Meine Tochter kann nicht verlieren

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von pirat76 24.10.10 - 12:24 Uhr

Hallo,
mein Problem steht ja oben schon.
Meine Tochter ( 4Jahre) fängt sofort an zu weinen, wenn sie bei einem Spiel verliert. Eigentlich machen wir jeden Samstag Abend einen Spieleabend, doch seit einiger Zeit macht es keinen Spaß mehr. Immer wenn meine Tochter merkt, dass sie verliert, fängt sie an zu weinen und will nicht mehr weiter spielen:-[. Im Kindergarten habe ich die Erzieherinnen nach ihren Erfahrungen gefragt und sie sagten mir, dass meine Tochter dort oft nur Puuzel oder in der Puppenecke spielt. Ich könnte jetzt ewig weiter schreiben.....
Kann mir jemand sagen, was ich machen soll. Immer nur gewinnen lassen halte ich auch nicht für richtig, weil unsere älteste Tochter das auch gemein findet.
BITTE RETTET UNSEREN SPIELEABEND.

Beitrag von schnuffel0101 24.10.10 - 12:35 Uhr

Das hatten wir zeitweise bei meinem Sohn (inzwischen 5) auch. Wenn er merkte, dass er verliert, ist er wütend geworden und hat alle Spielfiguren weg geworfen. Ich bin allerdings der Meinung, dass sie in dem Alter schon lernen müssen, auch manchmal zu verlieren. Ich hab es immer so gemacht: Wenn er anfing, wütend zu werden, habe ich das Spiel rigoros beendet. Habe ihm dann erklärt, dass es so nicht geht und dass wir dann leider nicht weiter spielen können. Na ja, ich hab es einmal angedroht vorher und wenn er dann nicht reagiert hat, habe ich alles beendet.
Es hat einige Zeit gedauert, aber inzwischen hat er es anscheinend soweit verstanden, dass er nicht immer gewinnen kann.
Gut, bei Euch ist jetzt noch das grössere Kind mit dabei. Für sie wäre es gemein, das Spiel komplett zu beenden. Wenn Deine Kleine es absolut nicht verstehen will, würde ich sie vielleicht ein paar Mal vom Spiel ausschliessen und ihr aber gleichzeitig erklären, warum Du so handelst und das es nicht immer nur um sie gehen kann. Das hört sich jetzt vielleicht sehr hart an, aber in dem Alter verstehen sie so viel. Vielleicht funktioniert es ja.

Beitrag von schullek 24.10.10 - 13:34 Uhr

hallo,

sie ist gerade mal vier! da bricht halt die welt zusammen, wenn man verliert. das hat weder was mit erziehung zu tun noch mit schlechtem benehmen.
mein sohn ist auch so einer. wir lassen ihn halt ab und an gewinnen, aber nat. nicht immer.ne ausgewogene mischung. je älter er wird, desto weniger. wir wollen alle spaß haben und wenn er zickt, ist es eben beendet. aber wie gesagt, ich hab keine probleme mit ab und an gewinnen lassen, damit der spaß bei ihm nicht verloren geht.
bei manchen spielen, wie memory oder zicke zacke hühnerkacke, hat er eh die nase vorn...

ich war auch schon immer eine, die niht verlieren kann. und zwar so schlimm, dass keiner, der mich näher kennt, noch mit mir monopoly spielen mag....
schlimm, aber leider wahr. aber auch ich bin älter und weise geworden#schein

lg

Beitrag von binnurich 24.10.10 - 13:55 Uhr

das kommt noch

m. e. rettest du den Abend, wenn du ggf. dafür sorgst, dass sie im ausgewogenen Anteil verliehrt (also ggf. mal gewinnen lassen....aber zunhemend seltener)

Ansonsten muss sie da auch durch

und vielleicht auch altersgerechte Spiele spielen... manchaml ferliehren die Kids, weil sie die Strategie noch nicht beherrschen

Meine Tochter hat auch am Anfang Terror gemacht, das hat sich alber langsam gelegt und sie liebt Gesellschaftspiele

Beitrag von cori0815 24.10.10 - 15:01 Uhr

Hmm, vielleicht solltet ihr übergangsweise kooperative Spiele spielen, also ein Spiel, bei dem alle gemeinsam gegen etwas anderes spielen. Na, so im Sinne von HABAs Obstgarten: alle retten die Obsternte, bevor der Rabe kommt und alles auffuttert.

Dann würde sie auf jeden Fall in bester Gesellschaft sein, wenn sie verliert und müsste ihr "schweres Los" nicht allein tragen.

Ansonsten finde ich, ist es ein ganz normaler Lernprozess, den auch deine Tochter durchlaufen muss. Beim einen geht es halt schneller, bei einem dauert es halt länger. Da müsst ihr wohl leider alle durch. Stellt ihr frei, ob sie überhaupt mitspielen möchte und weist sie darauf hin, dass sie aber - wenn sie mitspielt - mit einem möglichen Verlieren gefasst umgehen und das Spiel mit allen anderen zu Ende spielen muss.

Ich denke, es ist nur eine Phase, die wird sie locker meistern. Zumal sie ja genügend Übung im Verlieren schon dadurch haben sollte, da sie ja schon eine ältere Schwester hat und da sicher auch mal den Kürzeren ziehen wird im täglichen Spiel.

LG
cori

Beitrag von kroeti75 24.10.10 - 21:19 Uhr

Das kenn ich auch zu Genüge von meiner Tochter (auch 4). Ich habe immer und immer wieder versucht, ihr zu erklären, dass man halt mal gewinnt und mal verliert und dass man ja nicht spielt, um zu gewinnen, sondern weil man Spaß am Spiel hat.
Hat alles nichts gebracht, bis wir irgendwann mal zusammen Memory gespielt haben und ich verloren habe (wirklich verloren, denn bei Memory ist sie tatsächlich meistens besser als ich#schein). Ich habe die Karten vom Tisch gefegt und theatralisch, mit ganz weinerlicher Stimme und wütend verschränkten Armen verkündet, dass ich nie mehr Memory spielen möchte und dass ich überhaupt nur etwas spielen möchte, wenn ich auch auf jeden Fall gewinne.
Meine Tochter hat zuerst geguckt wie ein Auto. Dann hat sie meinen Arm gestreichelt und gesagt: "Aber Mama, kann nun mal nicht immer gewinnen. Hauptsache ist doch, man hat Spaß beim Spielen." (Es ist also doch etwas von meinen Endlossätzen bei ihr hängen geblieben:-p).
Dann habe ich gelacht und ihr gesagt, dass ich ja nur Spaß gemacht habe und dass es natürlich nicht schlimm ist, wenn man verliert. Sie fand das dann tierisch lustig, und wenn wir jetzt zusammen spielen, ist es ganz oft so, dass sie vorab sagt: "Aber wenn du verlierst, darfst du nicht nölen, o.k. Mama?" Und wenn ich dann sage, dass das aber auch für sie gilt, akzeptiert sie das auch und i.d.R. gibt es tatsächlich kein Theater mehr, wenn sie verliert.
Ist vielleicht etwas unkonventionell, aber bei uns hat das echt gut geklappt.
Lieben Gruß
Andrea