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Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von matata 26.10.10 - 23:13 Uhr

ich hab lange nichts mehr geschrieben nun aber doch kurz, weil mir langsam der atem ausgeht:

zu den fakten:
meine tochter is 3 jahre, sah papa nur unregelmäßig, wollte er so
ich bot ihm papatag mit oder ohne wes an, er kann nicht, will spontan
ich soll mich melden , ich soll entscheidungen treffen
elterntherapie erstgespräch, mehr fand nicht statt, habs satt das immer alles von mir kommt
er steht einfach vor meiner tür 20 uhr, bin dann nicht mehr bereit mit ihm zu reden, war auch besuch da, und das nicht das erste mal.... hat sie ne 20 minuten gesehen, sie freut sich....

nun sms nur sinngemäß:
wenn du willst, dass deine tochter (wortwörtlich) mit ihrem vater aufwächst, dann melde dich, ich tanz nicht mehr für dich, leb wohl alte "matata".....


es ist nicht das erste mal das er derart fatalistisch daher redet, ich bin müde will nicht mehr, hab alles angeboten was ging, aber eben mit regelmäßigkeit und planbar und nicht ständigen neuen absprachen.

ich habe einen job, viele dinge nebenher, ich will mein leben nicht nach ihm ausrichten, nur soweit es nötig ist, für mein kind.

er schreibt sms immer nachts, ruft so gut wie immer spät an, nachdem sie im bett ist, oder bettgehzeit (20 uhr) , will dann meist mit mir sprechen, selbst zu ihrem geburtstag, ich hatte besucht, habe gesagt er solle sich am nächsten tag melden und ihm seine tochter in die hand gedrückt. er meldete sich nicht.

meine frage, wie jetzt reagieren, ich habe bisher nichts getan, bin dem ersten impuls nicht gefolgt. ich bin es so leid, ich habe wirklich alles getan, aber ich kann ihm dass nicht auch noch abnehmen, und er setzt mich unter druck, jetzt wo er mit allem anderen nicht weiterkam.

muss dazu sagen, dass ich auch schon mal das mit den kurzabsprachen versucht habe, ist aber in einer katastrophe geendet, weil ich teufel komm raus, alles fressen muss, wie er es handhabt...

mir ist danach , gar nichts zu tun, weil es mir nur noch kraft raubt.
jugendamt will er nicht, anwalt sollte ich mir mal trauen(mach ich sobald uhv ausläuft), elterntherapie, ich soll termine machen, ich soll entscheiden.

ich habe entschieden, einen tag in der woche und alle zwei wochenenden, mit einem langsamen start für alle, alles was darüber hinaus spontan ist, ist toll und wird abgesprochen. muss er weiter weg wegen arbeit, wird eine lösung gesucht. auch nicht genehm.

da ich weder japanisch noch chinesisch spreche, denn scheinbar lebt er in einer mir nicht bekannten welt, gehen mir die worte aus, und die kraft auch.

lseit längerem wird mir übel wenn ich seinen namen auf dem display lese, ich zittere, weil ich eigentlich weiß, das ich das richtige tue, endlich grenzen gezogen habe, und....

ich habe angst, das meine tochter irgendwann mal sagt"papa wollte mich sehen, aber du hast uns im weg gestanden".....

wenn ich mich auf seine gefordete bedinungslosigkeit einlasse gehe ich zugrunde, das weiß ich....

also tipps, wie reagiere ich auf die obige sinngemäße sms.....

und nochmal ich habe ALLES versucht, von mails, telefonaten über gespräche, mittlerweile ohne vorwürfe nur noch mit angeboten und fragen... nunja


Beitrag von zahnweh 27.10.10 - 00:54 Uhr

Hallo,

bei uns war es anfangs auch so, dass er 10 Minuten vorher angerufen hat. War dann noch Besuch da, hätte ich den Besuch wegschicken sollen, weil er sein Kind ohne Anhang sehen wollte etc.

Jugendamt wollte er auch nicht, mit der Begründung, die würden sowieso nur zur Mutter halten oder sonstigen Ausreden. Er setzte mich weiter unter Druck, teilweise mit erfundenen Gesetzen.

Ich hab dann einfach beim Jugendamt nachgefragt, was er darf, was er nicht darf und wie der Umgang stattfinden kann, so dass es dem Kind gut geht und es für alle eine umsetzbare Lösung gibt.

Dann haben sie uns beide zu einem gemeinsamen Termin eingeladen.
Auch dort wollte er seine Forderungen durchsetzen, biss aber weitgehend auf Granit.
Zusammen haben wir dann eine Umgangsregelung gefunden, die sogar sehr zu seinen Gunsten ausgefallen ist. Sehr chaotisch, aber regelmäßig und planbar. Ich stand zwar abends öfter da: welcher Wochentag ist heute? Ist es grade die erste oder zweite Woche im Monat? Sind Ferien, dann wieder verkehrt herum?
Da er sonst alles andere an Regelmäßigkeit verweigerte, war das soweit in Ordnung. Immerhin mal planbar.

Dafür haben dann alle unterschrieben. Auch den Absatz, dass der, der absagt/verschiebt, einen neuen Ersatztermin vorschlagen muss. (das legte er mir bis dahin auch zu Lasten)

Abgesagt und verschoben hat dann meistens er. Aber wenigstens musste ich dann nicht mehr für seine Versäumnisse aufkommen.

Das Jugendamt fand es gut, dass ich mich von mir aus gemeldet habe. Ich habe gezeigt, dass ich daran interessiert bin, den Umgang zu unterstützen, aber alles darf er sich eben nicht erlauben!

(abgebrochen ist der Umgang dann aber trotzdem. Er hatte kein Interesse und benahm sich nicht nur direkt beim Jugendamt völlig daneben).

Ohne die Beratung dort, würde er mir noch heute auf den Nerven herumtanzen oder schlimmeres...

Daher: erkundige dich direkt beim Jugendamt. Schildere die Situation und dass du den Umgang unterstützen möchtest. Die laden ihn dann zu einem gemeinsamen Gespräch ein. Wenn er nicht hingeht oder sich meldet, hast du es versucht und er kalte Füße bekommen.

Beitrag von matata 27.10.10 - 14:39 Uhr

dazu würde ich ihn eben nicht bekommen, zu diesem gespräch, dass hat er mir klip und klar gesagt, dann könne ich mein kind allein erziehen, oh wunder, als ob ich das nicht täte--- schön das es bei euch so klappt, das wäre schon der hammer, aber wahrscheinlich werde ich mich dahingehend versuchen, ich bin es leid....

Beitrag von zahnweh 27.10.10 - 19:53 Uhr

Also damals hat es geklappt. zum betreuten Umgang hatte er dann keine Lust mehr.

Oder besser gesagt: Lust hatte er schon vorher keine! Aber bis dahin hatte er noch Macht über mich ausgeübt, soweit ich es mir hab gefallen lassen.
Dann hab ich mich beim JA und profam erkundigt, was er rechtlich darf und was nicht. Hab dem JA auch gezeigt und gesagt, dass ich den Umgang unterstütze. Aber auch, dass ich das nicht über meine Grenzen hinaus tue.

Er wurde eingeladen und anfangs ging das so. Da hat er sich gefügt, aus Angst er könne Macht durch das Kind über mich verlieren (hat er auch mal gesagt!).
Als er merkte, dass er eben keine Macht mehr hat, wollte er nicht mehr. Und seither geht es uns besser. Auch/besonders unserem Kind, da sich meine Gereiztheit nicht mehr auf sie überträgt.

Sie hat Fotos von ihm. Sie darf mich alles fragen. Aber zwingen kann ich ihn nicht zum Umgang und das werde ich auch nicht. Ich hab getan, was ich tun konnte.

Beitrag von grauntoene 27.10.10 - 07:54 Uhr

Hallo,

ich würde ihm sagen, dass es ja nicht darum geht, dass er "für Dich tanzt", sondern, dass es um seine Tochter geht und um Regelmässigkeit und Beständigkeit in ihrem Leben. Klar freut sich Deine Tochter "Überraschung!" weil Sie ihren Vater überhaupt sieht, aber ansonsten weiss sie die ganze Zeit nicht, wann er sich das nächste Mal melden wird und ich glaube diese Zeit ist sehr zermürbend.

Ich hatte das eine ganze Zeit mit dem Vater von meinem KInd (4 Jahre) und er kam auch immer sehr unregelmässig, rief immer so ein bis 2 Tage vorher an um mir dann zu sagen, dass er sein Kind holen will. Manchmal war es unter der Woche, immer wieder andere Tage, manchmal auch ein Wochenende. Aber immer so kurzfristig und manchmal hat er sich teilweise dazwischen einen Monat lang nicht gemeldet und mein Kind warin dieser zeit immer sehr traurig und hat die ganze Zeit gewartet.

Mir ist dann, als er sich mal wieder nach 5 Wochen bequemt hat und meinte, ich hole morgen mein Kind, der Kragen geplatzt und ich habe ihm gesagt, entweder holt er sein Kind jetzt regelmässig oder garnicht, alle 2 Wochenenden und fertig. Da war ich wirklich auf 180.

Dann haben wir uns nochmal ruhig zusammen gesetzt, meine Forderung mit jedes 2. Wochenende konnte ich nicht durchsetzen. Aber ich habe für mein Kind (!) und das musst Du Dir immer vor Augen führen, erreicht, dass er mir jetzt feste Termine vorgibt, an denen nichts zu wackeln ist, und diese auch relativ regelmässig. Wir machen immer so 1-2 Monate im Voraus dann Termine fest. Mal unter der Woche, mal am Wochenende, so wie es (ihm) eben passt. Er hält sich auch die Wochenenden gerne noch frei für sich, aber solang er ein paar mal am WE nimmt ist es für mich so auch ok. Hauptsache es gibt eine feste Absprache und ich muss nicht mehr "ich weiss nicht" sagen, wenn mein Kind mich fragt "wann holt der papa mich wieder ab" ..

Denk immer daran, dass Du es ja für Dein Kind tust, da kann man ganz andere Kräfte freisetzen :-)

LG

Beitrag von matata 27.10.10 - 14:42 Uhr

ich weiß das, aber weiß er das-.---

eben jenes modell schlug ich ihm auch vor, er meinte er könne nicht soweit im vorraus planen... tja und wie gesagt der versuch ist auch durch, also wieder blase blubb....

ich habe für mein kind allerhand ertragen, aber irgendwann ist auch mal gut, und ich muss nicht springen wenn er anruft und sagt, jetzt! und ich schon etwas vor habe.... damit fange ich gar nicht erst an

reicht wenn einer von uns beiden nicht glaubwürdig ist

Beitrag von grauntoene 27.10.10 - 21:52 Uhr

Dann setz ihm die Pistole auf die Brust, entweder hält er sich an eine gewisse Regelmässigkeit oder er kann wegbleiben, so schwer das auch sein mag und es ist schwer sowas zu sagen, ich weiss das.

Ist ihm seine Tochter wichtig, lässt er sich drauf ein, wenn nicht, könmnt ihr getrost darauf verzichetn.

Beitrag von karna.dalilah 27.10.10 - 09:46 Uhr

Das solche Vorwürfe kommen, wirst du kaum verhindern können, wenn deine Tochter den Vater fragen wird, warum er sie so selten besucht hat. und er antwortet- er hätte ja gewollt, aber die Mama hätte dies nicht gewollt ect.
Jeder is bestrebt sich selber gut darstehen zu lassen und nicht jeder hat die Größe die Tatsachen seinem Kind auch so mitzuteilen.
Also nur wegen evt kommende Vorwürfe etwas immer nur zu "schlucken" ist ein ungünstiger Weg.

Die Frage ist was willst du?
Und wie kannst du deine Wünsche und die Belange deiner Tochter unter einen Hut bekommen?

Vielleicht ist es eine Lösung über Kinderschutzbund und Co zunächst den Umgang betreut stattfinden zu lassen.
Vielleicht ist der Vater durch den Druck von außen bereit sich auf eine gewisse Regelmäßigkeit einzulassen.
Vielleicht reicht es auch ihm einfach Termine vorzugeben und ist er nicht da-Pech gehabt.
Setz ihm ein zeitliches Limit in dem er seine Terminwünsche für den kommenden Monat mitteilen kann, dann schreib den Plan und schick ihm das zu.
So wird es planbar für dich.
Absagen soll er dir per Mail schicken und fertig.
Wenn er anruft, gehe nur ran, wenn euer Kind noch wach bzw da ist und reiche das Telefon gleich an sie weiter.

Karna

Beitrag von matata 27.10.10 - 14:43 Uhr

alles angeboten, alles abgewimmelt... betreuten umgang will er nicht.... pläne machen erst recht nicht, da er ja nicht planen kann, weil er es zum einem wegen seiner lebensführung nicht will und zum anderen nicht kann......

Beitrag von zahnweh 27.10.10 - 19:57 Uhr

und was willst DU?
(hast schon geschrieben). Nur so lange du sein "er will nicht" akzeptierst, wird er auch weiter nichts anderes wollen. er muss ja nicht, weil er weiß, dass du dich ihm beugst...

Beitrag von janamausi 27.10.10 - 16:08 Uhr

Hallo,

ich würde dir auch raten, noch einmal zu Jugendamt zu gehen. Das JA soll ihn anschreiben und dann könnt ihr euch gemeinsam mit dem JA auf feste Umgangszeiten einigen (wo bei ich da auch wirklich zu festen Umgangszeiten, wie z.B. jedes zweite Wochenende oder jedes 1. Wochenende im Monat etc. rate, auch würde ich gleich Ausweichtermine festlegen lassen, z.B. wenn ein Umgang nicht stattfinden kann, wird der Umgang automatisch aufs darauffolgende Wochenende gelegt, auch kann man z.B. festlegen lassen, wie lange im Voraus er einen Umgang absagen muss etc.).

Wenn er sich auf das Schreiben vom JA nicht meldet oder nicht zu Gesprächen, festen Umgangsvereinbarungen bereit ist, kannst Du wenigstens später deiner Tochter belegen, dass Du alles versucht hast. Und brauchst dann auch kein schlechtes Gewissen haben, was wäre wenn...

Alternativ könntest Du ihm einen Brief (mit Einschreiben?) schreiben, in dem Du ihm mitteilst, dass der regelmäßigen Umgängen viel gelegen ist und Du jederzeit bereit bist, übers Jugendamt feste Umgangszeiten auszumachen.

Bei beiden Alternativen ist er dann "am Zug" und wenn er sich nicht meldet, hast Du zumindest (nachweislich) alles getan um den Umgang zu fördern.

Aber ich würde mich keinesfalls weiter auf irgendwelche Gespräche ohne Jugendamt oder Anwalt einlassen. Das scheint ja nichts zu bringen.

LG janamausi

Beitrag von matata 27.10.10 - 20:48 Uhr

ich hab ja noch nicht mal die neue adresse, meine das haus zu kennen, liegt irgendwó bei uns im kiez...


habe heute bei der elternberatung vom jugendamt angerufen... das war doch richtig, oder gibt es da noch eine andere stelle?

ich denke darauf wird er sich nicht einlassen, geschweigedenn auf einen brief reagieren, den ich um ihn abzuschicken ja nicht mal mit der richtigen adresse beschreiben könnte...

aber ich werde jetzt was tun muessen ich bin so müde...