Muss jemand Vorschuss gewähren (Arge/Bafäg)? Sperrzeit?

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von wind-prinzessin 21.10.10 - 16:09 Uhr

Hallo allerseits.

Da ich eine schulische Ausbildung ab 17.8. hatte (Kind kam am 20.8., eigentlich würde wegen MuSchu meine Schulzeit am Montag beginnen), habe ich meine ALG-2-Leistungen zum 31.8. gestrichen bekommen. Nun dauert es mindestens bis Ende November, bis mein Bafög-Bescheid kommt. Derzeit leben mein Freund, mein Sohn und ich vom Kindergeld meines Sohnes (meins wird nachgezahlt, ist in Bearbeitung) und vom ALG 2 der beiden. Da ich auch zur Bedarfsgemeinschaft gehöre und daher auch Miete zahlen muss, wird der Rest der Miete (also mein Anteil) den beiden von den Leistungen abgezogen. Im Klartext haben wir monatlich 170 Euro von der Arge + 184 Euro KG. (EG ist ebenfalls noch in Bearbeitung).

Wahrscheinlich kann sich jeder ausrechnen, dass man von dem Geld, wovon wir auch noch Strom, Telefon etc. zahlen nicht wirklich leben können. Nun ist der zweite Monat fast um und wir gehen am Stock.

Meinen Weiterbewilligungsantrag (wegen Überbrückung bis Bafög) habe ich Ende August eingereicht, bis heute kam allerdings kein rechtsfähiger Bescheid.

Da ich keine Leistungen bekomme, wird meine KK auch nicht bezahlt, daher sind mein Sohn und ich quasi nicht versichert. Wir bekommen Gott sei Dank die Beiträge bis Ende November gestundet. Ich könnte zwar familienversichert werden, allerdings ginge das bei meinem Sohn nur über meinen Vater, wenn dieser den überwiegenden Unterhalt für ihn aufbringen würde (was er ja nicht tut und nicht kann).

Nun war mein Vater bei der Bafög-Stelle und hat seine Unterlagen eingereicht. Die nette Dame dort sagte ihm, dass ich nur mit ca. 100 Euro Bafög rechnen könne und er monatlich 400 oder 500 Euro Unterhalt an mich zahlen solle - was er aber nicht kann (er hat ein Haus abzubezahlen und ist Alleinverdiener).

Jetzt muss ich die Schule, bevor ich überhaupt offiziell da war (war im MuSchu schon ein paar Mal dort), abbrechen und schauen, dass ich flott Arbeit oder (noch besser) eine Ausbildung finde. Wenn ich die Schule jetzt aus finanziellen Gründen abbreche, droht mir dann eine Sperre fürs ALG 2?

Und was mache ich jetzt bis Ende November, bis über mein Bafög entschieden wurde? Bekomme ich das Geld auch rückwirkend, wenn ich die Schule abbreche? Oder habe ich dann (auf gut Deutsch) gelitten? Die Arge will uns jedenfalls nichts vorschießen, ich müsse halt warten. Habe mehrfach dort angerufen und nachgefragt, immer bekommt man zu hören, dass ich ja eine Nachzahlung bekommen würde. Ist ja nett, aber wenn das Geld erst in 6 Wochen kommt, kann ich davon ja jetzt nicht einkaufen, keine Rechnungen zahlen usw.

Und ich möchte jetzt nichts hören á la 'Warum habt ihr kein finanzielles Polster?'. Man beachte, dass wir seit fast 2 kompletten Monaten mit deutlich weniger Geld dastehen als eigentlich angebracht! Mein Freund hatte zuvor gar keine Leistungen/kein Einkommen, da er bei Mutti gewohnt hat und wenn er bei mir war, habe ich ihn mit durchgefüttert!


So, ich glaube, das war erstmal genug Information. Wäre super, wenn mir jemand Gesetzestexte dazuposten könnte (ob nun Vorschuss/Sperre oder nicht). Damit ich wenigstens was in der Hand hab.

Danke schon mal im Voraus!

Beitrag von windsbraut69 21.10.10 - 16:14 Uhr

Worauf denn einen Vorschuß?

Beitrag von wind-prinzessin 21.10.10 - 16:33 Uhr

Auf etwas zum Leben (in dem Fall Bafög). Zumindest ein Abschlag wäre erstmal schön. Von den 354 Euro, die wir bekommen, sollen wir ja Strom und andere Zahlungsverpflichtungen wahrnehmen. Und wenn wir das alles bezahlt haben, können wir uns auch was zu essen kaufen. Ich finds halt ziemlich blöd, dass wir 3 Monate in der Luft hängengelassen werden und mein Freund und mein Sohn noch meinen Mietanteil vom Regelsatz abgezogen bekommen.

Beitrag von windsbraut69 21.10.10 - 19:11 Uhr

Ja, dann "pump" doch Deinen Vater an.
Wenn er 500 Euro zahlen muß, kann er ja nicht so knapp bei Kasse sein.

Was hilft Euch denn ein Vorschuß auf das Bafög, wenn Du eh nur 100 Euro bekommst?

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum man sowas nicht alles klärt, bevor man in der Sch...e steckt. Ich fang doch keine Schule an oder melde Elternzeit an, wenn ich nicht weiß, wovon ich dann leben soll!

Aber selbst, wenn das jetzt klappt - Dein Freund wird doch mehr machen können als den "Minijob" bei der alten Dame! Du bist doch nicht ganztags und am Wochenende in der Schule - dann muß er eben abends, nachts und am Wochenende arbeiten!

Alles Gute,

W

Beitrag von wuestenblume86 21.10.10 - 17:13 Uhr

"Die nette Dame dort sagte ihm, dass ich nur mit ca. 100 Euro Bafög rechnen könne und er monatlich 400 oder 500 Euro Unterhalt an mich zahlen solle - was er aber nicht kann "

Damit hast du dir doch die Antwort gegeben...was dein Vater kann oder nicht interessiert die Leute auf dem Bafög-Amt nicht, sondern es geht nur nach dem Einkommen deines Vaters und wieviele Personen er damit zu versorgen hat.

Wieso geht dein Freund nicht arbeiten um euch finanziell zu versorgen!? #gruebel (oder hab ich die Passage verpasst beim Lesen?!)

Beitrag von wind-prinzessin 21.10.10 - 17:15 Uhr

Mein Freund ist in Elternzeit ;-)

Die nächste Frage wäre ja, ob eine Aufstockung durch die Arge möglich wäre. Wenn nicht, hat sich die Ausbildung für mich leider erledigt.

Beitrag von wuestenblume86 21.10.10 - 17:28 Uhr

Auch in Elternzeit kann man 30 Stunden die Woche arbeiten gehen #aha und wenn es nachts an einer Tankstelle ist. Da er vorher ja nix gemacht hat, wird er ja wohl eh nur den Sockelbetrag von 300 Euro bekommen.

http://www.babycenter.de/baby/familienleben/elternteilzeit_expert/

Beitrag von zwiebelchen1977 21.10.10 - 20:43 Uhr

Wenn man sich die ELternzeit nicht leisten kann, dann geht man nicht in Elternzeit

Beitrag von katze-maggy 21.10.10 - 17:15 Uhr

Was macht den der Vater Deines Kindes - den über den kannst Du Dein Kind krankenversichern.

Ob man einen Bafög Anspruch hat, rechnet man eigentlich aus bevor man eine Ausbildung beginnt. Wann hast Du denn den Antrag gestellt? Auch beim Bafög kann man einen Vorschuß bekommen.

Solange Du in der Ausbildung bist, die dem Grunde nach Bafög förderungsfähig ist, hast Du keinen Anspruch auf Normalleistungen bei der ARGE. Eventuell besteht ein Anspruch auf Zuschuß zu den ungedeckten Kosten der Miete. Ist aber abhängig davon, ob Bafög bewilligt wird.

Ansonsten sollte sich Dein Freund so schnell wie möglich einen Job suchen und was zum Familieneinkommen beitragen.

Beitrag von wind-prinzessin 21.10.10 - 17:17 Uhr

Der macht Elternzeit. Da er über seine Mutter krankenversichert ist, ist dort das gleiche Spiel wie bei meinem Vater. Da sie für ihr Enkelkind nicht den überwiegenden Unterhalt bestreitet, kann ich meinen Sohn nicht über sie versichern lassen.

Wenn mein Freund jetzt Arbeit sucht und bekommt, damit ich die Schule machen kann, können wir vom Einkommen auch noch die Tagesmutter bezahlen. Deswegen ist er ja zu Hause.

Beitrag von kerstini 21.10.10 - 17:38 Uhr

Tja aber so ist es nunmal im Leben! Klar blöde Situation für Euch aber so ist es halt!

Ich muss nach meiner EZ auch wieder arbeiten gehn und werde auch nen Krippenplatz brauchen. Da bleibt auch nicht viel vom verdienten Geld übrig. Du hast ja schon den Vorschlag bekommen, Nachts arbeiten! Finde ich prima!

Außerdem könnt ihr Euch beide ja noch Nebenjobs suchen das macht es auch wieder leichter. Finde es nur gerecht, dass wenn dein Vater genug verdient er für deinen Unterhalt verantwortlich ist. Was er von seinem Einkommen zahlen muss interessiert nunmal nicht. Warum auch?!

Also aufrappeln und arbeiten gehn!

Kerstin mit #sternMadita&#sternLeo *08.09.09+ #stern12.SSW u Ida morgen 28.SSW #verliebt

Beitrag von wind-prinzessin 21.10.10 - 18:09 Uhr

Ich fühl mich jetzt etwas falsch verstanden. Ich möchte keineswegs zu Hause sitzen, nur weil das mit der Schule nichts wird! Meine Bewerbungsproduktion läuft auf Hochtouren, habe grad was Interessantes gefunden. Receptionistin in einer angesehen Spielbank, Vollzeit. Mit Wochenend- und Nachtschicht.

Zudem habe ich momentan einen Minijob in Aussicht, mein Freund ebenso. Bei mir werden es monatlich um die 100 Euro, bei meinem Freund leider deutlich weniger (einer alten Dame mittags das Essen bringen, das kann er wenigstens mit Kind machen).

Beitrag von kerstini 21.10.10 - 19:26 Uhr

Ja aber wenn Euch das nunmal nicht reicht muss dein Freund eben auch Vollzeit arbeiten gehen. Punkt aus!

Wenn ich mir EZ nicht leisten kann ist das halt Pech! Tut mir leid das ist meine Meinung!

Beitrag von wind-prinzessin 21.10.10 - 19:33 Uhr

Gerne, aber wo machen wir das Kind in der Zeit hin? Die Tagesmütter müssen wir ja auch bezahlen und Stellen fallen leider Gottes nicht vom Himmel, sonst wäre ich jetzt nicht in der Situation.

Beitrag von zwiebelchen1977 21.10.10 - 20:47 Uhr

Was hast du denn für eine Ausbildung?

Beitrag von kerstini 22.10.10 - 06:34 Uhr

Wie gesagt Tagesmutter oder Kinderkrippe! Klar kostet das und klar muss man sich um nen Platz bemühen aber da müsst ihr Euch halt dann jetzt mal dahinter klemmen.

Wie gesagt... Euch gehts nicht anders als vielen anderen auch!

Beitrag von windsbraut69 22.10.10 - 07:52 Uhr

Die Betreuung wird ja vom Jugendamt einkommensabhängig bezuschußt.

Was habt Ihr beide denn vor dem Kind gemacht bzw. wovon gelebt?

gruß,

W

Beitrag von zwiebelchen1977 22.10.10 - 08:57 Uhr

Also sie hat soweit ich mich aus anderen Beiträgen erinnern kann, keine Ausbildung.

BIanca

Beitrag von october 21.10.10 - 18:59 Uhr

Hallo,
ich war damals in einer ähnlichen Situation. Bafög-Antrag wurde ewig nicht bearbeitet. Deshalb lag auch der Antrag für Übernahme der Krippenkosten auf Eis, weil die den Bafög-Bescheid brauchten.
Einkommen hatte ich dann 300 € Elterngeld, 2x Kindergeld, UHV. Davon musste ich Miete und Fixkosten bezahlen und den Krippenplatz (hatte ja noch keinen Bescheid über die Kostenübernahme). Vorgestreckt hat mir keiner etwas. Ich habe von den Nachzahlungen (Kindergeld und Elterngeld) gelebt und das sehr, sehr sparsam. Kleine Zuschüsse von Opa und Papa hatte ich auch noch.
Dein Vater muss deinen Unterhalt übernehmen. Wenn er es nicht freiwillig tut, kannst du ihn darauf verklagen. Aber das überlegt man sich lieber 3x.
Die andere Variante ist der Vater des Kindes. Elternzeit hin oder her, wenn es an die Existenz geht, sollte man die Ar***backen zusammen kneifen und auf die Elternzeit verzichten.

Zur Krankenversicherung: Google mal nach Familienversicherung von Kindern familienversicherter Kinder oder arbeitete dich mal durch diesen Paragraphen: http://bundesrecht.juris.de/sgb_5/__10.html
Es wurde erst 2005 ein Passus ins Gesetz eingefügt, der die Kinder familienversicherter Kinder berücksichtigt. Ich hab auch die Erfahrung gemacht, dass die Krankenkassen sich erstmal quer stellen. Die Begründung mit dem überwiegenden Unterhalt ist überaltet und somit in eurem Fall nicht anwendbar. Dein Sohn muss mitversichert werden, wenn ihr beide familienversichert seid. Die Frage ist bloß bei wem, ich hoffe ihr habt die selbe Krankenkasse... ;-)

Lg Annika

Beitrag von wind-prinzessin 21.10.10 - 19:32 Uhr

Mein Vater übernimmt ja gern was. Aber 500 Euro sind nunmal echt nicht drin. Wenns 100 oder 200 wären, wäre das noch für ihn tragbar. Und keine Angst, er erzählt nicht nur irgendwas, damit er nicht zahlen muss. Ich kenne die finanzielle Situation meiner Eltern schon länger. Seit meine Mutter durch ihren Unfall berufsunfähig wurde und dann keine Arbeit mehr gefunden hat (wer stellt denn eine 52jährige gehbehinderte Krankenschwester ein, die von Computern keine Ahnung hat? Ihren Beruf kann sie nicht ausüben und Büro ist ihr zu hoch, viel bleibt dann hier im Umkreis nicht übrig).

Das mit der Familienversicherung wurde uns von der KK gesagt. Ja, wir sind bei der gleichen :-)

Hätten wir vorher gewusst, dass er für eine BAE vorgemerkt war, hätte er die BAE gemacht und wir stünden jetzt vermutlich besser da. Mir wollten sie ja keine geben, es wäre ja unverantwortlich, eine junge Mutter von der Elternzeit abzuhalten.. #bla Das mit der BAE für ihn haben wir vorgestern erfahren.

Wie schaut das jetzt eigentlich aus mit der ALG-2-Sperre? Bekomme ich eine oder nicht? Ich bewerbe mich zwar fleißig, aber das muss ja nicht heißen, dass ich auch direkt eine Stelle bekomme. Wird mir die Sperre denn (wenn ich eine bekomme) rückwirkend angerechnet? Also ab 1.9.?

Beitrag von october 21.10.10 - 19:45 Uhr

Huhuuh,

das mit der Familienversicherung wurde mir auch erst so von der KK erzählt. Ich sollte mich oder mein Kind selbst versichern. Letztendlich hab ich mich an den PC geklemmt und herausgefunden, dass mir Mist erzählt wurde und sowohl ich als auch miene Tochter damals bei meiner Mutter familienversichert wurde. Ich geb dir nur den Tipp, nicht alles gleich so hinzunehmen, wie es dir erzählt wird und dem zu widersprechen. Hol dir notfalls Hilfe bei einer Beratungsstelle (Awo, Caritas etc.). Die Versicherung kann dich über 100€ monatlich kosten. Bei eurem knappen Budget wär ich nicht scharf darauf, die zu bezahlen, wenn es nicht sein muss, nur weil euch jemand von der Krankenkasse etwas falsches erzählt hat.

Was ist denn eine BAE?

Wieso Alg2-Sperre? Wieso bewerben?

LG Annika