Ich weiss nicht ob es ok ist was ich empfinde

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von wiesodennimmernoch? 19.10.10 - 22:23 Uhr

Hallo,
naja erstmal zu mir, ich bin momentan glücklich in einer Beziehung. Wir wollen gerne nächstes Jahr heiraten und haben schon seit Januar einen Kinderwunsch. Soweit ist auch wirklich alles ok und bis gestern, hätte ich nicht gedacht, dass mich etwas mal so verwirren würde.
Dazu muss ich erstmal erklären, ich war vor ca. 2 1/2 Jahren ziemlich ziemlich arg in einen anderen Typ verliebt. Leider hat dieser Typ, der auch noch dazu nicht zu haben war, er wollte Priester werden, nicht so empfunden. Er machte mir klar, das er wirklich Priester werden wollen würde, obwohl er mir Anfangs immer Hoffnungen gemacht hat. Er sprach davon, dass seine Gefühle zu mir nicht negativ wären, sondern noch wachsen würden. Naja letzendlich endete alles in Tränen, ich konnte Monate lang an nichts anderes denken, als ihn zu wollen.
Irgendwann, nach mehr als einem Jahr Verliebtheit und einem klaren Nein, welches ich von ihm hören wollte, ging es weiter für mich. Ich musste ihn regelrecht um ein klares Ja oder Nein anflehen#heul und war nur noch am weinen.
Wie es der Zufall wollte, trafen sich unsere gemeinsamen Freunde nochmal in einer Kneipe und ich freute mich(so doof das klingt) ihn wieder zu sehen....Bei diesem Treffen lernte ich meinen Verlobten kennen, den ich zunächst eigentlich garnicht leiden konnte. Wir sprachen aber dann doch miteinander übers Internet und irgenwie kam eines zum anderen. Nach nur einem Monat waren wir zusammen und ich fühlte mich endlich besser, mir machte es nun nicht mehr soviel aus den Anderen ständig zu sehen.(Wir studieren zusammen)
Und bis gestern, war ich mir eigentlich sicher völlig darüber hinweg zu sein. Aber gestern erfuhr ich, dass er nun doch nicht mehr Pfarrer wird und zwar wegen einer Frau!!! Ich war so enttäuscht und wütend, es stach mir richtig ins Herz! Sollte es mir nicht eigentlich egal sein? Ich meine so muss ich ihn nicht mehr sehen, da er jetzt wo anders studiert! Eigentlich sollte ich doch froh sein, oder? Ich versteh mich momentan selbst garnicht!

Beitrag von gunillina 19.10.10 - 22:35 Uhr

Na, du wolltest diese Frau sein. Die ihn so umhaut, dass er KEIN Priester mehr werden will. Du warst es aber nicht, sondern eben eine andere. Und das tut dir weh. Zu sehen, dass du selbst nicht diejenige welche warst. Für ihn nicht sein konntest.
Lass das zu, das ist quasi der Abschied von ihm.
Es wird sicher besser werden, mit der Zeit, wie beim "normalen" Liebeskummer auch.
Alles Liebe,
G

Beitrag von aeternum 19.10.10 - 23:17 Uhr

Aloha,

das war sozusagen das zweite finale "Nein" an Dich.. an Deinen Stolz vor allem diesmal. Das kann genauso weh tun wie Liebeskummer, wie Du grad merkst. Er wollte die andere Frau "mehr" als das Priesteramt und damit mehr als er Dich damals wollte - das tut auch jetzt noch weh weil Du Dich erinnerst, wieviel er Dir unverschämterweise bedeutet hat, und wie wenig im Gegensatz Du ihm.

Lass Deinen Stolz dadurch aber nicht wirklich verletzen. Es sollte nicht sein zwischen euch, akzeptiere das ein zweites Mal und mach Dir klar, dass er letztlich doch ehrlich zu Dir war, auch wenn das nicht schön war - ABER es war klar.

Liebe Grüße,

Ae

Beitrag von frieda05 20.10.10 - 09:37 Uhr

Moin,

klar ist das o.k., was Du empfindest.

Dein Stolz hat noch mal schön einen mit der Keule bekommen. Wer will das schon?

Desweiteren ist doch grundsätzlich die Frage, "ist es "o.k.", was ich empfinde?" eine ganz merkwürdige. Wer ist schon Herr seiner Gefühle? Empfinden können und müssen wir alle genau das, was unsere Psyche uns gebietet. Dann bemüht man sich verzweifelt die Ratio einzusetzen.... - und damit gegenzusteuern. Schließlich erwarten Freunde, Verwandte, Partner etc. ein gewisses Maß an Contenance. Der gerne zitierte "Gesellschaftszwang" läßt grüßen. Solange Du Dich nach außen super verkaufst ist doch alles easy. Den Rest machst Du schlicht mit Dir selbst aus... - sprich: "Miss-Piggymäßig" die Mähne nach hinten werfen, Nase hoch und lächeln.... ;-).

GzG
Irmi

Beitrag von frejas.sal 20.10.10 - 10:15 Uhr

Gefühle oder Emotionen kann man nicht steuern – sie sind ehrlich. Was der Verstand aus ihnen macht ist das Ausschlaggebende.

Ich kann es so gut nachvollziehen, was du gerade empfindest. Vor 4 Jahren habe ich eine ähnliche Geschichte durchgemacht. Ich habe geliebt und gekämpft und geweint – das ging über Monate. Und als ich am Ende verlor – seine Stiefmutter hat gewonnen – war ich körperlich und seelisch so kaputt, dass ich nicht wusste, wo vorn und hinten war. Ich habe sehr lange gebraucht, um das zu verdauen und es tut heute noch weh, daran zu denken. Wobei ich heute glaube, wenn ich zurückblicke und die damalige Situation nüchtern betrachte, dass ich mich emotional nicht so reingesteigert hätte, wenn ich nicht hätte kämpfen müssen. Und die Niederlage erlebt haben und verarbeiten musste.

Liebst du deinen jetzigen Partner? Es klingt so. Du schreibst, du bist glücklich. Ihr habt Kinder geplant. Es hört sich nicht so an, als wäre er nur „Ersatz“. Wenn dem so ist, dann lass deine Gefühle zu – anscheinend hast du noch nicht ganz mit ihnen – mit dem, was geschehen ist, abgeschlossen. Jetzt hast du die Möglichkeit dazu. Und die Chance, dir klar zu werden, was du hast, was du möchtest, in welche Richtung es für dich gehen soll.

#klee

Beitrag von .roter.kussmund 20.10.10 - 10:24 Uhr

bedenke aber auch, daß der junge mann "reifer" geworden ist... und wer weiß.. vielleicht hätte er sich für dich entschieden, wärest du ihm jetzt begegnet.

Beitrag von aeternum 20.10.10 - 10:36 Uhr

Wer weiß.. vielleicht.. wärest...
#bla

Beitrag von tanja180871 20.10.10 - 10:51 Uhr

Es gibt Tage, da liebe ich deine Antworten. :-) #heul

Beitrag von aeternum 20.10.10 - 11:30 Uhr

#schein

Merci #freu

Beitrag von tanja180871 20.10.10 - 10:58 Uhr

Ich verstehe schon, was du meinst, aber ich weiß nicht, ob deine Antwort der TE tatsächlich weiterhilft. Sicher mag dem " jungem Mann" klar geworden sein, dass er wohl doch nicht fürs Priesteramt gemacht ist, wenn er zum wiederholten Male wegen einer Frau ins Wanken gerät.

Aber er hat sich doch zunächst GEGEN die TE entschieden und dann FÜR eine andere Frau entschieden und das ist doch das, was zählt, oder nicht? Er kam eben nicht zur TE zurück, um ihr zu gestehen: Ich kann dich nicht vergessen, du bist es doch, ohne dich will ich nicht leben.

Beitrag von .roter.kussmund 20.10.10 - 13:06 Uhr

"Er kam eben nicht zur TE zurück, um ihr zu gestehen:"

na, das wäre ja noch schöner, schließlich ist sie ja nun gebunden.

Beitrag von tanja180871 20.10.10 - 13:30 Uhr

:-). Das stimmt natürlich.

Aber meinst du, dass ein Mensch, der eine so grundlegende Lebensentscheidung (Zölibat oder Ehe) neu überdacht hat, einfach leichtfertig die nächstbeste Frau heiratet, die ihn heiß macht? Ich denke, die neue Frau ist ihm einfach wesentlich wichtiger als die TE es jemals hätte sein können. Das ist zwar schmerzlich, aber es hilft doch auch nichts, sie diesbezüglich eventuell zu verwirren.

Die Sache ist für mich klar.

Beitrag von .roter.kussmund 20.10.10 - 13:57 Uhr

dazu müßte man wissen, wie alt die beiden sind (immer diese unvollständigen informationen...). ich denke mal recht jung (?) und zwei jahre (auf der weide) machen bei jungen männern recht viel aus. vielleicht war er auch nur ein spätzünder... er war halt noch nicht bereit.
da muß ich an meinen nachbarn denken.. er war so 16 und seine kleine freundin 15 jahre alt.. sie haben sich getrennt, weil er noch nicht bereit war.. sie wollte immer schon etwas mehr. später, er war ca. 25 jahre alt, da hatte er dann seine zweite freundin, mit ihr ist er heute verheiratet, beide haben zwei kinder.
na ja, und wenn ich an meinen mann denke.. der hatte seine erste freundin (mich), da war er gerade 26 jahre alt geworden... ich glaube ich war sein geburtstagsgeschenk.. hahaha... auch ein spätzünder.. nun sind wir im zehnten jahr und seit vier jahren verheiratet.

verwirren wollte ich die TE nicht, eher etwas trösten, damit sie alles nicht zu 100% persönlich nimmt. :-)

Beitrag von frieda05 20.10.10 - 11:23 Uhr

Ich persönlich empfinde Deine Antwort bezogen auf die sich aufdrängende Problematik der TE als kontraproduktiv.

GzG
Irmi

Beitrag von wiesodennimmernoch? 20.10.10 - 21:50 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten. Es tat schon sehr gut es einfach mal aufzuschreiben und die Meinung anderer zu hören.
Ich neige halt immer noch sehr dazu, meine Gefühle kontrollieren zu wollen, vermutlich noch wegen dem Schmerz, welchen ich damals empfunden habe.
Ich glaube auch, dass sie ihm einfach mehr bedeutet, als ich damals und daher die Entscheidung, scheinbar nicht so schwer war. Trotzdem tut es mehr als weh, wenn ich daran denke, dass sie nun "Ihn" für sich hat.
Natürlich habe ich mich auch gefragt, ob es anders gelaufen wäre, wenn ich nur länger gewartet und gehofft hätte. Ob er dann vielleicht mit mir zusammen wäre, wenn ich damals nicht mit meinem jetztigen Verlobten zusammen wäre. Dabei würde ich natürlich niemals mehr meinen Verlobten für ihn hergeben, aber der Gedanke an ein "Was wäre gewesen wenn..." ist halt doch da. Jetzt habe ich auch noch ein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Freund, weil ich immer noch über sowas nachdenke. Aber ich kann es auch einfach nicht wirklich ändern im Moment, denn da ist auch noch diese Wut, auf den Anderen! Ich hatte ihn dabei schon lange innerlich für mich aufgegeben, sonst hätte ich mich auf meinen jetztigen Freund gar nicht einlassen können.
Die Enttäuschung sitzt momentan halt noch wirklich tief, denn nun ist mir bewusst geworden, dass er sich für mich damals scheinbar nicht wirklich interessiert hat. In solchen Momenten könnte ich wieder anfangen zu weinen, wenn ich daran denke, wie er neben mir saß und ich nur am weinen war. Er saß damals einfach da, tat nichts...ich konnte einfach nicht aufhören. Er hat mich nicht einmal umarmt, nichts...Liebe scheint halt blind zu machen.

Beitrag von wiesodennimmernoch? 20.10.10 - 18:29 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten. Es tat schon sehr gut es einfach mal aufzuschreiben und die Meinung anderer zu hören.
Ich neige halt immer noch sehr dazu, meine Gefühle kontrollieren zu wollen, vermutlich noch wegen dem Schmerz, welchen ich damals empfunden habe.
Ich glaube auch, dass sie ihm einfach mehr bedeutet, als ich damals und daher die Entscheidung, scheinbar nicht so schwer war. Trotzdem tut es mehr als weh, wenn ich daran denke, dass sie nun "Ihn" für sich hat.
Natürlich habe ich mich auch gefragt, ob es anders gelaufen wäre, wenn ich nur länger gewartet und gehofft hätte. Ob er dann vielleicht mit mir zusammen wäre, wenn ich damals nicht mit meinem jetztigen Verlobten zusammen wäre. Dabei würde ich natürlich niemals mehr meinen Verlobten für ihn hergeben, aber der Gedanke an ein "Was wäre gewesen wenn..." ist halt doch da. Jetzt habe ich auch noch ein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Freund, weil ich immer noch über sowas nachdenke. Aber ich kann es auch einfach nicht wirklich ändern im Moment, denn da ist auch noch diese Wut, auf den Anderen! Ich hatte ihn dabei schon lange innerlich für mich aufgegeben, sonst hätte ich mich auf meinen jetztigen Freund gar nicht einlassen können.
Die Enttäuschung sitzt momentan halt noch wirklich tief, denn nun ist mir bewusst geworden, dass er sich für mich damals scheinbar nicht wirklich interessiert hat. In solchen Momenten könnte ich wieder anfangen zu weinen, wenn ich daran denke, wie er neben mir saß und ich nur am weinen war. Er saß damals einfach da, tat nichts...ich konnte einfach nicht aufhören. Er hat mich nicht einmal umarmt, nichts...Liebe scheint halt blind zu machen.