Ich mag es nicht für mich behalten... aber was tun?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von besorgt * * * 19.10.10 - 13:18 Uhr

Hallo, ich raufe mir hier seit Monaten die Haare und komme nicht weiter, deshalb frage ich nun euch...
Der Fall: Der Freund einer Freundin hat seine eigene Schwester vergewaltigt und belästigt (da war er 16 und sie 12 - inzwischen ist er 30, sie 26).
Mit der Schwester bin ich ebenfalls befreundet, daher weiß ich es. Ich habe mich immer gewundert das sie so distanziert ist ihm gegenüber, aber es ging mich ja nichts an. Nun waren wir abends ab und zu aus, hatten Frauennachmittage/ -abende, rückten ihren Problemen auf den Grund (sie hat Bulemie, schon seit Jahren und war/ist auch sonst oft "merkwürdig" und panisch wenn es darum ging das wir ausgehen wollen und eben die Freundin ihres Bruders mitkommt). Irgendwann erzählte sie mir dann das sie als Kind missbraucht wurde und Wochen später, das der Täter ihr Bruder war.
So, ich war erst einmal baff.
Sie, die Bulemie kranke Freundin, war jahrelang in Therapie, alles schien Berg auf zu gehen, ihr Bruder war ebenfalls in Therapie und nur dadurch kamen sie sich wieder als Geschwister näher.
Nun war seine Freundin aber schwanger und alles ging von vorn los. Besagte Freundin brachte einen kleinen Jungen zur Welt und die kranke Freundin, nun Tante, war erleichtert da sie in der Therapie festgestellt hatten das es "nur" das kleine Mädchen wäre was ihn gereizt habe mit 16. Hallo ? ? ?
Er ist weiterhin in Therapie, meine (seine) Freundin ahnt von der ganzen Sache nichts, nimmt an ihre Schwägerin ins spe will sich nur wichtig tun und ist deshalb so distanziert, dachte ich anfangs auch - bis ... sie und ihr Bruder eine Unterhaltung führten und er sie ansah nach dem Motto "Hör auf, muss nicht jeder wissen" und sie meinte "Sie (ich) weiß es, ich hab es ihr erzählt." Seitdem war er auch anders zu mir.
So, seitdem habe ich mich von eben dieser Freundin sehr distanziert. Ich wollte dort nicht mehr hingehen. Zuvor hat ihr Freund desöfteren mal auf die Kinder geachtet wenn wir abends Essen gingen oder ins Kino, seitdem will ich das natürlich nicht mehr.
Ich hab einfach ein grausames Gefühl dabei zu wissen, auch wenn ich ihn früher mochte, der Typ hat seine Schwester als "kleines Mädchen" missbraucht, ist zwar noch immer in Therapiesitzungen (zumal er auch Drogen konsumiert - auch etwas das ich erst hinterher erfuhr), aber er ist und bleibt für mich ein Kinderschänder.
Ich hab der "kranken Freundin" versprochen nichts zu sagen, abe rich will dieses Versprechen nicht wirklich halten. Versteht ihr das ?

Beitrag von ähwaswas 19.10.10 - 13:25 Uhr

Also du überlegst momentan, der Freundin des Vergewaltigers davon zu erzählen? Ich würde es wissen wollen, wenn man mein Freund sowas gemacht hat.

"ist zwar noch immer in Therapiesitzungen (zumal er auch Drogen konsumiert"
ER ist in Therapie oder war der Satz auf die Vergewaltigte bezogen?
Und seine Freundin weiß wirklich nichts davon?

Beitrag von binnurich 19.10.10 - 13:41 Uhr

alle in Therapie und dazu noch Drogen..... ist eigentlich nicht so mein Umgang

zu wem würde ich mich in dieser Situation am ehesten bekennen #kratz
(wurde die Straftat angezeigt?)

1. die mißbrauchte Schwester.. scheint prinzipiell ein Opfer zu sein und kommt aus dem Millieu nicht raus, d. h. bekommt es nicht hin nachhaltig Distanz zu ihrem Bruder aufzubauen

2. die Freundin des drogensüchtigen mutmaßlichen (oder nachweislichen?) Vergewaltigers ist auch irgendwie ein Opfer. Sie baut sich eine Zukunft mit einem Mann auf, der abhängigkeitskrank ist

3. der suchtkranke Vergewaltiger (der vermutlich auch aus keinem guten Elternhaus kommt, sonst hätte er nicht so massive Probleme - wer Drogen konsumiert und seine Schwester vergewaltigt hat Probleme)

.....

Ich glaube, ich würde mir einen neuen Freundeskreis suchen und den Kontakt zu den beiden Mädchen halten.
Die Schwester wird es ihrer Schägerin in Spe nicht erzählen - wenn es nicht strafrechtlich verfolgt wurde, könnte man ihr schnell üble Nachrede unterstellen

Beitrag von king.with.deckchair 19.10.10 - 17:34 Uhr

Ich würde der missbrauchten Frau weiterhin eine treue und verschwiegene (!) Freundin sein und mich weder als Richterin über den offenbar seinerzeit oder immer noch seelisch gestörten Bruder noch als Denunziantin aufführen.

Er war 16, als das passierte, es wurde und wird an der Sache gearbeitet. Und ja, auch ein Jugendlicher (!), der seine Schwester missbraucht hat, hat ein Recht darauf, mit und nach Therapien ein Leben zu leben. Du hast kein Recht, die "Warnerin" vor was auch immer du dir da zurecht spinnst zu spielen. Bedenke: Er war damals auch fast noch ein Kind. Wer weiß, was in dieser Familie abging, dass er so drauf ist? Ich würde mir vielleicht eher mal überlegen, ob nicht der Vater der beiden die weit größere Gefahr für Kinder in der Familie sein könnte... Die allermeisten Missbraucher sind selbst Missbrauchsopfer!

Beitrag von alpenbaby711 19.10.10 - 20:44 Uhr

Also ich weiß nicht ob ich es sagen würde aber ganz ehrlich er weiß das er Dreck am Stecken hatte weil sonst würde er das nicht weiterhin verheimlichen wollen und dabei noch Druck machen. Fakt ist aber er ist für mich ein Perversling, denn das was er tat war nicht nur total daneben vor allem war er in einem Alter wo ihm schon bewußt gewesen ist was er tat. Wenn ers dann macht frag ich mich was ist früher schief gelaufen das er solche abartigen Sachen macht. Vergewaltigung ist schon schlimm aber mit der Schwester noch mehr.
ela