Umgangsregelung beim Kleinkind?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von joermungander 26.10.10 - 00:48 Uhr

Hallo ihr Lieben,
Mache mir momentan ziemliche Gedanken, wie sich der Umgang zwischen meinem Exfreund und unserem Sohn (15 Monate) am Besten regeln lässt, bzw. regeln lassen könnte.
Wir haben das gemeinsame Sorgerecht, bisher sind wir so überein gekommen, dass mein Exfreund den Kleinen an 2-3 Nachmittagen für 2-3 Stunden jeweils bei sich hatte. Ausgemacht war auch jedes 2. WoE von Freitag bis Sonntag, wohlgemerkt auf Wunsch des Vaters. Jetzt hat es sich aber heraus gestellt, dass der Vater oft absagt oder die WoE gerne "tauschen" will, was aber bisher immer bedeutet hat, dass er es einfach hat ausfallen lassen.
Weil ich immer arbeiten gegangen bin, wenn er den Kleinen unter der Woche hatte das aber alles nicht unter einen Hut bringen kann, wenn er das Kind wieder versetzt, habe ich mir jetzt überlegt, die Zeiten in denen ich arbeite (sind ja nur 4 Stunden die Woche) den Kleinen zu seiner Omi zu geben. DIe kennt er sehr gut (wir haben während der Trennung bei ihr gewohnt) und sie ist zuverlässig. Ich hatte mir gedacht, dass ich dem Vater dafür einen anderen nachmittag "anbiete". Dann könnte man die ersten Treffen auch in der gewohnten Umgebung des Kindes stattfinden lassen, sodass er sich wieder mit seinem Papa anfreunden kann, denn den hat er über 3 Wochen nicht gesehen und wollte auch vorher nie gerne dort bleiben (hat geweint und "tschüss zu seinem Vater gewunken). Wenn die beiden sich wieder besser kennen könnte er den Kleinen ja mit zu sich nehmen. Ich wollte mich dann immer mehr ausschleichen, sodass unser Sohn auch ohne mich bei seienm Papambleiben mag. Bei der WoE Regelung wäre ich auch geblieben.

Als ich meinem Exfreund das am Telefon erklären wollte und um ein Gespräch gebet habe, hat er einfach aufgelegt und ist seitdem nicht emhr erreichbar. Absprachen waren auch vorher schon echt schwierig, jetzt sind sie es anscheinend gar nicht mehr... Ich mache mir aber Gedanken, wie wir das ein GEMEINSAMES Sorgerecht ausüben sollen?!?! Man muss doch über einiges reden und sich einigen können.
Wohlgemerkt, ich will hier NICHT das alleinige Sorgerecht, sondern eigentlich, dass der Kindsvater seinen Teil der elterlichen Sorge angemessen erfüllt. Denn so wie er im Moment drauf ist, wird er mir noch einen Strick daraus drehen, wenn ich aufgrund seines unkooperativen Verhaltens, Dinge einfach allein entscheide.

Meine Fragen wären:inwieweit kann ich bestimmen, wie der Umgang stattfindet und wie viel Einfluss habe ich auf den KV seiner elterlichen Sorgepflicht nachzukommen, ohne dass ich stunden - und tagelang hinter ihm hertelefonieren muss um dann Dinge im Endeffekt so und ohne ihn zu regeln? Gibts da gesetzliche Richtlinien?

Meine Geduld mit diesem Kerl ist langsam erschöpft, ich reiße mich jedes Mal dem kind zuliebe zusammen, schiebe den Kontakt an und renne/telefoniere hinter ihm her (der Kleine wollte mit Papa telefonieren, ich habe eine ganze Woche hinter ihm her telefonieren müssen, bis das geklappt hat :/) und ich habe das Gefühl, irgendwie gefällt ihm das....

Beitrag von aquene 26.10.10 - 02:19 Uhr

Huhu,

also ich kenne leider die genaue, momentane rechtliche Lage von dem Ganzen Umgangs-zeugs nicht....bisher haben wir noch nichts gerichtlich geregelt.

Aber auf jeden Fall würde ich euch raten, dass ihr euch mit einer dritten, unparteiischen Person zusammensetzt um das mal Alles zu besprechen.

Da gibts z.b. Leute beim Jugendamt, beim Kinderschutzbund, evtl. auch bei der Caritas.
Wenn ihr das Alles "nur" unter euch regelt, kann es gut passieren dass z.b. dein Ex dann hinterher was völlig anderes behauptet.
Also ich würde beim Jugendamt anrufen, um einen Termin bitten, versuchen deinen Ex dazu zu kriegen dass er auch kommt (ist ja im Interesse Aller) und dann helfen die euch dabei ein bisschen...ihr könnt einiges schriftlich festlegen usw.

Falls das etwas wirr war, entschuldige bitte....der Vollmond lässt mich wohl heute nicht schlafen. ^^

LG

Beitrag von stormkite 26.10.10 - 14:31 Uhr

Hi du,

wenn sich der Vater nicht kümmern will, hast du leider die Arschkarte gezogen. Und da ändert auch ein Gerichtsurteil oder jede andere Vereinbarung nichts. Letztendlich sitzt der Vater da am längeren Hebel, weil du das Kind ja nicht einfach zur ausgemachten Zeit vor der Haustür abstellen kannst, wenn er nicht pünktlich aufscheint. (Umgekehrt genau so: Wenn sie Mutter das Kind nicht rausrücken will, und der Vater will das Umgangsrecht wahrnehmen wird für ihn schwer.)

Was du tun kannst: Schriftlich kommunizieren - entweder per mail, sondern noch sicherer, per Brief im Briefkasten.

Das könnte dann etwa so aussehen:

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Bitte teile mir bis zum ... mit, wie du für den kommenden Monat die Besuchszeiten legen möchtest. Soweit irgendwie möglich werde ich meine Zeit entsprechend einteilen.

Wenn ich von dir bis dahin keine Nachricht erhalte, plane ich für dich Wochenende x und Wochende y von ... bis ... Uhr ein. Abholen kannst du das Kind am Freitag in der Zeit zwischen ... und ... Uhr. Wenn du in dieser Zeit nicht erscheinst, dann gehe ich davon aus, das du das Kind an diesem Wochenende nicht sehen möchtest, und ich verplane dann das Wochenende anderweitig.

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Vom ganzen am Besten eine Kopie behalten, eine das Jugendamt oder den Anwalt. Evtl. Antworten ebenfalls aufbewahren. Und das jedes Monat wieder, egal ob und wie eine Reaktion erfolgt oder nicht. Falls interessierte Schwieger-Großeltern vorhanden sind, ist auch eine Kopie an diese Adresse u. U. nicht ganz verkehrt.

Damit hast du zumindestens ein wenig Planungssicherheit, und kannst lückenlos nachweisen, das du dein Kind nicht "entziehst". Und du musst nicht das ganze Wochenende daheim sitzen, weil der Vater ja vielleicht noch kommen könnte.

Gruß, Kite