Hodenhochstand

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von sternenauge 21.10.10 - 12:40 Uhr

Ein liebes Hallo an alle,

wir sind seit ca. 1,5 Jahren mit Erik (morgen, 28 Monate) immer wieder zur Kontrolle zu einem Urologen gegangen. Hat uns immer nach Hause geschickt, wäre nicht behandlungsbedürftig.

Bei der letzten Kontrolle jedoch vor weinigen Wochen, meinte der Urologe, es sind grenzwertige Gleithoden, muß operiert werden aber es soll erst einmal die Klinik anschauen.

In der Klinik gestern, hieß es, für eine Hormontherapie sei es zu spät, es muß operiert werden.

Erik hat es beidseitig. Die Klinik möchte das in 2 Operationen machen, Nach 4-6 Wochen müßte die Wundheilung abgeschlossen sein, dann würde die nächste Operation gemacht werden.

Finde das ziemlich heftig, 2 x Narkose, 2x 4-6 Wochen ruhig halten.

Kennt ihr das auch so?
Habt ihr Erfahrungsberichte?
Wie soll ich meinen kleinen Wildfang ruhig halten?

Mache mir soviele Gedanken.

Liebe Grüße

Claudia + Erik


Beitrag von lulu2003 21.10.10 - 15:27 Uhr

Hallo Claudia,

wir kennen uns leider schon bestens damit aus.

Unser Großer (mittlerweile 6 Jahre alt) hatte einen einseitigen Hodenhochstand und unser Kleiner (26 Monate alt) einen beidseitigen. Aber halt schon von Geburt an und die Hoden waren auch wirklich die ganze Zeit verschwunden.

Unser Großer wurde 2005 mit 23 Monaten, nach nicht erfolgreicher Hormontherapie, ambulant operiert. Die OP hat fast 2 Stunden gedauert. Danach war alles bestens. Der Hoden ist da wo er sein sollte.

Unser Kleiner wurde im Juli 2009 mit 10 Monaten auch das erste Mal operiert. Wir waren dazu stationär in der Uniklinik Tübingen, da unser Urologe (spezialisiert auf Kinderurologie) dort 2x in der Woche operiert. Er meint immer bei so Kleinen sei ein stationärer Aufenthalt besser.

Wir sind ein Tag vorher in die Klinik. Es wurde ein Zugang gelegt, gewogen und gemessen und dann kam er gleich am nächsten Morgen in den OP. Die OP hat damals fast 3 Stunden gedauert da es bei Luis etwas komplizierter war. Irgendwas war zu kurz und sie mußten ganz schön rumdoktorn. ;-)
Aber er hat alles super überstanden. Narkose und auch die zwei Nächte die wir noch zur Beobachtung dableiben sollten.

Im Januar 2010 sollte dann die zweite OP sein (dachte damals auch es wird in einem Rutsch gemacht und war entsetzt dass ich das Ganze noch mal durchstehen muß) und wir checkten in der Klinik ein. In der Nacht bekam Luis leider Fieber, so dass der Zugang legen (was für ihn ganz schlimm war und nur unter Mordsgeschrei zu machen war) umsonst war und wir wieder abreisen konnten. Ich war fix und alle da ich dachte wir hätten es bald geschafft. Die Anspannung ist bei sowas echt extrem.

Nunja, im Februar hat es dann geklappt. Es lief wieder alles reibungslos. OP super gelaufen, Narkose sehr gut vertragen so dass wir schon nach der einen Nacht heim durften.

Mit dem ruhig halten ist so eine Sache. Ich habe hier schon von Müttern gelesen denen gesagt wurde, das Kind solle liegen bzw. bloß kein Bobby Car fahren o.ä.
Ich kann nur sagen dass Luis noch am OP Tag nachmittags wieder auf dem Bobby Car sass und über den Klinikflur sauste. Ich hab ihn nicht zum still halten verdonnert. Ist meiner Meinung nach in dem Alter auch nicht möglich.

Wir waren letzte Woche zur Kontrolle. Hoden sitzen nun da wo sie sein sollen. In 2-3 Jahren müssen wir noch einmal hin um zu schauen, ob sie auch gut mitwachsen.

Sieh diese OP nicht als schlimm an. Denke daran, sie wir für deinen Sohn nur gut sein. Je länger die Hoden im Bauchraum bleiben umso mehr Schaden können sie nehmen. Bedenke da die Zeugungsunfähigkeit.

Wenn du noch Fragen hast, ich beantworte sie dir gerne.

LG
Sandra

Beitrag von sternenauge 21.10.10 - 16:09 Uhr


Danke für die liebe ausführliche Antwort.

Da haben deine Söhne auch schon einiges mit gemacht.

Mein kleiner muß jetzt erstmal in die Neuro-Klinik.

Danach wird die erste OP gemacht. Sie wollen es ambulant machen. Was mich etwas irritiert, da Erik auch noch so klein ist.

Was meinst Du, soll ich die Klinik darauf ansprechen ob es auch stationär ginge? Wäre vielleicht sicherer.

Im Bauchraum sind die Hoden nicht. Man fühlt die Hoden oben und kann sie runter drücken, gehen halt wieder hoch.

Du hast schon gute Nerven bewiesen. Zumindest schreibst Du recht locker.

Ich weiß, man muß stark sein für die Kleinen. Trotzdem ist es ein mulmiges Gefühl.

Beitrag von lulu2003 21.10.10 - 17:05 Uhr

Ohja, vor allem unser Großer hat schon was mitgemacht. Erst mit knapp 2 Jahren die Hodenhochstand OP, mit 3 Jahren hatte er dann einen Wasserbruch (ähnlich Leistenbruch) und mit 5 Jahren eine Vorhautverengung. Ich hoffe das war es jetzt erstmal.

Euer Erik ist ja jetzt 28 Monate. Raúl war damals 23 Monate alt als es ambulant gemacht wurde. Es lief alles reibunglos. Klar kannst du den behandelnden Arzt fragen ob es auch eine Nacht stationär möglich wäre.

Es hört sich mittlerweiler alles lockerer an, als es damals war. Ich habe jedes Mal, wenn eins meiner Kinder in den OP kam, Rotz und Wasser geheult. Dieser Gang ist schon schwer. Jetzt ist man einfach nur erleichtert dass man alles hinter sich hat.

Beitrag von sternenauge 21.10.10 - 20:06 Uhr


Das stelle ich mir auch am schlimmsten vor, wenn mein Sohn in den OP kommt und ich nur noch abwarten kann.

Hatte ich überlesen, dass dein Großer auch ambulant operiert wurde. Dann scheint das üblich zu sein.

Hört sich schlimm an was Raúl schon alles mit machen mußte.

Ich wünsche euch alles liebe weiterhin und nochmal Danke für deine liebe Antwort.

Beitrag von lulu2003 21.10.10 - 21:02 Uhr

Vielen Dank.

Euch auch alles, alles Gute für die OP. Wie gesagt, falls du noch etwas wissen möchtest kannst du mich gern noch mal anschreiben. Vielleicht magst du mir ja berichten wenn ihr alles gut überstanden habt.

Liebe Grüße
Sandra