12-jährige und ihr Egoismus

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von dalina08 21.10.10 - 12:54 Uhr

Hallo!

Ich brauche mal dringend einige Meinungen, da ich kurz vorm Verzweifeln bin.
Es geht um unsere 12jährige Tochter. Ich muss vorneweg sagen, dass sie schon immer ein relativ schwieriges Kind war, Grenzen wurden regelmäßig ausgetestet und kein "nein" blieb ohne Diskussion, Streit und Geschrei.
Nun pubertiert sie also, und in gewissem Maße hab ich da natürlich auch Verständnis. Aber muss man sich deswegen alles gefallen lassen????
Aktuelle Situation: sie fährt zur gleichen Zeit wie ihr kleiner Bruder (7J.)zur Schule, sie mit dem Rad, er muss zur Bushaltestelle, die (fast) auf ihrem Weg liegt. So, nun hab ich sie gebeten, den Bruder zum Bus zu begleiten, da er über eine stark befahrene Straße gehen muss und ich ihn nicht bringen kann, da das Baby noch schläft. Dazu war Madam nun nicht bereit, da sie sonst "zu spät" in der Schule ist (sie wäre dann um 10 nach halb 8 in der Schule und nicht um halb) und das fänd sie doof.
Dann ging wieder die Diskutiererei los, warum er nicht alleine gehen kann, er trödelt immer so usw. Ich sage ihr dann, dass das alleine meine Verantwortung ist, wie ich es für richtig halte, wie mein Sohn zum Bus kommt und ich mich ihr gegenüber nicht rechtfertigen muss.
Und dass ich es ganz traurig finde, dass sie mir diesen Gefallen nicht tun will.
Nur ist sie leider nicht mundtot zu machen. Sie hat auf ALLES eine Antwort, ein Aber, TRotzdem .....
Wenn ich dann "austicke", sagt sie, ich soll sie nicht immer direkt so anschreien, zieht beleidigt ab und stellt sich als armes Opfer dar.
So läuft das bei jeder Kleinigkeit ab. Bin wirklich mit meinen Nerven am Ende und hab schon überlegt, eine Erziehungsberatung aufzusuchen.
Später, wenn sie sich beruhigt hat, sieht sie dann alles ein und will sich vertragen - irgendwann mag ich dann aber nicht mehr.... wozu vertragen, wenn am nächsten Tag alles wieder vorn losgeht???
Mit der Sache mit dem Bus hab ich mir überlegt, dass ich sie demnächst dann auch nicht zum Training fahre, damit sie mal sieht, wie man sich fühlt, wenn man Hilfe braucht und keine bekommt. Oder findet ihr das zu streng???
Ach ich weiß auch nicht, überall gibts ja Probleme in dem Alter, aber ich kann so schwer abschätzen, inwieweit unsere noch um Rahmen sind.
Vielleicht hat jemand eine Meinung!
LG dalina#schwitz







Beitrag von valeska1979 21.10.10 - 13:07 Uhr

Hallo....

typisch Teenie#zitter

Aber wenn du ihr sagts, dass das deine Verantwortungs ist, wie dein Sohn zum Bus kommt und du dich nicht rechtfertigen musst. Dann kannst du auch nicht erwarten das sie DICH versteht. Weil du ihr dann deine Aufgabe auf sie überträgst ohne sie mit einzubeziehen.

Warum trefft ihr euch nicht in der Mitte? Wenn sie früher in der Schule sein will, warum gehen sie nicht früher aus dem Haus und dein Sohn fährt mit einem früheren Bus oder wartet ein paar Minuten an der Bushaltestelle?

Mein Bruder (3 Jahre älter) wollte damals auch nicht auf seine kleine Schwester aufpassen ich musste alleine zur Bushaltestelle.

Rede mit ihr und versuch einen Kompromiss zu suchen.

Ansonsten finde ich schon, dass du schon mal deine Fahrdienste bei ihr einstellen kannst. Finde ich nicht zu streng.

Das habe ich selbst schon bei meinem 6jährigen Sohn gemacht. Der kam mir auch frech und ich hab ihn dann nicht zum Fußball gebracht.

Viele Grüße

Beitrag von ja-wer-schon 21.10.10 - 13:43 Uhr

Liebe dalina,

das kenn ich nur zu gut..., könnte glatt meinen du schreibst hier über meinen Sohn (14).#cool#schrei#bla

Naja, also das mit dem Bruder begleiten... wenn du da nochmal in Ruhe mit ihr sprichst (günstige Stunde abwarten) und ihr sagst, daß das für dich eine wahnsinnige Hilfe wäre, .... könntest du sie da nicht umstimmen. Du nimmst dir ja schließlich auch immer Zeit, sie zum Training zu fahren.

Kann dein Sohn wirklich nicht alleine gehen?? Wie war das, als deine Tochter so alt war, hast du sie da auch immer begleitet, oder ging sie alleine (das weiss sie dann nämlich sehr genau noch und könnte es vlt. gar nicht verstehen, warum er begleitet wird)??


Ich denke mal, die Kinder (zumindest scheint mir das bei meinem so) wollen sich nun nicht mehr alles anschaffen lassen, wie eben im Kleinkindalter. Dennoch sollten wir nicht aufgeben, an ihr Verständnis, ihre Vernunft zu appellieren. Das sind Kämpfe... ich weiß. Nur merk ich halt bei meinem 14-jährigen auch, wenn ich auf stur schalte (was sich einfach nicht immer umgehen lässt) dann schaltet er noch viel mehr auf stur.

Wir sind eben die Mütter und müssen versuchen mit gutem Beispiel voranzugehen, mit viel Kraft, Liebe, Geduld u. Besonnenheit.... rede ich mir immer wieder ein. Ob´s irgendwann wirklich fruchtet #stern... frag micht nicht.

LG
C.

Beitrag von redrose123 21.10.10 - 15:08 Uhr

wie du schon schriebst, es ist deine Verantwortung wie er zum Bus kommt, und nicht die der Schwester. Ich kann sie schon verstehen, klar könnte sie es machen, muss sie aber nicht.

Und wenn er dazu noch trödelt etc. naja egal

Ja ich finde das Verhalten wenn sie Ihn nicht mitnimmt fahr ich Sie nicht, zu engstirnig, und wie willst du von Ihr erwarten "Reif" zu werden wenn du dich auf die gleiche Stufe stellst?

Beitrag von 19jen82 21.10.10 - 16:51 Uhr

hätte ich in ihrem alter auch keine lust zu gehabt, es ist deine aufgabe und nicht ihre!
und choleriker mütter finde ich echt schrecklich!

Beitrag von dalina08 21.10.10 - 21:19 Uhr

Ja, ich auch. Und als ich noch keine Kinder hatte, war ich die Ruhe in Person - bin ich auch jetzt noch, nur meine Tochter schafft es, mich auf die Palme zu bringen#winke

Beitrag von 19jen82 22.10.10 - 14:42 Uhr

ich kenne einige mütter (mein gesamter freundeskreis hat bereits kinder, ebenso meine 26 cousinen/cousins)
die es schaffen ohne ihre kinder ständig anzubrüllen.
wenn ich so etwas erlebe (z.b. beim einkaufen etc.) bekommt fremdschämen gleich ne ganz andere bedeutung;-)
wenn man eine so geringe frustrationstoleranzgrenze hat sollte man sich das mit dem kinder bekommen vielleicht überlegen.....

Beitrag von jazzbassist 21.10.10 - 18:19 Uhr

Ich finde, es ist Ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Ihr Sohn sicher und zuverlässig zur Schule kommt, und nicht Aufgabe Ihrer Tochter. Sie hatten ja auch 7 Jahre lang Zeit, eine zuverlässige Lösung für genau dieses Problem zu finden. Und, der Ärger resultiert jetzt daraus, dass bei dieser Planung irgendetwas schief gegangen ist und der schwarze Peter nun einfach Ihrer Tochter untergeschoben wird. Ich halte das für ziemlich normal, dass eine 12-Jährige da nicht mitspielen möchte. Ist auch für kids in dem Alter ziemlich ätzend, den kleinen Bruder täglich zur Bushaltestelle zu begleiten; kann ich sehr gut nachvollziehen. Und, dann gibt es noch mehr Ärger, da Sie es scheinbar einfach nicht akzeptieren können, dass ihre Tochter hier "Nein" sagt.

Unverständlich finde ich auch, dass Sie dann "austicken", wenn Sie hier ihren Willen nicht bekommen. Das erwartet man jetzt eher von einem Kleinkind im Supermarkt oder einem Teenager. Welche Reaktion würden Sie sich hier denn stattdessen von Ihrer Tochter wünschen, außer, dass sie sich zurückzieht und beleidigt ist? Natürlich sind Eltern traurig, wenn Kleinkinder sagen: "Du bist gemein, ich hasse dich, du bist nicht mehr meine Mutter etc."; Kinder und Jugendliche reagieren hier aber ähnlich, wenn Sie feststellen, dass man sie nicht ernst nimmt und sie hier wie Kleinkinder rumkommandieren möchte. Sie sollten m.E. nie vergessen, dass Sie die Erwachsene sind, und Ihre Tochter die 12-Jährige. Bei einem von beiden ist es also normal, dass er sich wie eine pubertierende 12-Jährige aufführt. So gesehen würde ich auch ein "Dann muss sie das nächste mal alleine sehen, wie sie zum training kommt" nicht zu streng nennen, sondern, eigentlich nur ziemlich kindisch. Hier sollte man als Elternteil m.E. einfach mit guten Beispiel vorangehen.

Zumal ich mir nur schwerlich vorstellen kann, dass ein 7-Jähriges Kind in irgendeine Art oder Weise sicherer wäre, wenn es von einer pubertierenden 12-Jährigen begleitet wird, die gegen ihre Willen genau dazu genötigt wird, das täglich zu tun und dann sicherlich ihren Frust und ihre Laune nicht dafür verwenden wird, auf den kleinen Bruder aufzupassen. Dann können Sie den Kleinen m.E. auch alleine gehen lassen; wenn er nicht zuverlässig genug ist (z.B. weil er trödelt), ist es ebenfalls Ihre Aufgabe, ihn dort zu erziehen, damit genau das nicht mehr vorkommt. Das nicht zu tun, und diese Aufgabe dann der Bequemlichkeit halber auf das Geschwisterkind abzuwälzen, halte ich für den falschen Weg. Zumindest dann, wenn man sich danach noch wundert, warum es deswegen Zoff gibt.

Versuchen Sie Ihre Tochter hier doch mal wie eine Erwachsene zu behandlen, und nicht wie ein Kleinkind, dass willenlos tun muss, was die Mama befiehlt, weil alles andere Egoismus wäre... Also für mich klingt das absolut hausgemacht.

Beitrag von similia.similibus 21.10.10 - 20:57 Uhr

Tolle Antwort! #pro

Beitrag von dalina08 21.10.10 - 21:30 Uhr

Nee, ich hatte leider nicht 7 Jahre Zeit, ihn vorzubereiten, da wir jetzt erst hierhergezogen sind. Und sie muss es auch nicht jeden Tag machen, denn wenn der Kleine wach ist, nehm ich ihn mit und geh selber.
Ich mach es also nicht aus Bequemlichkeit, sonden ich bitte sie nur, wenn es nicht anders geht. Außerdem ist es eh nur eine Übergangslösung, denn bald wird er auch alleine gehen können.
Die Trödelei ist übrigens nur eine Erfindung von ihr- in Wirklichkeit nötigt sie ihn ihr hinterher zu rennen(denn sie fährt ja Rad:-)
Außerdem finde ich es für ein 12 jähriges Mädchen nicht zu viel verlangt, auch mal ihrer Mutter behilfich zu sein, wenn sie Hilfe benötigt. Denn Nehmen kann sie gut, nur beim Geben gibts Probleme - und ich denke, genau darum gehts doch: dass sie lernt, dass man auch geben muss und nicht immer nur nehmen kann

Beitrag von jazzbassist 22.10.10 - 00:46 Uhr

Es ist in der Tat eine sehr wichtige Erkenntnis, dass das Leben nicht nur aus nehmen, sondern auch aus geben besteht. Ich kenne ihre Tochter zwar nicht, aber ich glaube nicht, dass sie so dumm ist, das sie das mit ihren 12 Jahren noch nicht begriffen hat. Denn eigentlich lernen Kinder das bereits dann, wenn sich die ersten festen Freundschaften bilden; statistisch gesehen ist das irgendwann um dem 6. Lebensjahr der Fall. Das ist auch der Grund, warum sich vorher nur selten Freundschaften bilden und das ganze eher bei „Wir mögen das gleiche Spiel“-Interessensgemeinschaften bilden.

Und - ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass ein Kind irgendetwas lernt, wenn es gegen seinen Willen gezwungen wird, etwas zu tun, was es nicht tun möchte. Ein Kind macht das dann, weil es keine andere Wahl hat oder bestraft wird oder mit Sanktionen rechnen muss. Aber sicherlich nicht, um der Mutter einen Gefallen zu tun oder behilflich zu sein. Ich befürchte, mit solchen Aktionen erreichen sie lediglich die komplett gegengesetze Wirkung. Warum sollte ein Kind zu jemanden behilflich sein oder einen Gefallen tun, wenn dieser jemanden einen dazu zwingt, etwas zu tun, was man gar nicht tun möchte? Das würden Sie doch sicherlich auch nicht machen, oder?

Beitrag von morjachka 21.10.10 - 18:42 Uhr

Hallo!

" Dazu war Madam nun nicht bereit, da sie sonst "zu spät" in der Schule ist (sie wäre dann um 10 nach halb 8 in der Schule und nicht um halb) und das fänd sie doof. "

Wenn ich jeden Tag 10 Minuten zu spät zur Arbeit kommen würde, fänden es meine Arbeitgeber und meine Schüler auch doof. Ich natürlich um so mehr.

So etwas kann man meiner Meinung nach nicht verlangen.

Dein Argument mit der Strasse verstehe ich, aber da müsst ihr euch etwas anderes einfallen lassen.

In dem Alter hätte ich meinen Bruder begleitet, wenn ich deshalb nicht selbst zu spät in die Schule gekommen wäre. So etwas geht gar nicht!

LG

Beitrag von lichterglanz 21.10.10 - 20:18 Uhr

Hallo,

Ich kann Deine Tochter da schon verstehen. Sich vor der Schule noch mit den Freundinnen austauschen, vielleicht noch schnell Vokabeln abschreiben oder einfach den neusten Klatsch und Trasch erfahren ist für Kinder in dem Alter wichtig. Die Clique und die Freunde beginnen ein fester Bestandteil der Teenies zu werden und da sind die 10 Minuten, die sie dann später kommt sicher für sie ein Weltuntergang. Kinder in dem Alter sind einfach so.
Als Kompromiss würde ich auch vielleicht vorschlagen, dass sie den Bruder einfach 10 Minuten vorher begleitet und dann pünktlich sein kann.

Aber selbst wenn sie das nicht will, kann ich das verstehen. Es kann schon stressig und nervig sein, seinen kleinen Bruder zur Bushaltestelle zu bringen. Er trödelt und nervt und überhaupt ist das doof. In ihren Augen. In den meisten Teenieaugen ist sowas voll ätzend.

Gibt es keine Möglichkeit, dass Dein Sohn mit einem anderen Kind gemeinsam geht? Traut er sich selbst die Straße nicht zu? Wäre es nicht möglich das Baby mitzunehmen, wenn er zum Bus gebracht wird?

Wenn es gar keine Alternative gibt und die Schwester es machen muss, dann würde ich auch mit ihr, wie mit einer Erwachsenen sprechen - an ihr Gewissen und die Zusammengehörigkeit der Familie appelieren.

Allerdings finde ich einen Punkt schon erschreckend= Wenn Deine Tochter sich entschuldigen möchte, dann nimmst Du das nicht an? Uff- das kann ihr sicher ziemlich weh tun.
Auf der einen Seite erwartest Du von ihr das Verhalten einer Erwachsenen (sich um den Bruder kümmern, Einsicht zeigen, nicht schmollen) und auf der anderen Seite bist Du ihr ziemlich ähnlich. Denn Du schmollst ja dann genauso :-)

Nimm sie Dir einmal in einer ruhigen Minute zur Seite, am besten vielleicht irgendwo beim Pizza essen auf neutralem Boden, und sprich mit ihr, wieso es Dir wichtig wäre und ob ihr nicht eine gemeinsame Lösung finden könnt.

Wenn ihr euch nur gegenseitig anzickt und anschmollt, dann werdet ihr kaum auf einen Nenner kommen. Ihre Ausrede für das Verhalten ist die Pupertät - aber Du hast eigentlich keine ;-) Also findet einen Mittelweg!

Liebe Grüße
Lichterglanz

Beitrag von aliciakommt 21.10.10 - 22:38 Uhr

-----Ich sage ihr dann, dass das alleine meine Verantwortung ist, wie ich es für richtig halte, wie mein Sohn zum Bus kommt und ich mich ihr gegenüber nicht rechtfertigen muss---


Also sowohl als 12jährige, als auch heute würde ich dir da antworten: Wenn das deine Verantwortung ist, dann mach es alleine!

---Und dass ich es ganz traurig finde, dass sie mir diesen Gefallen nicht tun will.---

Wie du schon schreibst: Gefallen. Die sind gerne mal freiwillig. Ich finde es ist Erpressung zu sagen, dass man traurig ist, wenn einem ein Gefallen nicht getan wird!


..Nur ist sie leider nicht mundtot zu machen. Sie hat auf ALLES eine Antwort, ein Aber, TRotzdem---

Mundtot? MUNDTOT? Du willst deine Tochter mundtot machen? Herrje, da krieg ich ja schon beim Lesen die Krise..


---Wenn ich dann "austicke", sagt sie, ich soll sie nicht immer direkt so anschreien, zieht beleidigt ab und stellt sich als armes Opfer dar.--

Wieso schreist du eine 12jährige an? Wieso tickst du aus? Du scheinst ihr ja kein Stück gewachsen zu sein..



Was ich an deinem Beitrag und besonders an deinen Antworten auf die Antworten sehe ist: Du bist absolut nicht kritikfähig. Auf jede Antwort hier hast du eine Gegenantwort und bist "absolut nicht mundtot zu kriegen" ;-)


Ich versteh das Verhalten deiner Tochter. Und ich finde es komisch, dass du nach all den Antworten hier dein Verhalten nicht mal hinterfragst.

Grüße von Aliciakommt

Beitrag von sumamaso 22.10.10 - 11:42 Uhr

Ich würde meiner Tochter mehr Taschengeld geben für diese Aufgabe. Da würde sich deine große Tochter bestimmt freuen.

Frage bei ihr nach ob dies eine Lösung für Euch beide wäre.

LG Susi

Und 10 Minuten eher das Haus verlassen.

Beitrag von stormkite 22.10.10 - 16:26 Uhr

Hallo Dalina,

kann deine Tochter ohne dich das Trainung erreichen - mit dem Fahrrad oder dem Bus? Oder ist sie auf dich angewiesen?

Wenn sie es alleine kann, gibt es keinen Grund für dich, sie zu fahren - ein funktionstüchtiges Fahrrad oder eine busfahrkarte reichen. Unabhängig davon, ob sie mit dem Bruder zur Bushaltestelle geht oder nicht.

Wenn sie es nicht kann, bist du in der Pflicht, ihr das Training zu ermöglichen, schließlich hast du der Aktivität zugestimmt. Einfach nicht mehr zu fahren geht dann nicht.

Sie bestrafen wenn sie ablehnt zu helfen würde ich nicht, statt dessen würde ich sie für Hilfsbereitschaft belohnen - z.B. mit "mal zum Training fahren wenn schlechtes Wetter ist". Eine Hand wäscht die andere. Bei meinen Kindern hat das Wunder gewirkt ...

Gruß, Kite



Beitrag von juniorette 22.10.10 - 17:22 Uhr

Hallo,

zu deinem Problem kann ich nur sagen, dass ich es immer ganz furchtbar finde, wenn Eltern immer mehr Kinder in die Welt setzen, und bei der organisatorischen Planung voraussetzen, dass die älteren Gescwhister mit anpacken, wenn es um die Betreuung der jüngeren Kinder geht #aerger

Sicher kann man als Eltern argumentieren "ich mache so viel für dich, dann kannst du auch mal was für mich tun", aber erpressen sollte man die älteren Geschwister nicht auf diese Art und Weise. Der Schuss geht sowieso nach hinten los, weil die älteren Geschwister ihren Frust über das aufgedrückte Geschwisterkind dann an jenem auslassen.

Das Schulweg- (bzw. Bushaltestelle-Weg) Problem deines Sohnes könntest du dadurch lösen, dass du andere Mütter bittest, auch auf deinen Sohn zu achten (wenn der Weg so gefährlich ist, werden die anderen Schulkinder ja auch nicht alleine gehen dürfen).

"Ich sage ihr dann, dass das alleine meine Verantwortung ist, wie ich es für richtig halte, wie mein Sohn zum Bus kommt und ich mich ihr gegenüber nicht rechtfertigen muss"

Du willst von deiner Tochter Hilfe in einer Sache, und sagst ihr im selben Atemzug, dass sie das "Warum" nichts angeht, weil die Sache in deiner Verantwortung steht?! #rofl#rofl#rofl
Ja, dann übernimm auch die Verantwortung und schieb sie nicht auf deine Tochter ab #aha

Sie nicht mehr zum Training fahren würde ich als Konsequenz dafür walten lassen, wenn deine Tochter ihre Pflichten nicht erfüllt (ob im Haushalt oder in der Schule) - nach dem Motto "du erfüllst deine Pflichten mir gegenüber nicht, dann erfülle ich auch meine Pflichten dir gegenüber nicht!"

LG,
J.

Beitrag von sina236 22.10.10 - 23:16 Uhr

ja eine meinung habe ich und die unterscheidet sich etwas von den meisten. ich bin ein einzelkind und hatte nie geschwister, daher weiss ich nicht, wie das ist. sicher kann man nicht verlangen, dass eine 12 jährige dauerhaft für ihren bruder verantwortlich ist. man kann aber in so einer situation auch nicht sich vollkommen auf die seite der 12jährigen stellen und so tun, als sei es total in ordnung, dass sie die hilfe komplett verweigert. familie ist familie und da geht nichts ohne hand in hand. ich wäre auch nicht erfreut darüber, dass sie nicht helfen will. ich finde, man muss hier versuchen, beide interessen unter einen hut zu bekommen. einerseits ohne dem teenager zu viel verantwortung aufzudrücken (ihr wolltet ja die drei kinder, nicht sie), andererseit auch ihr etwas erziehung in sachen gegenseitiger rücksichtnahme und verantwortungsgefühl angedeihen zu lassen. früher hatten geschwister deutlich mehr verantwortung füreinander (zu viel, natuerlich). heute haben sie oft gar keine mehr und wohin das führt, sieht man an der ganzen gesellschaft. auch die familie als kleinste zelle verändert sich. ich finde, du solltest einen kompromiss schaffen. deine tochter erleichtert dir ja einen schritt, für den sie nicht unbedingt zuständig ist- vielleicht kannst du ihr im gegenzug was anbieten, was sie schon lange gern wollte. was weiss ich, hier eine halbe stunde länger abends lesen oder irgendwas extra halt. ich empfinde das auch nicth als erpressung, sondern als handel. und aus handel besteht auch später das ganze leben ;-). versuchs mal auf der basis. wenn sie das ablehnt, dann musst du dir was anderes überlegen für die bringphase deines sohnes. da kannst du dann nichts machen. aber versuchen kostet ja nix. ich würde ihr im übrigen mit "ich bin traurig darüber" auch nicht unbedingt kommen. sowas erzeugt ein schlechtes gewissen und das ist sicher nicht förderlich zur lösung eures problemes. zu lernen auf den kleinen bruder ein paar minuten am tage acht zu geben, kann einer 12 jährigen heutzutage gaaaaaaanz sicher nicht schaden.

meine meinung.

sina

Beitrag von dalina08 23.10.10 - 09:06 Uhr

Danke Sina für diesen Beitrag, du sprichst mir aus dem Herzen.
Ganz genau so seh ich das nämlich auch.
#sonne

Beitrag von ballroomy 23.10.10 - 09:42 Uhr

Hallo dalina,

lies doch mal die "Familienkonferenz" von Thomas Gordon.

Bei Eltern-Kind-Konflikten sehr hilfreich! :-)

Viele Grüße
ballroomy