Ständig müde und dann gehts los...

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von mary31 23.10.10 - 12:28 Uhr

Hi,

man das ist schon wieder so ein typisches Wochenende. Eigentlich sollte alles schön und ruhig sein, aber irgendwie sieht es mal wieder anders aus.

Mein Großer (3,5) ist irgendwie am Wochenende so erschlagen von der Kindergartenwoche, das es mal wieder Dauerstreß gibt. Jedes Wochenende ist absoluter Terror und mein Mann und ich sind komplett mit den Nerven am Ende und das ist nicht erst seit ein paar Wochen so.

Heute morgen sind wir gegen 7 Uhr aufgestanden. Das ist für unsere Verhältnisse mega-spät, denn ich habe zwei kleine Frühaufsteher. Normal ist 5-6 Uhr. Eigentlich wollte ich mit Tim (3,5) Brötchen holen und er wollte das auch, aber dann hat er sich irgendeine Nichtigkeit überlegt und lag brüllend am Boden. Dann waren wir Brötchen holen und gleich zuhause lag er wieder brüllend am Boden, irgendwas war wieder nicht in Ordnung. Nach dem Frühstück wollte ich mit beiden nach draußen, wieder nicht so einfach aber dann sind wir los. Eine kleine Runde mit Karre und Laufrad, ist ja auch nichts schlimmes bei dem Wetter. Das war noch vor 10 Uhr.

Unterwegs gings dann richtig los. Tim wollte einen Apfel von einem fremden Apfelbaum und ich kann da ja schlecht einfach einen Apfel abpflücken. Schon gings wieder los, aber diesmal richtig. Er hatte einen solchen Dauer-Tobsuchtsanfall, das ich mit guten Worten nicht mehr weiterkam. Es war nichts mehr möglich, ich kam nicht mehr durch. Es ging auch (so wie ich das einschätze) nicht wirklich um den Apfel, sondern mal wieder darum, sich in den Mittelpunkt zu stellen und zu beweisen. Wir sind jedenfalls nicht mehr vom Fleck gekommen und zu guter Letzt habe ich das Laufrad auf die Karre gelegt und Tim gegen seinen Willen nach Hause getragen. Er hat getobt und gebrüllt, aus Leibeskräften. Zuhause hat er sich auch gar nicht beruhigen können und immer weitergebrüllt. Völlig geistesabwesend war er und brüllte dauernd, "ich gehe da alleine hin", "ich will spazierengehen". Dabei lag er auf dem Boden und rollte sich hin und her. Er hat sich wie verrückt die Augen gerieben und irgendwie habe ich ihn dann ins Bett verfrachtet und er schläft jetzt.

Mal ganz ehrlich: Solche Szenen haben wir schon lange regelmäßig. Manchmal habe ich das Gefühl, Tim ist nach dem Aufstehen schon wieder so müde, da selbst allerkleinste Aktivitäten schon eine komplette Überforderung darstellen. Abgesehen davon komme ich mir mittlerweile komplett blöd und blamiert vor nach solchen Ausflügen. Ich bin fix und fertig.

Wenn er müde ist, rastet er sehr oft derart aus. Aber irgendwann müssen wir ja auch mal was unternehmen und ich kann ja schlecht nur mit beiden drin hocken. Abgesehen, das es hier mit beiden Kindern auch nur Theater gibt.

Neulich (nur nochmal als anderes Beispiel) wollten wir nachmittags Enten füttern an einem Teich: Tim ist so ausgerastet, hat mit Steinen nach den Tieren geschmissen und zu guter Letzt mußte ich ihn wieder packen und ins Auto zurücktragen, weil nichts mehr ging. Das muss doch irgendwann mal anders werden...der tobte da auch mind. eine Stunde, auch zuhause noch weiter, von der Autofahrt gar nicht zu reden.
Als ich das später nochmal mit ihm besprochen hatte, kam nur ein bockiges "Ich wollte aber mit Steinen schmeißen...".

Hört das irgendwann auf? Ist das noch "normal" ??? Im Kindergarten ist alles in Ordnung, nur Lob, bei der Oma benimmt er sich tadellos, alles super und zuhause nur Ärger. Sorry fürs Jammern, eigentlich sollte man sich ja freuen, das beide Kinder gesund und munter sind, aber ich bin echt bedient.

LG Mary

Beitrag von nicole9981 23.10.10 - 13:22 Uhr

Hallo!

Kann es sein dass Du bissel oft auch mit Deinem Sohn rumdiskutierst? Er ist ja nun im Trotzalter da ist das normal und so solltest Du das auch sehen. Klar will er sich behaupten. Ich würde ihn auch schnappen und gehen.

Ich selbst diskutiere nicht mit meinem Sohn. Steine werden nicht geschmissen. Punkt. Ich achte darauf dass ich mit meinem Sohn auf Augenhöhe gehe und auch dass er mich anschaut wenn ich mit ihm spreche oder halt dass ich seine Aufmerksamkeit habe. Dann klappt es wesentlich besser.

Das Toben morgens haben wir hier auch hin und wieder. Er will halt mit zum Bäcker aber er will sich nicht anziehen oder angezogen werden. Dann gehe ich nach einer Weile ohne ihn. Klar tobt er, aber eben nur ein oder zwei Mal. Oder halt man setzt sich eben durch dass er mitkommt und zwingt ihn zum Anziehen was aber für mich keine Option wäre.

Ich diskutiere gerne aber eben nur bei Themen die für die Kleinen auch zu diskutieren sind heißt: ich lasse mir gerne ein Eis aus dem Kreuz leiern, aber Steine schmeißen (z.Bsp.) geht nicht.

Musst Du sicher auch durch. Lass Dir auch gleich mal noch sagen dass die Pupertät die noch kommt eine ganze Ecke schwieriger ist ;-)

LG Nicole

Beitrag von sternchen373 23.10.10 - 13:23 Uhr

Hallo!

Ich kenne das auch. Nur zu Hause dieser Terror! :-[

Alle sagen immer zu mir: "Du hast doch das liebste Kind" oder "das kann ich mir bei Jule gar nicht vorstellen, so was macht die doch nicht, die ist doch so ruhig" ... #augen

Jaja, klar, nur bei mir eben nicht.

Im Kiga hat sie genug zu tun, bei Oma wird sie pausenlos beschäftigt und betüddelt und wenn wir bei Freunden sind, klar, dann hat sie ja auch jemand zum Spielen.

Aber bei Mama und Papa muss sie natürlich auch mal zurück stecken und testet dann eben die Grenzen aus.

Ich habe leider auch keine tollen Tipps, außer: Durchhalten mit liebevoller Konsequenz. #schwitz
Auch das geht vorüber...

LG,
Anja mit Terrorzicke Jule :-p

Beitrag von janamausi 23.10.10 - 14:29 Uhr

Hallo,

wenn er früh um 7 Uhr noch Müde ist aber nicht länger schlafen will warum steckst Du ihn dann nicht eher ins Bett?

Was hat er denn für eine Konsequenz bekommen, als er vor dem Brötchen holen so getobt hat? Ich hätte in dem Fall meiner Tochter angedroht wenn sie nicht aufhört, darf sie nicht zum Brötchen holen mit und hätte es durchgezogen.

Ebenfalls hätte ich keine Stunde bei den Enten das Theater mitgemacht sondern wäre gleich - nach einer einmaligen Androhung - heimgegangen. Lebewesen beschmeißt man nicht mit Steinen weil das gefährlich ist und da gibt es auch nichts zu diskutieren.

Auch beim Apfel hätte ich ihm es erklärt, warum er keinen haben kann und nicht lange diskutiert bis man mit guten Worten nicht mehr durchkommt.

LG janamausi

Beitrag von kathrincat 23.10.10 - 15:00 Uhr

naja, warum hast du nicht gesagt ich gehe, es soll nachkommen, meine hat sehr schnell gelernt, sie kann sich so benehmen aber kommt damit nicht weit. also hat sie es gelassen.

ich denke einfach, du schaust die es zulange an, oder redest auf ihn ein, was da echt nichts bringt bocken lassen und nciht beachten, hilft da mehr und sie kommen schneller wieder runter.

Beitrag von klara26 23.10.10 - 17:24 Uhr

Hallo Mary,

ich denke, dass es in allen Familien mal so hergeht. Nur vergisst man es zum Glück schnell wieder und keiner will sich mehr daran erinnern.

Das liegt nicht an zu viel Diskussion oder Inkonsequenz. Ich glaube, dass liegt einfach am Alter.

Ich habe 3 Töchter (7 Monate, 3,5 und 6 Jahre alt) und meine Mittlere ist auch so eine Tyrannin. Besonders schlimm war es diesen Sommer. Sie ging noch nicht in den Kiga und ich war mit Mathilda und ihr jeden morgen alleine. Sie bockte, schrie, nervte.......es war einfach schrecklich. Abends, als sie dann so freidlich in ihrem Bett lag, tat mir das Dauergeschimpfe so leid. Ich konnte sie ja verstehen, dass sie in einer ganz blöden Situation war. Einmal saß ich vor ihrem Bett und weinte. Ich wußte einfach nicht mehr weiter. Ich nahm mir vor nicht mehr mit ihr zu schimpfen. Doch morgens ging es schon wieder los. Bevor ich überhaupt wach wurde, stürtze sie sich auf mich drauf, so dass mir fast der Rücken brach und danach knuddelte sie Mathilda so sehr, dass ich glaubte sie wird zerquetscht.
Ich versuchte mir viel Zeit für sie zu nehmen. Am Wochenende unternahmen wir etwas zusammen. Nur sie und ich. Trotzdem war sie anstrengend.

Jetzt geht sie in den Kindergarten und alles ist besser geworden. Sie ist ausgelastet, wird gefördert. wird dort erwarten und von der Gruppe freudig empfangen. Sie hat sich dadurch sehr gewandelt.

Gibt es bei Euch so eine Elterberatung? Wir haben immer alle 2 Wochen ein telefonische von der Zeitung. Ich habe da mal wegen einer anderen Sache angerufen und bin heute immer noch froh, dass ich mich "getraut" habe.

lg aus hamburg von klara