Mein 4jähriger hat immer Angst

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von janchensmama 25.10.10 - 12:55 Uhr

Hallo zusammen!

Ich mache mir im Moment große Sorgen um meinen kleinen Mann: Er hat seit einigen Wochen dauernd Angst - wovor sagt er nicht so genau: Mal vor der Dunkelheit, mal "einfach so". Gestern war es ganz besonders schlimm: Er ist den ganzen Tag an mir geklebt - was an sich ja OK ist, der Sonntag ist ja zum Kuscheln da. Aber doch nicht so extrem... Ein paar Beispiele: Ich war auf der Toilette und musste die Tür einen Spalt offen lassen - er hat inzwischen draussen gewartet. Ich habe gekocht, er neben mir gespielt - wenn er was aus seinem Zimmer holen wollte musste ich mitkommen weil er Angst in seinem Zimmer hat. Oder im Wohnzimmer. Oder im Arbeitszimmer.
Ich musste mit ihm auf die Toilette gehen weil er alleine Angst hatte.
Am Abend hat er bei mir im Bett geschlafen - das darf er auch sonst öfter wenn sein Papa nicht daheim ist. Aber diesmal hat er sich richtig festgekrallt.

Wovor er Angst hat? Entweder "vor der Dunkelheit" (auch am Tag) oder "einfach so"... Mehr sagt er nicht.

In letzter Zeit hatte er einige Probleme mit einem anderen Kind im Kindergarten, das ihn immer geärgert und weh getan hat bzw. ihm immer seinen Willen aufzwingen wollte. Wir haben sehr intensiv daran gearbeitet "NEIN, das will ich nicht" zu sagen und sich zu wehren (was er vorher sehr schlecht konnte).
Und ich hatte auch das Gefühl, dass es besser geworden ist und es ihm auch besser geht. Das haben mir auch die Kindergärtnerinnen bestätigt.

Ich weiß nicht ob es daran liegt, aber sonst fällt mir eigentlich nichts ein was sein könnte. Daheim ist alles in Ordnung.

Kennt das jemand? Bzw. kann mir jemand Tipps geben was ich tun soll?


lG,
Sandra

Beitrag von hanni123 25.10.10 - 13:34 Uhr

Huhu,

mein Sohn ist sehr aufgeweckt, kommunikativ und gar nicht schüchtern. Er ist bei körperlichen Aktivitäten auch nicht zimperlich oder zurückhaltend.
Aber bei uns im Haus hat er auch oft Angst, gerade abends. Nach oben in sein Zimmer geht er auch nicht alleine, da muss ich immer mit oder zumindest an der Treppe stehen bleiben. Aufs Klo geht er tagsüber alleine, aber abends in den dunklen Flur geht er auch meistens nicht ohne mich.
Wir haben ein recht grosses, offenes Treppenhaus und ihm ist das wohl einfach unheimlich.

Sogar bei spannenden Szenen in Büchern zieht er sich die Decke über den Kopf. ;-) Er will es aber trotzdem unbedingt hören...

Ich denke (hoffe), dass es daran liegt, dass er von Haus aus eine sehr grosse Phantasie hat und sich zudem noch mitten in der magischen Phase (3.-5. Lebensjahr) befindet. Ein bisschen hat er sicher auch von mir ein Stück Ängstlichkeit geerbt.

Wir haben ein paar Bücher mit Vorlesegeschichten zum Thema Angst und Mutigsein...

LG

Hanna

Beitrag von janchensmama 25.10.10 - 13:47 Uhr

Liebe Hanna,

vielen Dank für deine Antwort!

Du meinst also, es ist "normal" bzw. einfach nur eine Phase?

Jan hat zwar den ganzen Tag über Angst, aber am Abend/in der Nacht deutlich mehr als am Tag... Und eine sehr ausgeprägte Phantasie hat er auch...

lG,
Sandra

Beitrag von hanni123 25.10.10 - 14:24 Uhr

Huhu,

ja, ich denke, in dem Alter ist es normal.

Guck mal hier:

http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Haeufige_Probleme/s_226.html

Wir sprechen darüber, ich erkläre Dinge (z. B. wo das Geräusch herkommt), wir gehen zusammen im Dunkeln "nachtforschen", lesen Geschichten über Ängste, haben einen "Bewacherdrachen" im Kinderzimmer, etc.

LG

Hanna

Beitrag von nudelmaus27 25.10.10 - 14:36 Uhr

Hallo!

Ich denke das liegt am Alter!

Meine Große ist auch 4 Jahre und hat auch andauernd Angst vor irgendwas.

Es fing an mit Angst vor Gewitter, dann konnten wir nicht mal mehr bei Regen raus und zum Schluss war es so schlimm, wenn eine schwarze Wolke aufzog wurde sie panisch. Das hörte auf bzw. ging über in Angst vor Feuerwerk, selbst eine Wunderkerze brachte sie zum Weinen. Als das plötzlich vorbei war, fing es an sie könne nachts nicht mehr schlafen, bis wir herausgefunden haben, dass unter ihrem Schrank ein Gespenst ;-) sitzt. Nunja das wurde dann "fachmännisch" eingefangen und durchs Klo gespült. Leider hatte sie nun Angst aufs Klo zu gehen, da es ja wieder rauskommen könnte. Sie hat dann immer noch ein paar Tage ins Klo gerufen, dass es nicht wiederkommen soll und das wars. Nun träumt sie nachts öfter schlecht und hat Angst im Dunkeln, daher schläft sie nun mit Nachtlicht und sie ist der Meinung der Wolf guckt durchs Fenster (habe ich von einem anderen Kind auch schon gehört!).

Ich denke es sind so Phasen und es hat nichts mit dem Kindergarten zu tun.

Leider könnte man als Erwachsener nur manchmal verrückt damit werden.

LG, Nudelmaus

Beitrag von jabberwock 25.10.10 - 16:48 Uhr

Hi,
das scheint ja tatsächlich so eine ganz übliche Phase zu sein. Mein gerade 4-jähriger hat auch seit einiger Zeit ständig Angst vor irgendwas.
Dass ein Dieb kommt zum Beispiel #kratz Da hilft auch alles Erklären und Argumentieren bisher nichts.
Heute vormittag auch wieder so krass, er wollte unbedingt wissen, wo ich "sitze" um dann da seinen Autoteppich hinzulegen. Ich wollte aber gar nicht "sitzen" und so lief er mir fast eine Stunde unglücklich mit seinem Autoteppich hinterher, während ich Haushalt und Wäsche machen wollte... :-(

Ansonsten ist er aufgeweckt und bisweilen ziemlich frech und übermütig. Und da es bei uns auch keine Veränderungen oder Probleme gab, denke ich mal es liegt eher an der rapide wachsenden Phantasie und Verständigkeit in diesem Alter, die halt auch schlechte Vorstellungen und Überlegungen von wegen, was passieren könnte, mit sich bringt.

Drücken wir uns gegenseitig die Daumen, dass das bald mal wieder vorbei ist ;-)

Beitrag von jabberwock 25.10.10 - 17:01 Uhr

Achso, nochwas.
Meiner hatte auch einige Alpträume und fing dann an, er könne nicht schlafen, weil er Angst vor bösen Träumen hat.
Ich hab mit ziemlichem Aufhebens einen Traumfänger gebastelt, mit selbstgefundenen Greifvogelfedern und schönen Glasperlen, ihm die Funktionsweise genau erklärt und das alles als sehr bedeutsam dargestellt. Seitdem (vier Wochen her) hat er wenigstens vor bösen Träumen keine Angst mehr und kam auch kein einziges Mal mehr nachts deswegen zu mir #pro

Ich könne mir vorstellen, dass man diese Wirkungsweise auch für andere "böse Vorstellungen" benutzen kann.
Wegen des o.g. Diebes von meinem Kleinen, müsste ich bspw. mal eine Alarmanlage basteln :-D
Vielleicht hilft es einfach Lösungsstrategien anzubieten oder gemeinsam zu entwickeln...? Dann muss man natürlich das Objekt der Angst schon etwas eingrenzen können.