Rachenmandel soll raus - aber wieso? Diese Ärzte!

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von keep.smiling 21.10.10 - 10:47 Uhr

Hi Mamas,

also erst mal vorweg - Rachenmandel, das siend die sogenannten Polypen, Gaumenmandeln, das sind die sichtbaren Mandeln.

Wir waren gestern beim HNO weil mein Sohn (3)

nachts leicht schnarcht, schlecht schläft, nicht durchschläft und durch den Mund atmet.

Der Arzt hat sich die Ohren angesehen und einen Hörtest gemacht, kurz in den Hals geschaut (weiß nicht, ob er einen Spiegel benutzte, um die Rachenmnadeln zu sehen oder ob das nur ein Spatel war, um die Zunge runter zu drücken).

Er meinte, die Ohren sind ok. Das wäre wohl sein Schlußsatz gewesen. Keine richtige Aufklärung - also man wundert sich ja schon, wenn man wegen schnarchen und Nase kommt und da´nn werden nur die Ohren angeschaut. (Jetzt bin ich klüger, habe gegoogelt).

Jedenfalls fragte ich dann direkt nach Polypen, ob mein Sohn welche habe (da dachte ich noch, das sind so Wucherungen in der Nase), er meinte die Mandeln seien schon vergrößert und sah ihm dann noch mal in die Nase - wozu auch immer.
Und dann kam er plötzlich mit OP und gab mir Aufklärungsmaterial mit.

Gab mir dann aber auch ein Rezept für Globuli, die verhindern sollen, dass das ganze noch wächst. In 3 Mon. sollen wir wieder kommen.

Jetzt hab ich mich belesen und u.a. gelsen, dass Kinder allgemein vergrößerte Rachenmandeln haben und diese ab dem 6.Lj kleiner werden. Außerdem wird die OP meist gemacht wenn es Hörprobleme gibt, Sprachentwicklungsverzögerung etc. Mein Sohn hört super und redet wie ein 5 jähriger (wenn er will :-p )

Und nun würde ich gerne eure Meinungen oder viel lieber Erahrungen hören. Und weiß jemand ob es etwas gibt, was die Rachenmandeln schrumpfen läßt?
Übrigens mit 1,5 J. war mein Sohn 6 MOnate am Stück immer wieder krank, Bronchien und MOE, aber vorigen Winter wars ganz ok.

LG ks und danke fürs Lesen

Beitrag von paula74 21.10.10 - 10:58 Uhr

Hallo
Ich würde wahrscheinlich auch noch abwarten. Bei unserer Tochter wurden auch vergrösserte Rachenmandeln vermutet, weil sie zu MOEs neigt, oft Paukenergüsse und ständig eine Schnoddernase hat.
Aber unser HNO rät momentan auf jeden Fall zum Abwarten, eben weil es sich verwächst. Bin ich auch froh drum.
Allerdings schnarcht sie nicht und schläft gut.
Vielleicht hilft eine zweite Meinung.
LG Paula

PS: Die Globuli kannst Du wahrscheinlich gerade entsorgen... ;-) Meine Meinung zu den Dingern.

Beitrag von zahnweh 21.10.10 - 11:06 Uhr

Hallo,

auf jeden Fall würde ich zu einem anderen Arzt raten!

Einer der mir mit OP kommt, aber keine Fragen beantwortet, hat bei mir das Vertrauen verspielt!

Zeit nehmen für die Untersuchung, alles genau anschauen, Mamas Fragen beantworten. Erklären warum die OP notwendig ist oder ob es Alternativen gäbe... das bringt bei mir Vertrauen!

Soweit ich weiß sind Polypen und Rachenmandeln und Gaumenmandeln was anderes.
Bitte korrigieren, wenn es nicht stimmt!

Bei mir wurden die Rachenmandeln verkleinert als Kind. KH 1 Tag + 1 Nacht, Arzt Vollkatastrophe (kenne inzwischen gute HNO :-))
Kinder mit Gaumenmandel OP blieben eine Woche

Als meine wegen Gehirnerschütterung im KH waren die meisten Kinder mit Mandel-Op dort. Die wegen Mandelverkleinerung + Polypen raus blieben einen Tag länger, als die, die nur wegen Mandelverkleinerung drin waren.
Bei einer Freundin bekommt das Kind wohl nur die Polypen raus.
Wie kann dann das dasselbe sein?

Bei mir wurde die OP damals gemacht, weil ich nur noch durch den Mund geatmet habe. Beim Essen konnte ich den Mund nicht zu machen.
Ob deswegen auch Schlafprobleme aufgetreten sind (bei Schnarchen kann die Erholsamkeit des Schlafes beeinträchtigt sein), weiß ich nicht mehr.

So, als Erwachsene hätte meine Mandeln ganz entfernt werden sollen. Häufige Infekte. Wegen des hohen Risikos (bei Erwachsenen sehr viel höher) schieben es mein Hausarzt und ich noch auf.
Bei Kindern verläuft die OP meist deutlich besser. Kinder haben auch oft mehr Infekte und die Mandeln sind wichtig für das Immunsystem.

Allerdings, wenn die Infekte über Hand nehmen, das Kind regelmäßig schnarcht (nicht schnarchen die Ausnahme ist) würde ich auf jeden Fall noch mal mit einem KOMPETENTEN HNO sprechen!!!

Bei Hörprobleme und Sprachentwicklungsverzögerung wird es gemacht, weil es da dann schon dringend notwendig ist. Aber das sind nicht die einzigen Voraussetzungen. Manchmal kann es auch schon vorher sinnvoll sein BEVOR es soweit kommt.

Aber dazu kann ein KOMPETENTER!!! HNO besser Auskunft geben.


Ach so, generell denke ich so:
OP nicht, wenn sie nicht sein muss. Aber wenn sie sinnvoll ist, besser nicht zu lange aufschieben. Guter Arzt, der auf Fragen eingeht und auch schon VOR der OP die Nachbehandlung bespricht, bei nicht akuten Problemen über Alternativen mit sich reden lässt, ist immer wichtig.

Beitrag von liz 21.10.10 - 19:37 Uhr

Hallo!

Sie hat es ja geschrieben. Gaumenmandeln und Rachenmandeln. Die Gaumenmandeln sind die Polypen. Das ist ein und das selbe. Die Rachenmandeln sind die ganz normalen, die dem Körper den Schutz geben und natürlich so lange wie möglich drinnen bleiben sollen.

Die Gaumenmandeln (Polypen) hat mein Sohn auch mit 3 raus bekommen. Es ging nicht mehr anders. Schon mit 2 hatten wir Probleme und mit 3 wurden sie entfernt. Die Rachenmandeln hat er aber noch.

Bei meinem Neffen wurden die Gaumenmandeln rausgenommen und die Rachenmandeln verkleinert. Das war nötig weil zwischen den Rachenmandeln nur ca 5mm Abstand war.

lg liz

Beitrag von daviecooper 21.10.10 - 11:07 Uhr

Hallo!

Meine Tochter hatte letztes Jahr ihren 1. Paukenerguss und vergrößerte Rachenmandeln. Der HNO-Arzt meinte gleich, dass das mal operiert werden könne#kratz

Ich hab dann drum gebeten, erstmal mit homöopathischen Mitteln eine Bsserung anzustreben. Er meinte dann, wir könnten es versuchen und in 3 Monaten nochmal gucken.

Charlotte bekam Sinupret-Tropfen und Kalium Jodatum-Globuli (3x tgl) und siehe da: Der Erguss verschwand und auch die Rachenmandeln vergrößerten sich nicht weiter.

Sprich den Arzt nochmal an oder hol dir eine 2. Meinung. Unser HNO (der wirkich nett ist;-)) meinte mal: "Ach wissen Sie, wir Ärzte operieren einfach so gerne;-)." Hinterher meinte er auch, dass es gut war, dass er auf das Bauchgefühl einer Mutter gehört und auf die OP verzichtet hat.

LG

daviecooper + Charlotte (*7.7.2006)

Beitrag von jaywalk 21.10.10 - 11:39 Uhr

Hallo,
auch unsere Tochter schlief immer unterirdisch, war zwischen 5 und 10 mal nachts wach bis sie 2 war. Wir haben dann festgestellt, dass sie, obwohl sie sehr geschnarcht hat, schlecht Luft durch die Nase bekam auch wenn sie keinen Schnupfen hatte. Hatte sie Schnupfen, waren die Nächte furchtbar - ich glaube, ich habe da gar nicht geschlafen, hatte sie halb schräg im Arm, damit sie überhaupt Luft bekam. Und ein Schnupfen dauerte locker 6-7 Wochen. Wir sind dann zum HNO gegangen. Sie hatte da schon vergrößerte Mandeln und hin- und wieder einen Paukenerguss, aber ohne MOE. Auch sonst war sie nie oft krank. Nur der Schlaf war total gestört. Wir bekamen Sprays mit Hyaluronsäure, um die Nasenschleimhaut zu befeuchten und um ihr so das Atmen zu erleichtern. Die Wochen vergingen, aber besser wurde es nicht. Der HNO-Arzt riet dann zur Mandelverkleinerung. Häh? Sie hatte doch nie Angina, kaum mal Halsschmerzen....sowas machen wir nicht, sie ist doch viel zu klein. Auch in Absprache unseres Kinderarztes, der auch sagte, dass jedes Kind im Alter bis 6-7 Jahre vergrößerte Rachen- und Gaumenmandeln hat. Und sie dann erst auf ihre eigentliche Größe schrumpfen (oder eben nicht, und man dann immer noch über eine OP nachdenken kann). O.k. also unternahmen wir nichts. Aber die Schlafprobleme blieben... Und wehe, es kam doch ein Schnupfen.... Wir gingen dann zu einer HNO-Ärztin, die sich ein Bild mittels Endoskop (also Schlauch durch Nase,war für Leonie ganz doof) verschaffte und meinte, dass die Rachenmandeln riesig sind und sie keine Luft bekommen kann... Also OP Zettel für Januar 2009. Und dann gegoogelt, viel gelesen, Bedenken bekommen, abgesagt. Irgendwie ist sie doch kein richtiges Polypenkind. Hört gut, spricht super, atmet tagsüber nicht durch den Mund.... Wir warten. Dann U7a, also mit 3 im April. Alles super, aber ist sehr klein und zierlich. 92cm, 11,5kg. Aber sonst sprachlich und motorisch sehr weit entwickelt, deshalb alles gut. Schlafproblem legt sich sicher... Aber ich kann nicht mehr... Sie isst auch nur noch spatzenhaft... Also erneunt zum ersten HNO-Arzt, um in Gesamtschau der Umstände doch die Polypen entfernen zu lassen, nicht die Mandeln (er hat den Ruf als hervorragender Operateur). Er guckt sich Leonie an zuerst die Mandeln, welche mittlerweile den ganzen Halsraum ausfüllen (ein Zäpfchen ist nicht mehr zu sehen und sie ist nicht krank!). Das erklärt ihr "schlechtes" Essverhalten, sie kriegt einfach nicht runter). Im Liegen fallen dann die stark vergrößerten Mandeln nach hinten, was ihr die Luft nimmt. Deshalb die ständige Weckreaktion des Körpers, sonst würde sie nachts ersticken... Paukenerguss hinter den Ohren, was für vergrößerte Rachenmandeln spricht. Würde er nicht unbedingt mitoperieren... Er will die Mandeln in Gänze entfernen, dass wollen aber wir nicht, da wir denken, dass sie eben doch eine Aufgabe im Körper erfüllen. Also einigen wir uns im Juni auf Mandelverkleinerung und Polypenentfernung im Juli. Und was soll ich sagen: Leonie ist ein ausgeschlafenes, zufriedenes Kind, was gern und viel isst und dem es zum erstes Mal in ihrem Leben gut geht, Sie schläft jetzt gern und durch. Und wir denken, dass wir ihr mit unseren Bedenken 1 Jahr Lebensqualität genommen haben. Hätten wir das gewusst, hätten wir denselben Eingriff schon 1 Jahr zuvor gemacht. Sie war immer so schreckhaft auch im Schlaf- jedes Dielenknarren hat sie gehört.... Und jetzt: sie schläft wie ein Stein, man kann in ihr Zimmer laufen und Rollläden hochziehen, sie rührt sich nicht, für uns immer noch unglaublich....toll.

Viele Grüße von uns (jetzt endlich Ausgeschlafenen)

Beitrag von jaywalk 21.10.10 - 11:40 Uhr

ach so, muss oben heißen: obwohl sie fast NICHT geschnarcht hat

Beitrag von cherry19.. 21.10.10 - 12:16 Uhr

Ich würde mir ne zweite Meinung einholen.

Wenn der es ebenso sagt, würde ich es machen lassen.

Es ist echt ein Mini-Eingriff und er hört auf zu Schnarchen, bekommt gut Luft und schläft sicher wieder gut. Allein wegen dem Schlafen würde ich es machen lassen.

Dass sie zurückschrumpfen habe ich noch nicht gehört. Aber ich bin ja auch nicht allwissend ;-)

Wir haben das machen lassen. Allerdings kam bei uns die chronische MOE dazu.

Im Übrigen kann eine vergrößerte Rachenmandel dazu führen, dass der "Rotz" sich staut und es dann zu Entzündungen im Hals-Nasen-Ohrenbereich kommen KANN. So war es zumindest bei uns.

Hör dir mal an, was ein anderer Artz sagt.

Beitrag von cori0815 21.10.10 - 12:34 Uhr

hi ks!
Also warum er in die Ohren und in die Nase guckt und dann von Rachenmandeln redet, ist ja jetzt klar, oder? (Du sagst ja, du hast gelesen). Das liegt ja bei Kindern alles sehr nah beieinander und die Gesundheit des einen Organs bedingt auch sehr oft die Funkionalität des anderen Organs.

Ich kenne es auch so, dass die vergrößerte Rachenmandeln vor allem die Atmung behindern (also das ist ja gegeben, denn dein Sohn schnarcht ja scheinbar) und auch dazu führen können, dass Schleim aus dem Innenohr nicht abläuft und es dann zu sogenannten Paukenergüssen kommt.

Leider hast du ja nicht geschrieben, ob sein Gehör einwandfrei sei oder diesbezüglich Probleme festgestellt wurden. Denn dann ist der erste Gedanke meist die Entfernung der Rachenmandeln, wenn Schleimlöser, Nasenballon u.s.w. nix bringen. Das kommt aber meist nur zum Tragen, wenn Paukenergüsse da sind.

Wenn er nicht weiter unter häufigen Infekten leidet und sein Gehör in Ordnung ist, würde ich vermutlich nicht gleich die Rachenmandeln kappen lassen (auch wenn es nur eine kleine OP ist, aber trotzdem).

Ich würde an deiner Stelle nochmal einen Homöopathen befragen, was du für die Rachenmandeln geben kannst. Ich meine mich erinnern zu können, dass meine Freundin für ihre Tochter mal Kügelchen bekommen hatte. Aber ich weiß jetzt nicht mehr, ob sie wirklich geholfen haben.

Lg
cori

Beitrag von sonne0410 21.10.10 - 12:36 Uhr

Hallo ks,

wir hatten ähnliche Probleme mit unserer Tochter... kaum krank, keine Sprachentwicklungsverzögerung. Dafür hat sie nachts mitunter geschnarcht, hatte ständig die Mund offen stehen und durchschlafen war auch nicht so ihr Fall. Allein wegen der Zähne ist die permanente Mundatmung schädlich (so der Zahnarzt) Meine Große hat jetzt schon ein Zahnsteinproblem. Hinzu kommt, dass auch für die Entwicklung nichts günstiger ist als ein ruhiger Nachtschlaf. Das haben wir im Moment, kein Schnarchen, der Mund ist geschlossen.... Insofern hat sich die Notwendigkeit des Eingriffs schon bestätigt. Aber wenn Du unsicher bist hol dir noch ne Meinung ein. Meine Erfahrung mit HNO Ärzten ist aber die, dass Du zu 4 Ärzten gehen kannst von denen 2 sagen muss operiert werden und zwei sagen muss nicht. Uns ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, aber wir haben sie auch nicht bereut.
LG Sonne

Beitrag von schnuffel0101 21.10.10 - 13:07 Uhr

Bei uns sind sie im Juli entfernt worden. Mein Sohn war dauererkältet und hat auch geschnarcht. Ich bin froh, dass sie weg sind. War keine grosse Sache, hat vielleicht 15 Minuten gedauert und war echt harmlos. Er war auch ziemlich schnell wieder fit.