Nierenbeckenentzündung und nun zu MCU...hat da jmd Erfahrungen

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Beitrag von azeea 20.10.10 - 14:40 Uhr

hallo...

bin gerade mit meinem kleinen ausm krankenhaus raus und bräuchte mal nen ratschlag...

wir sind am samstag mit fieber hin und wurden aufgenommen,da er bakterien im harn hatte...diagnose lautet nierenbeckenentzündung weil er ja fieber dabei hatte...nun meinen die eswürde sinn machen mcu (miktions-cysto-ureathogramm???)machen zu lassen,da man einen reflux im harnleiter ausschließen will...ich hab meinen sohn,er ist 11wochen alt,gesehen als sie ihm nen katheter gelegt haben und will ihn einfach nicht weiter quälen wenns nicht wirklich nötig ist...
bei der mcu wird ja wieder nen katheter gelegt und er würde zweimal geröntgt werden...

hat da schon jmd mit nem säugling in dem alter erfahrungen?

Beitrag von daviecooper 20.10.10 - 14:51 Uhr

Hallo!

Charlotte hatte ihre erste MCU mit ca. 16 Monaten, war also kein Säugling mehr, aber ich antworte dir trotzdem mal:

Sie hat vorher so ein "Scheißegal"-Nasenspray bekommen, so dass sie leicht benebelt war, so wie kurz vorm Einschlafen. Damit sie beim Röntgen still lag, bekamt sie auf Arme und Beine so kleine Sandsäcke gelegt. Das Katheder-Setzen und Röntgen hat vielleicht ca. 5-10 min gedauert und ich war bei ihr.
Sie hat nie geweint oder gequengelt, am Ende wollte sie nur nicht mehr still liegen.

Sie hatte einen Nieren-Reflux 3. Grades, der prophylaktisch ca. 1,5 Jahre mit einem Antobiotikum behandelt wurde. Mittlerweile hat sich alles verwachsen und sie ist gesund.#huepf#huepf#huepf

LG

daviecooper + Charlotte (*7.7.2006)

Beitrag von schnupsi06 20.10.10 - 15:02 Uhr

Hi,

als mein Sohn 4 Wochen alt war hatte er auch eine Nierenbeckenentzündung und zwar so schlimm, dass er auch eine Urosepsis hatte.

Nachdem alles ausgeheilt war, hat er auch eine MCU bekommen - da war er etwa 2 Monate alt.
Aber ich kann dich beruhigen, das ist halb so wild.
Der Katheter ist ja wirklich sehr klein im Durchmesser und der Radiologe hat das sehr behutsam gemacht. Tobi hat nicht mal geweint.
Die Empfindlichkeit ist sicherlich von Kind zu Kind unterschiedlich, aber wenn du selbst ruhig bleibst, dann hilft das sicherlich auch deinem Kleinen.

Bei uns hat die MCU übrigens keinen Reflux ergeben, worüber wir sehr froh waren. Dafür hat Tobi dann immer wieder Harnwegsinfekte gehabt, bis ein Kinderarzt "zufällig" entdeckt hat, dass er eine recht ausgeprägte Phimose hatte. Also waren weitere Infekte vorprogrammiert. Mit 5 Monaten haben wir die Phimose operieren lassen, aber auch das lief alles wunderbar und ohne Komplikationen.

Die Zeit damals war wirklich schlimm und mich überkommt immer noch ein Schauer, wenn ich daran zurückdenke, dass die Urosepsis lebensbedrohlich war...

Wenn die MCU ergibt, dass kein Reflux vorliegt, lass auf jeden Fall mal die Vorhaut checken, ob vielleicht dadurch Bakterien in den Harnleiter geraten. Ich weiss nicht, wie oft ich Tobi einen Urinbeutel geklebt habe, weil ich Panik hatte, dass er wieder einen Infekt hat, bevor die Ursache klar war.

Mach dir wegen der MCU keine Sorgen, lieber mal 15 Minuten u. U. ein unangenehmes Gefühl für deinen kleinen Mann als immer wieder Infekte und richtig üble Schmerzen.

Viel Glück und lieben Gruss
Tanja

Beitrag von etwas 21.10.10 - 09:39 Uhr

Sorry, bitte nicht persönlich nehmen, aber bei welchem Idioten bitteschön wart ihr, der bei einem 4-5 Monate alten Säugling eine Phimose feststellen will?? In diesem Alter GEHÖRT die Phimose da hin. Im übrigen ist die Vorhaut in diesem Alter ohnehin vollständig fest mit der Eichel verklebt, so dass sie ohnehin nicht beweglich ist, egal welchen Durchmesser die Vorhautöffnung hat.

Herzlichen Glückwunsch, euer Kind wurde wg. der Unwissenheit und absolut mangelnden Kompetenz ebenfalls umsonst eines der sensibelsten Teile an seinem intimsten Körperteil beraubt!

Beitrag von schnupsi06 21.10.10 - 10:02 Uhr

Das magst du ja sehen, wie du willst, aber welche Gründe sollten denn sonst vorgelegen haben für die immer wiederkehrenden Harnwegsinfekte?

Außerdem verwechselst du wahrscheinlich eine Vorhautverklebung mit einer Vorhautverengung. Ersteres ist definitiv normal bei einem Säugling und verwächst sich meistens. Letzteres kann u.U. auch besagte Infekte auslösen, wenn nur ein ganz dünner Strahl rauskommt und sich die Vorhaut aufbläht und verwächst sich nicht so einfach, wenn überhaupt.

Glaub mal, wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, ihn operieren zu lassen. Fakt ist aber, dass er nach der OP KEINEN EINZIGEN Harnwegsinfekt mehr hatte. Und das ist für mich Bestätigung genug, dass es definitiv an der sehr verengten Vorhaut gelegen hat.

Wenn du dein Kind lieber jahrelang mit Antiobiotika vollstopfen würdest, um dann eventuell irgendwann festzustellen, dass die Phimose doch operiert werden muss - bitteschön.
Die Erfahrung damals im KH und danach wünsche ich niemanden und ich wollte auch nicht, dass mein Kind noch einmal so leidet. In der einen Nacht stand es wirklich auf der Kippe, ob er durchkommt.

Also, jeder hat das Recht auf seine Meinung, aber ich bin kein Freund davon, so dermaßen angegangen zu werden für eine medizinisch notwendige Entscheidung.

Beitrag von etwas 21.10.10 - 10:12 Uhr

...ich wollte DICH eigentlich nicht damit angehen. Dass ihr euch die Entscheidung nicht leicht gemacht habt, ist mir durchaus einleuchtend.

Fakt ist aber - und das verwechsele ich nicht, da ich zu diesem Thema wg. meinem eigenen Kind gezwungenermaßen seit 8 Jahren am recherchieren war/bin - dass sowohl die Vorhautverklebung als auch die -verengung natürlicherweise vorgesehen sind und dort hingehören.
Natürlich darf die Vorhaut nicht so eng sein dass kein oder so gut wie kein Urin mehr durchkommt (obwohl es bei meinem Sohn auch so eng war und er nie damit Probleme hatte und damit knapp 14 Jahre alt geworden ist bis sich die Vorhaut langsam öffnete), aber dass die Vorhaut eng und nicht zurückschiebbar ist, ist normal.
Wenn die Vorhaut noch fest mit der Eichel verklebt ist, kann man zwischen Verklebung und Verengung gar nicht unterscheiden, weil die Vorhaut so oder so nicht aufgeht (ich hoffe, ich hab das jetzt verständlich formulieren können). Folglich ist die Diagnose "Phimose" sehr abenteuerlich, wenn nicht die von dir beschriebenen Symptome auch noch dabei sind.

WENN es so ist, bestehen schonende Methoden, die Vorhaut so weit zu weiten dass der Urin abfließen kann. Zurückschieben muss man die in diesem Alter noch nicht können (und soll eigentlich auch gar nicht sein, da die noch fast verschlossene Vorhaut eine Schutzfunktion gegen das Windelklima ist und ohne Vorhaut die Keime aus Stuhl und Urinrückständen problemlos in die Harnwege aufsteigen können).

Ich glaub's dir dass für euch eine Lösung her musste, sowieso wenn euer Sohn deswegen tatsächlich auf der Kippe stand. Aber es hätte eine andere sein können (und auch aus obiger Begründung sein MÜSSEN), als ihm gleich die ganze Vorhaut abzunehmen.
Dass IHR das nicht wissen konntet und dem Arzt vertraut habt, ist mir klar und euch mache ich da sicherlich keinen Vorwurf.


Aber - das muss man einfach ehrlicherweise sagen - Kind ist gesund, und das ist heute das Wichtigste. Ich hoff' für ihn nur, dass er später nicht das "Glück" hatte wie einige Klassenkollegen meines Sohnes, die derb wg. ihrer Beschneidung gemobbt wurden.

Viele Grüße

Beitrag von schnupsi06 21.10.10 - 11:27 Uhr

Hi,

ich kann deine Einstellung schon verstehen, zumal du ja aufgrund deines Sohnes auch im Thema steckst.

Bei Tobi war es auch nur eine Teilbeschneidung, d.h. etwas Vorhaut ist noch da. Ob es andere Methoden gegeben hätte - vielleicht - aber wir haben uns in der Kinderklinik beraten lassen, vom Kinderarzt und noch in der chirurgischen Klinik und alle waren sich einig, dass es zwar nicht die optimale Lösung ist, in dem Alter schon zu operieren, aber angesichts der Vorgeschichte wollte auch keiner (wir eingschlossen) mehr Zeit und mehr Infekte ins Land gehen lassen.

Ich hoffe und denke eigentlich, dass das Thema Mobbing meinem Sohn später erspart bleibt. Sein "bester Freund" ist kürzlich auch am Penis operiert worden (aus medizinisch noch schwerwiegenderen Gründen), da werden die zwei schon zusammen halten. Und in einem Umfeld, das kulturell doch eher gemischt ist und wo Beschneidungen auch aus religiösen Gründen stattfinden, dürfte das nicht mehr so ein Riesenthema sein. Ist natürlich nur eine Hoffnung, es kann anders kommen (Kinder sind ja manchmal grausam), aber das können wir nur auf uns zukommen lassen.

Schönen Gruss
Tanja

Beitrag von ks83 21.10.10 - 15:21 Uhr

Puh...
Ich weiß gar nicht,was ich zu dir alles schreiben soll.
Auf jeden Fall glänzt du hier mit laienhaftem Halbwissen - und das kann unter Umständen echt Folgen haben,wenn andere,verunsicherte Mütter das lesen.

Ich kann das Ganze von 2 verschiedenen Seiten betrachten - mein Sohn ist im Januar mit knapp 2 Jahren ebenfalls operiert worden. Er hatte einen Leistenbruch und dadurch einen Hodenhochstand - und in diesem Atemzug haben wir ihm seine vorhandene Phimose mit entfernen lassen.
Bei uns gab es ebenfalls eine Teil-Beschneidung.

Die 2. Sichtweise: Ich arbeite selbst in einer großen Klinik in einer urologischen Abteilung - eingeschlossen ist eine sehr große Kinderurologie mit einem der besten Kinderurologen Deutschlands (wenn du dich vergewissern willst,dass er das tatsächlich ist - PN).
Es ist durchaus so,dass auch bei einem Säugling eine dringend operationswürdige Phimose vorliegen kann - nämlich dann,wenn sich die Vorhaut balloniert oder halt rezidivierende Harnwegsinfekte auftreten. Zumindest letzteres war bei diesem Kind der Fall - einmal sogar so,dass es lebensbedrohlich wurde.
Sollen also Eltern und Ärzte in Kauf nehmen,dass das Kind evtl. stirbt oder einen langfristigen Organschaden bekommt, NUR weil intollerante und uninformierte Leute wie du der Meinung sind, dass man dem Kind irgendetwas "weg nimmt" ,was da hin gehört??

Worauf begründest du deine Meinung ? Bisher konntest du noch keine vernünftigen Argumente vorbringen.

Erstens ist es,wie schon jemand anders schrieb, dass bei der Vermischung verschiedener Kulturkreise gar nicht mehr unüblich.
Zweitens ist es auch durchaus hygienischer.

Ich würde mein Kind auf keinen Fall operieren lassen,wenn es nicht medizinisch indiziert wäre - aber bei dem vorliegenden Fall hätte es wohl nötiger nicht sein können.


Nichts für Ungut.

Beitrag von ks83 21.10.10 - 15:25 Uhr

Hallo,
wir machen diese Untersuchung in unserer Abteilung mehrfach in der Woche - auch bei so kleinen Babys.
Bei bekommt dazu allerdings niemand etwas zum Schlafen - aber die Eltern sind die ganze Zeit dabei.
Es wird ein gaaaaaanz dünner Katheter eingeführt und gerade bei so kleinen Kindern merkt man darauf oft gar keine Reaktion,einfach,weil sie noch keine Ängste entwickeln. Wenn die Eltern ruhig sind,sind es meist auch die Kinder.

Ich wünsche euch alles Gute und vor allem,dass nichts dramatisches raus kommt.


LG,Lene