7. Klasse - Thema Lernen *seufz*

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Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von enni12 21.10.10 - 15:20 Uhr

Hallo ihr Lieben,

meine Tochter (12) hat schon immer recht gute Zensuren gehabt, ohne dafür etwas tun zu müssen. Nun hat uns die Lehrerin beim 1. Elternabend der 7. Klasse schon darauf vorbereitet, dass das in Klasse 7 oft nicht mehr so funktioniert. Und siehe da. Eine 3 und 4 nach der anderen #schmoll
Leider sieht sie es nach wie vor nicht ein, dass sie was tun muss. Die anderen in der Klasse wären ja auch nicht viel besser. Ich biete ihr öfters an, mit ihr zusammen zu lernen aber auch das will sie nicht :-(
Zwingen kann ich sie ja schlecht!
Hat jemand einen guten Tipp für mich?
Geredet habe ich schon soviel, dass mein Mund ausgefranzt ist #rofl
Spaß beiseite, ich habe nämlich langsam keine Nerven mehr.
Vielleicht hat ja wirklich jemand einen guten Tipp!

Danke schonmal

Dani

Beitrag von gismomo 21.10.10 - 16:23 Uhr

Hallo,

ich bin bei solchen Angelegenheiten eher so die "Holzhammermethoden-Mama".
Ich würde meinem Kind ganz klar sagen, dass von nichts auch nichts kommt. Wenn sie später mal einen Beruf lernen will, der ihr Spaß macht, muss sie jetzt schon was dafür tun. Das war bei mir als Schülerin nicht anders - ich hatte viele Klassenkameraden mit einer "just-for-fun"-Einstellung (waren ja die neunziger Jahre damals). Die haben heute nicht unbedingt die Jobs, in denen sie sich verwirklichen können...
Ich halte nichts davon, mein Kind in dieser Beziehung übermäßig von der Realität fernzuhalten. Egal, welchen Beruf sie mal ausüben wird - sie muss ich am Riemen reißen können und wird nicht nach dem Lustprinzip arbeiten gehen können. Ohne Arbeit keine Bezahlung, so funktioniert die Welt nun mal. Dass man es nicht übertreiben muss ist klar. Aber Kinder sollten schon wissen, dass man von ihnen erwartet, dass sie etwas leisten. Und Leistung erfordert auch sehr häufig Selbstüberwindung.
In dem Zusammenhang zitiere ich immer unsere Patenkinder in Entwicklungsländern, die dankbar sind, dass sie zur Schule gehen dürfen. Bildung ist ein Privileg. Meine Kinder (vor allem mein älterer Sohn, der schon zur Schule geht), hat dazu inzwischen eine sehr gesunde und gute Einstellung.

Ich bin der Meinung, jedes Kind muss die Leistung bringen, die es bringen kann. Es bringt nichts, ein Kind, das sich mit dem Lernen schwer tut, aufs Gymnasium zu stecken. Aber wenn es reine Faulheit ist, dass man nicht lernen mag - das würde ich nicht akzeptieren. Das gibt es bei meinen Kindern nicht. Sie müssen nicht den ganzen Tag von morgens bis abends lernen, um es übertrieben zu sagen. Aber gar nichts lernen - geht nicht.

Wenn das mit der beruflichen Zukunft nicht zieht, würde ich ihr Privilegien streichen bzw. an Lernzeiten koppeln. Nicht an Notenleistungen, das erzeugt unnötigen Druck und kann zum Gegenteil führen. Aber Lernzeiten bzw. Lernaufgaben in kleinen Portionen. Du musst kontrollieren, ob sie das einhält und nicht in dieser Zeit behauptet, sie würde lernen, aber was anderes macht.
Manchmal müssen klare Vorgaben sein - und eine meiner Vorgaben heißt: "Jeder hat seinen "Job" so gut zu erfüllen wie er kann - und dein Job ist es, zur Schule zu gehen. Ich strenge mich in meinem Beruf an, damit ich meine Sache gut mache. Genau das erwarte ich von jedem aus unserer Familie - dass er sich anstrengt um seinen Job gut zu machen." Hat mein Sohn bisher immer problemlos verstanden.

lg
K.

Beitrag von marathoni 23.10.10 - 13:34 Uhr

Darf ich mal fragen wie alt deine Kinder sind ?

Beitrag von frech1995 21.10.10 - 17:26 Uhr

Diese Phase hatte meine Tochter in der 6. KLasse gehabt. Als Lohn, sie geht auf eine Gesamtschule, bekam sie eine Nichteinstufung in die Erweiterungskurse. Das hatte ihr die Augen geöffnet. Jetzt sitzt sie wieder öfter am SChreibtisch und siehe da, die guten und sehr guten Noten kommen nun wieder Reihenweise.

Ich hatte bei meiner Tochter auch geredet und geredet. Jeden Tag dieselbe Laier. Irgendwann hab ich sie einfach machen lassen. Hab ihr halt die Konsequenzen aufgezeigt und den Rest ihr überlassen.

Beitrag von parzifal 22.10.10 - 07:49 Uhr

Auf was für eine Schule geht sie denn?

Auf dem Gymnasium z.B. ist nuneinmal etwas dafür zu tun um gute Noten zu bekommen/halten.

Entweder sie ändert sich oder Du hast die Möglichkeit diese Änderung zu erzwingen.

Ansonsten wird es bei den Noten (bzw. noch schlechteren) halt bleiben.

Beitrag von enni12 22.10.10 - 09:12 Uhr

Hallo,

sie geht auf die Realschule. Gymnasium wäre für sie drin aber aufgrund ihrer Faulheit haben wir uns (und sie sich sowieso) dagegen entschieden. Bisher gab es immer nur 1 und 2, jetzt leider vermehrt 3 und 4 :-(

Beitrag von fraz 22.10.10 - 10:09 Uhr

Hallo

Offenbar ist deine Tochter nicht auf den Kopf gefallen und kam bis jetzt locker durch die Schulzeit, ohne je wirklich etwas dafür zu tun.
Ich habe auch so eine Tochter zu Hause und als Lehrerin wusste ich, wohin das früher oder später führt:
Wer so lange kaum was für seine guten Leistungen tun musste, dem fällt es dann umso schwerer, wenn dies nicht mehr so ist.
Deine Tochter orientiert sich offensichtlich an der Klasse und ist mit ihren Leistungen zufrieden. In diesem Alter ist es wichtig, langsam aber sicher zu merken, dass man für sich lernt und nicht für die Eltern oder die Lehrerin.

Was du tun kannst?
Nicht viel. Lass sie wissen, dass du ihr mehr zutraust, als sie momentan zu leisten bereit ist. Mit ihr lernen würde ich nur, wenn sie von sich aus kommt. In dem Alter ist alles andere wichtig, nur nicht Schule #gaehn

Vielleicht hat sie bald einen Berufswunsch: Dann kannst du sie bei der Ehre packen. Meine Tochter wusste bald, dass sie nur dann eine Lehrstelle auswählen kann, wenn sie gute Noten und ein Top- Arbeitsverhalten präsentieren kann. Diese Chance hat sie gepackt und sie konnte dann auch wirklich aus mehreren Angeboten auswählen.

Ansonsten: Diese Zeit nennt man Pubertät und da werden noch andere Probleme auftauchen als "nur" die Schule. Da braucht es starke Nerven und immer wieder die Bereitschaft, sich mit dem rebellischen Nachwuchs auseinander zu setzen. Und das kannst du, indem du ihr zeigst, dass du ihr mehr zutraust.

Alles Gute!