Hat jemand Ahnung von "Angst-/ Panikattacken"?

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Forum: Gesundheit & Medizin

Hier könnt ihr Fragen stellen zu allen Themen rund um Gesundheit, Vorbeugung, Kinderkrankheiten, Hausmittel und Naturheilmittel. Beachtet dabei bitte, dass medizinische Empfehlungen von interessierten Laien nicht den Gang zum Arzt ersetzen können.

Beitrag von purzel21 24.10.10 - 22:00 Uhr

Ich würde gern mal Erfahrungen hören bzw. wie sich sowas äußert...ich hab die Vermutung, dass ich sowas habe....klar, kann das vielleicht nur ein Arzt sagen, aber ich traue mich nicht irgendjemand was davon zu erzählen...

Ich hab mich vor ein paar Wochen nach 5 Jahren Beziehung getrennt...wir haben einen gemeinsamen Sohn...ich dachte ich pack das alles alleine...nun ist es so, dass mein Ex mich irgendwie total fertigmacht...ich arbeite Vollzeit...muss den Haushalt schmeißen, mich ums Kind kümmern....dann noch der Ärger mit meinem Ex...ich hab kaum Freunde mehr durch meinen Ex...jetzt am WE war das erste Mal seit langem, dass ich mal wegkonnte....

Aber seit der Trennung fällt mir auf, dass irgendwas nicht stimmt....ich habe mir bisher immer eingebildet, dass mein Kreislauf bissl unten is, aber so extrem war es noch nie...

Ich trau mich schon gar nicht mehr in nen Einkaufsladen zu gehen...denn da hatte ich das erste schlimme Erlebnis...ich stand vor dem Regal, mir wurde auf einmal heiß und kalt zugleich....schwindlig, Herzrasen, total zittrig, ich dachte mich hauts jeden Moment um...ich hab mich nur an den Korb gekrallt und gehofft, es hört auf...

Bin dann so schnell wie möglich raus ans Auto, musste mich hinsetzen und irgendwie wieder klarkommen. Naja, und solche Vorkommnisse hab ich in letzter Zeit irgendwie dauernd...ich geh in den Kiga um meinen Sohn abzuholen, da merk ich schon wie beklemmend mir wird und ich da eigentlich gar nicht hin will, aber ich muss ja....

Oder letzten bei ner Betriebsversammlung...da gings mir genauso..ich wollte nur raus aus dem Raum, ich konnte nicht mehr...was ist das?

Ich möchte einfach nur, dass das aufhört...ich habe Angst, dass ich umfalle, sobald ich irgendwohin gehe wo viele Menschen sind usw. Kennt das jemand?

Ich habe Angst, dass ich verrückt werde oder so....oder dass körperlich mit mir irgendwas nicht i.O. ist.

Wie gesagt, weiß es bisher keiner...nur meine Freundin und die meinte, ich solle doch auf jeden Fall mal zum Arzt....

Könnt ihr mir Ratschläge geben bzw. Erfahrungen mitteilen? Sorry, etwas lang und wirr wahrscheinlich, aber ich fühle mich überhaupt nicht mehr wohl...ich weiß nicht, wie das alles weitergehen soll...

LG und danke!

Beitrag von medina1986 24.10.10 - 22:44 Uhr

Hallo purzel21,

erstmal #liebdrueck Ich kann sehr gut nachvollziehen wie es dir geht!
Das hört sich stark nach einer Angst - bzw. Panikstörung an. Spreche da aus Erfahrung! Das was du da schilderst, erleben sehr viele Betroffene. Auch mir ging es so. Gott sei Dank habe ich es überstanden, ich kämpfe so gut es geht dagegen an und es klappt! Man muss stark sein. Gerade in deiner Situation hast du derzeit einen großen Knackpunkt in deinem Leben, welcher bei dir diese Attacken auslöst.

Mir hat ein bestimmtes Buch sehr geholfen, welches ich immer wieder weiterempfehlen kann. Kannst mich gerne per VK anschreiben und dann kann ich dir sagen welches Buch das ist. Möchte in Urbia keine "versteckte" Werbung machen!

Kann dir auch gern einpaar Tipps und Ratschläge geben aus Erfahrung! Melde dich einfach, falls Interesse besteht!

Lg und alles Liebe#herzlich
medina

Beitrag von 1412 25.10.10 - 15:30 Uhr

Könntest du mir per mail schreiben wie das Buch heißt was dir sehr geholfen hat, weil ich bekomme auch wieder die angstattacken.

Meine mail adresse: SandraPriebe@web.de

vielen lieben Dank

LG Sandra

Beitrag von tiffy35 25.10.10 - 10:06 Uhr

Hallo!

Der Text könnte von mir sein.
Ich fühle mich genauso, wenn ich unterwegs bin.
Einkaufen ist ganz schlimm. Solange man überall gut durchkommt, ist es ok. Aber sobald ich irgendwo warten muss und Leute vor mir habe, geht es los.
Zuhause denke ich schon dran, wie es wohl werden wird... dann kommt die Angst vor der Angst und die ersten Beschwerden gehen los.
Kindergarten geht bei mir auch ganz schlecht, ich gebe meine Kleine morgens ganz schnell ab und mittags komme ich immer erst dann, wenn ich weiß, dass einige Kinder schon weg sind. Vorher ist nämlich Chaos pur dort an der Garderobe und ich krieg dann Panik. Mittwoch nachmittag wollte ich in den Kiga zum Laternen basteln für 2 Stunden... Ich bereue jetzt schon, mich angemeldet zu haben und kriege Panik bei dem Gedanken daran.
Ich horche nur noch in mich hinein und bei jedem "Wehwehchen" denke ich gleich, dass ich umfalle.
Wenn meine Kleine im Kiga ist und ich zuhause, denke ich die ganze Zeit "hoffentlich fall ich jetzt nicht um, sonst kann ich ja meine Kleine nicht abholen". Ganz fürchterlich ist das. Ich beginne jetzt (wieder) eine Psychotherapie, die hat mir vor 4 Jahren schon ganz gut geholfen.
Ich würd mich an deiner Stelle aber trotzdem auch mal von einem Arzt durchchecken lassen (sofern noch nicht geschehen). Die Schilddrüse z.B. kann auch Angst und Panik auslösen.

Wünsche Dir alles Gute!

LG tiffy

Beitrag von luna007 25.10.10 - 11:30 Uhr

Hallo,

ich habe das genau das Gleiche wie Du durchlitten. Was Du hast nennt sich eine "Panikstörung mit Agoraphobie"- irgendwann fängst Du an die Orte zu meiden, an denen Du eine Panikattacke hattest- das ist dann die Agoraphobie. Daher auch Dein Beklemmungsgefühl zB. im Kindergarten- also an Orten an denen Du denkst nicht gleich "rauß" zu können. Ich habe auch 2 kleine Kinder und habe mich jahrelang mit der Angsstörung rumgequält. Nach dem Tod meiner Mutter im letzten Jahr wurde es so schlimm, dass meine Lebensqualität total eingeschränkt war!!
Ich bin dann zu meinem Hausarzt und er hat mir eine Überweisung für eine Psychotherapie (Verhaltenstherapie) gegeben.
Seitdem ich diese mache gehts es mir viel besser. Seit ca. 3 Monaten habe ich keine Panikattacke mehr gehabt und gehe auch wieder ohne dieses Beklemmungsgefühl in den Kindergarten, auf die Arbeit....!
Laut meiner Psychotherapeutin müssen 2 Dinge bei einer Angsterkrankung vorliegen:
1. Du musst ein sehr sensibler Mensch sein und
2. Du musst wahnsinnig viel Stress haben.
Dass Du viel Stress im Moment hast, hast Du ja geschrieben.

Traue Dich und gehe zum Hausarzt und lass Dir eine Überweisung für einen Psychotherapeuten geben. Die Wartezeiten betragen momentan mindestens 3 Monate!

Ich drücke Dir ganz fest die Daumen und wünsche Dir alles Gute!!
Und- Kopf hoch...es wird wieder besser!!!!

Viele liebe Grüsse
Luna

Beitrag von rosen37 25.10.10 - 12:25 Uhr

ja dann kann ich mich ja mal da anschliessen !
Genau wie meine Vorschreiberin das schildert, ist es die Angst vor der Angst.
Mann fängt Orte an zu meiden. Zu Hause fühlt man sich am sichersten.
Der Grund bei Dir könnte auch sein, daß Du Dich überfordert fühlst und nicht mehr sicher ! Egal ob Familie oder Arbeit....
Therapie würde ich vorschlagen , wenn Du da alleine nicht mehr rauskommst.
Ich habe eine gute Therapie hinter mir und ich komme da besser klar jetzt.
Hab mich immer wieder bewusst in diese Situation gesetzt. Irgendwann hat man dann keine Angst mehr. Du mußt einfach wissen " BIS JETZT IST VON ANGST NOCH KEINER GESTORBEN" . Auch die Symptome , die DU in dem Moment empfindest, gehen nach ein paar Minuten weg und man hat es dann überstanden.
Wünsche Dir viel Glück

Beitrag von purzel21 26.10.10 - 08:27 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten!

Ich hab nachher einen Termin beim Arzt und werde sehen, was er sagt. Ich möchte aber eigentlich nicht, dass ich mit Tabletten zugepumpt werde...ich hab nie im Leben Medikamente gebraucht, ich dachte mir gings immer gut....

Aber der Gang wird sich nicht vermeiden lassen. Gestern hatte ich wie so eine Art Zusammenbruch...ich musste eher von der Arbeit heim und musste es dann meinen Eltern erzählen...ich konnte nicht mehr...jetzt sitz ich schon wieder hier und heule...

Ich hab echt Angst, dass ich mich nicht mehr um mein Kind kümmern kann oder so...mein Sohn war letzte Nacht bei Oma, damit ich wenigstens erstmal kurz Ruhe habe....aber ich kam nicht zur Ruhe...bin total aufgelöst, aufgeregt, hektisch...keine Ahnung...

Dazu mein Ex-Freund, der mir das Leben zur Hölle machen will. Ich hab Angst, dass er mir das JA auf den Hals hetzt, wenn er mitbekommen sollte wie es mir geht....wenns um mein Kind geht, werd ich noch panischer....ich will ja, dass es ihm gut geht....

Naja, ich danke für eure Antworten und weiß, dass ich damit nicht alleine bin...

LG

Beitrag von medina1986 26.10.10 - 12:43 Uhr

Lass dich nicht unterkriegen! Es gibt immer im Leben eine Phase wo alles "zusammenstürzt". Du bist nicht alleine, mach dir das klar! Du wirst das schaffen! Glaub nur an dich, hab Selbstvertrauen!

Du bist eine starke Frau und ich bin mir sicher du hattest auch mal schwierige Situationen in deinem Leben die du auch erfolgreich gemeistert hast. Also warum solltest du diese Hürde nicht auch noch mit Erfolg nehmen? In deinen Händen liegt es, du brauchst keine Angst du haben! Zweifel nicht an dir.

Tu dir mal was gutes, denk nicht immer negativ. Nimm dir mal Zeit für dich, mach das was dir gefällt, etwas was Freude in dir weckt. Und denk an den Tipp mit dem Buch! Ich hab auch anfangs gedacht, ein Buch? Nur ein Buch wird mir niemals da raus helfen können? Aber das hat es ehrlich! Ich habe keine Therapie, keine Medis, nix gebraucht! Nur dieses Buch!

Liebe Grüße, fühl dich gedrückt und Kopf hoch #liebdrueck
Lg, medina.#herzlich

Beitrag von tasc 27.10.10 - 20:54 Uhr

Hallo....

ich hatte dieses Problem ganz , ganz schlimm ein Jahr nach der Geburt von meinem Sohn .
Es war richtig schlimm und Ich hab schon gedacht , dass ich irgendwie gestört bin und mir hat auch niemand geglaubt
Abr dann stellte sich im März 2010 endlich raus das ich an einer Unterfunktion der Schilddrüse leide.... Ja, was soll ich sagen es ist weg!!!!
Es kam bei mir durch die SD , konnte es selbst nicht glauben , hab mir dann ein Buch bestellt und mal gelesen , was die SD alles anstellen kann.
Du musst es nicht haben , aber könnte ja sein.. lass Sie dir untersuchen !
Viel Glück :-)