Fahrtkosten für Ausübung des Umgangsrechts

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von minusch73 23.10.10 - 11:55 Uhr

Vorab sei gesagt, dass ich zu diesem Thema schon Stunden im Internet recherchiert habe, aber die Antworten hierzu extrem widersprüchlich sind. Also höre (bzw. lese) ich doch wieder hier bei Euch Eure eigenen Erfahrungswerte. Vielen Dank für die vielen Antworten, die ich bisher auf meine anderen Fragen bekommen habe.

Fakten: Geschieden, zwei Kinder, Vater arbeitet schwarz (leider kaum nachweisbar), angegeben sind 100-Euro-Job, zahlt auf Grund dessen, dass er "offiziell" Hartz-IV-Empfänger ist, keinen Unterhalt. Unterhaltsvorschuss gibt es vom Jugendamt nicht (mehr). Er lebt mit seiner Lebensgefährtin zusammen in einer großzügigen Wohnung (machen wohl einen auf WG, wie ich hörte - wegen des Amtes, sonst dürften sie das nicht), er fährt einen BMW (nicht alt), flog die letzten Jahre zum Tauchurlaub nach Mexiko, Kuba, Ägypten - kurz: er lebt nicht schlecht.

Wie bereits erwähnt, ist diese Sozialschnorrerei sehr schwer nachweisbar.

Aus beruflichen Gründen bin ich nach Berlin gezogen. Ich war vorher lange arbeitslos und habe in der Firma, in der mein jetziger Lebensgefährte arbeitet, ebenfalls eine Anstellung gefunden. Insofern bin ich aus einem wichtigen Grund von Leipzig weggezogen. Hierfür benötigte ich die Einverständniserklärung des Kindesvaters. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gab er sie. Geregelt wurde dies über einen Anwalt. Er erklärte dem KV, dass ich ZUNÄCHST die Fahrtkosten von Berlin nach Leipzig und zurück aller vierzehn Tage übernehmen würde. Später würde man sich auf eine Teilung der Fahrkosten einigen müssen. Da er keinen Unterhalt zahlt, wäre er in der Pflicht, die Kinder auf seine Kosten zu holen und zu bringen.

Nun ist es ja so, dass ich inzwischen absolut keinen Unterhaltsvorschuss mehr für meine Jungs bekomme. Zu Klassenfahrten, für Klamotten etc. bekomme ich vom KV kein bißchen dazu. Er erteilt mir zwar gerne mal Vorschriften, was ich für die Jungs so anzuschaffen hätte, gibt für diese jedoch keinen Cent aus. Seit neun Monaten fahre ich die Kinder freitags von Berlin nach Leipzig, abends allein wieder zurück, und hole sie sonntags abends wieder ab. Die Kosten für ein Umgangswochenden betragen etwa 80 Euro (pro Monat also 160 Euro, nur damit der - nicht schlecht lebende - KV seine Kinder sehen kann, vom zeitlichen Aufwand mal abgesehen).

Ich beabsichte nun, ihm schriftlich mitzuteilen, dass er in Zukunft jedes zweite Mal sich selbst um das Holen und Bringen der Kinder kümmern müsse.

Frage: Bevor ich einen Anwalt konsultiere - kennt sich jemand damit aus?
Darf ich das oder ist das rechtswidrig?

Und verdammt noch mal, hat jemand einen Tipp, an wen ich mich wenden kann, wenn er wieder einen auf "armen Arbeitslosen" macht, dem das Geld für die Fahrkosten fehlt? Geschätztes "schwarzes" Einkommen 1.500 Euro (Minimum) plus ALG II. Arbeitsamt scheidet aus, die interessieren sich absolut nicht dafür, warum auch immer, und Jugendamt zuckt bedauernd die Schultern, weil nicht beweisbar. Es wäre anders, wenn er wirklich kein Geld hätte. Ich will dem KV auch nichts Böses, eigentlich wollte ich immer nur meine Ruhe. Andererseits ist es so verdammt unfair - auch den Kindern gegenüber.

Kann ich ihm jedes zweite Umgangs-WE die Kosten auf´s Auge drücken?

Beitrag von stormkite 23.10.10 - 12:03 Uhr

Du kannst natürlich die Hol- und Bringerei einstellen, und ihm mitteilen, das er sich in Zukunft selber drum zu kümmern habe.

Was möglicherweise dazu führt, das die Kinder ihren Vater nicht mehr sehen. Wenn dem Vater das sehen seiner Kinder wirklich wichtig ist, dann holt er sie ab, ganz egal was du tust.

Er hat glaube ich das Recht, das du Bringst- und Holst, weil du weggezogen bist. Das müsste er aber einklagen. Möglicherweise würde dann eine "Kostenhalbierung" angeordnet, wer weis das schon. Gerichte sind wie eine Lostrommel ... viele Nieten und selten ein Gewinn.

Es ist immer ganz schwer, jemanden, der partout nicht will und nichts zu verlieren hat, zu etwas zu bringen. Egal wie fair und gerecht das wäre, was man will.

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So wie es bei euch läuft, wirst du wohl weiterbezahlen, solange dir der Umgang deiner Kinder 160,- Euro monatlich wert ist.

Gruß, Kite

Beitrag von kaltesherz0907 23.10.10 - 12:15 Uhr

Darf ich mal fragen woher du das mit seinem Einkommen weist?

Beitrag von minusch73 23.10.10 - 12:20 Uhr

Ich habe fünfzehn Jahre mit ihm zusammen gelebt und kannte daher schon immer seine Einkommensverhältnisse. Als ich noch verheiratet war (und er damals schon diese Lebensweise hatte), verdiente er etwa 2.000 Euro. Ich kenne in etwa die Stundenlöhne, die Lokal ebenfalls plus geschätztes Trinkgeld. Da inzwischen einige Zeit vergangen ist, war meine Einschätzung seines Einkommens eher vorsichtig angesetzt. Daher der Zusatz minimum.

Ich kenne den Mann so gut, dass ich sagen kann: Ich verwette meine beiden Hände, dass er den Job nicht machen würde, wenn sich das nicht für ihn lohnte.

Beitrag von kaltesherz0907 23.10.10 - 12:23 Uhr

Ähm, verstehe ich das richtig, dass du diese Lebensweise toleriert bzw unterstützt hast? (ist hier nicht die Frage, es wundert mich nur, dass du so genau Bescheid weist über sein Einkommen)

Beitrag von minusch73 23.10.10 - 12:42 Uhr

Das habe ich oben schon erklärt, außerdem sind meine Jungs informiert. Dass ich diese Lebensweise toleriert bzw. unterstützt habe, habe ich nie behauptet. Ich bin nicht umsonst geschieden!

Beitrag von minusch73 23.10.10 - 12:16 Uhr

Ehrlich gesagt, mir ist der Umgang schon deshalb nichts mehr wert, weil es immer schwerer wird, die Jungs davon zu überzeugen, ihren Vater zu besuchen. Sie werden älter und begreifen mehr. Letzte Woche hat sich mein Zwölfjähriger beim JA erkundigt, ob er gezwungen werden kann, seinen Vater zu sehen (!). Er war allein dort.

Nun bin ich ja gehalten, den Umgang zu ermöglichen. Ich fand das generell immer wichtig.

Aber wenn die Jungs dort häusliche Gewalt erleben müssen oder nicht mit seiner LG sprechen dürfen, weil diese sich mit dem KV gestritten hatte und so "bestraft" wird, obwohl sie allein zur Betreuung der Kinder abgestellt wurde, oder die Kinder, weil es einen Geschwisterstreit gab, vier Stunden auf dem Fußboden ohne Beschäftigung sitzen mussten - mal ehrlich: Wie gern setzt Du Dich dann noch für den Umgang ein und übernimmst dafür die Kosten? - Aber dieser Absatz ist eine andere Problematik und wird derzeit zu klären versucht.

Ich habe meinen Großen vertröstet im Hinblick darauf, dass die Sehnsucht seines Vaters sich in Grenzen halten wird, sobald er dafür auch etwas bezahlen muss. (Naürlich nicht so, sondern "warte erstmal ab, wie sich alles entwickelt").

Beitrag von silbermond65 23.10.10 - 14:45 Uhr

Wenn deine Kinder sowieso nicht mehr zum Vater wollen ,teil dem guten Mann mit,daß du ab sofort nicht mehr den Chauffeur und Alleinzahler spielen wirst.
Liegt ihm was an seinen Kindern ,findet er einen Weg wie er sie holen und bringen kann.

Beitrag von janamausi 23.10.10 - 14:34 Uhr

Hallo,

ich denke über den Zoll kannst Du etwas erreichen. Die interessieren sich schon für Schwarzarbeit :-)

LG janamausi

Beitrag von frau.mecker 23.10.10 - 18:35 Uhr

Unter die Härtefallklausel fällt u.a. die Ausübung des Umgangsrecht.
Das wären dann Übernahme von Fahrtkosten, die dein werter Exgatte beantragen kann und auch hier übernimmt der großzügige Steuerzahler die vollen Kosten. (Weisung)


Engangiere einen Privatdedektiv, der die Sozialschmarotzerei für dich ausfindig machst, sofern du es dir leisten kann. Und ja, ich wäre da hinterher wie der Wind hinter den Blättern.

mfg

Beitrag von minusch73 23.10.10 - 19:20 Uhr

Ja, das mit dem Detektiv habe ich mir auch schon überlegt, falls der KV vor Gericht ziehen will, um einzuklagen, dass ich weiterhin die vollen Fahrtkosten zahlen soll. Allerdings weiß ich nicht, ob ich mir das leisten kann. Aber wäre zu überdenken, ja.

Beitrag von manavgat 23.10.10 - 20:38 Uhr

Anzeige wegen Unterhaltspflichtverletzung. Anwältin einschalten und immer auf die 12.

Im übrigen kannst Du den Staatsanwalt auffordern, seinen Pass zur Ansicht einzufordern. Da kann er dann mal erklären, wie er die Urlaubsreisen bezahlt, wenn er offiziell kein Einkommen hat. Im übrigen kannst Du natürlich auch der ARGE einen Tipp geben, da diese Abwesenheiten sicher nicht genehmigt waren.

Bei Kerlen (und Ladies) die sich um Unterhaltspflichten drücken, bitte immer voll auf die 12.

es ist nämlich das Geld des Kindes!, was fehlt.

Gruß

Manavgat