Stress mit der "Neuen" von Papa

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von valciria 26.10.10 - 15:29 Uhr

Hallo,

lange habe ich mit mir gerungen, um mich mit einem, für mich und meinen Sohn, sehr schwerwiegenden Problem zu „outen“ und zunächst mal „anonym“ Ratschläge zu erbitten. Ich habe mich nach 14-jähriger Ehe im Juni vorigen Jahres von meinem Mann getrennt. Leider bestand für mich aufgrund der damaligen Situation keine andere Alternative, als mit meinem damals 12-jährigen Sohn in ein Frauenhaus zu flüchten. Trotz intensiver Wohnungssuche in Köln gelang es mir erst nach drei Monaten eine Wohnung zu finden. Sie war dann auch für den 1. November 2010 angemietet, jedoch ist mein Sohn auf Anraten des Jugendamtes in den Herbstferien für eine Woche zu meinem Noch-Ehemann gefahren. Hiervon ist er, nachdem er wohl dementsprechend von meinem Mann und dessen Umfeld „bearbeitet“ wurde nicht mehr zu mir zurückgekehrt, d. h. er lebt mit seinem Vater weiterhin im dessen Wohnort. Nun sieht es allerdings so aus, dass mein Noch-Gatte eine neue Beziehung führt und meine „Nachfolgerin“, nachdem sie sich mit meinem Sohn bekannt gemacht hat (vor den Sommerferien) direkt dort geblieben ist und nun die resolute Mama spielen will. Meinem Jungen geht es mit der Entscheidung seines Vaters nicht gut. Er versucht auch mit seinem Vater über seine Ängste zu reden, aber der hat kein Ohr für die Bedenken des Kindes. Materiell wird der Junge ja zugemüllt, jedoch wird für seine seelischen Belange kein Interesse gezeigt. Da die neue Partnerin Vater und Sohn nicht einen Tag alleine lässt und allgegenwärtig ist, kam mein Sohn jetzt mit diesem Problem zu mir und erhofft sich Hilfe von mir. Er möchte jedoch auf keinen Fall, dass das Jugendamt oder ähnliche Institutionen zugeschaltet werden, denn er hat vor der Reaktion seines Vaters Angst, und daher wende ich mich jetzt an seiner Stelle an Euch, da er sich nicht traut, aus seiner Situation heraus nach Lösungen zu suchen. Zudem kommt noch, dass mein Kind seit der Anwesenheit der neuen Partnerin des Kindesvaters rapide in seinen schulischen Leistungen abgestürzt ist und, um sich zu „betäuben“ ständig vor der Playstation sitzt. Ich habe, obwohl ich mich sehr gegen den Kontakt mit dem Kindesvater sträube versucht, ihm aufzuzeigen, dass unser Sohn in der gegenwärtigen Situation sehr unglücklich ist, die ständige Gegenwart und das Herumkommandieren der jetzigen Lebensgefährtin als sehr belastend empfindet und todtraurig ist. Bei meinem „Noch-Angetrauten“ stoße ich damit aber bloß auf taube Ohren, denn er ist der Auffassung, sie wären eine glückliche Familie…. Ich habe meinem Sohn signalisiert, dass er jederzeit wieder zu mir zurückkommen könne, er hat mich jedoch wissen lassen, dass er zunächst noch um seinen Papa kämpfen möchte, abwarten, ob die neue Beziehung doch noch in die Brüche geht etc und außerdem (hört sich zwar merkwürdig an, aber es ist für den Kleinen ein wichtiger Eckpunkt) wäre da noch ein Hund an dem er sehr hängt und der dann aufgrund meiner Wohnsituation nicht mitkönnte…. ich könnte noch viel weiteres hier schreiben, aber ich will es zunächst mal dabei belassen, und abwarten, wie die Resonanz ist…

Ich hoffe, Ihr könnt mir in dieser verzwickten Situation weiterhelfen…

valciria
#wolke

Beitrag von sonne.hannover 26.10.10 - 16:17 Uhr

hm, das ist natürlich eine sehr schwierige Situation. Vielleicht fragst Du doch einfach mal beim Jugendamt nach, was man in einer solchen Situation tun kann. Die können Dir bestimmt auch Telefonnummern oder Beratungsstellen nennen, an die sich ggfs. dein Sohn wenden kann.

Beitrag von valciria 26.10.10 - 16:37 Uhr

Liebe Sonne,

ich danke Dir zunächst mal für Deine Rückmeldung, aber das Jugendamt ist erstmal tabu, weil ich dem Kerlchen aufgrund seiner oben beschriebenen Angst versprochen habe, dieses nicht einzuschalten und zweitens, weil sie den Segen dazu gegeben haben, als er sich während meines Aufenthaltes für eine Rückkehr zum Vater entschieden hatte. Daher ist das Vertrauen von meiner Seite aus zum Jugendamt stark angeschlagen, weil ich damals natürlich dagegen protestiert habe und andererseits wäre es mir lieber, die geeigneten Anlaufstellen zu kontaktieren, die sich eben nicht sofort mit dem Jugendamt in verbindung setzen.... ich war ja nicht umsonst im Frauenhaus, denn wenn mein Mann spitz kriegt, dass ich da irgendwelche Steine ins rollen bringe, wäre evtl. wieder Gefahr in Verzug...

Beitrag von valciria 26.10.10 - 16:39 Uhr

... sollte heißen "während meines Aufenthaltes im Frauenhaus".... sorry aber bin im Moment total aufgeregt....

Beitrag von sonne.hannover 26.10.10 - 16:40 Uhr

Es geht ja nicht darum, das Jugendamt einzuschalten, sondern dort einfach nachzufragen, an wen man sich in solchen Fällen wenden kann.... Du musst ja keine Namen und keine Daten nennen.

Beitrag von valciria 26.10.10 - 17:09 Uhr

Okay, wenn das auf anonymer Basis möglich ist, dann werde ich mal hier vorort beim JA anrufen...

Danke und alles Gute

Beitrag von ppg 26.10.10 - 19:39 Uhr

Alternativ würde ich mich villeicht an einen Familientherapeuten wenden

ute

Beitrag von babylona 29.10.10 - 17:16 Uhr

hi du, schwierige lage und ich finde es toll, wie sensibel du mit der frage umgehst.
es gibt auch in jeder größeren stadt familienberatungsstellen von freien trägern - dort könntest du dich mal hinwenden und die pädagogischen rat für deine problematik holen. wenn du über google nix findest, würde ich einfach mal bei der örtlichen caritas-stelle nachfragen.
ich habe damit sehr gute erfahrungen gemacht.
alles gute!
baylona

Beitrag von manavgat 29.10.10 - 18:38 Uhr

Du brauchst umgehend eine Anwältin, die das Kind vertritt!

Alles Gute

Manavgat

Beitrag von valciria 30.10.10 - 13:39 Uhr

Meine Lieben,

ich möchte Euch sehr für Eure einfühlsamen Antworten danken, denn das Wissen um die Möglichkeit, auch bei, mir unbekannten Menschen Rat, Trost und Hilfe zu bekommen, hat mir wieder den nötigen Auftrieb gegeben, etwas koordinierter zu reagieren. Ich habe am Montag einen Termin bei einer örtlichen Erziehungsberatungsstelle, auch, meine Anwältin in der Sache einzuschalten habe ich bereits erwogen, möchte jedoch erstmal abwarten, wie die Beratungsstelle die Sachlage beurteilt. Zeitgleich hat mich mein Sohn gebeten, noch nichts weiter zu unternehmen, da er an diesem Wochenende noch einmal versuchen will, ein klärendes Gespräch mit seinem Vater zu suchen. Da wäre es äußerst unklug, die Dinge übers Knie zu brechen und mir am Ende noch das Vertrauen des Jungen zu verspielen. Die zunächst telefonische Rückfrage bei der Beratungsstelle, sowie die grobe Schilderung der Sachlage ergab auch, dass ich erstmal o. g. Gespräch abwarten soll, denn mein Junge ist in einem Alter, in dem er sehr wohl seinen Standpunkt zu vertreten weiß und warten soll, bis er mit einer definitiven Forderung nach Hilfe auf mich zukommt. Das fällt mir zwar sehr schwer, aber ich habe auch Angst, im Affekt so zu handeln, dass sich die Situation letztendlich in eine Richtung entwickelt, die ich nicht gewollt habe, auch weil, wie ich bereits geschildert habe, häusliche Gewalt der Auslöser meiner Trennung war und hier um so mehr Fingerspitzengefühl in der derzeitigen Sachlage erforderlich ist. Ich weiß, es ist sehr kompliziert, dies zu verstehen, wenn man Außenstehender ist, aber ich hoffe, dass sich die Dinge dahin gehend entwickeln werden, dass mein Kleiner und ich endlich mal zur Ruhe kommen können.

Ich werde Euch weiter auf dem Laufenden halten und hoffe, auch Ihr werdet so sensibele Antworten auf Eure Fragen und Probleme hier finden wie ich.

Es grüßt Euch ganz lieb

Eure

Valciria #liebdrueck