Umgangsregelung bei großer Entfernung & 5-jährigem Kind

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von me_li 26.10.10 - 15:04 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

gerade eben habe ich meine Tochter dem KV mitgegeben. Ansich wunderbar und schön, aber sie wollte um jeden Preis bei mir bleiben, nicht mit zu ihm und hat richtig energisch geweint und sich vehemment verbal gewehrt.

Kurz zur Vorgeschichte, vom KV seit über 2 Jahren getrennt - lebt 520 km weit entfernt von uns, haben geteiltes Sorgerecht, wohnten nie zusammen, kümmert sich unregelmäig regelmäßig um seine Tochter. Zahlt natürlich auch keinen Cent Unterhalt. Kein geregeltes Besuchsrecht, da er so unkonstant und unzuverlässlich mit seinen Terminen umgeht.

Ich hätte gern gewußt, ob ich meine 5 Jährige Tochter gegen ihren Willen dem KV mitgeben muss?! Wie gesagt, unter den oben beschriebenen Bedingungen!?

Ich finde es gut, dass er sich kümmert, wenn er sich mal kümmert ;-). Aber mir bricht es das Herz meine Tochter so leiden zu sehen. Sie hat die vergangene Nacht ganz unruhig geschlafen und jedesmal wenn sie erwachte war Thema Nr. 1 "ich will nicht bei Papa schlafen - niewieder". Hm... ich weiß nicht ob oder was vorgefallen ist, in der Vergangenheit. Aber ich hab ein ungutes Gefühl!

Meine Sorgen und Ängste ignoriert er. Sagt, sie hätte das nicht zu entscheiden, wo sie hin will. Wenn er kommt, dann muss sie mitfahren, egal ob sie das will oder nicht.

Ich allerdings finde das nicht in Ordnung, gegen Ihren Willen. Ich hab ihm vorgeschlagen seine Tochter hier für einige Tage zu betreuen. In ihrem gewohnten Umfeld. Aber darauf lässt er sich nicht ein.

Also nochmal meine Frage! Gibt es irgendwelche Richtlinien, Gesetze oder was weiß ich für Belege, ob man ein Kind so eine weite Entfernung, fremde Umgebung, fremde Menschen gegen Ihren Willen antun muss??

Vielen Dank für Eure Antworten.

LG
Heike

Beitrag von mondlandung 26.10.10 - 16:40 Uhr

Solange ein Richter kein Urteil gesprochen hat, musst du gar nichts!

Mit 5 ist ein Kind schon im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte und bei verständnisvollen Eltern sollte es Mitspracherecht haben. Erst recht, wenn es ein Vater ist, der sich eh nur nach Lust und Laune kümmert.

Ich habe meine Kinder nicht mitgegeben, wenn sie sich vehement geweigert haben. Dann war zwar der Vater sauer, aber das ist mir doch egal. Soll er sich halt mehr engagieren, dann klappt's auch mit den Kindern!

Beitrag von janinechen 26.10.10 - 17:17 Uhr

Hallo Heike,

also ich würde ihm die kleine auch nicht mitgeben...vor allem dann nicht wenn sie ja sagt: "Ich will nie wieder bei Papa schlafen..." sprich mit deiner Tochter mal darüber wieso sie das nicht möchte, vielleicht ist etwas vorgefallen.

Und wenn du sie ihm das nächste mal nicht mitgibst, weil sie so weint und es ihm nicht passt, dann ist es ja sein Problem...er kann ja dann gerne das Jugendamt darüber informieren, wobei dann sicher auch das Thema Unterhalt zur Sprache kommen würde... und ausserdem sollte immer nach dem Wohl des Kindes entschieden werden und ich glaube nicht dass das vorliegt wenn sich deine Maus so dagegen wehrt.

Ich wünsche dir viel Glück!!

LG Janinechen

Beitrag von maschm2579 26.10.10 - 19:59 Uhr

Hallo,

hast Du sie ihm echt mitgegeben? Wielange denn?

Also a. musst Du Dein Kind nicht mitgeben und b. wieso gibst Du ein brüllendes und schreiendes Kind weg?

Ich persönlich finde das klingt grausam und mir tut das Kind unendlich leid. Du weißt nicht was vorgefallen ist und schickst Sie mit obwohl sie schon vorher Nachts weint?
Was passiert denn dort? In der heutigen Zeit passieren die schlimmsten Sachen und auch 5jährige werden sexuell missbraucht.

Sie mir nicht böse aber ich persönlich finde es unverantwortlich das Kind dazu zu zwingen und es abzuschieben.

Meine Meinung und ich würde nie das Vertrauen zu meinem Kind so brechen. Die Maus sitzt jetzt vielleicht total unglücklich 500 km enfernt und fragt sich warum Mama sie wegschickt.

*kopfschüttel*

Beitrag von minusch73 26.10.10 - 20:27 Uhr

Ich stand auch schon vor dieser Entscheidung und habe mich an das Jugendamt gewendet, weil ich die Rechtslage nicht kannte. Mir wurde gesagt, dass es lediglich Richtlinien gibt, die (manchmal mit Hilfe des Jugendamtes) festgelegt werden, keinesfalls aber starre Vorschriften. Mir wurde auch gesagt, dass der Umgang unterstützt werden soll (Wohlverhaltensklausel), das Kind aber keineswegs gezwungen werden darf. Wenn es partout nicht will, Du aber verunsichert bist, was Du darfst und was nicht, dann hol Dir Hilfe von den Behörden. Ich bin zumindest selbstsicherer geworden. Wenn es absolut NIE WIEDER will, wird das JA sowieso die Gründe erfahren wollen (wenn der Sozialarbeiter auf Trab ist).
Hast Du nicht mal nachgefragt, wieso Dein Spatz so sperrt, ob was passiert ist?