Krebs - wem hilft man?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von heute_lieber_so 19.10.10 - 12:04 Uhr

Partner A:
Diagnose Krebs
evtl. schlechtes Gewissen Partner B gegenüber weil Partner B sich sorgt
Schmerzen + Behandlung
etc

Partner B:
möchte ausreichend unterstützen
große Verlustängste
möchte Partner A nicht leiden sehen
etc


Die Situation ist für beide schwer, aber müsste man sich für einen (unterstützungstechnisch) entscheiden, wer hat Hilfe dringender nötig? ...
Der Erkrankte oder der Beistehende?

#danke

Beitrag von ohlo 19.10.10 - 12:08 Uhr

#kratz Beide sollte man unterstützen was ist das für eine Frage?

Beitrag von frejas.sal 19.10.10 - 12:10 Uhr

Wie sieht deine Definition von Unterstützung aus?

Eigentlich ist man für beide da....

Beitrag von beiden 19.10.10 - 12:11 Uhr

Hi,
meines Erachtens ist es für beide schwer. Aber, der, der Krank ist, braucht mehr unterstützung - ist ja schließlich, der der den Krebs ausbaden muss.

#blume

Beitrag von seelenspiegel 19.10.10 - 12:11 Uhr

Wenn ich was nicht leiden kann, sind es solche hypothetischen dummen "was wäre wenn" Spielchen von Leuten die scheinbar zu viel Tagesfreizeit haben.

<<<aber müsste man sich für einen (unterstützungstechnisch) entscheiden>>>

Beide hätten Hilfe und Beistand nötig, und entweder man hilft wirklich oder lässt es komplett sein. #aerger

Beitrag von heute_lieber_so 19.10.10 - 12:12 Uhr

Aus bestimmten Gründen geht das nicht.

Das was mir auffällt ist das sich anscheindend niemand um Partner B kümmert > immerhin ist Partner B ja gesund #nanana
Und keiner sieht die Not die auch Partner B hat...

Ich finde allerdings nicht, dass Partner B übertreibt!
Nur anscheinend ist Partner B Luft...

Partner A hingegen versinkt etwas in Selbstmitleid und hat mit psychischen Problemen zu kämpfen (wen wundert's?) ...

Ich weiß auch nicht...#schmoll

Beitrag von frejas.sal 19.10.10 - 12:15 Uhr

Könntest du bitte die Gründe, weswegen es nicht geht, präzisieren?

Du schreibst ohnehin in schwarz...es wäre jedenfalls sehr hilfreich, ein bisschen mehr Information zu bekommen, um dir eine halbwegs vernünftige Antwort geben zu können.

Beitrag von heute_lieber_so 19.10.10 - 12:22 Uhr

Aus Zeitgründen
12-h-Schicht.

Die kann ich entweder so legen, dass ich Partner B besuchen und beistehen kann oder Partner A (KH-Zeiten, Anfahrt, etc.) ...

Jahresurlaub ist verbraucht, hatte jetzt zwei Wochen (die für Weihnachten geplant waren)...

Eine Ausnahmeregelung der Besuchszeit ist nicht möglich, haben bereits mit dem Personal gesprochen...

Beitrag von redrose123 19.10.10 - 12:30 Uhr

Mach was du für richtig hälst ;-) Was sollenw ir dir denn raten? Teil es doch auf da mal für a und dort für b ....

Beitrag von frejas.sal 19.10.10 - 12:32 Uhr

OK, du willst also quasi eine Vollpflege für den einen Part übernehmen. Arzt, Krankenschwester, Therapeut, Heiler, Haushaltshilfe, Seelsorge und Wiedergutmacher in einer Person. Das ist sehr nobel, aber das schaffst du nicht. Weder zeitlich, kräftetechnisch noch seelisch.

Darüber hinaus ist es gar nicht so sinnvoll. Denn du kannst nicht ihr Leben für sie leben und ihnen ihr Schicksal auf dich nehmen. Da müssen sie selbst durch.

Am besten hilfst du beiden, in dem du als Gesprächspartner da bist, wenn es gewünscht und gebraucht wird, Partner A ab und an besuchst, mit Partner B dann und wann einen netten Abend (o.ä.) verbringst - sozusagen für ein bisschen positiven Wind und Ablenkung sorgst - und ansonsten dein Leben lebst.

#klee

Beitrag von blablablablabla 19.10.10 - 17:47 Uhr

mir kommen echt die tränen


wenn ich so einen käse lese.


wenn du mit beiden befreundet bist, wo wäre das problem sich da abzuwechseln, oder willst du dich da eher aufdrängen und dich hier profilieren?

wenn du schon hilfe bei der entscheidung brauchst, bist du eine der letzten personen die betroffenen wirklich helfen könnte.

lachhaft !

Beitrag von schlumpfine2304 19.10.10 - 12:41 Uhr

mir geht ja grad die hutschnur hoch ...

partner b ist gesund ... aus welchem grund sollte man den bitte "bemitleiden" bzw. unterstützen? aus gründen wie "du armer hast es ja so schwer?"

ich würd keinen gedanken an mich selber verschwenden, wenn mein partner eine schwere krankheit diagnostiziert bekommen würde. ich würde drei kreuze machen, das ich selber gesund bin und für ihn sorgen kann!

aus die maus.

wie egoistisch muss man denn bitte sein!?

unverständliche grüße
a.

Beitrag von gh1954 19.10.10 - 14:05 Uhr

>>>ich würd keinen gedanken an mich selber verschwenden, wenn mein partner eine schwere krankheit diagnostiziert bekommen würde.<<<

Du schreibst Unsinn. Kannst du dir nicht vorstellen, dass der Partner des Kranken auch unter ungeheurem Druck steht, vor Sorge und Angst nicht in den Schlaf kommt.?
Sich evtl um die Kinderbetreuung kümmern muss, wenn die Klinik weiter weg ist? Höhere Ausgaben, weniger Geld (Krankengeld).

Natürlich ist der Kranke härter betroffen, aber der Partner geht nach so einer Diagnose nicht fröhlich pfeifend durch die Welt.

Wieso sprichtst du von Egoismus, hier ging es nicht darum, dass jemand etwas verlangt.

Beitrag von bluehorizon6 19.10.10 - 15:08 Uhr

Du sagst uns gerade, und ich extreme das nun ein wenig.

Du bekommst als Partner B die Nachricht das deine Liebe stirbt, und schaffst es mir einem Wisch alle Konzentration auf die kranke Person zu legen, ohne das es in dir wankt, zweifelt oder gar Angst sich breit macht.

Es geht garnicht um bejammern oder bemitleiden, sondern um das Verständnis das lebensverändernde Nachrichten sehr wohl die Frage aufwerfen wem zu helfen ist.

Ich bewundere dich in deiner Konsequenz und Selbstlosigkeit, wünsche dir aber, dass du nie vor einer solchen Nachricht stehen musst.

BlueH6

Beitrag von sneakypie 19.10.10 - 16:09 Uhr

Hast du jemals einen Krebserkrankten begleitet?

Krebs ist nicht nur eine Belastung für den Erkrankten, sondern, wie jede schwere Krankheit, für die gesamte Familie.
Da hängt so wahnsinnig viel dran: Der Erkrankte muss zu den Therapien gefahren werden (wenn sie ambulant stattfinden) oder im Krankenhaus besucht werden (falls stationär). Eventuell muss Pflege daheim stattfinden (schonmal eine ambulante Chemo begleitet?). Mit einem Mal wird das komplette Leben umgekrempelt. Mit einem Mal muss der worst case eingeplant werden - was ist mit der Haus-/Wohnungsfinanzierung, was ist mit der finanziellen Absicherung, wie gehen die Kinder mit der Krankheit des Elternteils um, müssen sie eventuell auf den Tod vorbereitet werden, entwickeln sie Verhaltensauffälligkeiten?
Wie geht der Erkrankte mit seiner Diagnose um? Entwickelt er Depressionen, neigt er zu Wutanfällen, beginnt er, zu trinken?

Meine Mutter hat meinen Vater damals daheim gepflegt, mit seiner Inkontinenz, mit dem sturzartigen Nasenbluten, den Stimmungsschwankungen, der Schlaflosigkeit, der Übelkeit, dem Erbrechen, der körperlichen Schwäche. Neben ihrem Job, wohlgemerkt. Sie hat sich mit Versicherungen und Rententrägern herumgestritten. Als er dann im Krankenhaus war, hat sie jede Nacht dort übernachtet, ist von der Klinik nach Hause zum Duschen und Umziehen, von dort zur Arbeit, von der Arbeit wieder in die Klinik. Hat Windeln gewechselt, gefüttert, gewaschen, weil die Krankenschwestern überlastet waren. Und nebenbei hat sie, so gut es ging, uns Kinder aufgefangen.

Das sind alles Belastungen, die der gesunde Partner mitträgt oder in Teilen sogar ganz auf seine Schultern nimmt. Und dazu kommen die ganz persönlichen Ängste und Sorgen.

Wenn man den mitbetroffenen Partner unterstützen kann, sollte man das um Himmelswillen tun. Die Belastungen sind irrsinnig.

Gruß
Sneak

Beitrag von darkblue81 19.10.10 - 16:29 Uhr

Hallo,

so spricht jemand, der eigentlich keine Ahnung hat und da sollte man manchmal einfach besser still sein.

> ich würd keinen gedanken an mich selber verschwenden, wenn mein partner eine schwere krankheit diagnostiziert bekommen würde. ich würde drei kreuze machen, das ich selber gesund bin und für ihn sorgen kann! <

Und irgendwann würdest auch du an diesen Punkt kommen, wo du zusammen brichst, dir wünschst, dass jemand für DICH da ist und sich nicht alles um den Partner dreht, dass dich jemand auffängt, eine Schulter zum anlehnen und nein, das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit Menschlichkeit. So einfach ist das.

Die Diagnose Krebs ist ein Schlag ins Gesicht und man stellt erst einmal alles in Frage, muss zusehen das irgendwie alles läuft sofern das möglich ist.

Red nicht so einen Unfug, wenn du schlichtweg keinen Schimmer hast.

Grüße

Beitrag von bluehorizon6 19.10.10 - 12:58 Uhr

Primär erstmal A aus medizinischer Sicht.

ABER:

Zuerst müssen sich die Partner mal klar darüber werden was denn überhaupt abgeht. So einen Nachricht wirft möglicherweise alle Lebensplanung über den Haufen. Ich kann nicht einschätzen wie kritisch der Kregs ist, wie die Heilungschancen und wie die Partner in ihrer Psyche einzuschätzen sind.

Aber zuerst müssen die beiden ein Lebensbild schaffen mit dem sie umgehen können.

Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Für mich steht fest das beide Hilfe brauchen. Und das kann zum einen von Profis erfolgen, das ist auch Bestandteil des Heilungsprozesses, bis hin zu der Tatsache das der betroffenen Krebspatient niemand an sich ran lässt.

Wenn dich jetzt so etwas wie ein Hilfshormon treibt, so ist es sicherlich erst einmal wichtig zu verstehen was denn Hilfe für die beiden bedeutet und ob sie überhaupt angenommen werden will. Wenn ich das richtig lese bist du die die helfen will um in guter Absicht zu handeln. Lob Lob und das meine ich ernst. Viele verkrümeln sich und wollen das Leid garnicht erst sehen.

Wenn dir beide nahestehen, gilt es offen zu sein auf das was dir angetragen wird. Sei offen für Signale aber halte dich nicht für die Person die "Wunder" wirken kann. Hilfe ist es mal auf die Kinder aufzupassen, eine Besorgung zu übernehmen oder einfach mal nur zuzuhören.

Du kannst konfrontiert werden mit tiefsten Depressionen und mutigem offensiven Umgang damit. Aber auch auf der anderen Seite sind Depressionen nicht ausgeschlossen und selbstverständlich die umbarmherzige Frage nach dem Tod und dem was von einem selbst dann noch übrig bleibt. Verllustängste, Zukunftsängste... und ganz bestimmt auch einem die "gesunde" Person kann eines nicht oder nur sehr schwer den Partner mit seiner Krankheit annehmen. Er ignoriert sie manchmal weg und versucht sich den erkranten Partner gesund zu denken.

Meine persönliche Meinung ist, das es professionelle Hilfe für beide geben muss und ein verständnisvolles Umfeld. Zu merken, das es Freunde gibt die sich kümmern wollen ist schon viel wert.

Lege dir nicht die Bürde auf zu entscheiden. Das wird nicht viel bringen. Wenn es hart auf hart kommt und eine Zukunft nicht mehr zu sehen ist, ist ohnehin entschieden wer Hilfe braucht. Solange bist du relative passiv und bist vielleicht der beste Zuhörer den es gibt. Aber stell dir das nicht einfach vor. Du wirst Tränen vergiessen und mitleiden. Stelle dir auch dei Frage wer fängt dich dann auf.

Krebs ist eine Nachricht die umhaut und du brauchst Kraft und Zuversicht und den Glauben das es Hoffnung gibt. Manche fange an zu beten.

Danke für die Frage
BlueH6

Beitrag von sneakypie 19.10.10 - 16:14 Uhr

Zu wem hast du den besseren Draht? Dann fang dort an.

Egal, wem von beiden du hilfst: Du hilfst automatisch auch dem anderen.

Gruß
Sneak

Beitrag von darkblue81 19.10.10 - 16:31 Uhr

Hallo,

in dieser Situation würde ich eher zu Partner B tendieren, wenn es Not tun würde auch Partner A, kommt immer auf die Situation an.
So pauschal kann man das nicht beantworten.

LG

Beitrag von Polarnacht 19.10.10 - 22:17 Uhr

Also.. dringender?

Da stirbt jemand eventuell an Krebs, Stichwort Schmerzen und Behandlung.. wenn ich mich für jemanden entscheiden müßte, der meine Unterstützung dringender braucht, so er sie denn will, dann für den Kranken. Was ist das für eine Frage? Vor allem.. warum muß man sich entscheiden?

Beitrag von .roter.kussmund 20.10.10 - 01:34 Uhr

das habe ich bis kürzlich alles erst hautnah miterlebt.

selbstverständlich benötigt der erkrankte vollste unterstützung, soweit wie es mgl. ist.
der partner steckt das erstmal alles weg... er benötigt und bekommt seine unterstützung nach ableben seines geliebten partners.