Völlige Hysterie - ich weiß nicht mehr weiter

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Forum: Erziehung

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Beitrag von kaaskop 25.10.10 - 08:02 Uhr

Hallo,

ich weiß mir bei meiner Tochter (wird im Januar 7) keinen Rat mehr. Vielleicht habt Ihr einen guten Tipp für mich..

Lara ist eigentlich eine ganz ruhige und meistens vernünftig - wenn auch ziemlich zickig und bockig. Ganz normal eben. Manchmal passiert es aber, dass sie komplett durchdreht und hysterisch wird. Meistens, wenn man ihr einen Wunsch abschlägt oder sie zum Beispiel, wenn sie arg bockig war, ins Zimmer geschickt hat.

Wenn ich sage, dass sie hysterisch wird, dann meine ich auch wirklich hysterisch. Sie schreit so langanhaltend und so schrill, dass es bestimmt die ganze Nachbarschaft hört, sie springt und tobt dermaßen, dass ich mein Kind nicht erkenne. Da ist sie nicht ansprechbar (hört anscheinend nichts mehr), bleibt aber auch nicht im Zimmer und tobt einfach nur solange, bis ich durchdrehe und sie anschreie. Das möchte ich zwar gar nicht, aber ich weiß mir dann nicht mehr zu helfen.

Was kann das sein? Hat sie so eine arge Wut im Bauch?

Gibt es irgendetwas, was ich tun kann, damit sie sich beruhigt? Sie muss doch so längst geblickt haben, dass sie damit nichts erreicht????

Wer hat Rat??

Beitrag von nina_1981 25.10.10 - 09:52 Uhr

Huhu,
einen Rat habe ich leider nicht, aber genau so eine Tochter, wie du sie beschreibst...
ich halte es bisher so: Augen zu und durch, mal gucken, wie lange es noch dauert, glücklicherweise hat sie auch ab und zu mal "gute" Tage zwischendurch, da ist sie dann das liebste Kind der Welt :-D

LG
Nina

Beitrag von lisasimpson 25.10.10 - 10:23 Uhr

Hallo!

Ich würde daher keinesfalls den Kontakt abbrechen, wenn du merkst, daß sie auf dem Weg ist, hysterisch zu werden.
Entweder du verläßt zusammen mit ihr die situation und setzte dich neben sie ins zimmer.
du sprichst nicht mit ihr (ja, das kommt nicht an, wenn sie schon hysterisch ist), sondern zeigst ihr, daß du da bist und wartest, bis sie sich beruhigt hat.
wenn sie wieder ruhig ist, sprichst du sie an, fragst, ob sie sie beruhigt hat und fragst sie, was sie nun möchte (also im grund, was das problem war- aber du fragst nicht nach dem problem, dann seid ihr wieder am anfang, sondern ihr sucht zusammen eine lösung)

wenn ihr beide das prinzip verinnerlicht hat, kannst du versuchen sie schon frühzeitig zu fragen, was denn das problem ist/ welche lösung ihr gemeinsam finden könnt, noch bevor sie ausflippt.

Wenn sie etwas nicht bekommt/ kann/ haben darf- dann darfst du ihr ruhig verständnis entgegenbringen. Ja- das ist mnanchmal schwer zu akzeptieren, daß es nicht so geht, wie man das jetzt möchte.
und dann sucht ihr eine lösung, was sie statt dessen haben/ machen kann, wie sie damit klarkommen kann.
wenn sich die situation beruhigt hat (vielleicht auch erst am abend) könnt ihr euch in aller ruhe mal überlgen, welche möglichkeiten man dnn noch hat zu reagieren.
du kannst ihr erzählen, wie es dir geht, wenn du dich ärgerst, frustriert bist, was du machst, wenn du etwas nicht haben kannst/ etwas nicht so klappt, wie du möchtest usw.
sammelt ideen, wie man damit umgehen kann, wie man wut rauslassen kann, wie man seinem ärger luft machen kann .

das kan man zum beispiel in einem Kompentenzbuch aufschreiben.
dort darf sie aufschreiben/ malen, was sie alles gut kann, wo sie schon ein profi ist und wo sie schon gut mit ihren gefühlen umgehen kann.
dan kannst du ihr aufschreiben/ malen, was du an ihr schätzt und ihr könnt dort auch ideen sammeln, wie man mit wut, traue, frust umgehen kann. sie kann dann den papa befragen, die oma, tante usw.. und so eine sammlung entwicklen an alternativen ideen.

den kontakt abzubrechen, sie wegzuschicken und sie alleine zu lassen wird nichts bewirken.
ihr problem ist ja gerade, daß sie mit diesen gefühlen im moment nicht alleine klar kommt.
du erhöhst nur den frust - du gibts ihr aber keine möglichkeit damit klar zu kommen.
das einzige was passiert ist, daß sie lernt, daß sie SO nicht akzeptiert wird.
also sie muß einen teil ihrer gefühle lernen auszublenden (sie DARF nicht wütend, traurig, gefrustet sein!), nur dann ist sie akzeptiert.
Wenn du also möchtest, daß deine tochter weiterhin Zugang zu ALL ihren gefühle hat UND in der lage sein wird mit diesen klar zu kommen, dann übe das mit ihr ein.
Wenn du möchtest, daß sie einen teil ihrer Gefühle abspalten muß um deinem Bild von ihr zu entsprechen, dann schick sie jedes mal fort und brich den Kontakt zu ihr ab.

lisasimpson

Beitrag von romy76 26.10.10 - 21:08 Uhr

Also ich würde ihr Verhalten komplett irgnorieren. Damit würde ich bezwecken wollen, ihr zu zeigen, dass ihr Verhalten gar nichts bring.

Hätte da mal eine Gegenfrage, warum schickt man ein Kind in sein Zimmer wenn es bockig war?

Beitrag von parzifal 28.10.10 - 10:45 Uhr

Normal ist ein solches Verhalten nicht, da sie ja schon fast 7 ist.

Was heißt "toben". Nur verbal oder wirft sie auch noch Sachen durch die Gegend?

Ich würde konsequent beim "Nein" bleiben und Ende. Einen Tanz ums goldene Kalb würde ich nicht veranstalten. In der Schule macht das auch keiner.