Gedanke an Hochzeit bedrückt mich

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Forum: Hochzeit

Wer eine Hochzeit vorbereitet, hat viel Spaß, eine Menge Arbeit und noch mehr Fragen. Was kostet eine Hochzeit? Wer hat Deko-Tipps für die Festtafel? Wo gibt es die allerschönsten Brautkleider? Empfehlenswert für eine gute Vorbereitung ist eine durchdachte Checkliste

Beitrag von sarosina1977 19.10.10 - 17:35 Uhr

Liebes Forum.

Ich wende mich mit einem eher ungewöhnlichen Problem an Euch.

Also. Ich bin seit drei Jahren geschieden, habe eine sehr anstrengende Ehe und teure Scheidung hinter mir, habe eine Tochter aus der besagten Ehe und generell kein einfaches Leben hinter mir. Das heißt: Ich bin die Tochter von zwei Borderlinern mit dem vollen Programm. Mein Vater ist tot, meine Mutter macht mir das Leben mit ihren Störungen seit Jahrzehnten zur Hölle. Ich wurde mit "Zuckerbrot und Peitsche" groß und merkte erst spät, dass in unserer Familie "etwas nicht stimmt". Es hat aber relativ lange gedauert, bis sich die Mosaiksteinchen zu einem vollen Bild ergeben haben und die Auswirkungen dieser Persönlichkeitsstörungen, unter denen ich von gleich zwei Personen zu leiden hatte, merke ich bis heute.
Meine Mutter fährt aus "Rache" eine Art Zerstörungsfeldzug gegen mich - eine typische Erscheinung von Borderline. Weil ich nicht mehr funktioniere wie sie das gerne hätte und weil ich es gewagt habe, ihr blödes Verhalten endlich in Frage zu stellen, fährt sie jetzt alle Geschütze auf.

Vor zwei Wochen rief sie während meiner Abwesenheit meinen künftigen Mann an und teilte ihm freudestrahlend mit, dass sie sich ein Haus in dem Ort, in dem wir leben, kaufen will, um in unserer Nähe zu sein. Noch im FEbruar verteufelte sie mich aufs Bitterste, erzählte böse Lügen über mich, nannte mich kriminell und enterbte mich, weil ich mich weigerte, in das Haus einzuziehen, das sie damals gekauft hatte.

Sie verkehrt in Kreisen, die nicht auf meinem Level liegen: private Ufo-Forscher, Engels-Dolmetscher und Gruppen, die davon überzeugt sind, dass 2012 die WElt untergeht und jetzt formiert sich so eine Art Eliterige, die diese Apokalypse überleben wird, weil sie so gute Menschen sind.

Meine Eltern haben mich - seit ich denken kann - unendlich viel Kraft und auch Geld gekostet, weil es immer wieder Rechtsanwaltsstreitigkeiten gab. Nun habe ich beschlossen, keinen Kontakt mehr zu wollen, weil ich einfach am Ende meiner Geduld angelagt bin und ich will diesen destruktiven Kreislauf endgültig beenden.

Mein Freund und ich wollen im Frühjahr 2011 heiraten. Er ist meine große Liebe, eine Seele von Mensch und ich liebe ihn von ganzem Herzen.

Wo ist also das Problem?

Ich freue mich, seine Frau zu werden. Aber am allerliebsten hätte ich es im ganz kleinen Kreis - nur er und ich und meine Tochter. Und irgendwo da, wo uns niemand kennt. Ich bin kein Mensch, der große Feierlichkeiten braucht - ich bin sehr bescheiden.

Nun, mein Freund heiratet zum ersten Mal und er möchte ein kleines Spektakel haben. Hier in seinem Heimatort. Er ist ein Vereinsmensch, wünscht sich, dass seine Vereinskameraden Spalier stehen und der Bürgermeister, den ich beruflich gut kenne, uns traut. Seine Familie soll kommen.

Und wen soll ich einladen? Meine Mutter hat mein ganzes familiäres Umfeld zerstört. Und ich habe mich im Lauf der Jahre zurück gezogen. Ich kann niemanden einladen, ohne dass nicht auch nach meiner Mutter gefragt wird.

Und wie soll ich das meiner Schwiegerfamilie erklären, dass es niemanden gibt, den sie von meiner Familie kennen lernen kann??

Ich stehe unter wahnsinnigem Druck! Und gäbe es ein Mauseloch - ich würde darin verschwinden wollen.

Gibt es von Euch einen Rat?

Danke fürs Lesen.

Beitrag von chiara69 19.10.10 - 18:38 Uhr

hallo erst einmal,

wie du es deiner Schwiegerfamilie erklären sollst? so wie du es uns erklärt hast.

bei mir ist es nicht ganz so krass aber ähnlich. ich habe den kontakt zur kompl. familie abgebrochen und war an meiner hochzeit ganz alleine.
mein mann war schon einmal verheiratet und für uns stand fest, das wir es alleine für uns machen werden. sicherlich war die thematik mit meiner familie für ihn auch mitunter ein grund.
meine schwiegermutter, meine schwägerin sowie ein freund meines mannes haben es sich trotzdem nicht nehmen lassen und sind 100te kilometer gefahren um an unserer trauung teilzunehmen.
ich habe von anfang an bei meiner neuen familie über die ganzen gründe und tragik meines familären umfeldes offen und ehrlich drüber gesprochen. mein freundes und kollegenkreis natürlich auch, das ist auch der grund warum ich mich absolut behütet und beschützt fühle und keine angst mehr haben brauche.

ihr beide müsst offen und ehrlich darüber sprechen um den tag gemeinsam als schön, einzigartig und und und empfinden zu können und nicht als krampf!

lg

claudia

Beitrag von 19jen82 19.10.10 - 22:26 Uhr

hallo, ich arbeite in einer psychiatrie und hatte schon einige borderliner als patienten, ich weiß wie schwierig es mit solchen menschen ist, kann aber nach 8 std. dienst nach hause und habe keine fam. bindung zu ihnen, ich kann nur ahnen, wie schwer es für dich sein muss und unter welchem stress du leidest.
ich kann dir nur empfehlen entweder mit komplett offenen karten zu spielen oder einfach zu erklären, das du aus gründen die du nicht nennen möchtest keinen kontakt zu deiner mutter wünscht.
ich pesönlich würde deinen schwiegereltern erzählen was du uns gerade geschildert hast und dem rest erzählen, das du halt einfach kein gutes verhältnis zu deiner mutter hast...
gut für dich das du den kontakt beendet hast, den die, die am meisten unter der störung leiden müssen, sind meist eher die angehörigen und nicht die pat. die sehen leider eher selten ein problem in ihrer störung denn sie sind ja nicht krank, die anderen sind die bösen ;)
liebe grüße und weiterhin gutes durchhaltevermögen
ich hoffe du wirst trotzdem einen wunderschönen hochzeitstag haben#blume

Beitrag von zubbeline 20.10.10 - 10:53 Uhr

Hallo,

ich heirate auch in ein paar Tagen und von der Seite meines Partners werden aus der Familie nur seine Kinder aus erster Ehe dabei sein.
Er hat kaum Verwandtschaft. Eine Tante im Ausland und einen Vater, von dem das letzte was er gehört hat war, dass der frühere Vermieter ihm telefonisch mitgeteilt hat, dass die Wohnung des Vaters zwangsgeräumt wurde. Wo er ist, weiß er nicht.
Traurig, aber so ist es nunmal. Meine Eltern kennen die Situation, da braucht man also nichts erklären und dem Rest der Verwandtschaft ist das glaube ich nicht so wichtig.
Wir feiern halt auch mit Freunden, Nachbarn etc. also sind es nicht alles nur meine Verwandten, die auf der Feier da sein werden und er braucht sich nicht allein fühlen.

Beitrag von lucccy 20.10.10 - 10:59 Uhr

Hallo,

eine schwierige Situation. Und ich stelle es mir nicht einfach vor, groß zu feiern ohne jemanden aus der eigenen Familie dabei zu haben.

Aber ich würde Dir raten, Euch eine tolle Feier zu machen. Deine Schwiegereltern wissen von der Erkrankung Deiner Mutter? Ich würde die zum Sprachrohr in Richtung der Familie Deines Verlobten machen. Damit kannst Du Dich der Last entledigen, es jedem erklären zu müssen.
Auf unserer Hochzeit war auch von meiner Seite mehr Verwandschaft mehr vertreten als von seiner Seite, ohne das jemand gefragt hätte. Es ist ok, wenn man die Gästeliste so schreibt, dass man am Tag der Hochzeit die Menschen um sich hat, die man gerne hat.

Gibt es eventuell entferntere Verwandte, die Du zu einem Polterabend einladen wollen würdest? Dann würde die Hochzeit nicht ganz ohne Deine Familie stattfinden und Du hättest am Tag der Hochzeit nicht die Last, dass Dich jemand an Deine Eltern erinnert.

Feiert eine schöne Hochzeit mit Eurer Familie (Deine Schwiegerfamilie ist auch Deine Familie) und lasst Euch in nichts hineinzwängen.

Gruß Lucccy

Beitrag von sarosina1977 20.10.10 - 11:29 Uhr

Hallo, alle miteinander.

Danke für Euren positiven und konstruktiven Input. Er hat mir geholfen, ein wenig durchzuatmen.
Dennoch bleibt immernoch eine Angst im Raum: Dass meine Mutter einfach auftaucht.

Sie hat Zeit und auch die finanziellen Mittel, zu recherchieren, was ich mache und wo ich bin. Außerdem kommt sie ja mit dem Dauerargument daher, dass sie ja schließlich die Oma von meiner Tochter ist und ein Recht hat, das Kind zu sehen.

Als Borderlinerin akzeptiert sie überhaupt keine Grenzen. Weder meine, noch die von meinem Kind (8 Jahre). Ein einfaches "Nein" ruft sie erst recht auf den Plan und auch wenn meine Tochter etwas artikuliert, was sie nicht möchte, wird die Kleine einfach ausgelacht.

Bei meiner ersten Hochzeit hatte ich meine Mutter aus Höflichkeit eingeladen und sie führte sich für mein Empfinden unmöglich auf. Sie hat eben ihre eigenen Ansichten von dem, was gut zu sein scheint. So fuhr sie beispielsweise stundenlang mit dem Kinderwagen und meiner Tochter, damals ein Baby, in der Gegend spazieren. Ich wusste überhaupt nicht, wo die Kleine ist und meine Mutter machte keine Anstalten, umzukehren, als das Baby weinte, weil sie der Meinung war, dass das schreiende Kind nur die Hochzeitsfeier stören würde.

Mein Vertrauen ist durch viele, viele Aktionen, die mich seit ich denken kann, begleiten, völlig zerrüttet. Der Umgang mit ihr nervt mich. Jetzt will sie plötzlich ein Haus hier in unserem Wohnort kaufen, um mir wieder auf die Pelle zu rücken. Denn eigentlich "meint sie es ja nur gut" - Standartausrede.

Ich will sie auf keinen Fall bei der Hochzeit dabei haben, weil sie sich dann wieder aufführt, als sei sie selbst die Braut. Oder noch schlimmer: Sie versucht, mir eine Freude zu machen, in dem sie wieder als schlechtes Double einer Schlagersängerin auftritt und per Playback ins Mikrofon schnauft.

Meine große Sorge ist, dass sie es herausbekommt, wann wir heiraten. Mein Verlobter und ich sind Personen des öffentlichen Lebens, meine Mutter kann ganz gut reden...und ruck zuck leiert sie es irgendjemandem raus, wann wir uns trauen.

Und dann steht sie lächeln "als Überraschung" vor dem Standesamt - weil sie es doch nur gut meint. Und keiner versteht, wieso ich diese soooo nette Frau nicht bei meinem schönsten Tag des Lebens dabei haben will. Es ist wie ein Fluch...

Beitrag von lucccy 20.10.10 - 11:48 Uhr

Hallo,

dazu fällt mir spontan was ein: bei Eurer Hochzeit habt Ihr das Hausrecht. Zumindest bei der Feier, wenn ihr den Bürgermeister kennt ja vielleicht auch schon vor dem Standesamt... Ich würde jemanden damit beauftragen, wenn Deine Mutter auftaucht, die Polizei zu rufen und sie wegzubitten.

Man organisiert und plant soviel für eine Hochzeit, da findest Du bestimmt jemanden (Freunde, Schwiederfamilie), der sich auch darum kümmert und es auch Außenstehenden in irgendeiner Form erklären kann.

Gruß Lucccy

Beitrag von sarosina1977 20.10.10 - 11:59 Uhr

Liebe Lucccy...danke für Dein Posting und den konstruktiven Vorschlag.

Ich stelle mir das nicht sonderlich romantisch vor, wenn man noch vor dem Standesamt die Brautmutter "entfernen" lässt...dann bin ich wieder die "Böse", die dieser armen Frau so viel Unrecht antut...

*seufz*

ich habe nicht mal Geschwister, sondern schlage mich seit Jahren allein mit diesem Problem herum. Bislang habe ich selten mit offenen Karten gespielt, weil mir dieses Familienproblem zum einen in gewisser Form peinlich ist, zum anderen will ich einfach ganz neu anfangen und nicht ständig diesen alten Käse thematisieren. Und außerdem ist es so, dass jemand, der diese Borderlinesymptomatik nicht kennt, gar nicht denken würde, dass bei meiner Mutter was nicht stimmt.

Jüngst hüpfte sie im Dunkeln mit einer brennenden Wunderkerze zum Abschied singend um mein Auto, als ich wegfahren wollte. Mir ist das einfach nur unangenehm und ich finde es blöd. Punkt. Meine Tochter hat sich aufgeregt, weil ihr die Aktion peinlich war. meine Mutter sagte, ich sei humorlos und eine triste Tomate. Und jemand Außenstehendes, der das gesehen hat, meinte: "Ist doch lustig. Lieber so flott und frisch in dem Alter als langweilig und grau".

Sie kann ja so sein - keine Frage. Aber in meinem Umfeld will ich das einfach nicht und will das auch nicht 100 mal erklären. Ich gehe auf die 40 zu und will bitte, bitte endlich ein normales Leben führen...

Beitrag von lucccy 20.10.10 - 12:17 Uhr

Hallo,

ja, romantisch ist das Entfernen der Brautmutter vom Standesamt sicher nicht. Aber ich würde das große Erklären in der Schwiegerfamilie in einem gewissen Rahmen vorweg nehmen, so dass Du mit der Hochzeit in ein neues Leben mit einer neuen Familie starten kannst.
Es mag doof sein, den alten Käse aufzuwärmen, aber vielleicht kannst Du Dir damit ja auch Druck von der Seele reden, wenn ihr es in der Schwiegerfamilie einmal auf den Tisch bringt, alles aussprecht und Du dann das Thema als abgeschlossen betrachten kannst. Manchmal hilft es, ein belastendes Thema ein wenig zu öffnen, damit man sich nicht ständig rechtfertigen muss.

Gruß Lucccy

Beitrag von chiara69 20.10.10 - 20:56 Uhr

ist deine mutter bzgl. borderline in behandlung?

kannst du nicht mit ihrem arzt, betreuer oder keine ahnung in wie weit ein ansprechpartner bzgl. der krankheit greifbar wäre reden und ihr einfach für den hochzeitstag einen absolut wichtigen termin aufs auge drücken?

wegsperren! sozusagen

sorry aber bei mir war es der anwalt mit einer unterlassung bzgl. meines erzeugers(vater) #nanana

Beitrag von sarosina1977 20.10.10 - 21:53 Uhr

Hallo Chiara.

Nein, meine Mutter ist nicht in Behandlung, weil sie ja völlig normal ist, nur ich hab eins an der Waffel. So sieht sie das. Man sieht ihr ja auch nicht an, dass sie nicht ganz normal ist - genau DAS ist das Verheerende. Ich habe selbst sehr lange gebraucht, um zu kapieren, dass das, was bei uns geschieht, nicht normal ist.
Bei Borderline denkt man ja automatisch an Ritzen. Aber Borderline ist noch viel mehr und Ritzen ist lediglich eine der geläufigsten Symptome.
Ich bin schon von Pontius zu Pilatus gelaufen, um jemanden zu finden, der diesem ganzen Wahnsinn mal Einhalt gebietet. Da sie sich aber nicht selbst gefährdet und auch andere Menschen keinen gesundheitlichen Schaden zufügt, sind mir die Hände gebunden. Dass ich mich genervt, belastet und belästigt fühle, ist mein ganz subjektives Empfinden und daher auch mein kleines Privatproblem. Und dass ihr Haushalt total verlottert ist und in ihren Lebensmittelschränken die Maden rumkriechen, die sie einfach mitkocht, weil sie sie nicht sehen will...das ist mein persönliches Empfinden von Nicht-Normal. Und dass sie mit dem Backpinsel die Wände umd die Möbel drumrumstreicht - das ist künstlerische Freiheit.

Dass sie sich mit dem Weltuntergang 2012 befasst, ist nicht aufregend genug, um etwas zu unternehmen. 2008 habe ich einen Psychologen aufgesucht, um für mich selbst Hilfe zu suchen; hing auch mit dieser schrecklichen Scheidung zusammen. Drei Monate später war meine Mutter beim selben Psychologen (sie macht das immer so...wo ich bin, geht sie auch hin) und offenbar ging es wohl nur um mich - wie egoistisch ich sei, dass ich (33) sexsüchtig sei #schock (weil ich in einer monogamen, völlig normalen Beziehung lebe) und sie sich quasi seit meiner Geburt Sorgen um mich machen muss und ich eine Dauerbelastung bin. Durch meinen Beruf bin ich viel umgezogen. Bleibe ich irgendwo länger, zieht sie dort garantiert auch hin, immer unter dem Deckmantel des "Ich bin so einsam und allein und will einfach nur in Deiner Nähe sein". Wenn sie dann vor meinen verschlossenen Türen steht, erzählt sie überall herum, dass sie wegen mir ihre ganze Existenz aufgegeben hätte und zum Dank würde ich sie jetzt ignorieren...


Dass sie Borderlinerin ist, hat mir ein anderer Psychologe gesagt. Ihre Verhaltensmuster sind nahezu lehrbuchmäßig, mit Ausnahme des Ritzens - das tut sie nicht. Es gibt sogar ganz berühmte Borderliner/innen - die Fachliteratur bietet unerschöpfliche Informationsquellen.

Seit ich denken kann, fühle ich mich belastet und belästigt. Aber ich dachte früher immer, dass es an mir liegt. Man rutscht da in eine Co-Abhängigkeit rein, die ätzend ist. Und im Prinzip bin ich ein großes Familientier - ich hab's gerne harmonisch und ich habe lange Zeit gedacht, dass ich - egal was passiert - zu meiner Mutter stehen muss. Schließlich bin ich ihre Tochter und eine Mutter lässt man doch nicht fallen.

Aber immer und immer wieder haut sie mich in die Pfanne. Ich will einen endgültigen Schlussstrich ziehen, reagiere auf gar nichts mehr, was von ihr kommt, und ahne schon heute, dass in absehbarer Zeit wieder irgendein "Knaller" von ihr kommt. Wenn sie sich tatsächlich das Haus hier im Ort kaufen sollte - und ich ahne Schreckliches - bin ich geliefert...Sie wird dann wieder ihre Jammergeschichte von der bösen Tochter erzählen und alle Welt wird Kopf schüttelnd auf mich blicken. Ich lebe hier, ich arbeite hier und mein Ruf ist ruckzuck ruiniert mit diesen feinen Portionen an Gift, die sie verteilt.

Ich habe in der Vergangenheit Unsummen an Rechtsanwaltskosten, die in Zusammenhang mit meinen Eltern stand, ausgegeben. Ich kann das einfach nicht mehr aufbringen. Ich will meine Ruhe haben. Und kaum habe ich etwas Zeit, um durchzuatmen, wird von ihr die nächste Aktion angezettelt.

Langer Text - sorry...

Eigentlich will ich mich nur auf meine Hochzeit freuen. Ich habe so einen tollen Mann an meiner Seite - und ich habe es endlich verdient, glücklich zu sein.

Danke fürs Lesen.

Sarosina

Beitrag von chiara69 21.10.10 - 20:47 Uhr

so weit ich weiss nehmen psychologen keine familienmitglieder wegen befangenheit an. deiner schien das eine ausnahme zu sein.

ok, ich kenne mich in keinster weise mit borderline aus. weiss aber was es heisst wenn die seele beschädigt ist. verlustängste sind mir auch sehr gut bekannt, aber du musst dein leben leben. das was deine mutter macht ist wirklich psycho, aber du bist auf der besseren seite. ihr wohnt in dem ort und du kennst viele leute schon und kannst im vorfeld die lage deiner mutter erklären und schon würde sie nicht für voll genommen, wenn sie denn wirklich in deinen ort ziehen würde.

ich würde sie zur hochzeit nicht einladen und wirklich auch für diesen tag sogenannte türsteher buchen. mir würde keiner den tag versauen.

ausserhalb und alleine heiraten bzw. nur mit ein paar leuten ist nicht jedermanns sache, aber machbar. spreche die thematik offen und ehrlich mit deinem zukünftigen durch.
wir haben wie gesagt unsere hochzeit auch nicht zu hause gehabt. im urlaub-einen windmühle- mit anschließenden flitterwochen.
für die daheim gebliebenen haben wir an diesem wochenende quasi eine after-wedding-party bzw. essen organisiert. meine familie hat an meiner hochzeit gar nicht teilgenommen und wird auch niemals erfahren das ich geheiratet habe. meine ma ist tot, meine vater- nur noch mein erzeuger genannt- kann mich mal und der rest war die schlimmsten 10 jahre meines lebens nicht für mich da, also brauchen sie jetzt auch nicht mehr.

also bodygards einstellen, damit ihr wenigstens an eurem tag ....alles prima und schön habt.

den rest kannst du leider nicht beeinflussen, nur vorbeugen. rede offen über deine geschichte in deinem umfeld. sie wird dann keinen fuss fassen können, ansonsten sei auch gemein und erzähle ihrem arzt sie will sich etwas antun. dann ist sie für die zeit erst einmal ausser gefecht gesetzt und vor allem es wird ihr geholfen. denn das wäre auch für dich von vorteil.

oder gebe mir ihre adresse und ich lenke sie ab#rofl und fahre mit ihr eis essen.#rofl

ein bisschen spass muss sein.#paket

lg

claudia

Beitrag von nudel-08 20.10.10 - 20:21 Uhr

Hallo,

meine (kleine) Familie ist auch nicht einfach,obwohl sie nicht krank sind. Als ich von Heirat sprach kam erstmal Augen verdrehen. Dann kamen Vorschriften.Daraufhin teilte ich die Hochzeit,der eine Teil zur standesamtlichen,der andere Teil zur kirchl. Hochzeit. Der erste Teil funktionierte,aber mit kleinen Schwierigkeiten,denn meine Mutter liebt Peinlichkeiten.Sie registriert gar nicht,wie sie andere Bloß stellt. Naja. Dann kam die Planung zur "großen" Hochzeit,2.Teil. Plötzlich funktionierte meine Aufteilung nicht mehr. Ich drehte alles und wegen der Zufriedenheit erfüllte ich alle Wünsche,die im Raum standen und meine Mutter hatte nicht wenige. Aber da meine Mutter kommt,werden andere Familienmitglieder nicht kommen,was ich wußte. Kaum hatte ich alles organisiert sagte sie mir ab. Ich traute mich niemanden davon zu erzählen,weil ich andere teilweise vor den Kopf stieß deswegen. Insgehim dachte ich dann aber,naja wenn sie nicht kommt,dann macht sie auch keinen Ärger,denn wehe es läuft nicht so,wie sie will.Kurz vor der Hochzeit machte es dann doch die Runde.
Aber keiner sagte was,weil alle meine Mutter kennen. Sie trösteten mich und sagten,Du hast ja jetzt uns!

Was ich sagen will ist, es gibt schlimmeres als ohne Familie eine Hochzeit zu feiern. Ich wünsche Dir von Herzen,dass Du eine gute Familie dazu gewinnst. Sei vor der Hochzeit offen und Du wirst Verständnis ernten.

Alles Gute für Dich!

Beitrag von mareliru 21.10.10 - 11:09 Uhr

Die Wünsche Deines Mannes in allen Ehren, verständlich wie sie sind, aber ist das das monatelange Bauchweh Wert?
Wenn ja, brauchst Du gute und diskrete Security am Tag der Hochzeit. Wie Du sagst steht Ihr im öffentlichen Leben. Normale Menschen halten sich an eine Einladung und bei Promis, wo andere Menschen Grenzen nicht akzeptieren gibt es dafür die Türsteher.

Sollte Deine Mutter tatsächlich an Deinen Ort ziehen denke ich wäre die beste Strategie offen dazu zu stehen, dass Du mit Deiner psychisch kranken Mutter keinen intentsiven Kontakt wünschst.

Alles Gute, Mare