholfen haben seinen Unfalltod zu verarbeiten.

Gruß
Kim

Beitrag von butler 19.10.10 - 16:51 Uhr

Damit hat sich mein Sohn schon vor Jahren beschäftigt und entschieden das er aus seiner Oma und Mama Diamanten machen lässt. Mein Vater darf seine Asche im Meer versenken lassen(sein Wunsch).
Seine Erklärung dazu: Ich habe euch dann immer bei mir
Hoffe das es noch viele Jahre dauert, ehe es so weit ist
Liebe Grüße

Beitrag von anyca 20.10.10 - 11:00 Uhr

Ich frage mich nur, was dann aus den Diamanten wird, wenn der Sohn (oder wer auch immer die Dinger dann aufbewahrt) selbst einmal verstirbt? Früher oder später weiß keiner mehr, daß der Diamant aus den Überresten eines Verstorbenen gemacht wurde, und er wird unwissend an den nächstbesten Händler verscherbelt #zitter

Nee, das wäre mir nichts.