Ab wann aufs Töpfchen?

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Beitrag von jennychrischi 20.10.10 - 22:28 Uhr

Liebe Mamas, ich bin ein bisschen genervt von meiner Mama. Sie waren Sonntag zum Kaffee bei uns und Collin hat wieder seine Show abgezogen. Er macht sehr geräuschvoll sein Geschäft ;-) Da sagte meine Mutter, wenn ich höre, er drückt, solle ich ihn doch bitte mal aufs Töpfchen setzen. Hallo?? Er ist 8 Monate. Bin ich so hinterwäldlerisch das ich verpasst habe, das man neuerdings schon Babys aufn Pott setzt?? Das mans irgendwann macht weiß ich, aber so früh? Das Kind einer Freundin ist 2 und geht noch nicht aufs Töpfchen, obwohl sie bescheid sagt, wenn sie muss. Sie sagt dann " Bibi" für Pipi oder halt A A. Da könnte die Mama reagieren und sie aufs Töpfchen setzen meiner Meinung nach. Aber mit 8 Monaten?

Beitrag von wespse 20.10.10 - 22:39 Uhr

Was sollte denn das auch bringen? Denkt sie, dass er dann früher trocken wird? Kinder in dem Alter sind körperlich noch gar nicht in der Lage die Schließmuskel zu beherschen! Man, mit 8 Monaten kann er ja man grad sitzen (überspitzt gesagt).
Meine Nichte hatte mal nen kleinen Unfall mit dem Töpfchen, weil sie noch nicht so sicher auf den Beinen war. Sie ist abgerutscht und hat sich die Scheide gestoßen. Meine Sis wurde im KH ganz komisch angeguckt: Kind mit Verletzung im Genitalbereich!

Du sieht: zu früh kann mehr Gefahren beinhalten!




Beitrag von tonip34 20.10.10 - 22:46 Uhr

Wie schon geschriben, kann ein Kind mit 8 mo seinen Schliessmuskel noch nocht kontrollieren, aber angeblich war das vor 20 Jahren und vor allen Dingen im Osten wohl anders.
Vor allen Dingen sollte man trocken sein nicht mit regelmaessig aufs Toepfchen setzten verwechseln. Fruehe Kinder sind um die 2 trocken und der Durschschnitt mit 3 , unter trocken verstehe ich selbst zur Toilette gehen oder es verbal ankuendigen.

lg toni

Beitrag von datlensche 20.10.10 - 23:02 Uhr

kilian war einer von der frühen sorte...mit 14 monaten hat er mich veräppelt #schock ich windel auf, er pinkelt, ich windel zu, er grinst, hält an...das geht ungefähr 5x mal...da hab ich ihn geschnappt und überm klo die windel abgemacht....TADA!
ich dachte es wär ein zufall aber 2 wochen später nahm er opa an der han und sagte pipi #schock...er wollte halt aufs klo gehen #kratz
naja...wir haben nen sitzverkleinerer gekauft und ihn jedes mal vorm wickeln drauf gesetzt...ER WOLLTE ES SO!!
naja mit 1,5 wollte er dann nimmer, hab immer mal gefragt aber windel war angesagt (schönes trotzmittel ;-)) naja, trocken war er tagsüber mit 2 nachts hats noch nen jahr mehr gebraucht...

also wir haben das interesse unseres sohnes aufgegriffen, keinen druck gemacht und ob oder was es gebracht hat...keine ahnung #rofl

nich stressen lassen!

lg, lena + kilian janosch*10.07.07 & nuno amadeus*27.05.10

Beitrag von aerlinn 21.10.10 - 00:16 Uhr

Hallo,

8 Monate ist echt reichlich früh! Aber 14 Monate war ich auch, als ich trocken wurde. 2 Jahre find ich ehrlich gesagt alt genug und 3?- kommentarlos...

Wenn das Kind es ankündigen kann, gehört es für mich aufs Töpfchen. Was soll denn das ein Kind einfach aus eigener Faulheit in die Windel machen zu lassen? Ich frag mich bis heute, wo das praktisch sein soll.... Mein Neffe ist auch schon 2,5 Jahre und kündigt seit einem (!!!) Jahr an, dass er muss. Er trägt heute auch noch Pampers, für mich ein No Go!


Gruß, Aerlinn

Beitrag von tonip34 21.10.10 - 10:19 Uhr

kommentarlos ? Trocken werden hat was mit Reife zutun genau wie laufen...krabbeln...ect. Und trocken werden kann man nicht lernen, daher gibt es Kinder die von heute auf morgen trocken sind weil das Gehirn soweit ist.
Ich finde es schlimm wenn dies auf die Kinder oder die Erziehung abgewaelzt wird, wenn ein Kind mit 14 monaten nicht laufen kann, ist dann auch die Mutter schuld ?
Schau Dir mal die Physiologie der Blase an, die nervale Verbindung zum Gehirn, wie diese Entwicklung funktioniert.

lg toni

Beitrag von tonip34 21.10.10 - 11:14 Uhr

so, hier wird es erklaert :
Entwicklung der Blasenkontrolle - ein Reifungsvorgang
Das Erreichen der Blasenkontrolle ist zuerst ein Reifungsphänomen. Sowohl der Ablauf als auch die Geschwindigkeit der Entwicklung ist als festes Programm in jedem Kind individuell angelegt und wird von seinem Gehirn aus gesteuert. Weder die Reihenfolge der dazugehörigen Entwicklungsschritte noch die Zeit, die die einzelnen Schritte zu ihrer Entfaltung brauchen, können durch Lernangebote "von außen" beeinflusst oder gar verändert werden.

Für das große Ziel "Blasenkontrolle"

* entwickelt sich zwischen dem 1. und 2. Lebensjahr das Gefühl für Harndrang. Hierfür muss die Verschaltung im Nervensystem soweit ausgereift sein, dass ein Kind die Körpersignale einer stark gefüllten Blase wahrnehmen kann. Dieser Entwicklungsschritt ist ausschlaggebend, denn er ist die wichtigste Voraussetzung, um überhaupt etwas über den Vorgang im Körper nach außen melden und darauf reagieren zu können.
* Die Nervenbahnen haben sich frühestens Ende des 2. Lebensjahres, häufig jedoch erst im Laufe des 3., so differenziert entwickelt, dass ein Kind zur perfekten Kontrolle seiner Blasenschließmuskeln fähig ist. Jetzt wird bereits eine zunehmende Blasenfüllung gespürt.
* Nach dem 4. Lebensjahr können fast alle Kinder trotz Harndrang die Harnabgabe noch einige Zeit hinauszögern und sogar bei geringer Blasenfüllung eine Harnabgabe willentlich einleiten. Prophylaktische Toilettengänge werden möglich. Schläft ein Kind dann noch normalerweise ohne einen Toilettengang nachts durch und erwacht, wenn es viel getrunken hat, am Harndrang und geht zu Topf oder Toilette, dann ist es trocken geworden.

Die perfekte Blasenkontrolle setzt sich aus Reifungsschritten (die nicht beschleunigt werden können) und Lernleistungen (hier muss "von außen" geholfen werden) zusammen. Für die Reifungsanteile des Geschehens braucht jedes Kind seine individuelle Entwicklungszeit möglichst ungestört und eine behutsame Begleitung seiner Entwicklungsschritte. Für die nachgeordneten Lernschritte braucht es die liebevolle, konsequente Unterstützung der Eltern, vor allem aber sie und die Geschwister als Modell für Toilettenprofis (Haug-Schnabel, 1998). Denn was muss man lernen?

* Wann man zur Toilette geht,
* wie viel Zeit man vorab einkalkulieren muss, damit es noch rechtzeitig ist,
* wo und wie man den passenden Ort findet,
* und was man dort machen muss.

Regelmäßiges Auf-den-Topf- oder Auf-die-Toilette-Setzen, nächtliches Wecken, die Kontrolle der Trinkmenge am Abend, Bestrafung für nasse Hose oder nasses Bett oder Belohnung für trockene Hose oder trockenes Bett, also klassische Sauberkeitserziehung, lässt kein Kind schneller trocken werden. Denn die Sauberkeitserziehung spielt anfangs, in den ersten beiden Lebensjahren, eine höchst unbedeutende Rolle, vorausgesetzt, sie läuft liebevoll und geduldig ab. Unter diesen Bedingungen nützt sie zwar nichts, schadet aber auch nicht (Brazelton, 1962, Haug-Schnabel, 1994b).

Sie kann jedoch eine langfristig ausgesprochen negative Rolle spielen, wenn sie bereits in den ersten beiden Lebensjahren bestrafend und überfordernd war!

Kinder mit Sauberkeitserziehung werden durchschnittlich mit 30 Monaten trocken, tagsüber werden sie übrigens etwas früher, nämlich durchschnittlich mit 28 Monaten, nachts dann mit durchschnittlich 33 Monaten trocken.

Kinder ohne Sauberkeitserziehung werden durchschnittlich mit 30 Monaten trocken, tagsüber durchschnittlich mit 28 Monaten, nachts durchschnittlich mit 33 Monaten! Das identische Ergebnis.

Auffallend ist, dass gerade unter den Kindern, die wegen massiver Einnässprobleme dem Kinderarzt vorgestellt werden, überdurchschnittlich viele sind, mit denen besonders früh eine Sauberkeitserziehung begonnen worden war. Viele Wissenschaftler vermuten heute in einem extrem frühen Start der Sauberkeitserziehung mit überfordernden und bestrafenden Maßnahmen einen gewichtigen Grund für späteres Einnässen. Der frühe Start ist zwar unangebracht und im Hinblick auf ein schnelleres Erreichen der Blasenkontrolle erfolglos, aber als solcher sicher noch kein Grund für späteres Einnässen. Er kann jedoch ein Zeichen für einen besonderen Erziehungsstil sein. Das ungeduldige, oft fordernde Eingreifen in das kindliche Entwicklungsgeschehen ist zumeist mit unglücklichen Methoden verbunden. Eltern und Kind müssen sich in diesem Anforderungsgeflecht dauernd enttäuschen, was ihre Beziehung belastet.

Ich arbeite mit Kindern und finde nichts schlimmer als den Drucke der Aussenwelt und das Gleichstellen von Kindern. Meine Freundin hat Drillinge und da lag zwischen den Kinder fast 1 Jahr was das trockenwerden angeht. WEIL jedes Kind sich anders entwickelt.

lg toni

Beitrag von cathy82 21.10.10 - 10:12 Uhr

Ja, WIR Ossis wurden früher tatsächlich oft aufs Töpfchen gesetzt. Ich war mit 11 Monaten tagsüber meist trocken, mit 1,5 Jahren auch über den Mittagsschlaf und mit 2 dann auch nachts.

Ob es was gebracht hat, weiß ich nicht. Geschadet hat es mir nicht.
Aber wie schon gesagt, dass Gehirn kann frühestens mit 1,5 Jahren den Schließmuskel bewusst steuern.

Es war halt ne Art Dressur. Man wirde solange und sooft auf den Topf gesetzt, bis es ein Erfolgserlebnis gab und die motivieren und animieren nunmal!

Das Problem heute ist ja auch, wir leben in der Generation der Wegwerfwindeln.
Die Dinger sind sackend schwer, aber wenn man drauf fässt, ist alles trocken.
Hammer!

Damals haben die Kinder halt gemerkt "Oh, da is' nass!"

Das spielt sicher auch eine große Rolle!

Liebe Grüße

Cathy mit Julian (19 Wochen)