Harz4 und Beerdigung

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von elenawink 19.10.10 - 22:31 Uhr

Hallo ihr lieben............
mein Papa liegt im Krankenhaus und wird bald versterben. (Alkoholiker)
Mich kann jeden augenblick einer aus den Krankenhaus anrufen. Ich zittere am ganzen Körper. Er ist harz 4 empfänger, und ich weiss nicht wer die Beerdigung bezahlen wird. Ich habe noch 3 geschwister die aber schüler und studenten sind. Meine Eltern sind geschieden. Ich selber bin mutter einer 2 jährigen Tochter und verdiene 330 euro Monatlich. Weiß einer von euch wer die Kosten tragen wird'???? Soziolamt???? Und wie soll ich vorgehen wenn es so weit ist???

Beitrag von jadico07 19.10.10 - 22:53 Uhr

keine sorge,das amt übernimmt die kosten für die beerdigung...du musst einfach zum arbeitsamt hin und den rest wird dir der sachbearbeiter von deinem vater sagen.wir hatten das auch vor nichtmal einem jahr....und mein mann verdient vile mehr und die geschwister von meinem mann auch.und trotzdem wurde das vom amt übernommen.die übernehmen allerdings nicht eine "wunschbeerdigung" meistens das günstigste was es gibt...ich habe auch schonmal davon gehört das es auch eine anonyme beerdigung wird.also hat man hinterher leider keinen platz mehr um dorthin zu gehn...

Beitrag von parzifal 20.10.10 - 08:48 Uhr

Zum ARBEITSamt?

Beitrag von jadico07 20.10.10 - 19:38 Uhr

JA Arbeitsamt...bei uns gibts kein sozialamt mehr...

Beitrag von parzifal 21.10.10 - 12:09 Uhr

Und der Name wurde nicht geändert?

Wo ist denn "bei uns"?

Beitrag von jadico07 21.10.10 - 12:10 Uhr

Herne

Beitrag von parzifal 21.10.10 - 18:38 Uhr


http://www.ortsdienst.de/Nordrhein-Westfalen/Herne/Sozialamt

Der Link klingt aber nicht als wenn es kein Sozialamt mehr gibt und diese Funktion das Arbeitsamt übernommen hat.


Beitrag von jadico07 21.10.10 - 19:28 Uhr

wie wäre es wenn du dann einfach mal bei dieser nummer anrufst...die werden dir sagen das du entweder zur agentur für arbeit herne bebelstr musst oder nach ???str. wanne musst.das ist bezirksbezogen.weil es kein sozialamt mehr gibt.willst du mir jetzt sagen was bei uns hier in der stadt für ämter gibt oder welche nicht.schon mal dran gedacht das internet seiten auch veraltet sein können???#bla;-)

Beitrag von parzifal 22.10.10 - 11:26 Uhr

Das mit den alten Internetseiten habe ich schon bedacht. Deshalb auch nur "klingt so" und nicht, "deine Behauptung ist falsch".

Für mich ist vorstellbar, dass die Arbeit des Sozialamts vom Arbeitsamt übernommen wurde. Dies aber ohne Änderung des Namens aber viel weniger.

M.E. müsste es dann heute z.B. Amt für "Arbeit und Soziales" etc. heißen.

Ich behaupte nicht, dass ich im Recht bin. Die in Herne gefunden Lösung wäre dann aber außergewöhnlich.

Zumindest aber doch so außergewöhnlich, dass man nicht von Herne auf alle anderen Gemeinden schließt und an das Arbeitsamt als Anlaufstelle verweisen sollte (außer man weiß, dass dies konkret richtig ist). Auch wenn das in Herne ausnahmsweise korrekt sein sollte.

Bei den meisten Gemeinden wäre der Weg zum Arbeitsamt nämlich umsonst.

Letztlich ist der Sozialhilfeträger zuständig, wie auch immer der konkret heißt. Und noch kommt regelmäßig das Wort "sozial" dann irgendwo vor.

Beitrag von parzifal 22.10.10 - 11:37 Uhr

Nachtrag:

Schreibt man bei Sozialhilfefragen in Herne wirklich ausdrücklich an das "Arbeitsamt"?

Nicht an den Fachbereich Soziales etc.?

Ich gehe immer noch davon aus, dass Du die Örtlichkeit wo die Bearbeitung stattfindet mit dem Tätigkeitsfeld verwechselst.

Oder heißen den die bezirksbezogenen Nebenstellen auch alle Arbeitsamt?

Beitrag von jadico07 22.10.10 - 11:46 Uhr

erstmal muss ich berichtigen das es nicht die bebelstr ist.( die ist um die ecke) sonder die markgrafen str.
das ist ein gebäude mit 3 etagen unten ist die agentur für arbeit und oben heisst das ARGE Jobceter. und dei der ARGE Jobcenter sind die für Hartz 4 zuständig.Früher war das sogenannte sozialamt in wanne auf der Hauptstr.241.das wurde geschlossen,bzw dort ist nur noch das jugendamt und wohngeldstelle. die sachen für das soziale hat dhingegen einmal das "arebitsamt" bzw.Arge herne übernommen und bezirksbezogen nochmal eines in wanne.

und wie gesagt mein schwiegervater hat damals zusätzlich Hartz4 bekommen und bei uns hat alles die Arge übernommen.Und das Sozialamt gibt es ncht mehr seit es Hartz4 gibt.in meinen augen ist Hartz4 einfach nur ein anderes wort für sozialhilfe.

aber wie gesagt ein direkte Stellle mit namen sozialamt gibt es hier nicht mehr..

Beitrag von zwiebelchen1977 20.10.10 - 09:27 Uhr

Generrell ist das nicht richig. Es wird bei allen Kindern geprüft, in wie weit die Leistungsfähig sind. Und da wird seht viel geprüft, auch das Einkommen vom Ehemann, Vermögen etc.

Ist auch richtig so, denn wieso soll das die Allgemeinheit zahlen?

Beitrag von jadico07 20.10.10 - 19:45 Uhr

richtig...der vater von meinem mann ist gestorben,der vater war in einer arbeitsbeschäftigung (nicht 1 euro job) und hat aber nicht genug verdient,also noch einen zuschuss vom arbeitsamt bekommen.als er mit 52 verstarb wurde bei uns,meinem mann und mir und auch bei den restlichen geschwistern geprüft.und mein mann und mein schwager sind beide am arbeiten...die anderen geschwister waren noch unter 18 und noch in der schule.das arbeitsamt hat ohne probleme die beerdigungskosten übernommen...natürlich nur das übliche.für den grabstein hat die ganze familie zusammen geschmissen.so war es bei uns.

Beitrag von parzifal 20.10.10 - 08:47 Uhr

Die Kosten einer einfachen Bestattung (Holzkreuz) übernimmt das Sozialamt, wenn der Bestattungspflichtige dazu nicht in der Lage ist und einen entsprechenden Antrag stellt.

Bestattungspflichtig sind z.B. die Kinder.

Beitrag von ss120875 20.10.10 - 08:57 Uhr

Hallo,

meine Mutter war auch Hartz IV Empfängerin.

Ich habe auch versucht, ein Amt zu finden, das für die Kosten aufkommen würde. Ich wurde beim Arbeitsamt abgewiesen. Wer für sowas zuständig ist, konnte bzw. wollte mir dort niemand sagen.

Wir haben an dem Tag, an dem meine Mutter verstorben ist, bereits alles für die Einäscherung bzw. Beisetzung mit unserem städtischen Beerdigungsinstitut besprochen. Das war ein Fehler!!!!

Es hat sich nach 1 Woche hin- und hergelaufe herausgestellt, dass das Landratsamt für die Kostenübernahme zuständig ist. Die hätte es auch gemacht, ABER!!!! wir hätten den Antrag dort stellen müssen BEVOR wir die Beerdigungsformalien gemacht haben!

Das war ein heftiger Antrag mit Kontoauszügen der letzten 3 Monate, Grundbuchauszügen, Lageplan unseres Hauses, Gehaltsnachweise meines Mannes, Sparbücher, Kfz-Brief etc.

Ich habs dann einfach bezahlt und die Klappe gehalten. Geärgert hat es mich schon, denn meine Geschwister, die Geschwister und die Mutter meiner Mutter haben sich schön rausgehalten.

Informier dich vielleicht jetzt schon, dann kannst du die "Frist" nicht versäumen. Und nichts veranlassen, ohne vorher eine zuständige Stelle ausgemacht zu haben.

So hart wie es klingt, aber sollte es wirklich eintreffen, dass dein Vater stirbt, dann solltest du ihn so lange -wie soll ich es sagen- "einlagern" lassen, bis du genaueres weißt.

Alle Gute
Silke

Beitrag von zwiebelchen1977 20.10.10 - 09:26 Uhr

Wo soll sie ihn den einlagern lassen???? Was ist den das für ein Quatsch? Wenn sich die Angehörigen nicht kümmern, schaltet das Kh das Amt ein und die sorgen dann dafür, das er irgendwo beerdigt wird, auch annonym.

Zumal man vom Sozialamt eh keinen Grabsten bekommt..

BIanca

Beitrag von ss120875 20.10.10 - 10:53 Uhr

Hallo Bianca,

willst DU mir jetzt sagen, was ICH vor 5 Monaten durchmachen musste?

Einlagern heißt in der Kühlung des Bestattungsunternehmens und das hat bei uns pro Tag 20 Euro gekostet.

Es ist schon richtig was ich oben geschrieben habe und du bist wohl nicht in der Position mir zu unterstellen ich würde Quatsch erzählen! Ich war schließlich die Einzige, die sich um den gesamten Behördenquatsch gekümmert hat und ich weiß noch genau was damals alles angefallen ist. Nur durch Zufall bin ich darauf gekommen an wen ich mich wenden kann. Da hat mir niemand auch nur einen Tipp gegeben.

Anonyme Bestattung? Das ist Quatsch. Die Kinder sind die Erben und nicht nur von positiven sondern auch von negativen Dingen. Beerdigungskosten gehören nicht zum Erbe. Die können somit auch nicht ausgeschlagen werden. Die müssen die Kinder schon bezahlen, das kannst du mir glauben. Wenn sie dazu nicht in der Lage sind gibt es Ämter, ja. Aber die werden dir das Geld nicht einfach so schenken. Ich weiß wovon ich spreche! Bei uns hätte notfalls mein Mann dafür aufkommen müssen, obwohl er nur der Schwiegersohn ist.

Ich war so dumm und hab beim Bestattungsunternehmen allein unterschrieben und somit war ich allein gegenüber dem Bestatter haftbar. Ich kann die Kosten zwar bei meinen Geschwistern gerichtlich geltend machen, aber dafür bin ich selbst verantwortlich.

Mein Rat, nicht allein unterschreiben, falls noch Geschwister da sind, dann immer alle zusammen.

Gibt es das Sozialamt überhaupt noch? Das ist doch jetzt Hartz IV (Sozialhilfe + Arbeitslosenhilfe).

Mein Vater hat damals für seine (zeitlebens vom -damals- Sozialamt abhängigen) Mutter die Beerdigung jedoch nicht den Grabkauf bezahlt bekommen. Armenbegräbnis hat sich das damals genannt.

Gruß
S.

Beitrag von zwiebelchen1977 20.10.10 - 12:34 Uhr

Hallo

Ich meinte auch damit das Kh, das wird nicht einlagern!!

Und mit der Anonymen Bestattung meinte ich, das das so kommen kann, wenn die Ämter dafür aufkommen, das es billiger ist. Denn ein Grab mit Pflege kostet.

Auch wird kein Grabstein bezahlt.

Und zu den Kosten habe ich weiter unten was geschrieben!!!!!!

Beitrag von parzifal 20.10.10 - 11:39 Uhr

Die Antwort die Du vom Landratsamt erhalten hattest ist falsch!

Der Antrag muss nicht vorher gestellt werden, sondern kann auch nach Auftragserteilung etc. gestellt werden.

Wenn die Sache nicht allzulange her ist, kann dies also immer noch gemacht werden.

Die Beerdigungskosten hat der Erbe zu tragen. Ansonsten der Bestattungspflichtige.

Selbst wenn kein Geld vom Sozialamt käme hast Du im Innenverhältnis zu Deinen Geschwistern regelmäßig einen anteiligen Erstattungsanspruch. Um dies beurteilen zu können müsste man wissen wie lange das Ganze her ist und wer Erbe war.

Beitrag von manavgat 20.10.10 - 12:40 Uhr

Alternativ kann man auch einfach gar nichts unternehmen.

Derjenige, der die Leiche hat - der Bestattungsunternehmer - wird sich dann mit der Behörde in Verbindung setzen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von maxundjan 20.10.10 - 12:45 Uhr

Richtig!

Nach 10 Tagen schalten wir das Gesundheitsamt ein. Die veranlassen dann die Vebrennung und ermitteln die Bestattungspflichtigen. Und die müssen dann (wenn kein geld da ist) zum Sozialamt.

Grüße,
Sandra

Beitrag von zwiebelchen1977 20.10.10 - 12:47 Uhr

Hallo

So ist das bei uns im Altenheim auch( wenn keine Angehörigen zu erreichen sind)

Bianca

Beitrag von maxundjan 20.10.10 - 12:52 Uhr

Müßt ihr dann nicht den bereitschafthabenden Bestatter anrufen?

Sandra

Beitrag von zwiebelchen1977 20.10.10 - 13:42 Uhr

Hallo

Ähh. Nein. Es gibt keinen Bestatter, der Bereitschaft hat. Rufen kann man sie alle immer.


Aber wenn keine Angehörigen da sind oder Betreuer, rufen wir das Gesundheitsamt an. Die kümmern sich dann. Denn es geht ja auch um Kostenübernahme.

Bianca

Beitrag von maxundjan 20.10.10 - 12:00 Uhr

Hallo,

wir haben einige Angehörige die zu uns kommen und uns sagen das sie kein haben.
Dann wird von uns eine Kostenaufstellung gemacht, die muß dann zum Sozialamt und am besten gleich mit den Unterlagen (Einnahmen und Ausgaben) hingehen. Dann bekommt man von dort die Summe, die das Amt übernimmt (wir gleich per Fax) und wenn es dann doch mehr Kosten sind (was leider meistens der Fall ist) dann muß man den Differenzbetrag an uns zahlen.

Oft wird vom Sozialamt nur eine "anonyme" Bestattung auf der "grünen Wiese" bezahlt, wenn man aber schon eine Grabstelle hat, dann wird auch die bezahlt, ansonsten kann man auch versuchen ein Urnengrab zu bekommen. Bei uns steht im Gesetz drin, das man eine angemessene und würdige Bestattung bekommen soll. Und auch wenn s dann doch "nur" auf der Grünen Wiese ist, kann man auch dort eine kleine Trauerfeier (die nun auch manchmal nicht bezahlt wird) machen und später Blumen ablegen.

Also, ich würde mich beizeiten kümmern, mir auch schon mal einen Bestatter angucken und nachfragen, denn wenns nachher soweit ist, kann man ganz schnell teure Fehler machen, denn nicht alle Bestatter sind da auch ehrlich und reden nicht von den versteckten Kosten.

Bei Fragen gerne mehr per PN!

Grüße,
Sandra

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