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Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von lilystern 26.10.10 - 10:25 Uhr

Am 05. Juni musste ich meine Lily im 5. Schwangerschaftsmonat gebären, da wir die Diagnose Trisomie 13 bekommen hatten. Es stand zur Frage, ob wir warten, bis sie gestorben ist, oder ob wir die Schwangerschaft sofort beenden. Nach der Fruchtwasseruntersuchung stand fest, das sie keine Chance auf ein Leben hat...
Wir entschieden uns für den sofortigen Abbruch, da ich damals nicht geglaubt habe, die Schwangerschaft in dem Wissen weiter zu führen.
Doch heute frage ich mich, ob wir zu früh gehandelt haben?!
Vielleicht hätte sie es geschafft?
Vielleicht war die Diagnose falsch und man hätte noch mal testen müssen?
Vielleicht war unsere Entscheidung einfach übereilt.....
Ich vermisse mein #stern Lily
Danke euch fürs lesen!

Beitrag von hanni2711 26.10.10 - 11:27 Uhr

Es tut mir sehr Leid, dass Ihr das durchmachen musstet.

Es wurde nun nicht umsonst eine Fruchtwasseruntersuchung gemacht und die Diagnose wird auch nicht leichtfertig getroffen.

Es wird Dir auch niemand leichtfertig zu einem so späten Schwangerschaftsabbruch raten.

Ich denke nicht, dass es übereilt war. Aber da musst DU einfach Vertrauen haben. Denn die Frage wird Dir sonst keiner Beantworten.

Es ist verständlich, dass Du Dir diese Fragen stellst.

Ich könnte mir auch nicht vorstellen, eine Schwangerschaft auszutragen und ein Kind zu gebären in dem Wissen, dass es nicht lebensfähig ist. Ich kann Deine Entscheidung nachvollziehen.

Ich denke, wenn man das Kind so lange getragen hat braucht nicht nur der Körper, sondern vor allem die Psyche eine Zeit um sich zu erholen.

Aber Deine Lily wird immer bei Dir im Herzen bleiben.

Alles Gute

Hanni

Beitrag von lilystern 26.10.10 - 11:32 Uhr

Ich danke dir für deine aufbauenden Worte!
Vielen Dank

Beitrag von hanni2711 26.10.10 - 11:45 Uhr

Gerne. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie hart das ganze sein muss.
Ich hab eben noch einen Erlebnisbericht gelesen über eine Schwangerschaft mit einem Kind das Trisomie 13 hatte.

Auch nachdem ich das gelesen habe, denke ich, Du oder Ihr habt richtig entschieden.


Nochmals alles Gute

Hanni

Beitrag von alicia_ 26.10.10 - 17:38 Uhr

Liebe Lily,

mir geht es ganz genauso wie dir. Ich habe meine Lavinia in der 19. SSW still gebären müssen. Wir haben die SS auch abgebrochen nachdem wir die Diagnose bekommen hatten, dass unsere Maus nicht lebensfähig sein wird.
Die Geburt war am 24. 07.

Ich kann also sehr gut nachempfinden, was du durchmachst. Für mich gibt es momentan gute und schlechte Tage. Mal komme ich damit einigermaßen klar und im nächsten Moment überkommt mich die große Traurigkeit.
Aber, ich bin mir sicher, dass die Entscheidung für mich und für meine Kleine richtig war.
Dazu eine nette Geschichte:
Mein Hausarzt habt mich letzten Monat zu sich bestellt, weil er wissen wollte, wie es mir geht (hab ich bisher noch nie erlebt, dass ein Arzt einen Patienten um einen Termin bittet ;-)). Wir haben lange miteinander gesprochen. Ich habe ihm den ganzen Prozess der Entscheidungsfindung und alles andere erzählt und er meinte daraufhin zu mir: "Sie haben sich für ihr Kind entschieden". Dieser Satz gefällt mir sehr gut.
Wir haben es uns ja beide (du und ich) nicht leicht gemacht mit der Entscheidung, aber letztlich hat es ja auch für das Kind etwas Gutes, man hat es gehen lassen und sich für das Kind entschieden.
Ich will damit nicht sagen, dass die Mütter, die die SS austragen, sich nicht für ihr Kind entscheiden - wäre ja blödsinn! Aber er meinte, dass viele Frauen die Entscheidungen anderen überlassen, ewig aufschieben und sich der Situation weniger stellen würden, als solche, die sich relativ bewusst für oder gegen einen Abbruch entscheiden und damit für ihr Kind.
Verstehst du, was ich meine? Ist ein wenig kompliziert und etwas philosophisch... mir hat der Satz aber sehr geholfen.

Wenn du magst kannst mich gerne per PM anschreiben, auch wenn du über dein Kind reden/erzählen magst, oder einfach jemanden zum zulesen oder was auch immer brauchst. Wenn nicht, ist das aber natürlich auch ok :-)

Drück dich ganz lieb und wünsche dir weiterhin ganz viel Kraft und Mut.
Alicia

Beitrag von francie_und_marc 26.10.10 - 22:31 Uhr

Liebe lilystern!

Du hast deine Entscheidung ganz sicher nicht übereilt getroffen. Es sind diverse Untersuchungen vorausgegangen und du hast gehandelt.

Du wirst sicherlich die Geschichte von meinem kleinen Marten wissen, wenn nicht schau einfach in meine VK.

Wir mussten auch diese schreckliche Entscheidung treffen. Bei Marten waren die Fehlbildungen durch das Ultraschall offensichtlich. Bei euch hat die Fruchtwasseruntersuchung hundertprozentige Sicherheit gegeben das eure kleine Lily so schwer krank ist. Ich habt euch die Entscheidung genauso wenig leicht gemacht wie wir.

Nur aus Liebe, um ihr Schmerzen und Leid zu ersparen habt ihr sie gehen lassen. Ihr habt euer Kind beschützen wollen vor diesem vorprogrammierten Elend, was soll daran falsch sein. Du bist die beste Mama die deine kleine Lily hätte haben können, denn du hast dein Seelenheil für sie aufgegeben und leidest nun wegen der Schuldgefühle. Ich kann sie dir leider nicht nehmen aber ich hoffe dich mit meinen Worten etwas aufbauen zu können und du kannst etwas vorwärts schauen und vielleicht auch einen kleinen Schritt vorwärts gehen.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und nehme dich virtuell ganz fest in den Arm.

Liebe Grüße Franca mit Marc fest an der Hand und Marten still geboren 21.SSW am 19.09.2010 tief im #herzlich