Eheprobleme: wie habt ihr es geschafft wieder zusammen glücklich zu se

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ****** 19.10.10 - 07:41 Uhr

Guten Morgen!

Mein Mann und ich haben seit langem ziemliche Probleme. Wir haben uns irgendwie auseinander gelebt.

Es fing mit der 2. Schwangerschaft an, er kam angeblich nicht damit klar dass es direkt im 1. ÜZ geklappt hat (obwohl Wunschkind), er meinte so habe er es sich nicht vorgestellt und von dem Tag an als er wusste dass ich schwanger bin ignorierte er mich.

Nach der Geburt war es für 3 Monate sehr viel besser und seitdem ist es eigentlich so dass jeder von uns sein Ding durchzieht.

Wir machen als Paar überhaupt nichts mehr gemeinsam, er legt auch keinen Wert darauf. Es gibt keine Umarmungen, Küsse oder andere Dinge... Und das nun schon seit einigen Monaten.

So im Alltag ergänzen wir uns gut. Wir helfen uns gegenseitig bei allem möglichen, er ist ein wunderbarer Papa und ich kann mich immer zu 100 % auf ihn verlassen.

Aber eben unsere Beziehung als Liebespaar existiert quasi gar nicht mehr. Ich empfinde es eher als eine WG oder ein Leben mit einem guten Freund. Und um ehrlich zu sein hab ich selber auch wenig Elan dies zu ändern.

Allerdings kann ich mich auch nicht trennen. Mir liegt sehr viel an ihm und ich möchte auch wirklich dass sich unser Verhältnis wieder bessert.

Wer von euch hat dies schon geschafft? Und v.a. wie?

Ich habe mir nun überlegt dass jeder von uns mal mindestens 3 Dinge aufschreibt die in seinen Augen überhaupt gar nicht gehen und die Ehe stark gefährden und 3 Dinge aufschreiben die man als sehr schön und gut und ausbaufähig emfpindet.

Bin gespannt auf eure Antworten.

LG

Beitrag von ehemann!! 19.10.10 - 08:55 Uhr

Hallo,

könntest glatt meine Frau sein.
Passt alles zu 100 %
Ich denke man lebt sich auseinander, alles hat vorrang, nur nicht die Beziehung. Diese Dinge stellt man in den Vordergrund. Da ist es halt auf einmal wichtiger den Einkauf zu erledigen als sich mit seiner Partnerin auszutauschen. Woran das liegt weis ich leider auch nicht.
Ich mache mir als Mann Gedanken um unsere Beziehung, meine Frau sicherlich auch. Konkrete Ratschläge habe ich allerdings noch nicht.
Meistens scheitert es an den kleinen Dingen. Da will man eventuell mal zu zweit abends Essen gehen, die Kinder eventuell bei der Schwester "parken", da wird dann eines der Kinder plötzlich krank.
Eines erachte ich jedoch für wichtig, obwohl es auf den ersten Blick nicht die Zweisamkeit fördert. Abstand von der Familie. Damit meine ich, dass jeder z.B. einen Abend in der Woche seiner Freizeitbeschäftigung nachgehen kann, alleine oder mit Bekannten. Sport oder irgendetwas anderes. Darüber kann man sich dann austauschen und kommt auch wieder mit Themen ins Gespräch, die sich nicht ausschließlich um die Familie drehen.

Ich bin auch mal auf weitere Antworten gespannt.

Alles Gute

Beitrag von bluehorizon6 19.10.10 - 09:17 Uhr

3 Dinge die gefähren

1. Sprachlosigkeit (den Partner ausschließen)

2. sich selbst zu wichtig nehmen

3. Klammern


3 Dinge die fördern


1. ziemlich gleiche Zielstellungen

2. Achtung, Respekt und Neugier

3. sich entwickelnde Sexualität


und mir fielen noch 112 andere Dinge ein.


blueH6

Beitrag von miss-bennett 19.10.10 - 10:56 Uhr

Hallo!

Besteht (von seiner Seite) überhaupt Bereitschaft, an der Lage etwas zu ändern?

Was bei uns geholfen hat:

1. Eheberatung (schon das erste Gespräch hat geholfen, da klar wurde, wie hoch diese Bereitschaft bei uns beiden war)
2. gemeinsame Freizeit (das haben sogar wir mit 6 Kindern geschafft, dann schafft Ihr das auch!)
3. ruhige Abende zu Hause, wenn alle im Bett sind, und lange Gespräche (man kann sich auch zu Hause einen schönen Abend machen, es muss nicht zwingend das Ausgehen sein)

Nun gehen wir in eine Tanzschule seit drei Jahren. Zwar mit unterbrechungen, aber trotzdem gerne. Vor 5 Jahren hätte ich mich nicht mal getraut, das meinem Mann vorzuschlagen, vor lauter Angst, er würde mich auslachen #augen

Schau dass Du einen ruhigen Augenblick erwischt, sprich ihn ruhig an und warte ab, was er dazu sagt. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass er mit der Situation glücklich ist.

Alles Liebe und viel Erfolg

Miss Bennett #klee

Beitrag von ****** 19.10.10 - 11:20 Uhr

nein, er ist nicht glücklich mit der Situation. Er sagt, er will auch dass es wieder besser wird, aber es kommt von seiner Seite aus dann nichts mehr. Im Gegenteil. Letztens hab ich organisiert dass wir zusammen ausgehen konnten, aber er hat es vorgezogen mich alleine los zu schicken damit er hier im Haus in Ruhe irgendetwas reparieren konnte... :-(

irgendwie ist die Situation einfach so festgefahren dass keiner von uns den ersten Schritt macht um was zu verbessern. Es ist zum Mäuse melken...

Für uns existieren nur noch die Kinder und das Haus. Ab und an mal Gespräche über die Arbeit. das war es. wir haben uns weiter einfach gar nichts zu sagen. Nur eisernes Schweigen.

Vor den Kindern hatten wir wenigstens noch eine gemeinsame Leidenschaft: das Motorrad fahren. Er hatte seine eigene Maschine und ich auch. Aber nun haben wir beide kein Motorrad mehr und somit auch keine gemeinsamen Interessen mehr. Ich liebe Pferde, er mag sie gar nicht. Er hat seine Freunde, die aber immer nur ohne Frauen ausgehen...

Beitrag von Leidensgenossin 19.10.10 - 11:54 Uhr

Dein Text könnte zu 100% von mir sein. Wir machen gerade wieder einmal eine ganz schöne Krise durch. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Mann gar nichts von den Krisen mitbekommt. Ich kämpfe in der letzten Zeit sehr mit mir. Wir sind schon zehn Jahre zusammen. Was soll ich tun? Die Hoffnung aufgeben und mich mit dem Zustand zufrieden geben? Auch bei uns ist es so, dass auf meinen Mann zu 100% Verlass ist und er erledigt viel und ist den Kindern ein wirklich toller Vater. Da gibt es nichts. Er hat viele tolle Eigenschaften. Ein Partner auf Augenhöhe, ein Liebhaber ist er nicht. Keine Ahnung, wann wir das letzte Mal Sex hatten. Und ich will es irgendwie auch nicht mehr. Irgendwann resigniert man. Was mich am allermeisten stört ist, dass mein Mann aufbrausend, ja cholerisch ist. Nicht so, dass er gewaltätig wäre, aber er vergreift sich mir gegenüber oft im Ton und das wegen absoluter Nichtigkeiten. Auch, wenn ich die letzten Jahre versucht habe, das an mir abprallen zu lassen, merke ich, dass es meine Gefühle zu ihm nachhaltig stört. Du kannst nicht zu jemandem Vertrauen, Innigkeit und Nähe aufbauen, der dich schon im nächsten Moment beschimpfen könnte. Die Folge ist, dass du auch keinen Sex mit jemandem willst, bei dem das alles fehlt. Ich habe ihm das schon oft gesagt, aber er kann wohl auch nicht aus seiner Haut. Ich leider auch nicht aus meiner. Ich tröste mich manchmal damit, dass ich mich scheiden lasse, sobald die Kinder aus dem Gröbsten sind. Andererseits finde ich es extrem schade. Es würde so wenig reichen um miteinander glücklich zu sein. Es ist auch nicht so, dass es gar keine Zärtlichkeiten mehr gibt. Er umarmt mich auch mal spontan und sagt etwas Nettes. Er denkt dann aber, dass damit alles in Butter ist und ich über alles hinwegsehe. Ich habe auch keine Lust mehr über das alles zu reden, da es schon 100mal besprochen wurde, alles Schall und Rauch. Es ist frustrierend, ja. Wenigstens wachsen unsere Kinder in einer an sich tollen Familie auf. Sie werden geliebt und geschätzt und von uns beiden gleichermaßen unterstützt. Ich bin ein trotz allem glücklicher Mensch und sehe es auch mit einer gewissen Reife: Man kann nunmal nicht alles haben. Ich würde meinen Kindern ihre unbeschwerte Kindheit nie kaputt machen, nur weil ich keine erfüllte Partnerschaft habe.
Was allerdings in 15 Jahren ist...darüber mache ich mir oft so meine Gedanken. Da werde ich nicht mehr bereit sein über die Dinge, die mich jetzt extrem stören, hinweg zu sehen. Wie wird das auch werden, wenn nur noch ich und er alleine sind? Übrigens gab es in den letzten Jahren auch immer wieder Lichtblicke, wir sind dann immer so glücklich miteinander...aber leider hält das nicht lange. Gerade, wenn ich anfange wieder ein wenig Vertrauen zu fassen, kommt der nächste Knüppel und meine Hoffnungen sind wieder dahin. Deshalb hoffe und erwarte ich nichts mehr.

Liebe Grüße an dich

Beitrag von asimbonanga 19.10.10 - 13:06 Uhr

Hallo,
kann es sein ,das du dir deine Situation erträglich redest?Cholerisch und auf brausend ist er nur dir gegenüber-niemals vor oder gegenüber den Kindern?
Du willst 15 Jahre deines Lebens opfern um deinen Kindern eine heile Welt vor zuspielen?Kinder spüren unterschwellige Spannungen und ob ihre Eltern sich lieben.
Ich habe mal kurzfristig genau so gedacht wie du--------mich von guter Phase zu guter Phase gehangelt-sonst war ja alles "perfekt" -auch das Eheleben funktionierte gut.Die cholerischen Ausfälle gab es sogar manchmal 6 Monate am Stück nicht.
Irgendwann nach einer Ehetherapie kristallisierte sich heraus, das sich niemals wirklich etwas ändern würde.Ich musste befürchten Schaden zu nehmen und meine Kinder auch.
Ich bin froh gegangen zu sein-auch wegen der Kinder.
Und man kann doch Alles haben ! Auf jeden Fall Akzeptanz und Wertschätzung, Freundschaft und guten Sex.

<<Deshalb hoffe und erwarte ich nichts mehr. <<<

Das finde ich wirklich traurig und schlimm.
Hast du schon mal an Ehetherapie gedacht?



L.G.

Beitrag von Leidensgenossin 20.10.10 - 11:19 Uhr

Danke für deine Antwort :-).

Na ja, vielleicht werden es ja nur 10 Jahre, die ich opfern muss? Ich denke ich rede mir nichts schön, sondern arrangiere mich mit den Gegebenheiten und mache das Beste daraus. Natürlich bekommen die Kinder auch mal etwas mit, aber in welcher Familie hängt der Himmel voller Geigen? Wir sind eine ganz normale Familie und ich gaukle meinen Kindern eben keine heile Familie vor. Sie sehen, dass wir uns auch mal streiten. Es kommt nicht oft vor, hier gibt es keinen ehelichen Kleinkrieg jeden Tag. Die Kinder sehen, dass man sich streiten, aber auch wieder vertragen kann. Ausfälle gegenüber den Kindern, gab es nur wenige Male, aber da bin ich keinen Deut besser. Auch ich bin manchmal genervt und ungeduldig, vor allem wenn es um Hausaufgaben geht und da werde ich auch ungerecht.
Liebe asimbonanga, ich denke, den wenigsten ist es gegönnt so wie du eine rundum beglückende Partnerschaft zu führen. Es ist Geschenk und Gnade, die angesichtigs der Scheidungsraten sicher nicht den meisten zukommt. Eine Scheidung garantiert mir auch kein glücklicheres Leben. Und trotz dem, dass ich mir mal "Ehe" weißgott anders vorgestellt habe, bin ich nicht unglücklich. Wäre ja noch schöner, wenn mein Lebensglück von einer Person abhinge. Eigentlich habe ich meinem mir Zugemuteten auch viel zu verdanken. Im Ernst. Zu Beginn unserer Ehe war ich blutjung und ein verschüchtertes Mädchen. Mit so einem Mann kannst du dir Schüchternheit jedoch nicht leisten. Es bleibt dir nichts anderes übrig, als zu wachsen und zu lernen dir selbst der Fels in der Brandung zu sein. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal im Leben so frei fühlen würde. Vielleicht ist ER also doch nicht so schlimm? ...und da wären wir wieder beim Thema "schönreden" ;-)
Ich bringe das "Opfer" gerne für meine Kinder und bin einfach nur supergespannt, welches Ende das mit mir und mit meinem Mann eines Tages nehmen wird.

Ganz liebe Grüße #blume

Beitrag von asimbonanga 20.10.10 - 12:51 Uhr

Hallo,
Naja ich bin im zweiten Anlauf glücklich.Dein Post hat mich wohl irgendwie an meine Situation in erster Ehe erinnert----dann neige ich meist zu radikalen Lösungen.Zumal ich davon überzeugt bin, das es Ehen gibt die auf Dauer krank machen.Heute klingst du als könntest du die Situation auf Dauer händeln-dir immer ein Stück Unabhängigkeit bewahren.
Wenn es unzumutbar werden würde, kann man immer noch die Reißleine ziehen ;-)
Glück und viel Kraft wünsche ich dir.#blume

L.G.

Beitrag von ****** 19.10.10 - 21:59 Uhr

ganz genauso denke ich (leider) auch. Wenn ich die Kinder sehe wie sehr sie ihren Papa lieben und an ihm hängen, da kann ich es einfach nicht ihnen den Papa sozusagen weg zu nehmen.

Die Kinder sind mir das Wichtigste und ich möchte dass sie glücklich sind und dass es ihnen gut geht.

Ich denke auch immer, dass wenn sie älter sind und auf eigenen Beinen stehen, ich mich defintiv trennen werde um endlich wieder zu leben.

Ist das rücksichtsvoll oder einfach nur feige den Schritt JETZT zu gehen? Ich weiß es nicht... Vielleicht auch ein bischen Hoffnung dass es endlich wieder besser wird

Beitrag von Leidensgenossin 20.10.10 - 11:02 Uhr

"Ist das rücksichtsvoll oder einfach nur feige den Schritt JETZT zu gehen?"

Wenn ich von mir ausgehe, dann ist das zu 80% aus Liebe zu meinen Kindern und zu 20% eine Art der Bequemlichkeit. Ich sehe es eben realistisch. Was erwartet mich, wenn ich mich trenne? Okay, partnerschaftstechnisch hätte ich ein Problem weniger. Aber ist das tatsächlich so? In meinem Fall sicher nicht. Mein Mann würde wahrscheinlich um das Sorgerecht für die Kinder kämpfen, denn genausowenig wie ich es mir vorstellen kann ohne meine Kinder zu sein, genauso absurd schiene ihm diese Vorstellung. Und auch wenn wir geteiltes Sorgerecht hätten, wird das Leben dadurch doch keinen Deut einfacher? So groß ist mein Leidensdruck dann doch nicht. Nicht zu sprechen davon, dass ich auch mehr als meine 30% arbeiten gehen müsste und Beruf+Familie kostet schon jetzt alle meine Energie. Müsste ich 100% arbeiten und hätte dann noch die Verantwortung für meine Kinder, die sich abends in den Schlaf weinen, weil der Papa nicht da ist...Nein, danke. Das wäre ein sehr hoher Preis. Wie gesagt, da müsste es schlimmer um mich bestellt sein.
Ich habe mich mit meinem Mann arrangiert, sehe die positiven Seiten und wenn man sich mal im Bekanntenkreis umschaut, dann blühen in keiner Partnerschaft rote Rosen. Jeder hat doch sein Päckchen zu tragen!

Liebe Grüße

Beitrag von ****** 20.10.10 - 22:15 Uhr

sind wir Zwillinge? ;-)

Ganz genauso sehe ich es auch.

Ich bekomme es bei meiner Freundin mit. Sie ist alleinerziehend und geht Vollzeit arbeiten. Hammer! Ich habe absoluten Respekt vor ihr (und natürlich vor allen anderen Frauen die das leisten). Weiß nicht ob ich das schaffen würde. Wenn es müsste, ganz sicher....

Das mit dem Trennen ist so ne Sache. Ich überlege mir auch immer die Vor- und Nachteile. Im Moment überwiegen für mich noch die Nachteile einer Trennung. Also denke ich auch dass ich einfach noch nicht bereit dazu bin und es noch nicht "schlimm genug" ist.

Klar, Partnerschaftstechnisch wäre man befreit. Aber.... es kommt ja wahrscheinlich nix Besseres nach ;-) habe selber schon ein paar Beziehungen hinter mir und bekomme immer so viel von Freundinnen mit... sind doch alle gleich die Kerle....

Mensch, bin ich negativ ;-)