Theater beim Essen- Angst vor verschlucken

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von auerhenne 19.10.10 - 08:52 Uhr

Guten Morgen,

Ich bin total verzweifelt.

Unser Sohn (wird im Dezember 6) hat sich letzte Woche im Kindergarten an einem Stück Apfel verschluckt.

Seitdem ist jede Mahlzeit die reinste Katastrophe. Er sitzt weinend vor dem Teller, weil er Angst hat, dass ihm etwas im Hals stecken bleibt.
Inzwischen schneide ich ihm weiches Brot in Babystückchen nachdem ich es mit Schmelzkäse oder Leberwurst beschmiert habe.
Und selbst das bereitet ihm würgen und er spuckt es teilweise wieder aus- auch wenn es nur kleine Mini-Krümelchen sind.
Joghurt, Banane und alles was weich ist und so runter rutscht, isst er.

Vorsichtshalber war ich gestern mit ihm beim HNO, um schauen zu lassen, ob evtl. die Mandeln geschwollen sind. Aber negativ.
Nächster Schritt wäre eine Kehlkopfspiegelung unter Vollnarkose. Die Überweisung habe ich schon.
Für mich macht es eher den Eindruck als wollte man hier mit Kanonen auf Spatzen schiessen.
Meine Meinung nach ist unser Sohn wahnsinnig traumatisiert. Er kann ja essen, das Problem spielt sich im Kopf ab.

Herrjee...was würdet Ihr tun?

Beitrag von thea21 19.10.10 - 09:14 Uhr

Hallo,

das Problem hatte meine beste Freundin mit ihrem 4 Jahre alten Sohn auch.

Er hat teilweise hysterisch vor seinem Teller gesessen und wenn er mal was aß, verschluckte er sich automatisch weil er so sehr aufs kauen und schlucken konzentriert war, das dies zwangsläufig passieren musste, oder er es sich auch einredete.

Im Endeffekt hatten wir es so gemacht (sie wusste sich auch keinen Rat mehr), das wir ihn nicht sonderbehandelt hatten, ihm aber verständnis zeigten und ihm erklärten das man sich wahnsinnig erschreckt, wenn man sich auf einmal verschluckt.

Ihm aber auch erklärten, was passiert wenn man sich verschluckt und WIE es passiert.

Das man ordentlich kauen muss, und das wenn man sich verschluckt ein Reflex einsetzt (husten), damit der verschluckte Krümel wieder rauswandert.

Ich denke, so leid es einem tut, das eine Sonderbehandlung mit extra weichen Stücken (hatte Freundin auch erst versucht), ihn nur in seiner Angst bestätigt: Essen = verschlucken = böse.

Beitrag von sternchen373 19.10.10 - 09:17 Uhr

Um Himmels willen, erspar ihm die Kehlkopfspiegelung, wenn nicht wirklich ein Verdacht darauf besteht, dass was stecken geblieben ist (und so hört es sich ja nicht an)!

Ich denke auch, dass es eine Kopfsache ist und je mehr "Trara" um das Thema gemacht wird, umso schlimmer wird es für ihn.

Lass ihn doch einfach mal ein paar Tage lang Suppen, Joghurts, Pudding usw. essen, ohne es zu kommentieren. Biete ihm auch Euer Essen an und wenn er nicht will, okay. Es kommt dann bestimmt ganz von alleine wieder (vielleicht mit einem Ü-Ei oder so ;-) ).

Falls nicht, mal den Kinderarzt fragen, wer da helfen kann (Kinderpsychologe?), bevor es sich zu einer richtigen Macke manifestiert.

Alles Gute,
Anja.

Beitrag von thea21 19.10.10 - 09:22 Uhr

Ach ja noch so "by the way"...

Vielleicht lockt ihn ja de Tatsache (ohne das Problem zu thematisieren) sich eine langersehnte Süßgikeit ect aussuchen zu dürfen, ich denke so wurde schon manches Kind gelockt.

Beitrag von zahnweh 19.10.10 - 19:11 Uhr

Hallo,

ich würde meinem Kind weiterhin "normales" Essen anbieten, aber respektieren, wenn sie sich in den nächsten paar Wochen von weichen Sachen ernährt. Im Zweifel pürrieren.

Linsen und Spätzle
Kürbissuppe und andere cremige Suppen
Banane
usw.

Einfach Zeit lassen, kein großes Thema drum machen und abwarten. Irgendwann würde er dann schon von sich aus wieder auf die Idee kommen. Nicht drängen! Keine Seitenkommentare!

Nur wenn er in einem Vierteljahr noch gar keine Anzeichen macht, was anderes zu essen oder noch immer so heftig (verständlich) reagiert, würde ich auch mal mit dem Kinderarzt sprechen.

Im Moment hat er Angst und versucht die Situation zu vermeiden. Je mehr man das zum Thema macht, desto mehr Angst bekommt er!!!

Habe mich als Kind schon öfter verschluckt. Wurde ich einfach gelassen, war's bald vorbei. Reagierten die Erwachsenen panisch oder sprachen mich drauf an, drängten mich, redeten es runter (was mich a) nicht ernst nahm und b) eben dauernd Thema war) umso mehr bekam ich Angst.

Auch nicht von anderen Geschichten anfangen. Mein Vater erzählte bei JEDEM Fisch-Essen von einer verschluckten Gräte und wie sie ihn ihm Hals störte. Danke, seither esse ich keinen Fisch mehr. Selbst Fischstäbchen sind eine Katastrophe, weil es ja welche drin sein könnten.
Es hat eben geprägt und dabei war ich bei der Geschichte noch nicht mal betroffen.

Mandeln habt ihr überprüfen lassen. Gut. Alles weitere kann ich mir kaum vorstellen. Es sei denn, es treten weitere Symptome oder Probleme auf.