Beruflich nochmal neu anfangen?

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von schnupsi06 21.10.10 - 11:44 Uhr

Hi,

ich bin total unglücklich in meinem Job, den ich eigentlich schon "immer" ausübe. Das Gefühl hat sich in letzten Jahren immer mehr verstärkt und im Grunde meines Herzens möchte ich was anderes machen. Wobei ich noch gar nicht so genau weiss was konkret, es sollte jedenfalls kein dämlicher Bürojob sein, sondern mehr mit Menschen und wirklich "sinnvoll".

Mal hypothetisch gefragt:

Würdet ihr das machen - nochmal eine neue Berufsausbildung?
Mit 37 Jahren, einem Sohn von 3 Jahren und teilzeitalleinerziehend (Wechselmodell)?
Ist das finanziell realistisch?
Kennt ihr Möglichkeiten, eine Umschulung (bin nicht arbeitslos) finanziert zu bekommen und dann noch genug Geld zum Leben zu haben?

Ich frage wirklich ganz unverbindlich und neugierig, weil ich gerade in meinem Job wieder an einem Punkt bin, wo ich mit der ganzen Sinnlosigkeit meines Tuns nicht mehr klarkomme. Erste Überlegung war, neuen Arbeitgeber suchen, aber das ändert auch nichts an der Tätigkeit (bin Geschäftsführungsassistentin). Also hat sich bei mir jetzt so ein Hirngespinst eingenistet, dass ich vielleicht wirklich mal Nägel mit Köpfen machen sollte und einen Berufsweg einschlagen sollte, der mich wirklich erfüllt.

Bin ich total bekloppt und realitätsfremd? Ja, ich weiss, ich sollte froh sein, dass ich einen Job habe und einigermaßen davon leben kann. Aber diese ständige Unzufriedenheit setzt mir ganz schön zu...

Danke für eure Meinungen!
Tanja

Beitrag von nanny38 21.10.10 - 12:08 Uhr

Hallo Tanja,

mir geht es genau wie dir. Nach meiner Elternzeit will ich nicht mehr im Büro sitzen, sondern noch einmal ganz von vorne anfangen.
Ich bin allerdings ein paar Jährchen jünger als du, habe aber bald 3 Kinder.
Nachsten Sommer fange ich mein Studium an, habe mich für Sozialpädagogik entschieden.

Ich hoffe, dass ich das alles unter einen Hut bekomme.

Mein Mann hat sich vor zwei Jahren auch entschieden, seinen sicheren Job aufzugeben und noch mal ein Studium zu machen.
Für ihn genau das Richtige,...

Trau dich einfach, du hast noch mind. 25 Jahre Arbeit vor dir.

Beitrag von schnupsi06 21.10.10 - 13:34 Uhr

Hi,
wie macht ihr das denn finanziell? Ich nehme an, dein Mann macht ein Vollzeitstudium und du bald auch?
Danke
Tanja

Beitrag von jujo79 21.10.10 - 12:49 Uhr

Hallo!
Wenn ich irgendwann mal ins Berufsleben einsteigen will, stehe ich wohl vor dem gleichen Problem, denn ich habe "brotlose Kunst" studiert ;-). Ich weiß noch nicht, wie ich es dann mache werde und es ist alles auch noch nicht die Zeit dafür, weil wir erstmal noch ein drittes Kind wollen. Aber wenn dann habe ich meinen Mann an meiner Seite und das macht wohl vieles einfacher.
Ich denke, die erste Frage, die du dir stellen müsst, ob du wirklich einen großen Berufswunsch hast. Hast du einen Traumberuf für dich gefunden. Denn wenn es so ist, dann wirst du es erstens schaffen und zweitens auch bereit sein, einige Opfer dafür zu bringen. Wenn du allerdings in erster Linie denkst, dass du überhaupt etwas anderes machen willst, wird es sicher schwierig. Denn du musst sicher mit Feuereifer dabei sein.
Bei den anderen Fragen kann ich dir leider nicht helfen, aber wenn du weißt, was du willst, gibt es sicher genügend Anlaufstellen, wo du dich informieren kannst.
Ich kenne 2 Menschen, die eine neue Berufausbildung noch einmal gewagt haben. Der eine war 32 und allein und die andere war 36, hatte einen Mann und 2 kleine Kinder. Sie haben es beide geschafft und sind nun glücklich in ihre Situation.
Alles Gute!
grüße JUJO

Beitrag von ja-wer-schon 21.10.10 - 13:25 Uhr

Hallo Tanja,
soll ich dir ganz ehrlich was sagen: Genau diesen Gedanken habe ich in letzter Zeit immer öfter. Nur daß ich schon ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel habe wie du...., ich weiß, zulange sollte ich nicht mehr überlegen..

LG
C.

Beitrag von shella 21.10.10 - 13:53 Uhr

Hallo,

ich bin überrascht, dass es mehrere Leute gibt, die denken, dass ein Bürojob soooowas von unerfüllend ist. (trotz gutem Verdienst)

Habe mir genau das Gleiche überlegt, was könnte ich tun?
Denke an was Soziales, habe aber keine genauen Vorstellungen, wenn Du also eine Lösung gefunden hast, dann setze sie mal rein... bin gespannt, drücke dir die Daumen.

lg shella

Beitrag von a79 21.10.10 - 14:15 Uhr

Hallo,

bei mir war es ähnlich. ich habe Orthoptistin gelernt (Sehschule in einer Augenarztpraxis) und fand es unmöglich, im Laufe der Gesundheitsreform, dass man keine Zeit mehr für die Patienten hatte - sieben Minuten pro Patient + Arztbrief, egal wie alt und welche Krankheitsgeschichte#schock
Ich habe dann zwei Kinder bekommen, zwischendurch wieder gearbeitet und vor einem Monat endlich mein Studium angefangen. Es sind -obwohl Vollzeitstudium- nur drei Tage die Woche, an denen ich zur Hochshcule muss und meine Kinder -19 Monate und 4,5 Jahre- sind gut betreut in KiGa und bei der Tagesmutter.
Bei uns wird Beruf und Weiterbildung gefördert. Ich zahle für die Betreuung nur für meinen Jüngsten und auch da nur den Satz, den ich für einen vergleichbaren KiGa-Platz unter 3 zahlen müsste. Die Stadt zahlt die Tagesmutter und den KiGa-Platz meines Großen auch.
Ansonsten fallen in Köln an der FH die Studiengebühren für Eltern weg - sind auch 500 Euro pro Semester und mein Mann verdient als berufssoldat gut, so dass es finanziell machbar ist.

LG

Andrea

Beitrag von mauseputz 21.10.10 - 18:45 Uhr

Hallo Tanja,

ich habe mich auch lange Zeit mit diesem "Problem" herumgequält". Mit 37 Jahren war ich dann endlich soweit, nochmal eine neue Ausbildung zu machen. Seither arbeite ich selbstständig als Tagesmutti und baue nebenher eine Kurssystem auf (PeKip), verschiedene Angebote für Kleinkinder und Eltern. Mittlerweile habe ich ein richtiges Netzwerk aufgebaut und in unserer Tagespflegestelle laufen auch abends noch Vorträge und Seminare.
Ich bin sehr glücklich mit meiner Entscheidung. Die Arbeit mit Kindern und Eltern macht mir große Freude und ich kann mir meine Zeit mit meinen fast 3 Kindern gut einteilen. In meinen alten Beruf möchte ich für nichts in der Welt mehr zurück!!!

Viele Grüße,

Mauseputz mit Alina, Loni und Mara Babybauch 39.ssw

Beitrag von lajo 21.10.10 - 19:39 Uhr

Ich kann nur von meinen 2 Ausbildungen sprechen, dass da auch ältere dabei waren. Ich überlege auch noch was anderes zu machen, aber bin da auch noch nicht sooo viel weiter.

Beitrag von freyjasmami 21.10.10 - 22:09 Uhr

Hallo,

ich mache gerade eine Umschulung.

Bin 27, habe 2 Kinder (2+8).

Ich mache es nur, weil ich im Handel einfach keine Jobs mit familienfreundlichen Arbeitszeiten in unserer Region finden kann.

Ich wollte eigentlich auch nicht mehr ins Büro. Aber ich mache nun eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten, weil ich hier bessere Arbeitszeiten vorfinde und mehr mit Menschen zu tun habe als damals im Sekretariat der Unternehmensentwicklung einer großen Krankenkasse.(da hatte ich maximal Telefonkontakt mit Menschen außerhalb des Bürohauses)
Als ReNo habe ich Kontakt zu Mandanten, telefonisch, wie auch persönlich.

Der Handel hat mir schon immer Spaß gemacht und deshalb habe ich statt im Büro im Handel gearbeitet. Nur geht das mit 2 Kids so nicht mehr. Sollte ich, wenn die Kids größer sind doch wieder zurück wollen, dann wäre das ja kein Problem.

Du bist 10 Jahre älter und Dein Sohn ist erst 3 und bist nicht mit dem Papa in einer Beziehung (das würde dir eine neue Ausbildung sehr viel einfacher machen).
Ich würde mir das genau überlegen. Vor allem, wo Du noch nicht einmal einen konkreten Berufswunsch hast.

LG, Linda

Beitrag von imzadi 25.10.10 - 00:31 Uhr

Ich bin 37 und habe auch ein Kind. Ich würde den sicheren Weg des Bürojobs wählen. Eine Umschulung zu bekommen wäre sicher das kleinere Problem, aber mit 40 dann auf dem Arbeitsmarkt ohne praktische Erfahrung würde schwer werden. Egal was du lernst, es wird jüngere Bewerber geben, ohne Kind.

An sich wie meistens ein Geldfrage. Könntest du es dir leisten für einen Vesuch 3 Jahre nur "Ausbildungslohn" zu erhalten? Für einen Job den du vielleicht nie auüben darfst?

Wenn dir einer eine Stelle anbietet in einer Arbeit die du dir wünscht, schlag zu. Nochmal neu anfangen mit 37? Gerne, aber nicht mit einer Arbeitsamtumschulung!