Kind lebt in der Schule in seiner erfundenen Welt und klaut...

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von brixxx 21.10.10 - 09:44 Uhr

Guten Morgen Zusammen,

seit gestern fühle ich mich richtig hilflos und überfordert und dauernd stellt sich mir die Frage nach dem " Warum " ?

Der Reihe nach :

Mein Sohn ist zehn Jahre alt geworden und besucht die vierte Klasse.

Gestern nachmittag ist er nach Hause gekommen und verhielt sich eigenartig. Ich habe mehrfach gefragt, was mit ihm los ist, aber reden wollte er nicht und sagte nur, daß er einen schlechten Tag hatte.

Abends kurz bevor er ins Bett ging, kam er dann auf uns zu und sagte, daß er was erzählen muß, er aber Angst hat Ärger zu bekommen :

Dann erzählte er uns, daß er von seiner Mittagsbetreuerin beschuldigt worden ist, dreißig Euro aus ihrem Portmonai geklaut zu haben.
Zu dieser Zeit hatte er dreißig Euro in seinem Mäppchen, die er angeblich auf der Straße gefunden hatte auf dem morgendlichen Schulweg.
#kratz
Die Kraft hat ihn dann zur Rede gestellt und er hat unter Tränen beteuert, daß er ihr Geld nicht geklaut hat. Nachdem er von ihr aufgefordert worden ist, daß Geld zurückzugeben, hat er dies auch gemacht. Sie forderte ihn auf die Wahrheit zu sagen, jedoch blieb er bei seiner Version.

Als ich das gehört habe gestern abend, wusste ich garnicht was wahr und was falsch war. Mir kam es unglaubwürdig vor, daß man einfach mal so dreißig Euro auf der Straße findet und ZUFÄLLIG der Kraft dann auch dreißig Euro fehlen.

Heute morgen hat er es dann zugegeben, nachdem er sich weiter in die Lügen reingestrickt hatte. Natürlich gingen wir dann gemeinsam zur Schule und er hat es dann vor der Kraft zugegeben und sich entschuldigt, und fing dann aber gleich wieder an, daß er erpresst wird von einem Jungen, der gleich aussieht wie er, dieser aber nicht auf der Schule geht.

" Nebenbei " hörte ich dann auch, daß er Kindern mit denen er nicht so viel zu tun hat, sich sehr profeliert und sich besser dastellt. Mama ist dann auf einmal Ärztin und Papa Pilot und reist in ferne Länder...:-(:-(

Mir ist echt ganz elendig.. und ich kann daß nicht glauben, daß mein Kind so etwas tut.

Daheim ist er ganz normal, hilft auch mal mit im Haushalt oder geht draußen mit seinen Freunden spielen.
Weder ist mir daheim Geld weggekommen noch sind mir Gegenstände aufgefallen, die er sich nicht hätte leisten können.

Mein Sohn besitzt ein Taschengeldkonto ( 3 Euro / Woche ) und kann über dieses Geld frei verfügen. Größere Dinge werden angespart und dann kann er sich daß in Absprache mit uns kaufen.

In der Schule hat er sehr gute Noten ( 1 - 2 ), in der Klassengemeinschaft integriert.
Wir Eltern gehen beide arbeiten, natürlich nicht als Pilot und Ärztin, aber es geht uns finanziell auch nicht schlecht.

In der Schule wird er jetzt " Sozialstunden " machen dürfen, und ihn wird heute noch ein Gespräch mit der Schulleiterin erwarten. Desweiteren schaltet sich jetzt noch die Schulsozialarbeiterin ein, womit wir auch einverstanden sind.

Daheim wird er jetzt ein Ausgabebuch führen für sein Taschengeld, nach Rat der Schule.

Aber immer noch frag ich mich wieso und warum er daß macht. Ich hab ihm immer vorgelebt daß man ehrlich zueinander sein muß. Und nun .. da lügt er mich auch an ;(

Traurige und hilflose Grüße

Beitrag von lilayakima 21.10.10 - 09:59 Uhr

Hallo - erst einmal ein#liebdrueck. Natürlich ist es so, dass man da erst einmal erschrocken und enttäuscht ist, ABER er redet ja noch mit euch und hat letztendlich die Wahrheit gesagt. Nun am Ball bleiben.

Ich denke, es ist schon mal gut, wenn ihr mit jemandem zusammen versucht dem auf den Grund zu gehen: Warum macht er das? Konsequenzen seiner Handelns besprechen etc. (Klauen ist eine Straftat)

Meine Erklärung für so ein Verhalten wäre, das er sich in der großen Schulmasse nicht genug wahrgenommen fühlt. Hier wäre es vielleicht gut, ihm die Möglichkeit zu geben a) durch irgendein Hobby Selbstbewusstsein aufzubauen oder/und b) in einer Teamtätigkeit (Sport/Theater) Regeln des ehrlichen Umgangs miteinander zu erfahren.

Dies sind nur kleine Eindrücke - aber ich denke es ist wichtig, da er ja schon bald wieder in eine große neue Gruppe kommt und da etwas gefestigter sein sollte.

Alles Gute euch!

LG Katja

Beitrag von manavgat 21.10.10 - 10:50 Uhr

So was kann mal vorkommen. Schlimm finde ich, wenn es dem Kind ewig hinterhergetragen wird.

Ihr habt darüber gesprochen, er hat es jetzt zugegeben, bekommt in der Schule (Ort der Tat) eine Strafe.

Und dann sollte es genug sein.

Nimm ihn fest in den Arm und sag ihm wie sehr ihr ihn lieb hat und der Papa! sollte das Gleiche tun.

Gruß

Manavgat

Beitrag von corinna2202 21.10.10 - 20:05 Uhr

hi

so sehe ich das auch!

lg corinna

Beitrag von celina1002 21.10.10 - 12:21 Uhr

Hallo es tut mir sehr leid aber vielleicht ist ein Funken Wahrheit drin und er wird erpresst aber er will nicht sagen von wem . Kannst Du nicht mal Freunde fragen ob er mit irgends einen Probleme hat.
Lg Kathi

Beitrag von jazzbassist 21.10.10 - 13:27 Uhr

Manchmal ist die Erklärung einfach nur, weil es noch Kinder sind, die noch sehr weit davon entfernt sind, Erwachsen zu sein. Ich habe in meiner Kindheit viele Dinge angestellt, wo ich weder damals, noch heute, artikulieren konnte/kann, warum ich das überhaupt getan hatte. Bei einigen bin ich rückblickend froh, dass die niemals ans Tageslicht gekommen sind. Nicht weil ich Angst vor einer Strafe hatte, sondern, als Kind wahrscheinlich genau vor ihrem Beitrag. Angst davor, seine Eltern zu enttäuschen; Angst davor, dass die sich plötzlich Sorgen machen machen; Angst davor, dass die da falsche Schlüsse raus ziehen; Angst davor, dass die überhaupt Schlüsse daraus zu ziehen versuchen; Angst davor, dass die das "Vertrauen" verlieren; Angst davor, dass es mein Bruder oder Oma und Opa auch erfahren. Ich finde es also normal, dass sich Kinder dann hier in Lügen verstricken können. Für Fehler ein- und geradezustehen ist eine Fähigkeit, die man selbst in der Erwachsenenwelt nur zu selten findet. Es gehört ziemlich viel Mut und Courage dazu, dies zu tun; die meisten Kinder werden da noch sehr sehr weit von entfernt sein.

Ich würde da erstmal 1-2 Tage Gras drüberwachsen lassen, und, wenn sich alles wieder irgendwie beruhigt hat, meinen Sohn fragen, ob er mal aufschreiben möchte, warum er die 30 Euro wirklich genommen hat. Meiner konnte das dann meistens wesentlich besser, als, dass dann seinen Eltern direkt ins Gesicht sagen zu müssen. Und, die Regel war bei uns dann, egal, was er uns dort aufschreibt, wir darauf nicht mehr eingehen werden, wenn er das nicht möchte. So waren wir uns immer ziemlich sicher, hier genau das zu bekommen, was wir eigentlich wollten; die Wahrheit. Denn, dabei kommen manchmal ziemlich interessante Sachen bei raus, die nie das Tageslicht erreicht hätten.

Das Kinder sich profilieren und da die Wahrheit mal etwas sehr weit dehnen, halte ich so gesehen auch für normal. Die müssen damit halt erst 1-2 Mal auf die "Fresse" fallen. Aber - Sie kennen ihren Sohn hier am besten. Hätten Sie denn das Gefühl, dass er das macht, weil er das machen muss? Denn "in einer Klassengemeinschaft integriert" ist ein ziemlich weiter Begriff. Ist er integriert, so, wie er ist, oder, ist er integriert, weil er sich verstellt? Ist er integriert, weil niemand gemein zu ihm ist. etc. Hier würde ich einem Kind einfach nur friedlich erklären, warum man immer bei der Wahrheit bleiben sollte.

Das führen eines Ausgabenheftes, oder, dass jetzt eine Schulpsychologin eingeschaltet wird, finde ich schon ziemlich stark übertrieben, wenn das jetzt so ein einmaliges Ding war. Ihr Sohn hat hier viele Fehler gemacht - aber - er wird aus dieser Situation ungemein viel gelernt und auch mitgenommen haben. Vielleicht ist das der wahre Grund, warum Kinder solche Dinge veranstalten - um erwachsen werden zu können

Beitrag von froehlich 21.10.10 - 21:44 Uhr

Ich kann Ihnen in vielen Punkten zustimmen....allerdings: wenn ein 10-jähriges Kind 30 Euro (!) von der Hortleiterin (oder sonstwem) klaut, ist das schon ziemlich harter Tobak. Da reicht mir die Erklärung...."sind eben noch Kinder" nicht mehr. Daß Klauen absolut nicht geht, weiß mein Sohn schon seit er 3 ist. Ich kann mich überhaupt nicht erinnern, daß er JEMALS irgendwas gemopst hätte. Und ehrlich gesagt: ich finde DIESES Verhalten eigentlich eher normal. Insofern denke ich schon, daß da klare Worte angebracht sind - und ich verstehe auch die Reaktion der Hortleiterin. Ich wäre auch sauer. Allerdings hätte ich die Sache wohl nicht gleich beim ersten Mal so hochgekocht und sofort die Schulpsychologin und die Direktorin eingeschaltet, da gebe ich Ihnen recht. Aber sich als Eltern hinzustellen und den Knaben das Ganze einfach "nur" kommentarlos niederschreiben zu lassen (ohne später mit ihm drüber zu reden) finde ich in diesem speziellen Fall zu wenig.

Beitrag von jazzbassist 22.10.10 - 00:23 Uhr

Wahrscheinlich habe ich mich hier nur sehr unglücklich ausgedrückt. Ich halte Kinder in diesem Alter eigentlich für ziemlich gewieft. Eine Benutzerin hier hat weiter unten mal den kompletten Strafenkatalog aufgezählt, mit dem das Kind bereits konfrontiert wurde. Unter Berücksichtigung all jener Maßnahme wäre ich mir als Elternteil sehr sicher, dass ein Kind die Botschaft bereits klar und deutlich und unmissverständlich verstanden hat. So begriffsstutzig sind die m.E. auch nicht. Da muss man als Elternteil also nicht noch weiteren Salz in die Wunde streuen; zwar einen klaren Standpunkt beziehen (das tun wir mit unserer Reaktion ganz automatisch), es dabei dann aber auch zu belassen. Ich wüsste nämlich nicht, wobei das helfen könnte.

Mir ging es bei Erziehung in erster Linie immer darum, dass das, was vorgefallen ist, nicht noch einmal vorfällt, und auch, dass etwas ähnlich gelagertes nicht mehr vorfällt. Denn diese unterbewusste Botschaft, dass die Eltern gerade ziemlich schockiert, traurig, enttäuscht o.ä. sind, bekommt ein Kind bei einer gesunden Beziehung zu den Eltern ohnehin mit; es ist m.E. unvermeidlich, da auch Eltern nur menschen sind, und solche Reaktionen menschlich sind. Ich denke nicht, dass sich ein Kind in so einer Situation großartig seinen Eltern anvertrauen könnte; für mich als Kind waren das immer Situation, wo ich am liebsten im Boden versunken wäre und gehofft hatte, dass ich endlich aus diesem Alptraum erwache. Bei meinem Spatz ist das kaum anders; gerade in diesen Situationen, wo alle Beteiligten vorher wussten, dass das nicht hätte vorfallen sollen.

Von daher würde mich in genau diesem Fall wirklich nur noch interessieren, warum das überhaupt vorgefallen ist; einfach, um es - auch für die Zukunft - besser verstehen zu können. Mir war es bisher immer ungemein hilfreich, zu verstehen, warum mein Sohn gewisse Dinge gemacht hat. Um ähnliche Situationen zu vermeiden oder besser gestalten zu können. Wer weiß, was bei einem 10-Jährigen, der von heute auf morgen entscheidet, Jemanden 30 Euro aus der Geldbörse zu entwenden, als Motiv rauskommt. Hatten Sie bei ihrem Kind niemals das Gefühl: „Hey, dass hätte ich in seinem Alter in genau der selben Situation auch getan?“. Es kann Eltern helfen, so einen „Schock“ zu verarbeiten. Ich hatte bei meinem Spatz schon öfters Déjà-vu Erlebnisse, die ich ziemlich interessant fand. Er hat auch als Kind schon mal genau das Gleiche „verbrochen“, wie sein Papa vor 30 Jahren; mit dem einzigen Unterschied, dass ich dabei nicht erwischt wurde. Wie würden Sie mit genau dieser Situation umgehen - wenn sie genau wüssten - wie Sie sich 30 Jahre später entwickelt haben, ohne dafür „bestraft“ worden zu sein oder hier eine Moralpredigt der Eltern an den Kopf geknallt zu bekommen? Mit welcher Reaktion wäre man hier als Vater noch glaubwürdig?

Vielleicht kommt dabei auch raus, dass ein Kind das nur getan hat, um seine Freunde zu beeindrucken. Das würde mir ganz viele wertvolle Informationen geben, was ich erziehungstechnisch versuchen sollte, um viele mögliche ähnliche Situationen (die dann ganz bestimmt entstehen werden [denn das eigentlich Problem ist ja nicht gelöst]) das nächste Mal zu vermeiden. Da muss ich über die 30 Euro keine Worte mehr verlieren (man wird diese Erkenntnisse aber selbstverständlich nicht ignorieren); Eltern sollten aber m.E. nicht tagelang auf ein und den selben Fehler rumreiten; so begriffsstutzig sind die Kleinen nun auch wieder nicht.

Aber - was müsste Ihnen ein 10-Jähriger denn nach dieser Tat aufschreiben, dass Sie danach (unter der Annahme, das alles eingetreten ist, wie die TE geschildert hat) noch großartigen Redebedarf hätten und einem Kind dabei irgendetwas neues sagen könnten? Also „negative“ Worte. Wenn dabei etwas rauskommt, was wir - warum auch immer, doch verstehen oder nachvollziehen können (also aus der Tragik heraus positives) würde ich natürlich nie geheim halten (das hielt ich aber für zu selbstverständlich, um es explizit schreiben zu müssen). Ich hatte nie ein Problem damit gehabt, meinen Sohn zu sagen: „Weißt du, als dein Papa mal in deinem Alter war, ist mir was ähnliches passiert“ oder „ich hätte wohl in der Situation das gleiche gemacht“ o.ä. Ich hatte dabei nie die Befürchtung, dass er das als Rechtfertigung versteht, dass dann doch tun zu dürfen oder so was als Waffe gegen seine Eltern verwendet. Ich fand das immer für viele (auch in die Zukunft gerichtete) Dinge sehr hilfreich.

Zumal in meiner Vorstellung von Erziehung der mit abstand wichtigste Punkt ist, dass ein Kind in einer liebevollen und wohlbehüteten Umgebung aufwächst und menschliche und glaubwürdige Eltern hat. Weder, wenn ich meine eigene Kindheit betrachte; noch die meines Sohnes; hatte ich jemand das Gefühl, dass diese „Donnerwetter“-Reaktionen zu irgendetwas positives Beigetragen haben. Weder dazu, dass andere Dinge dann nicht mehr geschehen, noch dazu, dass sich ein Kind deswegen zu einem besseren Menschen entwickelt. Ich denke, dafür sind hauptsächlich die glaubwürdigen Eltern zuständig. Also unsere Enttäuschung, unsere Wut, diese Gespräche im Wohnzimmer mit unserem Partner, die ein Kind heimlich mit einem Ohr mithört, obwohl es schon längst Schafen sollte; all jene Dinge, die unsere Kinder ganz zwangsläufig mitkriegen werden. Daher war es auch nie mein Ziel von Erziehung, dass z.B. eine Strafe der Grund dafür ist, dass mein Sohn etwas dann nicht mehr macht. Ich habe also nie diese Strafe, mit der ich mein Kind kleinkriegen kann, gesucht - auch wenn ich sie tragischerweise kenne.

Beitrag von froehlich 22.10.10 - 09:19 Uhr

Von Donnerwetterreaktion und "Kind kleinkriegen" war nicht die Rede - davon halte ich auch nichts. Ich wiederhole im Übrigen daß ich es für falsch halte, bei so einer offenbar bislang einmaligen Klau-Aktion sofort die gesamte Schulmaschinerie (!) anlaufen zu lassen - finde ich kontraproduktiv und nein, klar.......dann als Eltern AUCH noch wüst eins draufzusetzen bringt nichts.

Mein Punkt ist einfach, daß Kinder schon spüren müssen wo der Unterschied liegt zwischen mal ein bisschen Quatsch machen und richtig Mist bauen. Auch darauf sollte man nicht tagelang herumreiten, nein, aber meine Reaktion auf Klauen wäre schon eine andere als bspw. die auf die Aufschneiderei......; das nähme ich nicht so tragisch - würde eher versuchen herauszufinden, warum das Kind meint, dies nötig zu haben.

Und natürlich ist es generell immer hilfreich, sich die eigene Kindheit vor Augen zu halten und sich in die Kinder hineinzuversetzen. Allerdings darf man auch nicht den Fehler machen, permanent sich selbst im Kind zu sehen und umgekehrt - den mein Kind ist ein eigenständiger Mensch und hat ein Recht auf seine eigenen Fehler....und ich bin nun mal jetzt Mutter und nicht mehr Kind und muß mich meinem Kind gegenüber auch als Mutter positionieren. Nicht als fehlerlose Mutter, die als Kind immer alles richtig gemacht hat, Gott bewahre - das kommuniziere ich meinem Sohn auch so - aber als stabile "moralisch-ethische" Instanz, wenn man so will.....an der sich das Kind orientieren kann, ohne überfordert zu sein und ohne an überhöhten Ansprüchen zu zerbrechen. Und wenn ein Kind sich bedingungslos geliebt fühlt, egal, welchen Mist es auch mal macht, funktioniert das auch.

Beitrag von jazzbassist 22.10.10 - 13:41 Uhr

Ich befürchte, wir meinen ausnahmsweise mal das Gleiche #ole

Ich schriebe meine Beiträge in der Regel aus Sicht des Ausgangsbeitrages. Also Ausgangssituation (in der juristischen Ausbildung würde man es Sachverhalt (SV) nennen): Kind hat geklaut; es gab das Donnerwetter der Hortleiterin, die Schulpsychologin wurde eingeschaltet; ein Gespräch mit der Direktorin folgt; das Kind wird in seine Privatsphäre verletzt, da es über seine Ausgaben Buch führen soll etc. etc. Diese Dinge nehme ich einfach als gegeben hin [sie stehen nun mal im SV]; auch wenn ich die meisten Maßnahmen ebenfalls nicht gut heiße.

Ich finde es auch sehr wichtig, dass wir Kindern beibringen, dass es Sachen gibt, die nicht in Ordnung sind, aber, mit einem Haare durchwüscheln und einem Stups auf die Nase und dem Versprechen, dass das kein 2. mal mehr vorkommt, getan ist; und es gibt Dinge, wie bsw. das Klauen; wo wir einem Kind klar machen sollten, dass das auf keinen Fall geduldet wird und die hier mit gänzlich anderen Konsequenzen rechnen müssen. Aber, laut SV sind diese Dinge bereits geschehen. Ein Kind wird diesen Unterschied erkannt haben, dass es bei nicht gemachten Hausaufgaben eben keine Schulpsychologin, kein riesen Donnerwetter, kein Gespräch mit der Schulleitung, keine schockierte und enttäuschte Mama etc. gibt. Oder meinen Sie, dass einem Kind nach der bereits durchlaufenen Strafkette (unabhängig davon, dass wir beide die nicht gut finden; aber, laut SV hat/wird die dieses Kind nunmal durchlaufen) noch immer nicht verstanden hat?

Und - in Anbetracht genau dieser geschilderten Situation finde ich, dass es wirklich reicht und man hier als Elternteil nicht noch großartig ein "drauflegen" muss; noch schlechter kann sich ein Kind sicherlich wirklich nicht mehr fühlen. Da ginge es mir als Elternteil nur noch darum, möglichst effektiv herauszufinden, was überhaupt Auslöser war, und da war mein Ansatz (zumindest bei meinem Sohn) bisher immer ziemlich zuverlässig. Und, wenn sich ein Kind hier ohnehin schon durch lügen bei anderen "Freunden" profiliert um sich besserzustelen oder um Aufmerksamkeit/Anerkennung zu bekommen, und, dann mit solchen Aktionen kommt, wie der Hortleiterin Geld zu klauen, denke ich schon, dass man da durchaus 1+1 zusammenzählen wird können und dabei was ziemlich interessantes bei rauskommen wird.

Beitrag von froehlich 22.10.10 - 19:30 Uhr

D'ACCORD! ;-)

Beitrag von kawatina 21.10.10 - 14:59 Uhr

Hallo,

der Jung hat einmalig einen Fehler gemacht und sich entschuldigt und bekommt einen ganzen Strafenkatalog

1. Sozialstunden
2. Schulsozialarbeiterin auf den Hals
3. Gespäch mit der Schulleitung
3. wird er dazu genötigt über seine Ausgaben des Taschengeldes Rechenschaft ab zu legen - wem gegenüber eigentlich?
Und wie lange soll das gehen?

Bissl viel auf einmal oder?

LG
Tina

Beitrag von anarchie 21.10.10 - 18:44 Uhr

Das finde ich auch!

Es ist doch ein Kind..Kinder machen Fehler(und nicht nur die!)

Beitrag von bezzi 22.10.10 - 13:14 Uhr

Der Junge hat Geld (und nicht nur einen Bagatellbetrag) AUS EINEM PORTMONNAIS (!) gestohlen, ist überführt worden und hat dies trotz erdrückender Beweise nicht (bzw. sehr spät und nur ggü der Eltern) zugegeben....#gruebel

Sorry, dass ist für mich kein "dummer Jungen Streich" mehr. Da steckt einiges an krimineller Energie dahinter.
Ich finde die eingeleiteten Maßnahme durchaus konsequent, angemessen und berechtigt.