"Kann-Kind": Wer hat Erfahrung; sein Kind früher eingeschult?

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Beitrag von dachhase123 21.10.10 - 13:17 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

unsere Tochter wird Mitte September 2011 6. Sie liegt damit 11 Tage über dem Termin (31.8.2011), zu dem die Kinder in die Schule "müssen".

Ursprünglich wollten wir sie vielleicht einschulen lassen, hatten uns jetzt aber entschlossen, sie doch erst 2012 - dann mit 7 - einzuschulen.

Jetzt waren wir bei der U9 und die Kinderärztin fragt mich, warum wir sie nicht nächstes Jahr einschulen lassen?! Sie hätte alle Aufgaben mehr als perfekt gemacht und ihrer Meinung nach die Reife eines Schulkindes.
Es würde manchmal auch mehr schaden, ein Kind zu lange im Kindergarten zu lassen (sie geht, seit sie 2 ist) und: warum ein Kind nicht mal fördern?!
Ich war echt total perplex #schock, hatte damit gar nicht gerechnet.

Obwohl ich sagen muss, dass unsere Tochter wirklich ganz tolle Sachen machen kann. Sie malt sehr, sehr konzentriert und auch schon ganz schön! Macht diese diversen Vorschulübungen aus Büchern usw.

Die Erzieher im Kiga meinten, sie wäre emotional noch nicht so weit, würde viel heulen. Aber ehrlich gesagt vertraue ich denen absolut nicht. Da da ziemlicher "Kinderschwund" ist, denke ich eher, dass sie die Kinder halten wollen. Wir können das auch nicht bestätigen. Zumindest hat es sich stark verbessert, denn sie wird ja nun mal älter ;-)

Wir wollen jetzt ausprobieren, sie für ein paar Monate am Vorschulprogramm des Kigas teilnehmen zu lassen. Dann werden wir vielleicht sehen, ob es gut wäre, nächstes Jahr zur Schule zu gehen.

Allerdings bin ich ehrlich gesagt sehr unsicher. Was, wenn das ein großer Fehler wäre? Was wäre schlimmer: das Kind fälschlicherweise zu früh zur Schule zu schicken, oder es fälschlicherweise zu lange im Kiga zu lassen?

Wer von Euch hat Erfahrungen damit und sein "Kann-Kind" schon eher einschulen lassen?
#danke


...eine ganz verwirrte Jana, die sich damit noch so gar nicht befasst hat...

Beitrag von schullek 21.10.10 - 13:26 Uhr

hallo,

mein sohn ist nächstes jahr auch kann kind und wird auf keinen fall eingeschult. er ist weit wie deine tochter und ich bin mir sicher, er würde die grundschule sicherlich gut packen. aber würde er wirklich spaß haben? da bin ich mir unsicher.
ausserdem sehe ich das weitaus größere problem beim frühen einschulen bei unserem schulsystem in den weiterführenden schulen. der stress ist enorm, die klassenstärke hoch udn die anforderungen groß. vor allem, wenn das kind neben der schule noch hobbies hat. das will ich einem so jungen kind dann doch noch nicht antun, wenn ich nicht muss. von daher stand für uns fest: erst mit gerade 7 werdend.

lg

Beitrag von 3erclan 21.10.10 - 13:26 Uhr

Hallo

sei froh dass du es dir aussuchen kannst.

Meiner ist geb. 6.september und ist hier in Bayern ein Musskind.

lg

Beitrag von hezna 21.10.10 - 13:54 Uhr

Mein Sohn wurde auch mit 5 eingeschult, er wurde damals am 21.09. 6 Jahre alt.

In der ersten Klasse kam er noch gut mit, in der zweiten Klasse auch noch, in der 3. Klasse wurde sein geringes Alter auf einmal ziemlich deutlich. Er konnte mit den Anforderungen nicht klarkommen, war mental einfach noch viel zu kindlich.

Er wollte immer lieber mit Freunden spielen, als sich um seine Hausaufgaben zu kümmern, es war zu Hause ein Kampf, und darunter litt natürlich auch sein Selbstwertgefühl.

Wir haben ihn dann 3. Klasse 2. Halbjahr zurückstufen lassen und seitdem hat er keine Probleme mehr. Er ist jetzt auf die Realschule gekommen und alles läuft normal.

Meine Freundin hat eine Tochter, die letztes Jahr ebenfalls mit 5 (wurde am 22.09. 6 Jahre alt) eingeschult wurde.

Sie kommt super mit, macht alles mit großem Fleiß und kann auch gegen die älteren Schüler gut bestehen. Ist mental viel weiter, als mein Sohn im Vergleichszeitraum war.

Es kommt wirklich auf das Kind an.

Und nur, weil jemand Aufgaben schön und konzentriert macht, heißt es noch nicht, das sie schulfähig sind. Auch die soziale Komponente muß berücksichtigt werden...wie gehen sie mit Niederlagen, oder Zurückweisung um...auch das kann sich innerhalb eines Jahres sehr verändern und ausbilden.

Von daher beobachte deine Tochter kritisch und frage dich, ob sie in allen Belangen soweit ist. Wenn ja, dann laß sie nächstes Jahr gehen.

Gruß Hezna #klee

Beitrag von ohmama 21.10.10 - 14:07 Uhr

Hallo Jana!

Was möchte Deine Tochter denn?

Mein Sohn wäre auch vor 2 Jahren ein Kann Kind gewesen, wir haben ihn mangels "Ellenbogen" nicht eingeschult. Im letzten Jahr ist er dann mit fast 7 in die Schule gekommen. Weder hat er sich im letzten Kindergartenjahr gelangweit, noch hat er von sich aus gesagt, er würde gern in die Schule gehen. Er hatte 2 beste Freunde im Kindergarten und war glaube ich froh, sie zu behalten.

Als er eingeschult wurde lief alles bestens, zum Elternsprechtag riet die Klassenlehrerin uns ihn springen zu lassen. Das wurde so gemacht, weil er es auch selber wollte. Jetzt ist er in der 3. Klasse und alles läuft gut.

Meine vorletzte Tochter wurde vorzeitig eingeschult, auch da läuft es gut. Jedenfalls was die Schulreife und soziale Kompetenz angeht. Wir haben da ein anderes Problem, das aber nicht hierher gehört.


LG Bille

Beitrag von dachhase123 21.10.10 - 19:30 Uhr

Hallo Bille,

ich glaub, Lilli würde gerne gehen. Sie lernt total gern, will alles wissen, neuerdings alles auf Englisch wissen, Buchstaben lernen usw...

Sie ist jetzt schon das 2. älteste Mädchen im Kindergarten, da kommen nach "unten hin" nur noch viel, viel jüngere Kinder, mit denen sie so gar keinen Kontakt hat. Ihr liebster Freund ist Mitte Juli geboren und kommt wahrscheinlich in die Schule.

Ich weiß es echt nicht...aber wenn ich mich entscheiden müsste, welcher "Gruppe" sie eher angehören müsste, dann schon die ältere...

Ist ziemlich schwierig alles...

Lieben Dank*Jana

Beitrag von ohmama 21.10.10 - 21:13 Uhr

Vielleicht könntest Du folgendes machen:

Nehmt an der Schuluntersuchung teil, schaut euch die Schule an und redet mit dem Schulleiter (egal in welcher Reihenfolge ;-)).

Evtl. könntest Du Dir auch mal das Treiben auf dem Pausenhof einmal zu Gemüte führen. Kommt Deine Tochter damit klar?

Könnte sie eigenverantwortlich mit ihren Dingen umgehen?

Bei meiner letzten Tochter wird mir die Entscheidung übrigens schon abgenommen. Diese ist im September ´07 geboren und hier bei uns wird sie somit mit 5 eingeschult, da der Stichtag hier immer weiter nach hinten rückt.

Und: Ich kann Dir nachfühlen wie schwierig das ist!

Grüße Bille


Beitrag von luka22 21.10.10 - 14:48 Uhr

Das kann dir wirklich niemand voraussagen.
Meine Tochter wurde am 22.9. sechs und musste eingeschult werden. Ich muss sagen, dass ich bei Zweifeln das Kind immer im Kindergarten lassen würde. Im Gegensatz zu deiner Kinerärztin ist der Schaden, den man mit einer zu frühen Einschulung anrichten kann, viel größer, als der "Schaden", wenn das Kind ein wenig zu lange im Kindergarten bleibt. In der Schule muss dein Kind spuren, ob es kann oder nicht, ob es will oder nicht, ob es noch jung ist oder nicht. Gerade auf jüngere Kinder wird meines Erachtens wenig Rücksicht genommen. Bei uns gibt es ab der 1. Woche das volle Programm, donnerstags und freitags mit 5 Schulstunden am Stück. Obwohl die Schulreife meiner Tochter nie zur Debatte stand, sie auch ein Musskind ist, hat sie sich doch sehr schwer getan und oft so Sachen, wie "Im Kindi, war es so schön!", gesagt. Ich würde es mir also gut überlegen und nur, wenn ich wirklich 100% sicher wäre, den Schritt machen.

Grüße
Luka

Beitrag von sweety03 21.10.10 - 15:24 Uhr

Hallo,

bei uns der 30.06.2011 der Termin. Unsere kleine Tochter liegt nur wenige Tage drüber und ist somit auch ein Kannkind.
Wir hatten vor drei Wochen die U 9, die auch super lief. Der Kinderarzt meinte auch, sie sollte nächstes Jahr auf jeden Fall mit.
Das war für uns vorher schon klar, denn im Kindergarten wird das auch befürwortet (sie ist auch dort seit sie 2,5 ist). Durch ihre 2 jahre ältere Schwester bekommt sie ganz viel mit und ist auch sozial und emotional so weit. Bei ihr mache ich mir überhaupt keine Sorgen.
Wir mussten sie jetzt in der Schule vormerken lassen für das kommende Jahr, haben aber noch die Möglichkeit, den Antrag zurückzuziehen.
So müsste es doch bei Euch auch sein, oder?
Es muss ja nicht sofort eine Entscheidung gefällt werden, das Vorschulprogramm wird sicher dabei helfen.

Sweety

Beitrag von bluehorse 21.10.10 - 17:58 Uhr

Hallo,

ich habe zwei Kinder früh eingeschult, wobei meine Tochter am 30.09. geboren ist und damit in Bayern schulpflichtig war. Bei ihr mache ich mir manchmal Gedanken, ob es gut war. Liegt allerdings daran, dass sie ein Aufmerksamkeitsproblem hat und manchmal in der Schule träumt anstatt zuzuhören. Aber sie ist soweit eine gute Schülerin und geht gerne zur Schule.
Mein Sohn ist heuer vorzeitig eingeschult worden (wir im Januar erst 6). Wir haben die entgültige Entscheidung dafür erst im Juli getroffen. Er geht sehr gerne in die Schule und sagt immer wieder, wie froh er ist in die Schule zu dürfen und nicht mehr in den Kindergarten zu müssen. Ob es die richtige Entscheidung war wird sich herausstellen, es hat alles Vor- und Nachteile.

LG bluehorse

Beitrag von itsmyday 21.10.10 - 18:09 Uhr

Hi Jana!

Ich bereue es sehr, mein Kind frühzeitig eingeschult zu haben. #hicks

Zu einem glücklichen Schulkind gehört mehr als gut gelöste Vorschulaufgaben. #schwitz

Mein Sohn ist selbst jetzt in der zweiten Klasse noch ziemlich gefordert mit dem rein organisatorischen Kram und den vielen Terminen. #zitter

Es gibt genug Studien, dass früh eingeschulte Kinder oftmals die gesamte Schulzeit schlechtere Schüler bleiben als die älteren Klassenkollegen. Leider habe ich die erst hinterher gelesen....#heul

LG Itsy

Beitrag von corinna2202 21.10.10 - 19:57 Uhr

hi

naja so wie das bei fast allen empirischen studien ist gibt es auch genausoviele studien die besagen, dass wenn vorzeitig eingeschulte kd ein problem haben oder schwach lernen sie auch später eingeschult die selben probleme hätten ;-)

ich denke dass jedes kind ein individuum ist und es jede mama für sich und ihr kind entscheiden muß oder darf... ich denk immer 14 tage früher geboren und man hat ein muss kind und diesen eltern hält dann niemand vor "hättest du nur dies oder das" ;-)

mein sohn ist auch ein kann kind 2012 hat einen älteren bruder der heuer ein muß kind war und eingeschult wurde und ist feuer und flamme für das was sein großer bruder macht.
ich habe noch 2 jahre zeit aber mein kann kind wird wahrscheilich in die schule gehen, denn bei uns im KIGA gibt es nicht mal ein vorschulprogramm ...

lg corinna

Beitrag von loonis 21.10.10 - 19:01 Uhr




Ich würde es nicht machen.
Unser Sohn kam mit 6,5 J. ganz "normal" zur Schule ...
sollte dann nach 4 Wo höher gestuft werden.
Wir haben es letztendl. nicht gemacht u.
sind froh drum.

Unser Luca ist nicht auf den Mund gefallen ,findet
schnell Freunde usw.
Ist sehr viel weiter als seine Mitschüler im lesen,schreiben u.
Mathe ...

Aber 6-12 Mon. Altersunterschied macht sehr viel aus ...
manchmal fehlt es einfach an soz. Reife ...

Manchmal kommen die "Probleme" dann auch erst in
Klasse 2 od. 3 ...

Ich würde es lassen...

LG Kerstin

Beitrag von murkelmia 21.10.10 - 19:28 Uhr

In Bayern wäre es für Dich wahrscheinlich gar keine Überlegung, deine Tochter würde eingeschult werden. Stichtag ist hier der 30.9.

Unsere Tochter wurde eine Woche vor Einschulung 6.
Wir haben uns im Jahr vor der Einschulung auch Gedanken gemacht, ob wir sie noch zurückstellen lassen sollten - kognitiv war sie schon immer sehr fit, aber in der emotionalen Entwicklung war ich mir nicht ganz sicher, ob sie es schafft.

Zum Zurückstellen war sie aber eindeutig zu fit, also wurde sie eingeschult. Bis jetzt gibt es keinerlei Schwierigkeiten, zusammen mit 2 weiteren Mädels (übrigens die drei Jüngsten der Klasse, alle gerade erst 6 geworden) bekommt sie immer wieder zusätzliche Förderaufgaben, weil sie weiter ist als ihre Klassenkameraden.
Sie geht gerne zur Schule und für sie selbst stand auch nie außer Frage, dass sie dieses Jahr eingeschult wird. Sie wollte einfach in die Schule!

Ich glaube, dass man eine solche Entscheidung ausschließlich auf das Kind bezogen fällen sollte. Für die einen ist eine frühe Einschulung eine Überforderung, weil sie noch zu kindlich sind. Für die anderen ein Segen, weil sie das "Futter für den Kopf" einfach zur gesunden Entwicklung brauchen!

lg
murkel

Beitrag von 3wichtel 21.10.10 - 19:53 Uhr

Ich selber bin damals mit knapp 6 Jahren als Kann-Kind eingeschult worden.
Ich fand es schrecklich. Zwar habe ich immer gute Leistungen gebracht (hab auch Abi gemacht), aber wohl habe ich mich nie gefühlt.

In der 7. Klasse war es ganz schlimm. Die Mädels dort waren teilweise 2 Jahre älter. Es ging schon um Musik, Mode und Jungs. Ich wollte lieber noch mit meinen Barbies spielen.
Ich habe mich dort emotional so überfordert gefühlt, dass ich auf eigenen Wunsch nach der 7. Klasse die Schule gewechselt und in der neuen Schule die 7. noch mal wiederholt habe.
Dann wurde es besser. Zwar habe ich die Schule auch später nie geliebt, aber ich konnte wenigstens bei den Themen der Mitschüler mitreden.

Meine Söhne (alle 3 jeweils kurz nach dem Stichtag geboren) sind daher keine Kann-Kinder (der jüngste ist allerdings auch erst in ein paar Jahren dran).
Ich bin froh, meine beiden Grossen NICHT früh eingeschult zu haben. Der Grosse kommt in der Grundschule viel besser klar als ich damals. Der Mittlere findet Schule total sch**sse. Das ist zwar sehr bedauerlich, aber wenigstens kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass das definitv nicht an einer altersbedingten Überforderung liegt.

Liebe Grüsse,
3wichtel

Beitrag von ballroomy 21.10.10 - 20:01 Uhr

Eigene Erfahrung habe ich noch keine.
Aber bei nur 11 Tage würde ich sie einschulen. Wenn sie jetzt im Dezember geboren wäre, wärs was anderes.
Was möchte denn Deine Tochter? Hast Du sie mal gefragt?


Viele Grüße
ballroomy


Beitrag von janamausi 21.10.10 - 20:29 Uhr

Hallo,

meine Tochter wurde nicht eher eingeschult, sondern eher das Gegenteil: Sie kam zwar regulär in die Schule aber erst mit 6 3/4 Jahren. Wenn ich sie mit Klassenkameradinnen vergleiche, die gerade erst 6 geworden sind/werden, ist da schon ein großer Unterschied. Ein Jahr bzw. ein paar Monate Altersunterschied macht schon viel in dem Alter aus. Während meine Tochter "ruckzuck" die Hausaufgaben erledigt hat und höchstens mal sagt "Hausaufgaben sind uncool" sitzen andere Kinder heulend davor weil sie keine Lust mehr haben nach einem ganzen Vormittag Unterricht noch mal Nachmittag etwas zu machen etc. und das obwohl sie ja nach paar Wochen Schule noch viel malen etc.

Ich bin wirklich froh, dass meine Tochter eine von den Ältesten ist und sehe bis jetzt dadurch nur Vorteile.

Auch das letzte Kiga-Jahr haben wir ganz gut rumgekriegt. Man hat zwar gemerkt, dass es ihr langsam zu wenig ist, aber sie ist dann 3 x die Woche Nachmittags zum Sport (2 x schwimmen, 1 x Gardetanzen) gegangen und das war der Ausgleich.

Da Du ja selbst für dich schon entschlossen hattest sie nicht eher einschulen zu lassen, würde ich es nicht machen.

LG janamausi

Beitrag von froehlich 21.10.10 - 21:31 Uhr

Ich kann Dein posting nur bestätigen. Unser Sohn wurde vor 6 Wochen auch mit fast 7 (Oktoberkind) eingeschult (wir haben ihn sehr bewusst noch ein Jahr zu Hause gelassen, weil wir lange Jahre im Ausland gelebt haben und unser Sohn sich erstmal hier in Deutschland sozialisieren musste) und sind vollkommen überzeugt davon, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Unser Sohn war und ist auch schon sehr weit (konnte schon vor Schulbeginn lesen und ein bisschen schreiben etc.), aber das ist nicht das Entscheidende! Viel wichtiger ist, daß er emotional und von der sozialen Reife her super klar kommt - das wäre vor einem Jahr sicherlich noch nicht so gewesen. Wie Du sagst: ein paar Monate Altersunterschied machen in diesem Alter enorm viel aus! Hätte ich selbst kaum geglaubt. In der Klasse meines Sohnes sind Kinder, die mit noch 5 (werden teilweise erst im Nov/Dez 6!) über ein Jahr jünger sind als mein Sohn! Und das merkt man ihnen deutlich an. Nicht einmal unbedingt vom Intellekt her - aber was Frustratinstoleranz und Durchhaltevermögen angeht. Da liegen teilweise Welten dazwischen! Gleich nach 3 Wochen war die Klassenlehrerin 1 Woche krank und die Klasse hatte eine Vertretungslehrerin. Das hat die jüngeren Kinder derartig verunsichert und aus den Socken gehauen, daß sie nur noch mit der Brechstange überhaupt in den Unterricht zu kriegen waren! Mein Sohn hat das locker weggesteckt. Die Hausaufgaben werden zügig und konzentriert erledigt (im Gegensatz zu vielen Jüngeren, die eben auch heulend davor sitzen und lieber spielen wollen) und wenn's auf dem Pausenhof mal ein bisschen rauer zugeht, bricht mein Sohn auch nicht gleich in Tränen aus. Das ist ja überhaupt sowas: diese Heulerei (vor allem bei den Mädchen) - das geht in der Schule einfach nicht mehr! Wegen jedem Pippifax loszuweinen. Da steht dann keine tröstende Kindergärtnerin, sondern eine toughe Lehrerin - damit muß ein Kind in der Schule dann aber auch einfach mal klarkommen, finde ich.

Gruß, Babs

Beitrag von murkelmia 21.10.10 - 22:40 Uhr


Naja, ob ein Kind die Hausaufgaben zügig oder eher trödelnd erledigt hat wohl weniger etwas mit dem Alter zu tun.

Im Bekanntenkreis sind durchaus einige 2. und 3. Klässler , die ewig an Hausaufgaben sitzen. Und das nicht nur des Pensums wegen.

Unsere gerade sechsjährige Tochter ist eine echte Trödeltante, in allen Bereichen - außer den Hausaufgaben. Alles, was sie herausfordert, spornt sie an und macht Spass. Und so schafft sie auch ihre Aufgaben problemos in 30 Minuten, inklusive Zusatzaufgaben und "das dürfen wir noch machen, wenn wir wollen!".

Ich glaube wirklich, dass man diese Entscheidung sehr individuell treffen muss. Als Erzieherín habe ich vielen Eltern geraten, ihr Kind lieber etwas länger im Kiga zu lassen.
Es gab aber auch einige, denen aus meiner Sicht ein ganzes weiteres Jahr Kindergarten nicht guttat. Das war die Minderheit, aber eben eine Entscheidung basierend auf dem Entwicklungssstand des einzelnen Kíndes.


lg
Ivonne

Beitrag von froehlich 21.10.10 - 23:01 Uhr

Na klar, das stimmt schon - Kinder sind sehr unterschiedlich! Ich finde ja einfach bloß (und das wird ja hier bei urbia auch immer wieder bestätigt!), daß intellektuelle "Fitness" alleine auf keinen Fall ausreicht, ein Kind früher einzuschulen. Schön malen und zeichnen und Vorschulaufgaben flott lösen - das ist einfach nur die EINE Seite der Medaille....da kenne ich viele Kindergartenkinder, die das mit 5 perfekt beherrschen (vor allem die Mädchen, was das MALEN angeht...;.).....). Aber wenn ich dann zum Beipspiel hier lese, daß das Kind viel heult.......und die ErzieherInnen SELBST sagen, das Mädchen sei emotional noch nicht so weit....würde ich lieber noch ein Jahr warten.

Beitrag von sora76 22.10.10 - 08:55 Uhr

Hallo!

Was will deine Tochter?!

Meine Tochter ist mit 5 Jahren in die Schule gekommen. Am 8.08. war Einschulung und am 21.08 hatte sie Geburtstag.

Sie wollte gerne in die Schule, war Geistig auch schon soweit. Allerdings hat die oft Wutanfälle gehabt, die mich haben Zweifeln lassen. Emotional war sie also noch nicht soweit.
Wir haben mit der KiGa gesprochen, mit Ärzten und sind so zu dem Entschluss gekommen das sie soweit ist.

Sie ist jetzt in der 2 Klasse. Zwar die Jüngste, aber auch eines der Besten. Sie geht sehr gerne und hat viele Freunde. Ihr merkt man das nicht an, das sie etwas jünger ist als die Anderen. Die hat auch ein starkes Ego und ist von sich selber überzeugt. Das hilft ihr natürlich auch.

Im KiGa hat sie sich mehr oder weniger schon damals gelangweilt. Sie brauchte neue Herausforderungen.
Wutanfälle hat sie in der Schule NIE. Also kann sie mit ihren Gefühlen doch besser umgehen als wir gedacht haben. Sie hat sich sehr schnell an die Schule gewöhnt.
Damit haben wir gar keine Probleme.
Meine hat sich schon im KiGa-Alter sehr für Buchstaben und Zahlen interessiert. Wärte sie 1 Jahr später gegangen, dann hätte sie da wohl schon einiges gekonnt und hätte sich vielleicht gelangweilt. Man kann ein Lernwilliges Kind nicht 1 Jahr davon abhalten. Auch ein Grund weswegen sie jetzt in der Schule ist.

Die Entscheidung müßt ihr alleine treffen. Es gibt Kinder die haben damit keine Probleme, andere sollten besser noch ein Jahr im KiGa bleiben.
Wir sind dann nach der Meinung des KiGa gegangen und nach unserem Bauchgefühl.

Vorschulprogramm find ich nicht schlecht. Das würde ich dann wohl auch mal ausprobieren. Da sieht man dann sicher etwas Klarer.
Ihr habt ja auch noch etwas Zeit.

LG Sonja

Beitrag von laus1 22.10.10 - 10:20 Uhr

Hallo,

meine Tochter wurde im Sep 6 und ist bereits ein Schulkind. Bei uns in BaWü ist ein Kind das bis zum 30.09. geboren wurde ein Muss-Kind.

Viele Grüße
laus

Beitrag von celia791 22.10.10 - 12:09 Uhr

Hallo,

wir haben sehr viele Lehrer in der Verwandt-/Bekanntschaft. Darunter sind 4 Grundschullehrer, Grundschulrektor und eine Grundschulrektorin, die seit diesem Sommer in Pension ist (also mit jede Menge Erfahrung).
Wir haben auch über diese Thema viel gesprochen, da die Kinderärztin unserer Tochter (wird am 23.12. diesen Jahres 6) bei der U9 damals auch meinte, ob wir uns das mal überlegt hätten, sie dieses Jahr schon einzuschulen, da sie so fit wäre. Der Kindergarten sagte bei uns aber auch, dass sie emotional noch etwas Zeit braucht.
Unsere Bekannten sagten einstimmig, dass sie von früher Einschulung gar nichts halten. Sie haben alle die Erfahrung gemacht, dass die ersten beiden Schuljahre auch für Kann-Kinder ein Klacks sind. Aber die richtigen Anforderungen kommen ab der 3. Klasse und dann kann man es gut gebrauchen, wenn man etwas "reifer" ist.
Die Grundschulrektorin kennt ganz viele Kinder, die früher eingeschult wurden, die es aber später nicht mehr ganz so leicht hatten. Sie mussten sich immer mehr anstrengen, als die anderen Klassenkameraden, die 1 Jahr älter waren. Und das nicht nur im schulischen Bereich. Kinder können da sehr grausam sein ala "Du darfst noch nicht mitmachen, Du bist ja noch viel jünger" etc.
Sie sagte zu mir, dass es echt Quatsch wäre, wenn Leute sagen, dass ein Jahr mehr Kindergarten schaden würde. Zumal sie ja dann im nächsten Jahr auch ein Vorschulkind ist und andere Anforderungen bekommt, als die jüngeren Kinder.
Meine Tochter ist jetzt ein Vorschulkind und langweilt sich kein bisschen, obwohl sie sich selber das Lesen und ein kleines bisschen Rechnen beigebracht hat. In der Freizeit kann man die Kinder auch entsprechend "fordern", aber nicht mit schreiben, lesen, rechnen, sondern ihr könntet ein Instrument erlernen oder Euch sportlich betätigen. Basteln, malen, viel rausgehen. Es gibt soviel, damit keine "Langeweile" aufkommt.
Eine Freundin von ihr ist 2 Wochen jünger als sie und sie ist dieses Jahr gegangen. Mittlerweile bin ich echt froh, es nicht getan zu haben. Das Mädchen ist sehr intelligent, hat es aber trotzdem schwer, denn in der Schule wird echt schon sehr viel verlangt. Die älteren haben es etwas leichter, sie kommen schon besser mit dem Druck/Stress klar, der in der Schule herrscht.

Lieben Gruss, Celia.

Beitrag von brynlie 22.10.10 - 14:53 Uhr

Hallo Jana,

unsere Töchter sind praktisch gleich alt. Auch wir stehen vor der Entscheidung, einschulen oder nicht, mit der zusätzlichen Komplikation, dass die beste Freundin unserer Kleinen ein Mußkind ist und unsere Tochter groß ist für ihr Alter. Bei ihr erwartet schon jetzt jeder, der sie nicht kennt, dass sie ein Schulkind ist, und da kommt schon jetzt oft die Enttäuschung rüber, dass sie manche Sachen - wie lesen - eben nicht kann. Kurz gesagt: für ihr Alter ist sie normal entwickelt, aber für ihre Größe wirkt sie zurückgeblieben. War das verständlich? Ich will ja auch nicht, dass sie an dem übersteigerten Erwartungshorizont leidet.

Kurz und gut: Wir sind noch unentschieden.#kratz

LG,
brynlie

Beitrag von dachhase123 23.10.10 - 11:12 Uhr

Hallo brynlie,

ja, das Problem mit der Freundin haben wir auch. Allerdings ist es bei Lilli der beste Freund, den sie seit der Geburt kennt. Der ist auch ein Muss-Kind, soll aber evtl doch noch nicht zur Schule...

Halt mich mal auf dem Laufenden ;-)

Bei uns kommt noch hinzu, dass die Kinder, die mit Lilli eingeschult werden würden (normal), viiiiel jünger sind und Lilli absolut gar nicht mit ihnen spielt oder so. Sie ist immer mit den Großen zusammen... #kratz

LG*Jana