MÜSSEN Kinder Bilderbucher anschauen....

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von labom 21.10.10 - 09:39 Uhr

Hallo,

es geht nicht darum das ich keine Bilderbücher kaufen möchte. Mein Sohn (im Mai 3 geworden) schaut sich, ab und zu, gerne Bilderbücher an. Allerdings nur alleine! Er erzählt mir dann auch ganz begeistert was er darauf sieht. Allerdings mag er es gar nicht wenn ich versuche ihn etwas vorzulesen oder zu den Bildern eine Geschichte erzähle. Dann blockt er ab und verzieht sich mit seinem Buch, oder klappt es mir vor der Nase zu.

Heute hat mich die Kiga Leitung angesprochen, das mein Sohn unbedingt Frühförderung bräuchte, wodurch der Kiga (soweit ich es verstanden habe) auch eine zusätzliche Kraft bekäme. Da mein Sohn in einigen Situationen nicht tragbar sei#schock#schock

Es gehe darum, das er sich z.B. im Morgenkreis nicht einfüge (er mochte singen noch nie, selbst daheim hält er sich schon immer die Ohren zu wenn jemand singt, nicht nur bei mir:-p) man müsse ihm immer wieder ermahnen sitzen zu bleiben. Laut ihrer Aussage wäre eine Erzieherin allein mit meinen Sohn beschäftigt (ist mir beim Abholen allerdings noch nie aufgefallen, in der Zeit hat er immer mit anderen Kids gespielt), eine Erzieherin wollte gestern anscheinend mit einer Gruppe Kids, alles Neue im Alter meines Sohnes oder jünger, Bilderbücher anschauen. Dies wäre nicht möglich gewesen. Wobei ich sagen muss das besagte Erzieherin eine 18 jährige Praktikantin ist, die mir persönlich sehr ruhig und verschlossen vorkommt. Ich habe beispielsweise noch nei gesehen das sie von sich aus auf Kinder zugeht, sie sitzt (soweit ich das bisher mitbekommen habe) immer nur sehr still neben den Kindern und lässt sie malen, basteln oder eben Bücher anschauen.

Mein Sohn klammert auch noch sehr stark, es gibt früh oft, nicht immer, ein Drama wenn ich gehen möchte. Bisher hat eine Erzieherin sich meinen Sohn geschnappt und ist mit ihm in die Gruppe gegangen. Nach ihren Aussagen hat er sich nach ein, zwei Minuten wieder beruhgt. Was ich auch glaube da es privat auch oft so ist, auch wenn er "nur" mit Papa, Oma usw. daheim bleiben soll und ich weggehe. Besagte Prakikantin sah uns heute früh, ging OHNE Morgengruß an uns vorbei uns setzte sich zu den ruhigen Kids um, keine Ahnung was auch immer zu machen, sie saß im Prinzip nur neben den anderen Kids im Kreis. Ein größerer Junge hat dan versucht meinen Sohn, mit Erfolg abzulenken.

Vielleicht fällt er einfach mehr aus dem Rahmen da es insgesamt nur drei neue Jungs und ansonsten nur neue Mädchen gibt.

Ich möchte nichts schön reden, mein Sohn ist willenstark und teilweise anstrengend. Welches Kind ist das nicht;-) Wobei mir die geschilderten Probleme bisher noch nicht aufgefallen sind. Es ist für ihn anstrengend sich in eine Gruppe mit 25 Kinder einzufügen, das ist mir klar. Er kennt es ja nur daheim mit Mama und ab und zu, aber nicht täglich Freunde zu besuchen. Aber meiner Meinung nach ist es völlig verfrüht ihn jetzt schon als Störenfried abzustempeln nur weil er lieber spielt und draußen tobt, als im Morgenkreis zu singen oder Bücher anzuschauen.

Wie würdet ihr auch in einer solchen Situation verhalten?

LG

Beitrag von anja293 21.10.10 - 09:55 Uhr

Hallo.
Sprich doch einfach mal die Gruppenleiterin an? Meines Erachtens kann doch eine Praktikantin nicht entscheiden, ob ein Kind Frühförderung braucht oder nicht. Ich finde das auch nicht schlimm, wenn ein Kind keine Bücher anschauen möchte. Jedes Kind hat doch andere Interessen. Meine kleine (fast 2) mag das auch überhaupt nicht, wenn ich mit ihr ein Buch anschaue und meine Große (4,5) liebt es, wenn ich ihr was vorlese. So verschieden sind sie halt. Aber ich denke, du solltest dich da einmal mit der Gruppenleitung unterhalten.
Viele Grüße

Beitrag von anja293 21.10.10 - 09:56 Uhr

Oh entschuldigung, habe übersehen dass du ja mit der Leiterin gesprochen hast. Aber dann würde ich auch noch den Rat deines Kinderarztes einholen

Beitrag von labom 21.10.10 - 10:09 Uhr

Hallo,

mein Kinderarzt meinte, Frühförderung wäre noch zu früh. Da mein Sohn effektiv erst drei Wochen im Kiga ist. Die ersten drei Wochen waren wir weg, danach war er eine Woche, anschl. zwei Wochen krank und jetzt ist er gerade wieder die 2. Woche im Kiga.

LG

Beitrag von anja293 21.10.10 - 10:29 Uhr

Die wollen deinen Sohn nach drei Wochen Kindergarten zur Frühförderung schicken? Die Erzieherinnen müssen deinen Sohn doch erst mal richtig kennen lernen und sich aneinander gewöhnen. Meine Tochter war am Anfang vom Kindergarten genau das Gegenteil von deinem Sohn, sie wollte vor lauter Schüchternheit nicht mit im Morgenkreis sitzen und hing nur an der Erzieherin dran, spielte nicht mit den Kindern. Für die Erziehierin war das auch ziemlich anstrengend, aber sie hat die Sache durchgezogen und nach ca. zwei Monaten taute meine Tochter auf und fügte sich in die Gruppe ein. Trotz aller Anstrengung für die Erzieherin hat sie aber nie was von Förderung o.ä. erwähnt. Es gibt halt Kinder, um die man sich einfach mehr kümmern muss, zumnindest anfangs vom Kindergartenjahr! Ich kann deinem Kinderarzt nur zustimmen und würde auch noch ein wenig zuwarten.
nicht verzweifeln! viele grüße

Beitrag von labom 21.10.10 - 12:58 Uhr

Hallo,

ich denke genau das ist das Problem, das er eben nicht wie die meisten anderen Kids, still und leise vor sich hin jammert oder weint, sondern seiner Unlust (z.B. Morgenkreis) sehr, sehr lautstark Ausdruck verleit. Es schreit und tobt dann eben. Wobei das auch nur eine Phase ist bis er merkt damit hab ich keinen Erfolg. Das haben wir daheim immer mal wieder, wobei es natürlich daheim leichter ist wenn er allein ist, als mit einer Gruppe von 25 Kindern.

LG

Beitrag von zahnweh 21.10.10 - 10:26 Uhr

Hallo,

zur Frühförderung, Morgenkreis etc.

er ist effektiv 3 Wochen dort und das MIT Unterbrechung. Da braucht er erst mal Zeit sich an die neuen Regeln etc. zu gewöhnen.

Meine ging vom ersten Moment an sehr gerne, wurde sogar noch mal zum Küsschen/Winken rausgeholt, so schnell war sie weg.

Dennoch: die ersten Wochen brauchte sie Zeit zur Eingewöhnung.
Die Erzieherin berichtete mir, dass meine so ganz anders reagiert als andere Kinder. Sie heult oder brüllt nicht. Sie geht einfach zum Platz, holt sich ihre Sachen, geht zur Tür und will heim. Dann erst brüllt sie, ist aber erst mal gar nicht ansprechbar.
So, das kannten die Erzieherinnen erst mal gar nicht von anderen Kindern. Sie beobachteten und begleiteten mein Kind und fanden so Tag für Tag einen Zugang zu ihr. Nach ca. 4 Wochen sprach mich die Erzieherin an, dass sie sich super eingelebt hat, wie sie wann reagiert und sie nun wissen, wann sie wie reagieren wird und wie sie selbst (als Erzieherinnen) am Besten reagieren können :-)
Sie nehmen jedes Kind als Individuum, führen es an und in die Gruppe hinein, pressen es aber nicht in die Norm.

Den Morgenkreis liebt mein Kind. Hat aber auch da Zeit gebraucht, bis sie die Abläufe verinnerlicht hat.

Ich selbst fand Morgenkreis grausam. Da sich wehren nichts half und stören auch nichts brachte, fügte ich mich und ließ es über mich ergehen. Hat aber seine Zeit gedauert.


zu den Bilderbüchern:
ich finde es sehr wichtig: Kinder den Zugang zuermöglichen. Anbieten, aber nicht drängen!
Deiner hat Zugriff auf Bücher und weiß, wie er damit am besten umgeht und was ihm gut tut. Dass er dir hinterher alles erzählt, zeigt schon mal, dass er alles auch verstanden hat! Bzw. gut beobachtet.

Meine 3jährige lässt sich seit kurzem vorlesen. Nach jedem Satz "Was macht der Junge? Wo ist der Junge? Ist der Junge noch da? Ist der Junge nicht auf dem Bild drauf? Geht der Junge we-eg? Kann der Junge spechen?" ... im nächsten Satz wird ein zweiter Junge erwähnt "ist das ein ander Junge? Ist der auch auf dem Bild drauf? Geht der Junge wohin?" ... usw.
Oder sie hört zu, turnt aber neben her rum.

Sie liebt Bücher. Bei wenigen bleibt sie auch dabei. Besonders wenn jemand anderes ihr vorliest oder wir schauen einfach nur die Bilder an und SIE erzählt, was sie sieht. Entweder in Frageform (Wimmelbuch: wohin geht der Junge? Geht der jetzt in das Haus rein? Esst der dann was? Hat der auch eine Mama? Hat seine Mama was kocht? Was hat seine Mama kocht? Geht der dann wieder raus?) oder eben "Mama, schau mal ein ... Mama, schau mal noch ein... Schau mal Mama, das Kind hat eine Mütze auf. Was macht das Kind? - antwortet sich aber meist selbst wieder

Seit kurzem schaut sie sich Bücher auch alleine an. Und ich bin sooooo dankbar! 5 Minuten durchschnaufen für mich :-)

Beitrag von twins 21.10.10 - 11:10 Uhr

Hi,

Lass DIr nichts aufschwatzen - dein Kind ist erst 3 Jahre alt!!!!!!
Hallo - wenn die keine Erfahrungen mit Kleinkindern haben, da frage ich mich, ob das der richtige Kiga ist. Das ist ja schon wieder das reinste Schubladendenken

Grüße
Lisa

Beitrag von odetta 21.10.10 - 11:14 Uhr

Hallo Du

Ich kenne das Problem.
Mein Sohn hatte in diesem Alter keine Lust auf Beschäfting im Kindergarten, sondern wollte lieber rumtoben.
Wir hatten aber zum Glück verständnisvolle Erzieher.
Da die Gruppe immer geteilt wurde, die eine Hälfte hat Beschäftigung gemacht und die andere ist raus in den Garten zum toben, und dann wurde getauscht durfte meine Kind zu beiden Zeiten mit raus und sich austoben.
Irgendwann wollte er dann von ganz alleine mit basteln und malen.
Ich glaube hätten sie ihn gezwungen hätte er heute nicht so viel Spaß am basteln.
Sie haben ihm einfach Zeit gegeben, weil er einfach noch nicht so weit war.

Viel später habe ich dann einen Artikel in der Welt gelesen, der das alles erklärt, ich habe ihn Dir rausgesucht.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article6521441/Jungs-von-heute-verweichlicht-und-verweiblicht.html

Viele liebe Grüße Claudia

Beitrag von ne1985 21.10.10 - 22:06 Uhr

Hallo,

die Kiga-Leitung hat sicher mehr Erfahrung als die Praktikantin und ist der Meinung, dass dein Kind zusätzliche Förderung braucht. Wo ist das Problem? Lass es einfach beim Kinderarzt und/oder bei der Frühförderung abklären. Wenn die Kinder keine Förderung (mehr) brauchen, werden sie auch nicht behandelt. Aber ein Kind, dass sich nicht in eine Gruppe einfügen will und eine Extra-Betreuung braucht, kann auch leicht zum Außenseiter werden. Damit hilfst du auch keinem, weder der Gruppe noch deinem Kind.
Zu deiner Frage, ich finde es sehr wichtig, dass Kinder sich Bücher vorlesen lassen. Je früher sie damit anfangen, je lieber sie Bücher mögen, desto leichter lernen sie später lesen. Auch Musik finde ich sehr wichtig und für die Kleinen ist das in erster Linie singen. Die Kinder bekommen ein Gefühl für Rhythmus und lernen so spielerisch auch schon das Silben-Betonen.

LG