Reportage "Hunger" im Ersten.

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Beitrag von luka22 26.10.10 - 13:10 Uhr

Ich habe mir gestern Abend diese Reportage über den Welthunger angeschaut und war einfach nur tieftraurig. Nicht, dass ich nicht wüsste, was auf unserer Welt vorgeht und nicht, dass mich das vorher kalt gelassen hätte. Aber die Macht der Bilder hat tiefe Spuren hinterlassen. So viel Elend, so viel Ungerechtigkeit und die Schuldigen sind wir mit unserem alles haben wollen und alles haben können.
In der Reportage haben sie verschiedene Beispiele gezeigt, wie es zu Hunger kommen kann. Da waren z.B. die Massai, die um den Kilimandscharo wohnen und hungern. Warum? Sie haben kein Wasser, die Quellen sind versiegt, weil das Wasser für eine riesengroße Rosenfarm in der Nähe umgeleitet wird :-(. Das sind dann unsere 1.99 Rosen im 10er Pack. Anderes Beispiel: Haiti. Sie haben einen Slum bei Port au Prince gezeigt (vor dem Beben) mit 200.000 Menschen. Die Menschen sind vom Land in die Stadt geflüchtet und erhofften sich ein besseres Leben, das es dort nicht gibt. Das Grauenvollste: Die Mütter "backen" Kuchen aus Dreck! Nein, nicht Essensresten, sondern aus Erde. Sie kaufen ein wenig Zucker und Salz verrühren es mit Dreckwasser und Erde und schlagen den Dreck so lange auf, bis eine gleichmäßige Masse entsteht. Diese wird in kleinen Fladen geformt, an der Sonne getrocknet und verkauft :-(. Ich war so erschüttert. Wenn ich es nicht gesehen hätte, hätte ich gedacht, dass da jemand gnadenlos übertreibt. Dann haben sie die Brandrodung im Regenwald gezeigt: Riesengroße Areale werden täglich zerstört, um Felder anzulegen. Nicht für die Menschen dort, die hungern. Nein: Für die Rinder, die für uns gezüchtet werden. In einer anderen Reportage hat man auch den Zusammenhang erklärt zwischen unserem Hunger nach Hähnchenbrustfilet und der Zerstörung der inländischen Hühnerzucht Afrikas, was auch Hunger bedeutet.
Alles ist so trost- und hoffnungslos. So viel Geld ist in den letzten Jahren in "Entwicklungshilfe" geflossen und es wird nur immer schlimmer.

Luka

Beitrag von nele27 26.10.10 - 13:45 Uhr

Hi,

ich habe es nicht gesehen, aber kann es mir vorstellen :-(

War letztes Jahr dienstlich in Kenia und habe im Rahmen der Projekte die ich angeschaut habe viel gesehen, viel gelernt... Über Afrika, aber vor allem auch über uns.

Aber die meisten Leute hier haben keinen Zugang dazu. Da heißt es "Was geht mich das an" oder "Die Welt ist eben ungerecht" oder "Du hast doch auch schon den Billigkaffee gekauft" und und und #aerger
Man kann halt am besten schauen, seinen eigenen kleinen Beitrag zu leisten - je mehr Leute das künftig tun, desto besser wird es.

Hier ist übrigens der Link zur Mediathek für alle Interessierten. http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=5685584

LG, Nele

Beitrag von zatzematuse 26.10.10 - 14:09 Uhr

Schonmal die Doku "We Feed The World" gesehen? Wenn nicht, schau sie dir an. Sie beinhaltet dieses Thema noch genauer und macht ebenso nachdenklich. Die Doku "Home" würde ich auch empfehlen, wobei es eher um die Erde an sich geht. Aber, Umweltbelastung und Nahrungsproduktion sind eng miteinander verbunden.

Beitrag von zucchini78 26.10.10 - 14:13 Uhr

Ich habe es nicht gesehen, aber mir sind diese Probleme auch so bewusst.

Was hast du denn aus der Reportage für dich mitgenommen? Außer das diese Zustände zweifelsohne schrecklich sind.

Beitrag von luka22 26.10.10 - 15:15 Uhr

Das ist für mich das Schlimme. Mir ist es bewusst und ich ziehe meine Konsequenzen, aber eher im Kleinen, d.h. im Konsumverhalten. Ich kaufe Lebensmittel vor allem regional und saisonal, Trauben aus Südafrika oder BIO!!!!Kartoffeln aus Neuseeland #klatsch (wobei DAS eher ein Umweltproblem ist) kommen mir nicht auf den Tisch. So in der Art halt! ABER was ist das für ein Beitrag? Was kann man noch tun? Kaufe ich die teuren Rosen aus dem Blumenladen, kommen die genauso aus Südafrika. Kaufe ich eine teure Jack Wolfskin Jacke, wird die genauso in moderner Sklavenhaltung hergestellt, wie eine aus dem Kik. Insgesamt weniger zu konsumieren, bewusster Lebensmittel auszusuchen, das wäre so ein kleiner Beitrag der jeder leisten kann und der uns trotzdem keine weiße Weste beschert.

Grüße
Luka

Beitrag von zeitblom 26.10.10 - 15:05 Uhr

"es wird nur immer schlimmer"

Im "Economist" vor vielleicht drei Wochen ist ein Chart veroeffentlicht, der zeigt, dass in den letzten 10 Jahren der Hunger weltweit deutlich zurueckgegangen ist. Lediglich in drei Laendern hat sich die Situation verschlechtert (verursacht durch Buergerkrieg und Korruption).

Aber ich stimme Dir zu (falls Du das auch sagen wolltest): Entwicklungshilfe ( z.B. an Nigeria, das oelfoerdernd genug Einkommen hat, 14 Mrd. €!!) ist meistens voellig verfehlt.

Beitrag von luka22 26.10.10 - 15:25 Uhr

Gerade heute lese ich in unserer Tageszeitung, dass Griechenland dem immensen Flüchtlinsstrom, auch aus Afrika, nicht mehr Herr werden kann und die EU um Hilfe gebeten hat. Ich kann deine Aussage nicht durch Fakten belegen, aber es ist doch ein Hinweis dafür, dass die Situation nicht gerade entschärft ist. Die Menschen fliehen vor Perspektivlosigkeit und Hunger und nehmen dafür, den Tod in Kauf. Ich denke auch die, die meinen, dass Afrika nichts mit uns zu tun hat, wird bald eines Besseren belehrt werden.

http://www.lr-online.de/meinungen/Athen-waechst-der-Fluechtlingsstrom-ueber-den-Kopf;art1066,3080773

Grüße
Luka

Beitrag von zeitblom 26.10.10 - 15:57 Uhr

"Perspektivlosigkeit"

Ich denke, dies ist der ausschlaggebende Faktor der Voelkerwanderungen, nicht unbedingt Hunger. Viele der Fluechtigen haben fuer ihre Flucht recht hohe Summen ausgeben koennen. Die richtig Hungernden haben weder das Geld noch die optimistische Energie fuer ein solches Unternehmen.
Im uebrigen behaupte ich ja nicht, dass es keinen Hunger mehr gebe, sondern glaube dem "Economist" dahin, dass der Hunger in der Welt eher geringer und nicht groesser geworden ist.




Beitrag von crocslady 26.10.10 - 16:02 Uhr

Vielleicht trifft "Gier" es ja auch?

Da werden hohe Beträge für die Flucht zusammengekratzt, und Frau und Kinder bleiben zurück, weil die westliche Welt mit ihren Sozialsystemen lockt.

Glücklicherweise sind die Gewässer des Mittelmeers mitunter tückisch.

Beitrag von zeitblom 26.10.10 - 16:13 Uhr

"Vielleicht trifft "Gier" es ja auch?"

Nein, mit Sicherheit nicht. Gier trifft allenfalls auf diejenigen selbstzufriedenen Menschen zu, die am liebsten die Grenzen undurchlaessig machen moechten und sich an ihrem Sozialsystem festkrallen.

Fuer den letzten Satz verdienst Du eine virtuelle Kugel zwischen die Augen...

Beitrag von nele27 27.10.10 - 09:51 Uhr

***Im uebrigen behaupte ich ja nicht, dass es keinen Hunger mehr gebe, sondern glaube dem "Economist" dahin, dass der Hunger in der Welt eher geringer und nicht groesser geworden ist. ***

In der Reportage wird das Gegenteil gesagt #gruebel

Beitrag von zeitblom 27.10.10 - 10:58 Uhr

hm, im Zweifel pro Econimist... ;-)

Beitrag von zeitblom 27.10.10 - 11:26 Uhr

schau mal: http://www.economist.com/node/17251934?story_id=17251934

Beitrag von nele27 28.10.10 - 09:51 Uhr

Uaaaaah, Englisch #schwitz *wörterbuchausdertaschekram*...

Tja, ein Widerspruch - vll kommt es auf die Länder an?
Wobei da ja afrikanische und asiatische Länder genannt sind. Ich hab keine Ahnung #gruebel

Beitrag von ippilala 27.10.10 - 13:31 Uhr

Und du meinst, dass 14Mrd reichen bei einer Bevölekung von 140000000 Menschen und bei Staatausgaben von über 20Mrd?
14Mrd ist nicht genug, 14Mrd bei 140Mio Einwohnern ist ein Scheiß. Man kann das Geld nicht nur zum Verfüttern verwenden, Gerichte, Polizisten, Armeen, Lehrer, Ärzte... wollen auch bezahlt werden.

Falls du ein Modell hast, womit man mit 14Mrd einen Staat mit 140Mio Einwohner am laufen halten kann und durchfüttern kann gehe in diese Land, schlage dein Modell vor...du wirst reich belohnt werden, Nobelpreise bekommen und nach dir werden sicher viele Straßen benannt werden.

Beitrag von zeitblom 27.10.10 - 14:12 Uhr

Nigeria ist eines der groessten Oellaender der Welt. Ich moechte nicht wissen (was heisst: ich wuerde es zu gern wissen), wieviel Gelder die herschende Schicht Nigerias auf Schweizer Bankkonten hortet.

Aber Du kannst ja gerne spenden... sollst ja ruhig schlafen koennen...

Beitrag von ippilala 27.10.10 - 14:52 Uhr

Nee nee nee jetzt mal ohne das Geld in der Schweiz. Du hast gesagt: "Nigeria, das oelfoerdernd genug Einkommen hat, 14 Mrd. €!!"
Also hast du offenbar eine Vorstellung davon, wie man mit nur 14 Mrd einen Staat führen kann, in dem keiner hungert.
Denn offenbar sind 14 Mrd ja genug, das möchte ich bitte erklärt haben, wie stellst du dir das vor? Nicht auf den Cent genau, aber so ganz grob.


Im übrigen würden sich Firmen wie Shell einfach aus Nigeria zurückziehen, wenn sie die ganzen Gewinne abdrücken müssen. Das würde dem Land nicht helfen. Denn dann hätten sie nichtmal einen super billigen Ölpreis mehr.

Beitrag von zeitblom 27.10.10 - 15:33 Uhr

ach so, da hast Du wohl ein kleines Wort ueberlesen: ausgerechnet "an"!! Nigeria 14 Mrd € zu zahlen ist Unfug, da es mehr als genug Einnahmen aus der Oelfoerderung hat.

Natuerlich zahlt Shell nicht all seine Gewinne an Nigeria, braucht und soll es auch nicht. Aber Steuern und Gebuehren, dafuer dass es dort foerdern darf, zahlt es sehr wohl.... oder sollte es zahlen, falls nicht durch Korruptionszahlungen Steuererlasse ausgehandelt werden. Nigeria koennte ein wohlhabendes Land sein, wenn es nur eine weniger korrupte politische Klasse haette.

Beitrag von ippilala 27.10.10 - 21:28 Uhr

Achso 14Mrd an Nigeria, naja überlesen habe ich da snicht, aber dein Komma vor 14Mrd könnte man auch anders verstehen.

Als Deutscher kann man aber herzlich wenig gegen die Korruption dort unternehmen. Spenden erreichen aber dort eventuell doch irgendwen, den sie helfen.

Desweiteren ist Nigerias Haupteinnahmequelle doch das Öl. Inwieweit kann ein Land dauerhaft wohlhabend sein, wenn der Reichtum nur auf ein einzelnes Gut beruht?
Langfristig und bei einem Land mit 140Mio Einwohnern.

Beitrag von crocslady 26.10.10 - 15:25 Uhr

Für einen Abend mit meinem Süßen bei einem leckeren Steak, zu dem er mir einen Strauß Rosen mitbringt, bin ich gerne bereit das Elend dieser Menschen zu vergessen. Was kann ich denn daran ändern: Falscher Ort, falsche Zeit, würd ich mal sagen.

Hier lag nach dem Krieg auch alles in Schutt und Asche und die Menschen haben sich angestrengt und etwas aufgebaut. Wenn das die Menschen in Kenia oder Haiti oder sonstwo nicht schaffen, was soll ich daran ändern. Jeder ist seines Glückes Schmied.

So lange die EU-Außengrenze dicht ist und es von da keiner hierhin schafft, ist doch alles in bester Ordnung für uns hier.

Beitrag von luka22 26.10.10 - 15:33 Uhr

Ironie off???

#zitter

Beitrag von brautjungfer 26.10.10 - 15:54 Uhr

nein sie oder er ist ein Fake.

Beitrag von -floh- 26.10.10 - 16:58 Uhr

Sorry, aber du hast den A*** auf!

Beitrag von rhcp 26.10.10 - 22:27 Uhr

Wohl was vom falschen Baum geraucht?
#klatsch

Beitrag von dominiksmami 27.10.10 - 15:40 Uhr

*lach*

und dafür muß man diesen Mist in Kauf nehmen?

Mit einem winzigen Teil Verstand kann man das alles auch haben OHNE auf brandgerodete Weiden und mit lebensnotwendigem Wasser gespeisste Rosen zurück zu greifen.

Ich liebe hin und wieder ein Steak...vom hiesigen Biobauern, hier gezüchtet, hier gezogen, hier geschlachtet und verarbeitet. Ist ja aber natürlich teurer als ein billig Steak *nick*

Und Rosen sind schick und vor allem wachsen sie HIER ganz wunderbar. Dummerweise sind sie aber teurer als die, die tausende von Kilometern durch die Welt gefrachtet werden.


>>Hier lag nach dem Krieg auch alles in Schutt und Asche und die Menschen haben sich angestrengt und etwas aufgebaut. Wenn das die Menschen in Kenia oder Haiti oder sonstwo nicht schaffen, was soll ich daran ändern. Jeder ist seines Glückes Schmied. <<

Eben...sie könnten es alleine schaffen, durch diese billig Produkte ( hier wars z.B. das beispiel der Rosen) verhindern WIR es aber.

Du hast echt den Knall verpasst.


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