Geht dieser Scheiss denn schon wieder los?

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von schnuffel0101 24.10.10 - 21:01 Uhr

Kurz zur Vorgeschichte: Mein Mann und mein Ex hatten ziemlich lange heftigen Kleinkrieg miteinander. Wir waren sogar vor Gericht. Seit Juli diesen Jahres ist das ganze eigentlich recht gut beigelegt. Ich war super froh, weil meine Nerven sowas echt nicht mehr mitmachen.
Jetzt scheint der ganze Mist schon wieder loszugehen. Wenn mein Sohn aus erster Ehe sein Papa-Wochenende hat, ist er danach meist den ersten Tag recht aufmüpfig und frech. Ich habe inzwischen schon eine recht gute Methode gefunden, damit umzugehen. Mein Mann anscheinend nicht. Er hat sich heute über so ziemlich jedes Wort meines Sohnes aufgeregt und hat ihn ausgemotzt. Es war hinterher nur noch lächerlich. Da musste man sich echt fragen, wer das Kind und wer der Erwachsene ist.
Dazu kam dann noch: Am Freitag abend hatte mein Sohn wieder sehr viele Probleme mit den Nachwirkungen seiner Phimose-OP und mussten mehrfach hin und her telefonieren. Beim ersten Anruf war ich nicht da und somit haben sie meinen Mann vollgesabbelt. Er kann eigentlich überhaupt nichts dazu, da er die ganze Woche meistens abends erst recht spät nach Hause kommt und nicht mehr viel von allem mitbekommt.
Er regt sich nun so darüber auf, dass er seinen Kleinkrieg wieder beginnen will. Ich finde das so albern und kindisch, aber wenn man ihm das sagt, steigert er sich extrem rein. Dann hatte mein Sohn heute abend noch gesagt, dass mein Mann heute doch ziemlich gemein wäre. Normalerweise verstehen sich die beiden recht gut. Er will demnächst Sonntags immer verschwinden, wenn mein Sohn nach Hause kommt und abends erst wieder kommen. Das ist doch total kindisch und albern.
Sowas nenne ich kein Familienleben. Wir haben noch einen gemeinsamen Sohn, muss ich dazu sagen.
Ich habe total Angst, dass meine Nerven das eines Tages nicht mehr mitmachen. Hab ich ihm eben auch gesagt. Da meinte er nur: Ok, dann bin ich wenigstens der Schuldige.
Was soll man denn davon halten? Der Rest des heutigen Tages war eigentlich sehr schön und jetzt so ein Ende.
Ich sitze hier nur noch und weine . Bin total fertig.

Beitrag von 121206 24.10.10 - 21:06 Uhr

Oh man dass hört sich ja nicht gut an, aber ich verstehe dein Mann nicht dass der so reagiert echt kindisch wie du schon schreibst.

Beitrag von schnuffel0101 24.10.10 - 21:12 Uhr

Danke, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine bin. Er meinte tatsächlich, wenn mein Sohn sich nicht ändert, würde er sich ändern... Er meint doch dann wirklich, ich würde sein Verhalten immer für gut erachten. Natürlich lasse ich meinem Sohn mit Sicherheit nicht alles durchgehen, aber so geht es auch nicht.

Beitrag von bruchetta 24.10.10 - 21:17 Uhr

Es nützt ja nichts, wenn Du da sitzt und weinst bzw. das alles für kindisch und albern befindest.

Du mußt Deinem Mann Grenzen setzen. Es ist Dein Sohn und Dein Ex. Unter diesen Voraussetzungen hat er Dich damals kennengelernt. Und das hat er zu akzeptieren.

Wie er damit umgeht, muß er letztendlich selbst wissen, ABER er sollte sich Deinem Sohn gegenüber in jeglicher Hinsicht zusammen reißen.
Das mußt Du ihm klipp und klar sagen.

Du hast die Verantwortung für Deinen Sohn und es ist schön für ihn, wenn er ein gutes Verhältnis zu seinem Vater hat.
Du solltest mal auf den Tisch hauen und das Deinem Mann klar machen!

Beitrag von schnuffel0101 24.10.10 - 21:20 Uhr

So in der Art habe ich schon mehrfach versucht, ihm das klar zu machen. Er ist dann aber so eingeschnappt. Er lässt sich ja nicht von einem 5-jährigen doof anmachen u.s.w.
Aus dem Grund nenne ich das einfach nur kindisch.

Beitrag von gh1954 24.10.10 - 22:37 Uhr

Vielleicht sollte dein Mann sich mal schlaumachen, wie schwer es für Kinder ist, vom Papa-Wochenende auf Mama-Familie umzuschalten.
Er erwratet von dem Kind Perfektion, die er als erwachsener Mann nich mal ansatzweise zeigt.
Ziemlich schwächliche Vorstellung, sich mit einem Fünfjährigen anzulegen.

Beitrag von schnuffel0101 24.10.10 - 22:45 Uhr

Ich weiss. Du hast so recht. Ich finde es auch total arm von ihm, sich so zu verhalten.

Beitrag von nele27 25.10.10 - 09:11 Uhr

***Er erwratet von dem Kind Perfektion, die er als erwachsener Mann nich mal ansatzweise zeigt. ***

Das habe ich auch gedacht... offenbar kommt dieser Mann überhaupt nicht damit klar, eine Frau mit "Altlasten" zu haben.

Für mich klingt das leider nicht danach, als ob daraus mal eine funktionierende Patchworkfamilie wird. Wenn der Sohn sich schon erwachsener benimmt als der Stiefvater...

Ich würde anstelle der TE diese Beziehung grundlegend überdenken und einige Konsequenzen ziehen (man muss ja nicht gleich an Trennung denken, aber ich würde diesem Mann deutliche Grenzen setzen.)

LG, Nele

Beitrag von chii 25.10.10 - 01:27 Uhr

Hi,
also ich schreibe dir mal aus meiner Erfahrung.
Ich habe meinen Vater verloren als ich 7 war, ich war danach total fertig, habe es mir aber nicht anmerken lassen, damit es meiner Mutter nicht noch schlechter geht. Sie hat sich neu verliebt da war ich 8. Er ist bei uns eingezogen da war ich fast 9. Und ab da muss ich sagen, fing der ganze Stress an. Er hat angefangen in die Erziehung meiner Mutter einzugreifen, hatte mich mit Poposchlägen bestrafen wollen, wenn ich seiner Meinung nach was falsches gemacht habe und somit bestraft gehört hätte. Das steierte sich immer weiter, meine Mutter saß nur tatenlos dabei sagte nichts und tat nichts. Als ich 13 war, fing ich an dagegen zu rebelieren, fing an mich zu wehren, Verbal nicht mit Körperlichen taten.
Das endete immer im streit bei dem wir uns anbrüllten, meiner Mutter war das egal, bis zu dem Mom. als sie meinte ich sei Schuld und wenn ich mich nicht ändern würde, schicke sie mich ins Kinderheim.... Das tat sie zwar nicht, aber weh tat es dennoch. Als ich 16 war und meinen ersten Freund mit nach hause brachte, hatte er ihn hochkant aus dem Haus geworfen und meinte, er sollte sich lieber nie wieder blicken lassen und mich niewieder anrufen und sich bei mir melden, geschweige denn sich mit mir treffen. Juhu, denn das tat er auch...
Als ich 17 wurde, er war mein Geburtstag, habe ich meinen jetztigen Ex-Freund kennen gelernt und bei ihm hatte er es auch so versucht,aber diesmal, hatte er die rechnung ohne mich gemacht, ich hab mich so eisern gewehrt das er nichts machen konnte. Damit war aber das Thema nicht gegessen, ganz im Gegenteil, es wurde nur schlimmer. So schlimm, das ich meinen ältesten Bruder einschaltete und er einen Fehler begann bei dem er dann leider handgreiflich wurde und eine Anzeige kassierte. Ich habe danach noch 2 Türen im Haus zerstört, alles nur weil ich dagegen Rebeliert habe, das er bei mir nichts zu sagen hat, da er nicht mein Vater ist. Das hat alles solange angedauert bis ich dann letztendlich ausgezogen bin. Jetzt verstehen wir uns relativ gut, aber nur da ich nicht mehr bei ihnen wohne.
Was ich dir damit sagen möchte ist, versuche deinem Mann klar zu machen, das dein Sohn einen Vater hat, das er ihm Ratschläge geben kann, aber Entscheidungen darfst nur du treffen. Ich möchte dir gerne das ersparen was ich erlebt habe, denn das ist für alle Beteiligten nicht einfach und vor allem total unnötig.
Ich hoffe das ich dir vllt helfen konnte, auch wenn mein Beitrag sehr lang ist.
LG Chii

Beitrag von sandycheeks 25.10.10 - 08:01 Uhr

Ich fang mal mit einer Frage an.

Weißt Du was mir beim lesen aufgefallen ist?

In vielen Deiner Aussagen finde ich die Formulierung "recht" "recht gut", "recht aufmüpfig", "recht gute Methode", "eigentlich kann er dazu nix sagen", "recht spät".

Versteht Ihr Euch gut oder nicht? Was heisst "recht gut"? Wie ist ein Kind "recht aufmüpfig"? Ist er es oder seid Ihr nur Hyperempfindlich und legt jedes Wort auf die Goldwaage weil das Kind ja quasi "frech" sein "muss" weil es ja Papa Wocheende hatte?

Ihr zieht Euch alle miteinander an Kleinigkeiten hoch und benehmt Euch wie Kinder, nicht nur Dein Mann, Du auch. Ja das hörst Du nun nicht so gerne, ist aber so. Bei Euch ist auch alles nur "halb" gut, also "recht gut" und "eigentlich" ist bei Euch auch so einiges.

Um mal Klartext zu sprechen:

Bei Euch stimmt nichts. Da ist dringender Gesprächsbedarf und vor allem solltest Du auch Kritik annehmen, denn nicht nur Dein Partner ist das Problem, Du ebenso. Du treibst Deinen Mann mit Deinen Vorwürfen und Deinem "Nerven Gejammere" in eine Verteidigungsrolle und er spielt die beleidigte Leberwurst. Das ist normal, das würdest Du umgekehrt auch so machen. Wer angegriffen wird (oder meint angegriffen zu werden) der verteidigt sich.

Versuchs mal ohne Angriff ohne versteckte Vorwürfe und frag ihn wie er sich eine Verbesserung der Situation vorstellt. Das dürfte Erfolgsversprechender sein.

Beitrag von badguy 25.10.10 - 08:54 Uhr

Dein Ex und dein Mann hatten einen Kleinkrieg. Hört sich interessant an. Wegen was?

Warum telefoniert dein Ex mit deinem Mann über euren Sohn. Ansprechpartner für euren Sohn bist du, nicht dein Mann, zumal du sagst, dass er in diesem speziellen Thema gar nicht involviert ist.

Dann kommt dein Sohn vom Papa-We und ist recht aufmüpfig. Recht aufmüpfig heißt bei uns ziemlich aufmüpfig. Wie gehst du damit um? Setzt du deinem Sohn Grenzen. Ich lasse mich vom Sohn meiner Frau nicht anmaulen und ich lasse es auch nicht zu, dass meine Kinder meine Frau blöd anmachen.

Parallel dazu ist die Rolle null Rechte aber viel Verantwortung undankbar.

Dein Mann will zukünftig das Haus verlassen, wenn dein Sohn kommt. Das heißt nichts anderes als "Kümmer du dich, ich hab da keinen Bock drauf!" Damit hat er absolut Recht, es ist dein Job, kümmer dich. Setz beiden mal die Grenze, dass sie nicht aufeinander prallen.

Meine Frau hat nen Pubi hier zuhaus. Da fliegen manchmal schwer die Fetzen. Ich halt mich daraus, ist nicht mein Ding, obschon es mir manchmal schwer fällt, den Ton, der da angeschlagen wird, zu ertragen. Und wenn ich dann doch dazwischen gehe, dann mit den Worten "So Freunde, jetzt ist mal Ruhe hier, trennt euch und beruhigt euch!"

Mit dem neuen Mann meiner Ex diskutiere ich nicht. Wenn der meinte, sich einmischen zu müssen, hat er sehr schnell erfahren, dass er nicht mein Ansprechpartner ist.

Beitrag von motzkuh05 25.10.10 - 09:31 Uhr

Hallo,
ich finde sehr wohl, dass ein Mann, der den Alltag mit einem Kind verbringt, aber nicht der Vater ist, ein Mitspracherecht hat und gegebenenfalls Ansprechpartner ist, auch für den leiblichen Vater.
Finde ich ganz schön erscchreckend: Deine Kinder, dein Problem, meine Kinder mein Problem.
Aber na gut, jeder wie er meint. Ob das allerdings tatsächlich sinnvoll für die Kinder ist, wage ich zu bezweifeln.
LG Motzkuh

Beitrag von badguy 25.10.10 - 09:47 Uhr

Er kann ja gerne mit seiner Frau Dinge ausdiskutieren, kein Thema. Nur, wenn Atmosphären vergiftet sind, wie hier, man sich vor Gericht trifft, dann würde ich nicht ein Wort mehr als notwendig mit dem Gegenpart sprechen.

Das Telefonat hätte bei mir direkt so geendet. Sorry, dazu kann ich nichts sagen, ruf xy bitte an oder sie ruft dich zurück, sobald sie hier ist.

Du interpretierst in meine Antwort etwas hinein, was nicht drin steht.

Beitrag von motzkuh05 25.10.10 - 09:54 Uhr

Ich stimme dir zu, dass in der Situation der TE, das Gespräch der beiden Männer gleich hätte beendet werden sollen.
Aber: "Ich halt mich daraus, ist nicht mein Ding,..." und "Mit dem neuen Mann meiner Ex diskutiere ich nicht. Wenn der meinte, sich einmischen zu müssen, hat er sehr schnell erfahren, dass er nicht mein Ansprechpartner ist." ließ mir kaum andere Interpretationsmöglichkeiten als meine gsschriebene.

Beitrag von badguy 25.10.10 - 09:59 Uhr

Dann erklär mir das bitte was genauer. So kann ich deinen Gedanken nicht nachvollziehen.
LG

Beitrag von motzkuh05 25.10.10 - 10:16 Uhr

Naja, du schriebst, dass der Neue deiner Ex schnell erfahren hätte, dass er nicht dein Ansprechpartner sei, darauf habe ich gemeint, dass ein Mann der den Alltag mit einem Kind verbringt, sehr wohl ein Ansprechpartner sei. Einzig hineininterpretiert habe ich, dass der Neue deiner Ex, den Alltag mit deinem Kind verbringt. Das weiß ich natürlich nicht, aber wenn er sich einmischen wollte, schien er ja zumindest zugegen zu sein.
Und wenn du dich aus den Problemen deiner Frau mit ihrem Pubi heraushälst, dann mag es in einer bestimmten Situation angemessen sein, du schriebst jedoch, das häufiger die Fetzen flögen, es ist also keine einmalige Situation, und du hieltest dich daraus. Ich bin aber der Meinung. dass man die Probleme nicht so einfach trennen kann, wenn man zusammen lebt. (Dies folgerte ich daraus, dass es deine Frau ist.)
Aber ist alles nur meine Meinung. Und ich bin froh, das wir es scheinbar anders handhaben. Soll heißen, mein Mann kümmert sich auch um meine Probleme mit "meinen" Kindern und mein Mann und mein Exmann können miteinander reden und akzeptieren sich in ihrer jeweiligen Rolle.

Beitrag von badguy 25.10.10 - 10:57 Uhr

Ich denke, es ist immer eine Frage, wie man das Thema angeht. Natürlich gibt es in einem Familienleben gemeinsame Entscheidungen, in getroffen werden, die halt ein gemeinsames Leben betreffen. Es gibt aber auch Dinge, die den neuen Partner nichts angehen. Ich würde mich z. B. in schulische Belange nicht einmischen. Oder halt in medizinische. Ich kann zwar zu vielem eine Meinung haben aber wenn meine Frau und ihr Mann Entscheidungen für ihren Sohn treffen, dann ist das völlig ausreichend. Ich bin Partner, kann Dinge mittragen, aber eine Entscheidungsbefugnis habe ich nicht. Und das finde ich gut.

Wir sind beide neu verheiratet. Wie dort das Familienleben gestaltet wird, ist mir recht herzlich egal. Wenn aber der neue Partner Forderungen an mich heranträgt gleichzeitig aber gefordert wird, dass sich meine Frau aus allem heraus hält, dann schiebe ich dem schnell einen Riegel vor.

In der Pubertät ist es m. E. normal, wenn es unterschiedliche Vorstellungen zwischen den Kindern und den Eltern gibt. Und in diesem normalen Rahmen spielt es sich bei uns auch ab.