Wenn jemand ca. in der 13-16 SSW das Kind verliert

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von ayshe 21.10.10 - 08:33 Uhr

Hallo,

ich habe jetzt lange überlegt, ob das posten soll oder lieber nicht, aber es geht mir nicht aus dem Kopf.
Ich hoffe, ich schockiere euch nicht zu sehr.
Aber ich möchte diejenigen, die eine FG hatten etwas fragen.

Wenn jemand ca. in der 13-16 SSW das Kind verliert,

1. ist es dann normal, dass man das tote Kind aus dem KH mit nach Hause nehmen kann? (Unter 1000g wird es ja nicht begraben, sondern soweit ich weiß im KH verbrannt.)

2. Wenn ihr die Möglichkeit hattet, wolltet ihr es mitnehmen?

3. Wenn ja, was macht man dann mit dem toten Kind?


4. Würdet oder habt ihr es euren größeren Kindern (ca. 5-7 Jahre) gezeigt, einen Namen gegeben, im Garten vergraben?

5. Wenn ja, warum?
Hilft das wirklich die Trauer zu bewältigen?


Ich kenne so einen Fall.
Ich weiß und habe keinen Zweifel daran, dass man ganz unglaublich traurig über den Verlust eines Kindes in der Schwangerschaft ist.
Aber ich weiß nicht, wie ich mich dazu überhaupt verhalten soll.
Ich kann es in keinster Weise verstehen und nachziehen, es befremdet mich total.

ICH würde es mir vllt selber im KH ansehen, aber nicht nach Hause nehmen, niemals meiner Tochter zeigen und eher versuchen, es ihr gegenüber runterzuspielen und weder mich geschweige denn mein Kind sich da reinsteigern lassen.

Ich weiß, mein Post ist unangenehm, aber vllt kann mir auch irgendjemand, der so etwas selber erlebt hat, auf die Sprünge helfen.
Kann jemand verstehen, warum man es so macht????

Beitrag von gunillina 21.10.10 - 09:13 Uhr

Liebe Ayshe, nein, ich würde es in dem Stadium NICHT mitnehmen wollen. IN dem Stadium habe ich miene lieben Kinder nicht gespürt, es gab noch keine Wölbung, in dem Stadium fingen meine Schwangerschaften erst an, real zu werden. Hätte ich eines meiner Kinder dann verloren, ich hätte es nicht mitgenommen. Niemals hätte ich es meinen anderen Kinder gezeigt, niemals hätte ich es IM GARTEN vergraben.
Bisher habe ich immer die Meinung vertreten, bis zur 12. Woche "bin ich nicht schwanger". Was für mich bedeutete, dass ich mir dessen bewusst war, dass ich ein Kind in den ersten 12 Wochen durchaus relativ schnell verlieren kann. Und das wäre für mich kein Beinbruch gewesen, zumindest habe ich mich so stark gefühlt. Danach, also in deiner geschilderten Zeit jetzt, wäre ich truarig gewesen, wenn ich es verloren hätte. Denn die 12. magische Woche hätte mir zunächst suggeriert, dass nun alles in Ordnung ist und dass ich tatsächlich ein Kind bekomme.
Also, ich hätte Trauer empfunden, ich hätte mich verabschieden wollen. Meinen Kindern hätte ich erklärt, dass es immer passieren kann, dass ein Kind nicht "ordentlich" wächst im Mutterleib, dass irgendetwas falsch gelaufen ist, dass es krank ist. Und deshalb gestorben ist. Vielleicht hätte ich überlegt, ihnen das Ungeborene zu zeigen, wenn sie danach gefragt hätten. Aber so ein Fötus ist eine harte Sache, zumindest für uns Erwachsene, vielelicht sehen Kinder das nicht so und können da unbefangen heran gehen. Also, während ich schreibe, entwickeln sich die Gedanken, es käme auf die Situation drauf an. AUf den Zustand des Fötus, auf den Zustand meiner lebenden Kinder, auf meinen Zustand und den meines Mannes.
Ich umarme dich, ja?#liebdrueck
Schwere Gedanken hast du da, Süsse.

Beitrag von ayshe 21.10.10 - 09:24 Uhr

Ach Gunni, du beruhigst mich da ja schon.

Nun, sie hatte es schon gespürt und man sah auch schon den Bauch (4. Schwangerschaft).
Ich selber war damals auch schon rund, das ging echt flott.

Sie hat es verloren, weil sie Ringelröteln bekam und das Kind dann daran erkrankte, es hatte auch einen Hydrops und wurde obduziert, keine Ahnung, wie es dann aussah.

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Aber so ein Fötus ist eine harte Sache, zumindest für uns Erwachsene, vielelicht sehen Kinder das nicht so und können da unbefangen heran gehen.
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Ja, Kinder gehen anders mit allem möglichen um.
Ich hätte aber doch Angst, daß ich mich verschätzen würde.

Ich weiß zumindest, daß das jüngere Kind nun schlecht schläft, träumt, sehr oft davon redet und weint, weil sein "Bruder" tot ist.


Mir ist das alles irgendwie zu heftig.

Beitrag von redrose123 21.10.10 - 09:51 Uhr

Schade das ich das nicht so sehen konnte, hab mein "Kind" ende der 12. woche verloren, wohl eher was der Arzt aber übersehen hat :-[

Aber ich hab von anfang an gedacht ich bekomme ein Kind haben alles geplant usw. War wohl zu früh die freude hoffe ich nun nach gut 4 jahren üben mal wieder zu bekommen was ich langsam aber aufgebe......

Beitrag von gunillina 21.10.10 - 09:18 Uhr

Ich hatte übrigens keine wissentlichen Fehlgeburten oder Abgänge. Also gehöre ich im Prinzip nicht in deiner Zielgruppe.

Beitrag von ayshe 21.10.10 - 09:27 Uhr

Bei mir war die erste Schwangerschaft in der 6./7. SSW zuende, aber das ist eben gar kein Vergleich.
Klar, ich war traurig, aber zum größten Teil wohl eher enttäuscht.

Beitrag von redrose123 21.10.10 - 09:48 Uhr

Hallo,

ich habe eine AS ende der 12. woche gehabt, aber ich weiss nicht wie es aussah, ich konnte es nicht selbst anschauen hab auch nicht gefragt....Heim nehmen? Weiss ich ehrlich gesagt nicht ob ichs getan hätte wenn sie mich gefragt hätten. Einem Kind zeigen#schock sicher nicht, ich kann damit nicht umgehen wie soll es denn ein Kind tun?

Beitrag von ayshe 21.10.10 - 10:02 Uhr

Das tut mir sehr leid, ich kann natürlich verstehen, daß es wirklich wehtut und auch daß es ein KIND ist und nicht nur irgendetwas Imginäres, nicht nur so ein fremder bestandteil, sondern daß man es sicher auch schon als Kind lieben kann, so gesehen.

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Einem Kind zeigen sicher nicht, ich kann damit nicht umgehen wie soll es denn ein Kind tun?
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Das habe ich mich ja auch gefragt.
Vom ersten Gefühl her, würde ich es vllt selbst nicht sehen wollen, ich weiß nicht so genau.
Ich war ja auch nicht in der Situation.
Aber ich hätte spontan das Bedürfnis, das gesamte Thema eher möglichst von den Kindern fernzuhalten, also es jedenfalls nur schwammig und auch ungenau zu halten, aber es nicht noch extrem einzubrennen.

Und das verstehe ich eben nicht.
Aber ich frage mich eben, ob es noch andere gibt, die es so machen würden oder gemacht haben und es sich auch als gut herausgestellt hat.

Beitrag von purpur100 21.10.10 - 10:03 Uhr

ayshe, es geht mir da wie dir:
Ich verstehe es nicht!
Wenn man bedenkt, wie groß bzw. klein ein Kind in diesem Stadium ist
http://www.3w-production.com/Archive.asp

und es dann den Geschwistern zu zeigen?

Meiner Meinung nach wäre es besser, den Kindern vom Geschwisterchen zu erzählen, das warum und wieso und weshalb, soweit dies möglich ist.

Beitrag von ayshe 21.10.10 - 10:29 Uhr

Ja, es war 12 cm oder 13, sagte sie.
Sicher, es ist alles dran, jeder einzelne Finger usw.

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Meiner Meinung nach wäre es besser, den Kindern vom Geschwisterchen zu erzählen, das warum und wieso und weshalb, soweit dies möglich ist.
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Ja, das dachte ich nämlich auch so.
Bilder aus Büchern kennen sie natürlich, mir hätte das auch gereicht.

Beitrag von schneggal08 21.10.10 - 12:15 Uhr

Hallo,

hm, also ich war etwas weiter, als ich meinen Sohn gehen lassen musste. Ich hatte die FG in der 20. SSW (205 g. schwer)und ich habe meinen Sohn wie jedes andere Baby in den Arm gelegt bekommen, durfte ihn mir ansehen. Ich wurde dann in den OP geschoben und danach bekam ich meinen Sohn wieder, er war gewaschen, angekleidet und lag in einem Häkelkörbchen.

Ich musste 2,5 Tage im KH bleiben, solange blieb mein Sohn auch bei mir. Am zweiten Tag haben mein Mann und ich dann entschieden, ihn auch unserer Tochter zu zeigen. Emilia war da etwas über 3 Jahre alt und ich bereue das nicht. Sie ging so toll mit dem Anblick um, sie hat das Körbchen im Arm gehalten und da erst verstanden, warum ich so viel geweint habe. Es ist für sie auch begreiflich gewesen, dass sie ihren Bruder nicht mit nach Hause nehmen kann und sie hat sich von ihm verabschiedet.

Jonathan wurde dann in einem Grab für totgeborene Kinder bestattet, dort dürfen wir auch Erinnerungen ablegen und können das Grab jederzeit besuchen. Auch bei der Bestattung war Emilia dabei und ich kann nicht behaupten, dass es ihr irgendetwas geschadet hat. Wir haben nach der ganzen Aktion ein Gespräch im Kindergarten gehabt und auch dort wurde mir bestätigt, wie toll Emilia mit der Situation umgegangen ist und wie gut sie ihre Gefühle verarbeitet. Sie verhielt sich die ganze Zeit über wie immer, nur manchmal hatte sie traurige Momente. Da hat sie dann auch erzählt, sie ist traurig, weil ihr Bruder ein Sternenkind ist und nicht mit ihr spielen kann.

Ich weiss nicht, ob ich meinen Sohn mit nach Hause hätte nehmen können. Diese Frage hat sich für mich nie gestellt, weil uns die Bestattung in dem Sammelgrab sofort angeboten wurde und wir dankbar waren, diese Möglichkeit gehabt zu haben. Hätte es das nicht gegeben, ich hätte ihn glaube ich im KH gelassen... ich weiss es ehrlich nicht.

Um den Platz zum Trauern bin ich sehr dankbar. Ich besuche das Grab noch heute und es hilft mir schon, alles zu verarbeiten. Auch mein Mann geht von Zeit zu Zeit an das Grab - gemeinsam sind wir dort allerdings eher selten, nur zu besonderen Tagen. Ich denke, Weihnachten wird wieder so ein Zeitpunkt sein.

Ich hoffe, ich konnte dir bissl Einblick geben :-)

LG
Veronika mit Emilia (4 Jahre), #stern Jonathan (20.01.2010) und #ei (16. SSW)

Beitrag von ayshe 21.10.10 - 12:21 Uhr

Danke, jetzt muß ich erstmal schlucken, es berührt mich schon sehr.

Ja, vllt wäre so ein Sammelgrab auch hier gut gewesen, aber das gibt es dort nicht.

Beitrag von laemmchen78 21.10.10 - 12:36 Uhr

Hallo,

ich hatte meine FG auch etwas später in der 19 SSW. (21 cm und 190g)und ich habe fast genauso gemacht wie Veronika. Ich hatte meine Tochter auch im Arm vor und nach dem Op, und konnte sie die 2 tage die ich noch in der Klinik war auch immer wieder bei mir haben wenn ich wollte.

Auch wir haben unsere kleine Maus unseren anderen 2 Kindern (5 und 7 Jahre alt) gezeigt. Zwar nicht im Krankenhaus aber auf bildern die ich von ihr gemacht habe. Ich habe offen mit ihnen über die sache gesprochen und auch meine Kinds können und sprechen auch mit anderen leuten oder freunden ganz offen über die sache das das Baby gestorben ist.

Wir haben unsere tochter als ich aus dem KKH raus bin von einem Bestatter abholen lassen und sie wurde eingeäschert. In der Urne haben wir sie dann mit nach Kapstadt genommen wo wir wohnen und haben ihre asche dann hier im Meer verstreut. Etwas von ihrer asche habe in einem kleinen anhänger an meiner kette.

ich bereue nicht das ich es so gemacht habe denn es war für uns alle wichtig um mit der trauer umgehen zu können. wir gehen heute noch oft an die stelle wo wir die asche verstreut haben und egal wo ich am meer bin weiß ich das mir meine kleine sehr nah ist.

liebe grüße
Natascha

Beitrag von ayshe 21.10.10 - 13:19 Uhr

Hallo,

danke, ich sehe schon, daß Betroffene es wohl doch ganz anders sehen bzw. eben auch empfinden.
Wobei ich aber doch den Unterschied sehe zwischen Bildern und realer Begegnung und auch anfassen.

Áber das muß wohl auch jeder für und in Bezug zum Kind entscheiden.

Beitrag von maxundjan 21.10.10 - 15:36 Uhr

#pro

Beitrag von parzifal 21.10.10 - 13:00 Uhr

Das mit der 1000gr Regel ist überholt. Das war früher so.

Beitrag von ayshe 21.10.10 - 13:22 Uhr

Okay, ich war mir da ja auch nicht sicher.

Zumindest war es in diesem Fall so, daß sie es nicht hätten beerdigen können, nicht offiziell, es wäre dann mit dem Krankenhausmüll verbrannt worden, wurde ihr so gesagt und hat sie auch abgeschreckt.

Beitrag von sue20 21.10.10 - 13:08 Uhr

Hallo#winke

zu allem-NEIN und nochmals nein!

Ich finde dies genauso befremdlich, wie du.Es mag wohl eine Art der Trauerbewätigung sein, aber es gibt auch noch definitiv andere-passendere!


Ich persönlich habe erfahren welches Geschlecht, das Kind gehabt hätte-aber auch nur auf Wunsch! Sonst wollte ich damit "nichts zu haben"
Natürlich habe ich getrauert,aber in einem angemessenen Sinne, so das mein Partner(in dem Fall auc noch die Kinder) ihren eigenen Weg der Trauerbewältigung durchleben können,aber nicht von mir etwas aufgedrängt bekommen!

Vg Sue

Beitrag von ayshe 21.10.10 - 13:26 Uhr

Ja, da wären wir uns vllt ähnlich, aber ich sehe ja, daß die einstellung da doch sehr verschieden ist.


...aber nicht von mir etwas aufgedrängt bekommen!

in diesem Fall habe ich nämlich den Eindruck, daß die Kinder viel tiefer hineingezogen werden und im Grunde den Eltern, der Mutter zur Trauerbewältigung dienen, in dem sie auch auf diese Trauerebene gebracht werden.


Bei den anderen Posterin kam mir jetzt aber zb nicht der Eindruck.#kratz

Beitrag von sue20 21.10.10 - 13:31 Uhr

Evtl. hängt dies mit der Sensibilität der Mutter zusammen und auch wie diese Mutter dann mit sich selber im Reinem ist#gruebel

Nun, ich spreche sowas auch niemanden ab-schließlich weiß jeder am Besten,was für ihn und die Familie gut ist....Vllt. hängt dies auch noch vom Alter der Kinder ab?Keine Ahnung....Auf jden Fall, finde ICH,dass es passendere Trauerbewältigungsmethoden gibt!

Vg Sue

Beitrag von ayshe 21.10.10 - 14:02 Uhr

Ja, da hast du vielleicht recht.

Aber es ist sicher auch nur schwer einzuschätzen.

Zumindest leidet ja ja hier der 5-jährige offenbar doch sehr darunter, und so kommt es mir eben auch nicht so optimal vor.

Beitrag von maxundjan 21.10.10 - 15:30 Uhr

Hallo,

es ist so, das Kinder unter 500g in den Krankenhäusern "gesammelt" werden und bei uns zweimal jährlich in einem Sammelgrab bestattet werden. Diese Beisetzungen gibt es seit den 90ger Jahren eigentlich in jeder größeren Stadt. Da können die Eltern teilnehmen oder nicht, wie sie wollen.
Wenn du ein KKH hast, das etwas Ahnung von Trauerarbeit hat und denen auch was dran liegt, dann darfst du das Baby auch mit nach Hause nehmen.

Das liegt ganz allein dir und niemand hat dir da was vorzuschreiben. Du kannst das Baby bestatten lassen, oder in deinem Garten begraben. Beides kann für die anschließende Trauerarbeit enorm hilfreich sein, weil du eben weißt wo dein baby ist.....

Es gibt da aber auch einen Unterschied zwischen Frauen, die schon Kinder haben und ganz "normal" weiter Kinder bekommen können (die würden das eher nicht machen), und Frauen, die alles für dieses Baby getan haben (künstl. Befruchtung usw.), wo es das einzigste Kind ist, oder bleiben wird.

Ob ich das kleine Baby meinen Kindern zeigen würde? Nein, sicherlich nicht, aber ich würde es auch nicht runterspielen oder wegreden, sondern ihnen erzählen das es da ein Geschwisterkind gab/gibt.

Und Kinder , die mit einem Gewicht über 500g tot zur Welt kommen, müssen auf einem Friedhof bestattet werden.


Vorher ich meine Infos habe/nehme: aus eigener Erfahrung und aus der Arbeit mit der Gruppe der verwaisten Eltern, die ich seit drei Jahren leite
(z.B. hatte ich erst gestern wieder "so ein" Gespräch)

Hoffe ich konnte helfen!

Grüße,
Sandra

Beitrag von ayshe 21.10.10 - 16:51 Uhr

Hallo,
vielen Dank, hier in diesem KH haben sie wohl kein solches Sammelgrab, aber ich habe mich eben gewundert, daß man es mitnehmen kann.
Aber das scheint ja dann doch recht normal zu sein.
Vllt hätte diese Mutter ihr Kind auch dort begraben lassen, wenn es denn so etwas gegeben hätte.

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Es gibt da aber auch einen Unterschied zwischen Frauen, die schon Kinder haben und ganz "normal" weiter Kinder bekommen können (die würden das eher nicht machen), und Frauen, die alles für dieses Baby getan haben (künstl. Befruchtung usw.), wo es das einzigste Kind ist, oder bleiben wird.
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Das könnte ich dann auch verstehen, es wäre sozusagen der Abschied auch vom kinderwunsch.
Hier ist es so, daß sie schon 3 lebende Kinder hat. Daher weiß ich eben nicht, ob es eine so gute Idee war, auch die 2 großen Kinder so tief und konkret ins Boot zu holen.


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Beides kann für die anschließende Trauerarbeit enorm hilfreich sein, weil du eben weißt wo dein baby ist.....
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So habe ich das ehrlich gesagt, noch nicht gesehen.
Eine andere userin sagte ja auch, sie gehen immer zur Stelle, wo sie die Asche ins Wasser ließen.
Gut, stimmt, es gibt sicher viele Menschen, die eine Anlaufstelle brauchen, ob nun bei einer FG oder eben Friedhof bei Verstorbenen Eltern etc.


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Ob ich das kleine Baby meinen Kindern zeigen würde? Nein, sicherlich nicht, aber ich würde es auch nicht runterspielen oder wegreden, sondern ihnen erzählen das es da ein Geschwisterkind gab/gibt.
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Ich meinte auch nicht mit Runterspielen,daß man es jetzt völlig verschweigt.
Ja, ich würde auch erklären, daß das Baby nicht mehr lebt und daß es das aber gab, warum es nicht mehr lebt.
Aber ich würde es ihnen nicht zeigen, nicht alle Details, nicht "dranspielen" lassen, nicht zeigen wollen, daß für mich eine Welt zusammenbricht (wenn es denn so krass wäre).
Ich weiß auch nicht, ob ich einen namen geben würde.
Weißt du, was ich meine?
Ich würde es nicht so darstellen und personifizieren wollen, als hätte es schon jahrelang bei uns gelebt.
Nicht den Kindern gegenüber.

Das ist es, was ich nicht so verstehe.
Es mag ja sein, daß die Eltern es brauchen, aber brauchen es auch die Kinder?
Tut es ihnen gut?

Ich habe früher mal in einem Sternchenforum gelesen und weiß auch, daß auch viel verarbeitung bei FGs wichtig ist, daß man es nicht enfach unter den Tisch kehrt und weiß auch, daß sehr viele das überhaupt verstehen können,
aber es geht ja hier auch um die vorhandenen Kinder.

Beitrag von maxundjan 21.10.10 - 17:53 Uhr

Das gefährliche daran ist, das man ganz leicht in eine pathologische Trauer abrutschen kann, soll heißen das man die verstorbenen Kinder (Babys) glorifiziert und über allem anderen stellt. In manchen Fällen vlt. auch über die lebenden Kinder.

Unsere Kinder wissen z.B. das eins unserer Babys auf dem Friedhof liegt, es steht ihr Ultraschall-Bild auf unserem Schrank, neben dem Bild von unserem "Erstgeborenen"(der leider auch nicht mehr bei uns ist). Wir feiern Geburtstag von unserer Tochter immer mit zwei gleichen Blumensträußen (einer für den Geb.tisch und einer für den FRiedhof, weil unser totes Baby der Zwilling unserer Tochter ist), Weihnachten bringen wir kleine Kuscheltiere auf den Friedhof... sowas halt.......und unsere Kinder haben damit ein ganz normalen Umgang, liegt vlt. auch daran, das sie auch mit meiner Arbeit ab und zu "konfrontiert" sind (Trauerbegleiter, Verwaiste Eltern, bestatterin).

Aber letztendlich ist jede Trauer und jede Beältigung dieser so individuell wie jeder Mensch auch.

grüße,
Sandra

Beitrag von ayshe 22.10.10 - 08:07 Uhr

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Das gefährliche daran ist, das man ganz leicht in eine pathologische Trauer abrutschen kann, soll heißen das man die verstorbenen Kinder (Babys) glorifiziert und über allem anderen stellt. In manchen Fällen vlt. auch über die lebenden Kinder.
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Ja, daß es das sogar gibt, habe ich schon befürchtet.


Ich finde aber, daß sich euer Verhalten und eben der Bezug zu den verstorbenen Kindern "normal" anhört, also in einem schönen Rahmen, wie soll ich das sonst sagen?


Und es tut mir sehr leid :-(

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