(Eure) Gründe bzgl. Abstillen?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von linagilmore80 20.10.10 - 09:47 Uhr

Moin Zusammen!
Mein Kleiner ist jetzt 4 Wochen alt und ich genieße es sehr ihn zu stillen. Mein Problem ist, dass ich nach einer extremen Brustentzündung (lag damit ne Woche im KH) nicht genug Milch habe und zufüttern muss, was jetzt leider zur Saugverwirrung geführt hat.
Ich überlege derzeit, ob ich nicht ganz abstille, weil es wirklich nicht mehr geht und ich wirklich schon alle Kniffe durch habe, um mehr Milch in die Brust zu bekommen.
Ich will das Beste für mein Kind und das ist in meinen Augen stillen. Aber wenn es nicht reicht, dann will ich ihn nicht ne Ewigkeit (und für so ein Kleines ist es eine Ewigkeit) vor Hunger weinen sehen.

Was waren/sind eure Gründe um abzustilen? Vielleicht könnt ihr mir helfen klarer zu sehen, was richtig ist.

LG,
Lina

Beitrag von yorkie 20.10.10 - 09:57 Uhr

Hallo Lina,

die Entscheidung ist schwer... meine Gründe waren, das mein Baby NUR geschrien hat, sie hatte Hunger und meine Brust hat nicht wirklich produziert... meine Maus ist immer wieder an der Brust eingeschlafen, aber hat sich nicht satt getrunken geschweige denn die Brust mal so "gefordert" das sie gemerkt hätte mehr zu produzieren wollen.
Das waren unsere ersten zwei Wochen: 24 Stunden-Dauer-Stillen, meine Hebamme (von der ich da leider ein wenig enttäuscht bin) meinte nur, sie versteht es nicht und ich müsse mehr essen... ich habe es zu dem Zeitpunkt nicht mal geschafft, meine Maus für fünf Minuten weglegen zu können... Also wollte ich zufüttern und meine Maus hat sich innerhalb von einem Tag dazu entschieden, die Brust nicht mehr zu wollen und war auch endlich mal satt...

Heute bereue ich den "vorschnellen" Entschluss!
Auf der anderen Seite hat es mir leid getan das meine Maus nicht satt wurde, aber auch immer zu müde war um richtig zu saugen...

Aber im grunde geht es uns gut mit unseren Fläschen und meine Maus weint nicht mehr so viel - wobei ich auch nicht weis ob es einfach die Entwicklung so auch ergeben hätte..
Vielleicht sprichst Du nochmal mit einer Stillberaterin oder deiner Hebamme?
Liebe Grüße
Katja

Beitrag von feechen-linda 20.10.10 - 10:09 Uhr

Hallo Lina,

meine Maus war zu Beginn zu schwach um an der Brust zu saugen, deshalb musste ich Abpumpen und ihr die MuMilch per Flasche verabreichen. Ich habe sie aber immer wieder angelegt. Als ich dann zu Hause war, haben wir alles probiert, mit Stillhütchen, ohne Stillhütchen, Abpumpen und Flasche und genauso die Brust. Es war eine schwere Zeit, aber ich hab es geschafft, dass sie mittlerweile nur die Brust nimmt.

Ich hatte mittlerweile dazu noch 4 Brustentzündungen und denke immer noch nicht daran abzustillen, vorallem weil Mäuschen mittlerweile eh keine Flasche und kein Schnulli mehr nimmt.

Leg deinen Kleinen so oft es geht an, damit steigerst du die Milchproduktion, Stilltee und Karamalz sollen ja ihren Teil auch beitragen (hab ich nie probiert und nicht benötigt)

Viel Glück,

Linda

Beitrag von babyboom83 20.10.10 - 10:12 Uhr

dann würde ich es evlt mit pumpen ausprobieren. so habe ich es gemacht und 11 wochen hat das gut geklappt. das gute halt am apumpen ist halt man sieht was bzw wieviel das kind trinkt, das andere ist halt man muss sich sozusagen die doppelte zeit nehmen, einmal das abpumpen und dann sicher noch das füttern.
und ich habe damals dann aufgehört weil ich nur noch wenig milch hatte und ich lettztendlich auch keinen nerv mehr hatte. aber ich denke 11 wochen war ok, vorallem wenn ich bedenke das ich zb nicht gestillt wurde, oder andere mütter im freundeskreis nur 2-5 wochen durchhielten.

viel glück bei dem was du machst bzw wie du dich entsccheidest.

lg babyboom

Beitrag von kugelblitz2005 20.10.10 - 10:33 Uhr

Hallo Lina !
Bei unserem Großen habe ich versucht zu stillen ,aber war dabei innerlich so nervös, das es gar nicht richtig geklappt hat und ich nachher eine richtig schöne fiebrige Brustentzündung hatte und dann mit einem superschlechtem Gewissen abgestillt habe und ich muss sagen, es war zu dem Zeitpunkt das Beste für mich und den kleinen, da er danach ruhiger war und ich auch. Hatte es auch erst noch mit milchpumpe probiert, aber dadurch wurde es nur noch schlimmer und ich bekam auch gar keinen Schlaf mehr.
Bei unserem Zweiten habe ich sofort die Flasche gegeben, da ja auch noch unser Großer da war ( ! Jahr und 9 Monate älter ) Und auch Aufmerksamkeit wollte und ich das dann nervlich bestimmt nicht geschafft hätte. Bin jetzt zum dritten Mal schwanger und möchte gerne versuchen zu stillen. Vielleicht klappt es ja diesmal und wenn nicht, dann ist es auch egal !
LG Nadine

Beitrag von berry26 20.10.10 - 10:44 Uhr

Hallo Lina,

wende dich bitte mal an eine Stillberaterin. Wenn du ein Problem mit der Milchproduktion hast seit der Brustentzündung, lässt sich das wieder steigern. Damit dein Baby trotzdem nicht hungern muss, wäre das Zufüttern über ein Brusternährungsset das Richtige. Die Anwendung kann dir eine Stillberaterin zeigen. Damit steigerst du die Milchmenge und kannst zufüttern. So hat sich auch die Saugverwirrung bald gelegt, da du auf Flaschen verzichten kannst und voll stillen ist auch bald wieder möglich.

Ich habe bei meinem Sohn, damals genau aus diesem Grund (Trinkschwäche und Saugverwirrung) abgestillt. Wenn ich jetzt sehe wie schön und einfach stillen sein kann bei meiner Tochter, dann bereue ich es gleich noch mehr so vorschnell gehandelt zu haben ohne mir professionelle Hilfe zu suchen.

LG

Judith

Beitrag von anarchie 20.10.10 - 10:50 Uhr

Hallo!

ich stille garnicht ab, das überlasse ich meinen Kindern, wenn sie soweit sind..

Hast du schonmal über ein brusternährungsset nachgedacht?
hast du eine stillberaterin?

lg

melanie mit 4 Kindern

Beitrag von lilly7686 20.10.10 - 12:33 Uhr

Hallo!

Also ganz ehrlich: wenn du nicht 100%ig hinter dem Abstillen stehst, wirst du es früher oder später bereuen wenn du abstillst. Abstillen würd ich nur, wenn ich wirklich davon überzeugt bin.

Schau mal, ob es in deiner Nähe eine Stillberaterin gibt, die sich mit dem Brusternährungsset auskennt. Das regt die Milchproduktion an, dein Baby bekommt dennoch genug Milch um satt zu werden und wird demnach auch nicht bockig, weil keine Milch kommt, und zusätzlich lernt dein Baby wieder, richtig an der Brust zu saugen.

Schau mal hier, beide Vereine arbeiten ehrenamtlich, du zahlst also nichts für deren Hilfe:
http://www.afs-stillen.de
http://www.lalecheliga.de

Alles Liebe!

Beitrag von lucaundhartmut 20.10.10 - 13:57 Uhr

Liebe Lina,

ob, wann und aus welchem Grund eine Mutter ihr Kind von der Brust entwöhnt, darf eine Mutter selbst entscheiden.

Keine Mutter muss deswegen ein schlechtes Gewissen haben.

Es ist doch toll, dass Du Dein Kind 4 Wochen per Brust ernähren konntest (ob nun ausschließlich oder teilweise ist nicht ausschlaggebend).
Vielen Müttern ist dies aus unterschiedlichsten Gründen nicht möglich (ich kenne sogar ein Kind, das die Brust seiner Mutter von Geburt an komplett verschmäht hat - egal, welche "Hilfsmittel" genutzt wurden).

Sicher, ein Baby zumindest in den ersten 4 bis 6 Monaten (ausschließlich) per Brust zu ernähren, ist i. d. R. das Beste.
Doch heißt dies im Umkehrschluss nicht, dass der Umstieg aufs Fläschchen oder die Fütterung per Säuglingsmilchnahrung "aus dem Handel" von Geburt an etwas Schlechtes ist.

Zumindest in Staaten wie der BRD, wo hygienische Zustände herrschen und strengste Kontrollen Standard sind, ist es i. d. R. möglich, bedenkenlos ganz oder teilweise kaufbare Säuglingsmilch zu füttern, wenn es mit der (ausschließlichen) Ernährung per Brust nicht klappen sollte bzw. dies nicht möglich/erlaubt/gewünscht sein sollte.

Ich wünschte wirklich, Mütter würden nicht immer so ein schlechtes Gewissen haben, wenn es aus unterschiedlichsten Gründen nicht mit der (ausschließlichen) Ernährung per Brust klappt.
Auch in meinem Freundes-/Familienkreis gibt es Frauen, welche wegen der Entwöhnung der Kinder von der Brust vor dem 2. Lebensjahr mit sich hadern.
Dabei sind ihre Kinder "trotzdem" gesund und munter und haben tolle Beziehungen zu ihren Müttern.

Ich persönlich werde zwar auch beim 2. Kind versuchen, das Baby per Brust zu ernähren (bei Luca hat es geklappt), werde mich aber nicht verrückt machen bzw. unter Druck setzen (lassen) und zufüttern, wenn es nötig sein sollte (im Notfall auch das Kind von der Brust entwöhnen).

Dennoch:
Vielleicht kannst Du die Kraft aufbringen, noch einen Versuch zu starten, die (ausschließliche oder anteilige) Ernährung per Brust aufrecht zu erhalten?

Manchen Frauen und Kindern, welche in Eurer Lage sind, hilft das Brusternährungsset (BES):

http://www.medela.com/DE/de/breastfeeding/products/breastmilk-feeding/special-feeding-devices.html

Allerdings brauchst Du hierfür fachkundige Anleitung durch eine gut geschulte Hebamme oder Stillberaterin. Lasse Dir doch von Deiner Hebamme, falls sie Dir nicht persönlich helfen kann, eine gute Stillberaterin empfehlen.

Wenn Du das BES benutzt, saugt Dein Kind an Deiner Brust und wird gleichzeitig über einen Schlauch mit Abgepumptem oder mit käuflicher Säuglingsmilchnahrung versorgt, damit es auch wirklich satt wird und alle nötigen Nähr- und Aufbaustoffe in ausreichender Menge erhält.

Es kann dadurch gelingen, dass Dein Kind die Brust wieder voll akzeptiert bzw. die Milchmenge durch das Saugen erhöht.
Manchmal allerdings, das will ich nicht verhehlen, weil ich dagegen bin, etwaige "falsche" Hoffnungen zu wecken, gelingt es nicht, die Milchmenge der Mutter gravierend zu erhöhen, so dass sie das BES dauerhaft benutzen muss, wenn das Kind noch ausschließlich Milch braucht, dass Kind aber auch nicht von der Brust entwöhnt werden soll.


Alles Gute und treff' die für Dich beste Entscheidung, ohne Druck von anderen Seiten. :-)



Steffi mit Luca und Bauchzwerg


Beitrag von brille09 20.10.10 - 15:23 Uhr

Das ist seit langem der vernünftigste Beitrag, den ich in diesem Forum gelesen habe. Sehr schön geschrieben und zu 100% richtig. Ich finde es schrecklich, welcher Druck hier den Müttern oft gemacht wird.

Ich möchte noch hinzufügen:

Lieber die Flasche und viiiiiiel Liebe geben als vor lauter Stillen, Anlegen, Pumpen sich psychischen Stress zu machen, der sich aufs Kind überträgt.

Ich z.B. saß stillend auf der Couch und war so angespannt, weil mein Kleiner nie genug trank und ich immer Angst um ihn (Gewicht, Billi, Zuckerspiegel,...) hatte, dass ich nur geheult hab. Meine Tränen sind auf sein Gesicht gefallen, mich hats grad so geschüttelt und er hat mich ganz verstört angeschaut. Das war für mich der Punkt, wo ich gesagt hab - zufüttern. Das hab ich eine Zeit lang getan bis mein Sohn an der Brust nur noch geschimpft hat, weil er quasi nichts erwischt hat. Er wollte einfach nicht mehr also hab ichs gelassen. Ich war auch irgendwie traurig, weils einfach ein Abschnitt ist, der vorüber ist. Aber egal wann du abstillst, wahrscheinlich ist immer ein lachendes und ein weinendes Auge dabei.

Beitrag von hoffnung2010 20.10.10 - 20:22 Uhr

hi brille,
nunja, dein kind hat letztlich an der brust geschimpft, weils da einfach schwerer rauskommt als an der flasche - das geht viel leichter. und indem du zufütterst, machste nich wirklich was dafür, dass dein körper mehr milch produzieren sollte... is halt alles ein kreislauf!

aber was ich verstehen kann: wenn man es psychisch nich mehr schafft und sich nur verrückt macht, halt einfach nich klarkommt und nicht akzeptieren kann, dass man einfach keine ml-angaben an der brust hat für die kontrolle - dann sollt man es lassen. das is wohl wahr. die kinder merken ja auch, wenn es einem nich gut geht und das überträgt sich dann aufs kind.

ich muß zugeben, ich hatt auch so ne phase - aber seit ich die überstanden habe (ziemlich zu anfang...) fühle ich mich super wohl mit dem stillen und die kleine wächst und gedeiht prächtig.

lg!

Beitrag von brille09 20.10.10 - 21:15 Uhr

Ja, und da ist eben der Unterschied. Mein Kleiner trank auch vor dem Zufüttern nicht genug an der Brust und nahm innerhalb 2 Tage mehr als 150 g ab. Und das, obwohl er nach der Geburt schon wieder zugenommen hatte. Bei uns wars wirklich etwas dramatisch. Das war jetzt keine Einbildung von mir, dass er nichts erwischt, sondern tatsächlich der Fall. Außerdem hat er sich nicht gemeldet, wenn er Hunger hatte sondern nur noch geschlafen und war zu allem zu schwach.

Beitrag von lucaundhartmut 21.10.10 - 08:18 Uhr

Liebe brille09,

das hast Du sehr treffend formuliert. :-)



Alles Gute,
Steffi

Beitrag von tabi 20.10.10 - 20:31 Uhr

(ich kenne sogar ein Kind, das die Brust seiner Mutter von Geburt an komplett verschmäht hat - egal, welche "Hilfsmittel" genutzt wurden).
das glaubst du doch wohl selber nicht

Beitrag von cooky2007 20.10.10 - 22:34 Uhr

Beim 1. Kind: Rheumaschub - stärkste Schmerzen - brauchte mer Medikamente. Zusätzlich stand ich damals nicht dahinter. Hatte alles mitgenommen, was geht - von blutigen Brustwarzen bis einen Milchstau nach dem anderen. Fand es furchtbar, öffentlich auszupacken. Kind war trinkschwach, brauchte für eine Mahlzeit 45 Minuten, musste dann noch abpumpen und PRE zufüttern zusätzlich.

2. Kind: Ich stille noch - seit über 4 Mon. voll - und es klappt super! Hätzte ich NIE NIE NIE gedacht. Aber - anderes Kind, andere Welt!!!